4. Der Auftritt

Die Vorstellung war fast vorbei, ihr Auftritt auch, sie musste jetzt nur noch für ihren Großvater die Assistentin spielen. Ihr Vater war der große Zauberer "Zabini" in diesem Zirkus. Heute würde er mal wieder versuchen, jemanden herzuzaubern.

„Serenety, wo bleibst du denn? Wir müssen gleich auf die Bühne!"

„Ich komme ja schon Großvater, muss nur noch den Gegenstand holen, den du immer für deinen Trick verwendest!" antwortete sie ihrem Großvater. Sie wollte ihn eigentlich nicht holen, sie wollte ihrem Großvater die Schmach ersparen, wenn der Trick wieder einmal nicht funktionierte. Er hatte zwar schon zwei Mal geklappt, aber beim ersten Mal, war ein verrückter Penner erschienen, der meinte, beinahe erschossen worden zu sein und beim zweiten Mal war bloß ein Vogel mit gebrochenem Flügel erschienen.

Sie vermutet, dass ihr Großvater den Penner angeheuert hatte und den Vogel irgendwo gefunden hatte. Die anderen Male war gar nichts geschehen. Er war zwar ein richtiger Zauberer, aber das zaubern an sich hatte er nie richtig beigebracht bekommen.

Sie holte den Gegenstand trotzdem und ging zu ihrem Großvater in die Manege, der auch gerade mit diesem Trick anfangen wollte und erklärte: „ Und jetzt kommen wir zu einem ganz besonderen Trick, wozu ich ihre Hilfe brauche. Ich werde mir gleich einen Freiwilligen aus den Zuschauern aussuchen, der mir dann die erste Stadt die ihm einfällt nennt, dann wird meine hübsche Assistentin mir einen Gegenstand geben, den ich dann irgendwo in diese Stadt hin verschwinden lasse, wo gerade jemand Hilfe benötigt. Besagter Gegenstand wird dann wahrscheinlich nach spätestens 15 Sekunden. Wieder zurückkehren mit dem Menschen, der die Hilfe benötigt. Also, wer will der Freiwillige sein?" Einige Hände gingen in die Höhe.

„Wie wäre es denn mit ihnen, junger Mann? Wie soll der Zielort des Gegenstandes diesmal heißen?" „Ähm.. L-Little Whinging, Sir. "„Little Whinging also? Kein Problem." Er murmelte einige unverständliche Worte, tippte dreimal mit seinem "Zauberstab" auf den Gegenstand und sagte zum Schluss noch „Portas". Der Stein verschwand, aber zurück kam er nicht, nicht nach 10, nicht nach 20 und auch nicht nach 50 sek. Als er auch nach 2 min. nicht zurückkam, wurde die Menge unruhig und fing an zu buhen.

Da endlich kam er zurück und er hatte sogar jemanden dabei.

Es war ein Junge mit mittellangem, strubbeligem, schwarzen Haar und einer Brille.

Harry wusste immer noch nicht, wo er sich befand. Ein Mädchen stand nicht weit von ihm entfernt, sie hatte rot-blondes Haar, war schlank, ungefähr in seinem Alter und trug ein Kostüm, wie er es nur einmal gesehen hatte, als er mit den Dursleys einmal an einem Zirkus vorbeigefahren war, auch sie beobachtet ihn. Er tastete an seinem Rücken nach dem etwas, was ihn getroffen hatte. Er nahm es in die Hand und betrachtete es eingehend. Es war ein glatter, bernsteinfarbener Stein, etwa faustgroß.

Er vermutete, dass es ein Portschlüssel war, wie sonst hätte er hier her, in einen Zirkus kommen können? Er blickte wieder zum Mädchen, sie aber schaute ungläubig auf seinen Zauberstab, dann glitt ihr Blick nach unten und blieb an seinen Schuhen hängen. Er fand sie hatte einen merkwürdigen Gesichtsausdruck angenommen. Er konnte sich nicht vorstellen, warum sie so lange auf seine Schuhe starrte, dann fiel ihm auf, dass auch der Rest der Menge auf seine Schuhe starrte. Sein Blick wanderte nun auch zu seinen Schuhen, blieb aber vorher kurz auf einem älteren Mann in der Mitte der Manege hängen. Er war nicht viel größer als er, hatte langes graues Haar, einen grauen spitz zulaufenden, hüftlangem Bart und einen Zylinder auf dem Kopf. So gesehen ein gewöhnlicher heuchlerischer Zauberer aus dem Zirkus, der so nichts konnte, außer ein paar Muggeltricks, um die Menge bei Laune zu halten, wenn da nicht noch der Zauberstab gewesen wäre. Kein Muggel konnte einen solch detailgetreuen Zauberstab herstellen oder besitzen. Was wohl heißen musste, dass er, genau wie Harry, ein echter Zauberer war. Harry fragte sich, warum ein echter Zauberer sich dann hinter den billigen Tricks der Muggel versteckte (auch wenn diese für ihn auch ziemlich eindrucksvoll waren.)

Plötzlich spürte er ein Zucken an seinem Hosenbein. Er blickte runter und sah... einen Todesser! Er hatte doch gewusst, dass da noch jemand in der Gasse gewesen war. Wahrscheinlich hatte sich der Todesser gerade auf ihn stürzen wollen, als Harry vom Portschlüssel mitgenommen worden war.

Aber das tat jetzt nichts zur Sache, wenn ein Todesser hier war, dann könnte er auch noch andere Todesser rufen und dann hätten all die Menschen in diesem Zelt keine Chance zu überleben. Er wollte schon aus dem Zelt stürmen, damit der Todesser ihm folgte und die anderen in Ruhe ließe, als er einen Ruf hinter sich vernahm. „Keine Bewegung! Sonst muss die Kleine hier dran glauben!"

Noch während er sich umdrehte wusste er, wen der Todesser da als Geisel genommen hatte, es war das Mädchen mit den rot-blonden Haaren.

Während er sich im Zelt orientierte, sah er die Gesichter der Zuschauer. Er hätte gedacht, dass sie angsterfüllt seien, aber nicht ein Funke Angst war zu sehen. Entweder konnten sie ihre Furcht gut verstecken oder sie glaubten vielleicht, dass das alles noch mit zur Show gehörte. Wie man sich doch irren kann...

Als er sich umgedreht hatte, sah er nicht zum Todesser oder zum Mädchen, das etwas entfernt vom Todesser stand, sondern direkt auf den Zauberer, der seinen Zauberstab schon auf den Todesser gerichtet hatte und "Stupor" rief. Harry reagierte blitzschnell und rief "Protego" . Der Schildzauber bildete sich um ihn, er wusste, dass der Fluch nicht für ihn bestimmt war, aber auch Todesser können nun mal ausweichen und nun war er im Schussfeld. Der Fluch prallte von seinem Schutzschild ab und wurde zum Todesser umgelenkt. Zusätzlich warf Harry ihm noch ein "Expelliarmus" hinterher, aber als der "Stupor" ihn vom Fremden Zauberer erwischt hatte, wurde er zur Seite weggerissen, sodass Harrys Fluch wirkungslos an der Zeltwand verpuffte.

„Typisch Junge! Immer kommt er zu spät!" „Ich finde immer noch, dass du nicht hättest kommen sollen, Mad-Eye!" „Meinst du, ich würde ihn gehen lassen, ohne sicher zu gehen, dass er sicher von hier wegkommt?" „Er wollte sich noch bei mir melden, ich hätte dir ja eine Nachricht zugesandt." „Mit einer deiner Katzen, Figgy? Du hast ja keine Eule und einen Patronus kannst du, als Squib, ja auch nicht herauf beschwören, also wie hättest du das anstellen sollen? Ich will es außerdem lieber mit eigenen Augen sehen, als aus zweiter, wenn nicht sogar dritte Hand, zu erfahren, wenn die Eule abgefangen wurde." „Dann hätte ich mir eben seine Eule ausgeliehen! Es ist nicht gerade ein Vertrauensbeweis, ihm aufzulauern." „Wozu will ich sein Vertrauen, wenn ich unterm Imperius stehe, kann ich ihm sonst was antun, ohne, dass er bemerken würde, was los ist!" sagte Moody mit seiner dunklen Stimme. Dann schwiegen sie beide, bis Moody sagte: „Aber langsam könnte er auch mal hier auftauchen!" Er ging wieder zum Fenster und spähte hinaus in die Dunkelheit. Sein magisches Auge huschte in seiner Augenhöhle hin und her und blieb am Haus der Dursleys hängen. Dann sagte er leicht spöttisch; „Man kann den Jugendlichen von heute nicht mehr über den Weg trauen. Da sagt er, er kommt erst zu dir und was ist? Ich wette er sitzt schon im Fuchsbau und lacht sich darüber kaputt, dass wir hier noch auf ihn warten!" „Aber er weiß doch gar nicht, dass du auch hier bist!" „Bei Mollys Plappermaul hat er es bestimmt schon erfahren. Hier wird nichts mehr los sein, ich geh zurück zum Grimmauldplatz, heute soll das neue Oberhaupt ernannt werden und ich will nicht, dass das farbenfrohe Mädel noch Leiterin wird! Dann erfahr ich bestimmt von Arthur, wie sehr sich Potter amüsiert hat."

Mit diesen Worten stand er auf, ging in den Vorgarten und apparierte zum Grimmauldplatz.