Verbotene Leidenschaft 12
Für Grissom und Sara hatte sich eine gewisse Routine eingestellt, und wenn es den anderen aufgefallen war, so sagte doch niemand etwas.
Sara war die Neue hier und vielleicht wollte Grissom sie einfach nur unter seine Fittiche nehmen.
Am Abend kamen sie immer zusammen zur Arbeit und am Morgen fuhren sie gemeinsam zum Frühstück.
So auch heute, zumindest war das der Plan.
Als sie an der Rezeption vorbeikamen, hielt Judy Grissom ein paar Notizen entgegen.
„Dr. Grissom, Ihre Frau wartet in Ihrem Büro auf Sie."
Er nahm die Nachricht emotionslos entgegen.
„Danke. Sara, du entschuldigst mich. Ich rufe dich später an."
Er nickte ihr zu und entfernte sich schnell.
„Seine Frau kommt sonst nie hier her. Es muss wohl etwas wichtiges sein."
„Wahrscheinlich. Ich gehe dann mal nach Hause. Bye Judy."
Außerhalb des Gebäudes angekommen, atmete Sara tief durch. Hoffentlich hatte bekam Grissom nicht doch Ärger. Sie hatten sich beide nicht mehr mit der Scheidung befasst, denn Christine hatte ja zugestimmt.
Sie sah sich nach einem Taxi um.
Christine sah sich in Grissoms Büro um. Er hatte einiges aus dem Haus hier aufgestellt.
Durch die offene Tür sah sie seine Kollegen vorbei hassten. Sie hatte sie alle kennen gelernt, aber richtig warm geworden – nein, dazu war sie zu sehr Wissenschaftlerin und die anderen eher der Polizei zugehörig.
Catherine stoppte vor Grissoms Büro als sie Christine sah.
„Hallo. Wir haben uns ja lange nicht gesehen. Wie geht es dir?"
Christine wusste nicht was sie sagen sollte. Wahrscheinlich hatte Grissom nichts von der Scheidung gesagt.
„Hallo. Catherine. Mir geht's gut."
„Hast du Lust auf ein gemeinsames Frühstück? Dann können wir mal wieder richtig quatschen."
Grissom rettete sie vor einer Antwort.
„Vielleicht ein anderes Mal, Cath."
Er nickte Christine zur Begrüßung kurz zu und setzte sich dann an seinen Schreibtisch.
„Na dann, wir sehen uns."
Etwas erstaunt sah Catherine die beiden an. Kein Kuss zur Begrüßung. Alles sehr unpersönlich. Auch früher waren die beiden nicht zärtlich geworden, aber so kühl. Ob die beiden Streit gehabt hatten?
Christine sah Grissom an. Er sah gut aus. Wahrscheinlich ging es ihm auch gut. Sie sollte sich nicht darüber ärgern, oder?
„Gil, du siehst gut aus."
Natürlich mit Sara an seiner Seite ging es ihm gut, aber das konnte er schlecht sagen.
„Ich bin überrascht dich hier zu sehen."
„Ja, tut mir leid. Aber wir müssen noch ein paar Sachen klären und ich war nicht sicher wo du wohnst."
„Im Townhaus."
Das dachte sie sich, aber sie wollte dort nicht auftauchen. Sein Büro war der bessere Ort um alles zu besprechen.
Sie griff nach ihrer Tasche und holte einen Ordner heraus.
„Hier sind die Unterlagen die du unterschreiben musst. Falls du die Scheidung noch immer willst."
Er nickte.
„Gut. Also ich lasse es dir hier. Und dann wollte ich noch wissen wie wir es unseren Freunden und Kollegen sagen. Du hast wohl noch mit niemanden geredet?"
„Ist das nötig? Ich habe auch sonst nie über mein Privatleben geredet."
„Ich bitte dich, Gil. Du hast doch eben Catherine erlebt. Ich lüge nicht. Wenn sie mich das nächste Mal fragt oder mit mir reden will, werde ich ihr die Wahrheit sagen."
Grissom wusste, dass auch er der Wahrheit nicht ausweichen konnte. Aber die Trennung von Christine war die eine Sache. Was würde passieren, wenn sie von Sara erfuhren?
Und er musste auch so bald wie möglich mit ihr sprechen. Vorhin war er so überrascht von Christines Anwesenheit, dass er Sara einfach stehen gelassen hatte. Aber sie würde es sicher verstehen.
„Ich unterschreibe die Papiere und gebe sie den Anwälten."
Christine versuchte es noch ein letztes Mal.
„Bist du dir wirklich sicher? Noch ist es nicht zu spät."
Sara saß in ihrem Apartment und starrte das Telefon an. Und die Uhr und dann wieder das Telefon. Eine Stunde war vergangen und sie wartete sehnsüchtig auf Grissoms Anruf.
Hoffentlich hatte seine Frau ihn nicht zurückhaben wollen. Sie konnte das nur zu gut verstehen. Grissom war einfach ein toller Mann und jede Frau konnte sich glücklich schätzen ihn in ihrer Nähe zu haben. In Moment war sie diese glückliche Frau und wenn es nach ihr ging, sollte das auch so bleiben.
Sie wurde aus ihren Gedanken geschreckt als draußen eine Autotür zugeschlagen wurde. Neugierig stand Sara auf und ging zum Fenster. Das war Grissoms Auto.
Als er sekundenspäter an ihrer Tür ankam, stand Sara schon da und erwartete ihn.
„Wie ist es gelaufen? Wollte sie dich zurück?", fragte Sara gespannt.
„Warum willst du das wissen?", scherzte Grissom.
„Was versteckst du da?"
„Du bist aber neugierig. Bittest du mich herein?"
Sara verdrehte ihre Augen und schubst ihn in die Wohnung.
„Nun red schon, Grissom."
„Was war noch die Frage?"
TBC
