Verbotene Leidenschaft

6 Monate später

Grissom und Sara setzen ihre Affäre, unbemerkt von ihren Kollegen, fort.

Keiner sprach von der Scheidung und so war Grissom überrascht als der den Brief vom Gericht bekam. Christine und er hatte sich zu einer konventionellen Scheidung entschieden, dass hieß niemand musste vor Gericht erscheinen. Es hieß einfach nur abzuwarten. Und nun war diese Wartezeit vorbei und morgen wäre er wieder ein freier Mann.

Grissom griff zum Telefon und wählte die Nummer von Christine.

Sie war auch sofort am Apparat.

„Hallo Gil. Du hast sicher den Brief bekommen?"

„Ja. Habe ich. Wie fühlst du dich?"

Typisch Grissom. Er machte sie doch tatsächlich Gedanken wie es ihr ging.

„Nun ja. Es ist immer schade, wenn ein Lebensabschnitt zu Ende geht. Ich bedaure es Dich als Freund zu verlieren."

„Ja, mir geht es genauso."

Schweigen.

„Gil, denkst du wir könnten wieder Freunde werden? Oder können wir vielleicht mal essen gehen?"

„Ich weiß nicht. Aber Essen gehen ist eine gute Idee. Dann können wir uns darüber unterhalten."

Beide verabredeten sich für den nächsten Abend.

An Sara dachte Grissom in diesem Moment nicht. Das war sein altes Leben, damit wollte er sie nicht belasten.

Xxx

Sie trafen sich in einem teuren Restaurant in einem der neueren Vegas-Hotels.

„Du siehst gut aus", sagte Grissom nach einer Weile.

„Danke. Du auch. Wie geht es dir? Was macht deine Freundin?"

„Direkt wie immer. Es geht ihr gut. Wir sind glücklich."

Sie nickte.

„Das hört sich bestimmt komisch an. Aber ich freue mich für dich."

Sie stockte.

„Gil, warum wissen deine Kollegen nicht Bescheid? Ich treffe mich regelmäßig mit Catherine und sie versucht mich auszuhorchen. Warum haltet ihr die Sache geheim?"

Er sah sie erstaunt an.

„Ich bin verheiratet und habe eine Affäre mit einer jungen Kollegin. Und meine Frau ist befreundet mit einer Kollegin. Ich will Sara das Gerede ersparen. Sie würde sofort Ärger bekommen, weil man sich nicht an mich herantraut. Nein, das war nie eine Option."

„Aber ab morgen bist du frei."

Ja, das war er. Aber er hatte noch nicht darüber nachgedacht wie es die Beziehung zu Sara verändern würde. Sie hatten beide nicht darüber gesprochen.

Christine spürte, dass er nur ungern über dieses Thema sprach.

Trotzdem hakte sie nach.

„Werdet Ihr heiraten?"

„Was ?"

„Hochzeit? Was ist damit?"

Grissom fehlten die Worte.

Er hatte wirklich nicht darüber nachgedacht. Wirklich nicht.

„Nein, ich denke nicht."

„Ich verstehe."

„Christine, wechseln wir doch das Thema."

Sie nickte zustimmend und beide verfielen in ein interessantes Gespräch. Dabei bemerkten sie nicht, dass Nick mit seinen Eltern das Restaurant betreten hatte.

Nick war verwundert die beiden zu sehen, beschloss aber sie allein zu lassen.

Xxx

Am nächsten Morgen holte sich Nick einen Kaffee und setzte sich zu den anderen. Es war noch etwas Zeit. Er sah Catherine an.

„Ich habe gestern Grissom und Christine gesehen. Haben sie sich wieder versöhnt?"

Catherine sah ihn verwundert an.

„Nicht das ich wüsste."

Sara versuchte ihre Überraschung zu verbergen. Warum hatte Gris nichts von dem Essen erzählt? Hatte er etwa Geheimnisse vor ihr?

Sie hörte wie Catherine weiter sprach.

„Ich glaube die Scheidung ist endgültig durch. Vielleicht wollten die beiden darüber reden?"

Sara versuchte die Tasse abzustellen. Ihre Hand zitterte.
Die Scheidung. Vor ein paar Wochen hatte sie ihn das letzte Mal danach gefragt, ohne einen speziellen Grund. Und Grissom hatte gesagt, dass die Sache noch laufen würde.

Aber die „Sache" war nun wohl vorbei und er hatte es nicht für nötig gehalten ihr davon zu erzählen.

Ohne dass es einer bemerkte, verlies sie den Breakroom und ging zu Grissom.

Der saß an seinem Schreibtisch und lächelte als er Sara sah.

„Hallo."

Sie hatten sich erst vor einer Stunde getrennt und er hatte überlegt, ob er von der Scheidung reden sollte. Aber dann hatte sich Sara auf seinen Schoß gesetzt und eins hatte zum anderen geführt. Er ahnte also nichts böses, als sie die Tür schloss.

Dann setzte sie sich in den Sessel und schaute ihn an.

Nach ein paar Sekunden hielt es Grissom nicht mehr aus.

„Was gibt es, Sara?"

„Du bist geschieden."

„Ja."

„Wolltest du es mir sagen?"

„Natürlich. Heute Nachmittag. Aber dann war ich abgelenkt."

Er lächelte sie an, auch in der Hoffnung, dass sie ihm nicht böse sein würde. Aber da hatte er sich getäuscht.

„Grissom, spar dir dein Lächeln. Ich bin sauer. In all den Monaten habe ich dich nie gedrängt, aber ich habe erwartet das du mich über so eine wichtige Sache sofort informierst."

„Du hast Recht. Entschuldige. Aber ich habe den Brief erst vor 2 Tagen bekommen …"

„Vor zwei Tagen?"

Verdammt, er machte es anscheinend nur noch schlimmer.

„Sara, bitte. Können wir später darüber reden? Die Schichte beginnt gleich und die anderen werden sich wundern, wenn wir nicht da sind."

„Du denkst immer nur an die anderen, nie an mich."

„Was? Nein Sara. Das ist doch Unsinn."

Sie stand auf und schob den Stuhl zur Seite.

„Wirklich?"

Sie stand an der Tür und ging hinaus.

„Sara, bitte", rief er hinterher.

Sie blieb kurz stehen und sah auf ihre Uhr.

„Die Schicht hat begonnen. Das Private muss warten."

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