Sorry, das Ende ist wirklich doof. Die nächste Geschichte wird besser. Versprochen...
Kapitel 3
Es war genau elf Jahre später, elf Jahre nachdem Jane oder Lisbon oder sonst irgendwer von Red John gehört hat. Nach fünf Jahren ohne irgendein Zeichen ging man davon aus, dass er sich entweder zur Ruhe gesetzt hat oder gestorben war. Jane schloss die Haustüre zu seiner Wohnung auf, ein mittelgroßes Apartment etwa eine halbe Stunde vom CBI Büro entfernt.
„Ich bin zu Hause!", rief er in den Flur hinein.
„Daddy!", hörte er die Stimme seiner kleinen Tochter, die gerade auf ihn zugerannt kam.
„Hey!", sagte er und nahm die kleine Charly auf den Arm. „Wie geht es dir? Wie war die Schule heute?", fragte er.
„Super, wir haben heute unser Diktat zurückbekommen und ich habe 79%!"
„Wow, das ist ja super. Wir sind stolz auf dich", sagte Jane, als er sie ins Wohnzimmer trug, wo seine Ehefrau schon auf ihn wartete.
„Ich hab alles eingekauft", sagte er und stellte die braune Plastiktüte ab, um Lisbon zu küssen.
„Iiihhh", rief das Mädchen und hielt sich die Augen zu, worauf hin Jane und Lisbon loslachten.
„Ich packe die Sachen eben aus", sagte Jane und verschwand in die Küche.
„Ich habe das Essen schon fertig, kannst du eben den Backofen ausschalten?", fragte Lisbon. Sie drehte sich wieder zu ihrer kleinen Tochter, als sie genau in diesem Moment etwas zersplittern hörte.
„Jane? Jane! Ist alles okay?", rief sie ein wenig erschrocken.
„Ja, es ist…alles okay", hörte sie aus der Küche. „Ich geh mal eben nachsehen. Setzt du dich schon mal an den Tisch, mein Schatz?", flüsterte Lisbon ihrer achtjährigen Tochter zu. Sie nickte und Lisbon stand auf und ging hinüber in die Küche, wo sie ein ernst dreinblickender Jane empfing.
„Was ist los?", fragte die Agentin.
Doch Jane zeigte nur auf die Kühlschranktür, die noch halb offen war. Lisbon schritt an ihm vorbei und öffnete sie ganz. Reflexartig stieß sie einen kurzen Schrei aus. „Verdammte Scheiße", fluchte sie.
„Genau mein Gedanke", flüsterte Jane und starrte auf die abgehackte, eingefrorene Hand, die bei ihnen im Kühlschrank lag.
„Irgendeine Idee, wer das getan haben könnte?", fragte Lisbon überrascht und sah, wie ihr Ehemann den Kopf schüttelte, als genau in diesem Moment ihr Handy klingelte.
Jane nahm es ab. „Hey Rigsby, ich wette ihr habt eine Leiche gefunden, bei der die linke Hand fehlt?"
„Ja, woher weißt du das, Jane?", fragte Rigsby überrascht.
„Weil wir sie hier in unserem Kühlschrank gefunden haben."
„Oh."
„Was ist?"
„Das ist nicht gut."
„Ich weiß…"
„Nein, Jane. Das ist überhaupt nicht gut."
„Warum?"
„Weil über der Leiche, der die Hand fehlt, ein blutiger Red John Smiley gemalt ist."
Lisbon konnte förmlich sehen, wie die Farbe aus Janes Gesicht lief. „Was ist los?", fragte sie, als sie Jane das Handy aus der Hand schnappte. Auch ihr Gesicht wurde immer blasser, je mehr sie sich von Rigsby erzählen ließ. „Wir sind sofort auf dem Weg", erklärte sie und gab Jane einen Kuss. „Red John ist tot. Und diesen Jungenstreich werden wir bald aufgeklärt haben."
Zwanzig Minuten später kamen die Beiden am Tatort an. „Hier ist es passiert?", fragte Jane, als sie das riesige Anwesen betraten.
„Ja", sagte Cho knapp, aber Lisbon schaute sich Rigsby noch einmal genauer an. „Sie haben uns noch nicht alles erzählt, habe ich Recht?", fragte sie misstrauisch.
„Naja, das Opfer, ist der Besitzer dieses Anwesens", erklärte Rigsby bedrückt.
„Bitte was?", fragte Lisbon und sah schon Hightower aus dem Gebäude kommen. Nachdem Wainwright gestorben war und der Nachfolgeboss pensioniert wurde, war sie zum CBI zurückgekehrt.
„Ich möchte, dass sie diesen Fall äußerst vorsichtig behandeln, es wird nicht lange dauern, bis es zu den Medien durchgesickert ist", sagte sie zu Lisbon. „Das gilt auch für sie, Mr. Jane." Dieser nickte nur, und sie lief zu den Polizisten, die den Tatort absperrten.
„Na schön, dann zeigen sie uns doch mal die Leiche", sagte Lisbon und die drei Agents und der Berater betraten die Sommerresidenz des Sektenführers Bret Stiles.
Alle vier Agents, Lisbon, Cho und die beiden Rigsbys schauten Jane dabei zu, wie er mehrfach um die Leiche herumlief, sie beschnüffelte, sich das Red John logo anschaute und kein Wort verlor. „Was denken sie?", fragte Grace Rigsby.
Jane blickte auf, offensichtlich aus seinen Gedanken gerissen. „Das ist kein echter Red John Mord", sagte er und studierte den leblosen Körper weiter.
„Was meinen sie?", fragte Cho und verschränkte die Arme.
„Erinnern sie sich an den Fall vor elf Jahren? Das war auch kein Red John Mord gewesen. Das war die gleiche Person wie jetzt auch."
„Bitte was? Das hättest du vor elf Jahren sagen sollen, Jane", sagte seine Ehefrau verwirrt.
„Du nimmst mich nicht ernst, Teresa. Aber schau dir mal diesen Smiley an. Ich dachte, das wäre Zufall oder nicht wichtig gewesen, vor elf Jahren. Aber diesen Smiley hat nicht Red John gezeichnet."
„Und warum nicht?", fragte Rigsby.
„Ganz einfach", sagte Jane. „Red John ist Linkshänder. Alle Smileys wurden jedoch mit der rechten Hand gezeichnet. Aber dieser Smiley und auch die zwei vor elf Jahren wurden von einem Rechtshänder gezeichnet. Aufgrund der Einschusswunde bei dem Mord an dieser Stripperin, hatten wir damals feststellen können, dass die Täterin Rechtshänderin gewesen war. Dies hier ist der nächste Mord von…wie hieß sie noch gleich?"
„Alexandra Riddle", sagte Rigsby, der es eben schnell gegooglet hatte.
„Hm", machte Jane und bewegte sich wieder auf die Leiche zu. „Ist ihnen das hier schon mal aufgefallen?"
„Ja, das sind Blutstropfen, Jane", sagte Lisbon und stöhnte.
„Ja, aber sie sind etwas auffällig, oder? Bluttropfen bilden einen Pfeil? ... Helfen sie mir, die Leiche umzudrehen!"
„Was?", fragte Rigsby erstaunt.
„Na los", erwiderte Jane und gemeinsam drehten sie Bret Stiles' Körper um.
„Na also", sagte Jane und pflückte den mit Tesafilm an den Rücken geklebten Zettel ab. „Red John liegt vor dir, Jane. An wem willst du jetzt deine Rache vornehmen? Vielleicht an der Tochter Red Johns, die gerade deine Tochter tötet?", las Jane vor und erstarrte. Er blickte in die geschockten Gesichter der Runde und war binnen Sekunden aus dem Raum verschwunden. Einen kleinen Moment später stand Hightower in der Tür: „Habe ich was verpasst?", fragte sie.
„Patrick! Warte!", rief Lisbon dann plötzlich und rannte ihren Boss fast um, als sie hinter ihrem Mann auf die Treppe stürmte.
„Oh", machte Grace und wandte sich, wie die anderen beiden Agents, wieder der Leiche zu.
Hightower seufzte. „Er hat den Zettel gefunden, oder?"
Die Agents nickten.
„Zeit, Alexandra anzurufen", sagte sie und nahm ihr Handy heraus.
Kapitel 4
„Warum?", fragte Jane und schaute mit seinem rechten Auge auf die Frau, die gegenüber von ihm saß und mit dem Augapfel spielte, den sie unter viel Aufwand und mit übermäßigen Betäubungsmittel, damit Jane nicht vor Schmerzen ohnmächtig wurde, aus seiner Augenhöhle entfernt hatte.
„Ich führe nur das zu Ende, was mein Vater begonnen hat", sagte sie und warf die weiß-rote Kugel auf den Boden.
„Warum die anderen? Sie alle…", brachte Jane nur unter Mühe hervor.
Alexandra seufzte und zertrat den Augapfel unter ihrem Schuh. Jane sah das Weiße darunter hervor quillen.
„Red John wollte die ganze Zeit mit ihnen spielen. Sie unter Kontrolle halten, ihnen jeglichen Willen rauben und so weiter. Ich muss zugeben, er mag vielleicht ein wenig übertrieben haben, aber es hat Spaß gemacht, ihnen zuzusehen, Mr. Jane."
„Wie…?"
„Oh, ganz einfach. Sie sind in der Psychiatrie gelandet, aber er wollte sie nicht für immer dort behalten. Also schaffte er es mit seinem Einfluss, ein CBI Team zu gründen. Nur Lisbon arbeitete nicht für Red John, aber keine Sorge, Jane, sie ist bereits tot.
Also wurde sie Boss von Grace, Wayne und Kimball, alles drei Schüler vom großen Red John. Sie spielten mit ihnen, bauten Beziehungen zu ihnen auf und so weiter. Schließlich gelang es meinem Vater, Hightower in eine höhere Position zu bringen, sodass sie auch Lisbon befehlen konnte. Und es wurde einfach zu perfekt, als sich zwischen ihnen und Teresa was entwickelte."
„Charly…"
„Deine Charly ist tot. Ich weiß, kein wünschenswertes Ende, aber sie werden bestimmt morgen früh von Polizisten des CBIs gefunden werden, zusammen mit ihrer Frau, ihrem Kind und den vier CBI Agents, die sie verraten haben. Und die einzige, die die Wahrheit kennt, bin ich." Alexandra stand langsam auf und ging um Jane herum.
„Sagen sie Tschüss", flüsterte sie ihm ins Ohr und er spürte einen kalten Gegenstand seinen Nacken durchbohren.
„Aaaaarghhh!", rief er laut und schreckte hoch. Er schaute sich um. Es war dunkel und seine Augen gewöhnten sich langsam an das spärliche Licht. Plötzlich wurde es hell, die Nachttischlampe wurde angemacht.
„Was ist los, Patrick?", fragte Lisbon und schaute zu ihm herüber. Er war schweißgebadet und atmete schnell und heftig.
„Albtraum", erklärte Jane und wurde wieder ruhiger. „Nichts besonderes", sagte er und küsste seine Freundin auf die Lippen. Diese lächelte und legte sich auch wieder hin und schaltete das Licht aus.
