Vor meiner Haustür blieben wir noch kurz stehen. Von drinnen konnte ich den Fernseher hören; mein Dad schaute wieder Football. Den ganzen Weg von der High School hatte Nate kein Wort gesprochen, nur als wir vor die Tür traten, hatte er mich gefragt, ob mir kalt sei. Der Schnee glitzerte im Mondlicht und die Sterne funkelten. Es war eine der Nächte, für die ich normalerweise alles gegeben hätte, um sie mit Edward zu verbringen. Aber sein unmögliches und völlig unverständliches Verhalten heute hatte mich zutiefst verletzt, und außerdem fand ich Nate auch nett. Mehr nicht.

„Sicher nicht, Bella?" Flüsterte das kleine Miststück in meinem Ohr, meine Einbildung. „Halt die Klappe!" zischte ich leise zurück. Nate sah mich an. „Hast du etwas gesagt, Bella?" Ich schüttelte den Kopf. Er musste Ohren wie eine Fledermaus haben! Das brachte mich wieder auf die Frage zurück, die ich mir seit seinem Auftauchen stellte. Ob ich ihn fragen konnte? Andererseits, was sollte Großartiges passieren, jetzt, wo wir direkt vor meiner Haustür standen? Wenn er es gewollt hätte, hätte er genügend Gelegenheit dazu gehabt, als wir alleine durch den Wald gegangen ware. Ich nahm meinen Mut zusammen. „Nate, darf ich dich etwas fragen?" Er wandte sich vom Vollmond ab und sah mit seinen faszinierenden Augen direkt in die meinen. „Gerne, wenn du es willst, Bella." sagte er mit ruhiger Stimme. „Also, es ist so, Nate, ich habe mich gefragt, ob..." Ich brach ab und hasste mich selbst für mein Stottern. Wenn ich doch einmal im Leben nicht nur so entsetzlich schüchtern sein könnte! Nate lächelte mich an, die Wärme seiner Augen durchströmte mich. „Nate, bist du... bist du?" „Du willst wissen, ob ich von Edwards Art bin? Ein Untoter, ein Wiedergänger, ein Nachzehrer, ein Kind der Nacht? Ist es das, was du wissen willst, Bella Swan?" Er sah mich fest an. Ich nickte, starr vor Schreck. Hatte ich ihn falsch eingeschätzt, waren all seine Freundlichkeit und die Wärme, die sein Lächeln ausstrahlte, nur gespielt gewesen, um mich... Nate lachte kurz auf. Im Mondlich schimmerten seine Zähne, und ich war nicht sicher, ob die Eckzähne nicht vielleicht eine Spur länger waren...

„Bella, Bella." Er schüttelte in gespielter Verzweiflung den Kopf. „Du gehst mit einem Jungen alleine durch die stockfinstere Nacht, und bist dir nicht sicher über seine Absichten? Das könnte eines Tages ein böses Erwachen geben, meine Liebe!" Er fasste mich an den Schultern und zog mich an sich heran. Er war noch stärker als Edward. Ich fühlte mich vollkommen ausgeliefert – und unendlich wohl in seiner starken Umarmung. „Bella", flüstere er „ich bin ein Vampir, aber ich werde dir nichts tun, ich tue niemandem etwas. Seit ich lebe – oder eben seit ich nicht mehr lebe, habe ich noch nie einem Menschen geschadet. Ich töte nicht, ich liebe nur."