IX.
Javert konnte sich nicht erinnern, jemals so müde und zerschlagen gewesen zu sein. Er wußte, daß es in Montreuil Untergebende gegeben hatte, die bezweifelt hatten, daß er überhaupt schlief. Und solange seine Gefühle keine Rolle in seinem Leben gespielt hatten, war ihm das Gefühl von Erschöpfung unbekannt gewesen. Ein Grund mehr, all das hinter sich zu lassen!
Nur war es nicht ganz so einfach gewesen, wie er sich dies ursprünglich vorgestellt hatte. Er besaß nicht Valjeans unglaubliche Reichtümer, und bei sich hatte er sowieso nur die Dinge, die er am Leibe trug, ein wenig Bargeld aus seiner Geldbörse und seine Uniform. Ein Teil des Bargeldes war schon für die Postkutsche verwendet worden, und die Schiffspassage würde noch teurer werden. Er mußte also zunächst sein Bankguthaben auflösen, bevor er eine Überfahrt buchen konnte. Das alles war aufwendig und in seinem derzeitigen Zustand anstrengend, wo er doch eigentlich nur dorthin zurück wollte, wo sein altes Leben gewesen war, wo er nicht von Gefühlen gequält wurde, die ihm nur Ungemach brachten.
Endlich hatte er nun sein Geld zur Verfügung, also den Teil, der tatsächlich seiner war, denn der Betrag hatte ihn mehr als überrascht. Er wußte zwar, daß Valjean den Betrag aufgestockt hatte, aber nicht, daß er dies mehrere Male getan haben mußte. Aber er wollte Valjeans Geld nicht, er wollte nichts von dem Mann außer dem einen, was dieser jedoch nicht bereit war zu geben.
In diese Gedanken vertieft wollte Javert das Büro einer Schiffahrtslinie betreten, als er in der Tür mit genau der Person zusammenstieß, die das Objekt seiner Gedanken war.
Es war für einen langen Moment, als wäre die Welt auf einmal stehen geblieben. Beide Männer blickten sich an, Valjean voller Erleichterung, Javert beinahe feindselig, beide wortlos.
Wahrscheinlich hätten sie eine ganze Ewigkeit so weiter gestanden und sich angestarrt, wenn nicht Martin beschlossen hätte, daß sie zuviel Aufmerksamkeit auf diese Weise erweckten. „Sie können hier nicht stehen bleiben", flüsterte er.
„Es ist auch nicht meine Absicht, hier stehenzubleiben", erwiderte Javert und versuchte, sich einem Reim darauf zu machen, wer dieser junge Mann überhaupt war. „Ich möchte dort hinein gehen, um eine Schiffspassage zu buchen, kann das aber nicht, weil man mich nicht läßt."
„Ich werde nicht zulassen, daß du dort hineingehst", erwiderte Valjean entschlossen.
„Es gibt andere Schiffahrtsgesellschaften."
„Du wirst keine Passage buchen."
„Du solltest nicht diesen Ton benutzen. Die Zeiten, in denen du mich herumkommandieren konntest, sind mit M. Madeleine untergegangen."
Martin war sich nicht sicher, ob er auch nur die Hälfte von dem verstand, was die beiden älteren Männer sagten, zumal sein Französisch nicht wirklich fließend war, er wußte aber, daß hier offenbar eine Szene drohte, die ganz sicher nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. „Was immer Sie zu besprechen haben, und ich bin sicher, daß das eine Menge ist, sollte vielleicht unter vier Augen fortgesetzt werden", sagte er leise, aber bestimmt. „Sie können einen meiner Gästeräume benutzen, aber lassen Sie uns hier verschwinden."
„Ich habe ihm nichts zu sagen." Javert mußte sich eingestehen, daß sein Tonfall weniger entschlossen als störrisch klang.
„Ich habe dir dafür umso mehr zu sagen", erwiderte Valjean sanft.
Javert biß sich auf die Lippe, um das Gefühl, daß es vielleicht doch noch Hoffnung geben mochte, gar nicht erst aufkommen zu lassen. Dennoch konnte er sich ein knappes Nicken nicht verkneifen.
Zu Martins Erleichterung gaben die beiden älteren Männer nun endlich die Tür frei. Schweigend folgten sie ihm zurück zur „The Lyre", wo er sie in eines der Gästezimmer führte und dort dann alleine ließ.
Javert legte seine Uniform, die er zu einem Bündel zusammengeschnürt hatte, auf den Tisch, lehnte sich an die am weitesten von Valjean entfernte Wand und verschränkte die Arme vor der Brust. Seine gesamte Körperhaltung drückte Ablehnung aus. „Sag, was du zu sagen hast. Ich würde es vorziehen, es so schnell wie möglich hinter mich zu bringen."
„Ich möchte nicht, daß du gehst."
„Ich habe dir die Gründe mitgeteilt."
„Aber du hast mir keine Möglichkeit gegeben, meine Gründe zu nennen, warum du hier bleiben mußt."
Javert gab einen undefinierbaren Laut von sich.
Valjean schien diesen als Zustimmung zu werten. „Du kannst nicht gehen, weil man dich festnehmen wird."
„Wie ich schon sagte, dann ist es eben so."
„Es wird Cosette das Herz brechen, sie vergöttert dich, sie braucht dich."
„Ich würde es begrüßen, wenn du Cosette aus dieser Unterhaltung herauslassen könntest. Dies alles hat überhaupt nichts mit Cosette zu tun."
„Aber Cosette braucht eine Familie."
„Die wird sie zweifellos haben, wenn du und Miss Gardiner euch einig geworden seid."
„Was?" Valjean starrte Javert zuerst verständnislos an. Als ihm klar wurde, was Javert da andeutete, wechselte sein Gesichtsausdruck zunächst zu fassungslos und dann empört. „Du denkst, daß Miss Gardiner und ich…?"
„Sicher, sie wird vermutlich denken, daß du eigentlich unter ihrem Stand bist, aber sie scheint nicht mehr wählerisch sein zu können. Und du bist reich und gibst ihr mit der Schule eine Aufgabe, was kann sie mehr erwarten?"
„Darum geht es? Du bist eifersüchtig? Na, ob dir das Recht dazu noch zusteht…"
„Ich sehe nicht, daß ich dir jemals Anlaß gegeben habe, an meiner Treue zu zweifeln", unterbrach Javert steif.
„Und was ist mit dem jungen Mr. Finch?"
„Das ist nicht dein Ernst." Javert fand es überhaus verstörend, einer Tat beschuldigt zu werden, die er nicht begangen hatte. In seinem ganzen Leben hatte er sich noch nicht verteidigen müssen, und ausgerechnet jetzt sollte er es wegen einer Tat tun, die gar nicht stattgefunden hatte. „Ich habe niemals in meinem Leben irgendeinen anderen Mann in der Weise angesehen, wie ich dich ansehe. Ich habe niemanden jemals so angesehen."
Valjeans Herz setzte einen Schlag aus und begann dann, umso heftiger zu klopfen, als er begriff, daß Javert nicht in der Vergangenheit sprach. „Und Miss Gardiner ist mit Sicherheit nicht diejenige Person, für die ich romantische Gefühle hege", erwiderte er. „Es ist übrigens auch ihr zu verdanken, daß ich hier bin und vor allem, daß ich dich so schnell gefunden habe."
„Muß ich ihr dafür dankbar sein?" Javerts Stimme klang nicht so ätzend, wie er es vielleicht beabsichtigt hatte. Der Umstand, daß Valjean ein Gefühl der Eifersucht verspürt hatte, versetzte ihn selbst in Erleichterung, auch wenn er doch eigentlich wegen seiner eigenen Eifersucht beschämt sein sollte. „Aber es geht hier nicht um Miss Gardiner oder Mr. Finch. Es geht darum, daß ich nicht glaube, daß es wert war, alles, was ich hatte aufzugeben, um hier zu sein, daß ich jedes Mal, wenn ich dich berühre, ein Verbrechen begehe, wenn ich nur dein Mitleid habe."
„Du wiederholst das ständig, aber dadurch wird es nicht wahr."
„Nicht? Was denkst du denn, was ich glauben soll?" Javerts Stimme wurde immer lauter. „Warum sagst du dann nicht einfach etwas, daß mich vom Gegenteil überzeugt."
„Du willst es hören?" Auch Valjeans Stimme wurde deutlich lauter. „Du willst es wirklich hören? Fein. Ich liebe dich." Diese letzten drei Worte wurden mit soviel Wut herausgeschleudert, daß dieser erste Satz der Liebe klang, als sei etwas mitten im Raum explodiert.
„Du liebst mich?" Javert schrie noch immer beinahe. „Fein."
„Fein." Fast eine Minute lang starrten sie sich fast feindselig an.
Überraschenderweise war es Javert, der als erster die Augen abwendete. „Wieso hast du es nie vorher gesagt?"
„Weil ich es nicht als erster sagen konnte." Valjean fühlte sich plötzlich erschöpft und ausgelaugt. „Ich habe gedacht, du bist geblieben, weil du keine andere Wahl hattest, nachdem du mich freigelassen hast. Und wenn ich es gesagt hätte, wärst du in der Situation gewesen, darauf zu antworten. Und du hättest die Wahl gehabt, entweder zu lügen, was du nicht tust, oder mir zu sagen, daß du nur aus Verpflichtung hier bist und weil du nicht weißt, wohin du gehen sollst. Das hätte mir das Herz gebrochen, das hätte ich nicht ertragen."
„Es hätte die dritte Möglichkeit gegeben, daß ich die Wahrheit gesagt und die Gefühle erwidert hätte."
„Aber das hast du bis jetzt nicht getan."
Javert öffnete den Mund, er wollte widersprechen und stellte fest, daß er das nicht konnte. Er hatte viel darüber gesprochen, was er empfand, aber die Worte selbst hatte er nicht benutzt. Er hatte viel zu viel Angst gehabt, Mitleid in den Augen Valjeans zu lesen; aber es würde kein Mitleid sein, was zu sehen sein würde, wenn er es jetzt sagte. „Als ich dich nach unserer ersten Begegnung in Montreuil in meinem Bett zurückließ, wußte ich, daß passiert war, was nicht hätte passieren dürfen, und daß es nur passiert ist, weil ich dich liebe. Ich habe dich deswegen gehen lassen und bin deswegen auf dieses Schiff gegangen; ich habe immer gehofft, daß wir es schaffen können zusammen." Javert schluckte. Er würde jetzt nicht anfangen zu weinen; niemand hatte ihn weinen sehen, seit er sechs Jahre alt gewesen war. „Können wir das noch?"
„Ich bin hier, oder?" Valjean schaffte es, ihm ein schwaches Lächeln zu schenken. „Und wir haben geklärt, daß du nicht aus Dankbarkeit bei mir bist und ich nicht aus Mitleid mit dir lebe. Vielleicht müssen wir mehr darüber sprechen, was uns bewegt."
„Reden? Das war bisher nicht gerade unsere starke Seite." Javert lächelte jetzt ebenfalls, auch wenn das Lächeln etwas unsicher war.
„Nein." Valjean schüttelte den Kopf. „Was möchtest du jetzt tun?"
„Ist das der Beginn von ‚miteinander reden'?"
„Warum nicht?"
„Wenn ich ganz ehrlich bin, möchte ich mich einfach auf dieses Bett leben und schlafen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so müde gewesen zu sein." Die Anspannung war verschwunden, die Javert die letzten emotional und körperlich anstrengenden Stunden aufrecht gehalten hatte. Er hatte seit anderthalb Tagen nicht mehr geschlafen.
„Ich verstehe." Valjean nickte. Er hatte irgendwie erwartet, daß sie einander in die Arme fallen würden.
„Und ich fände es schön, wenn du da wärst, wenn ich aufwache", fügte Javert hinzu.
„Ich habe nicht vor fortzugehen", entgegnete Valjean. „Tatsächlich, wenn du nichts dagegen hast, würde ich mich gerne zu dir legen. Nur schlafen, nichts anderes", beeilte er sich zu sagen.
„Das wäre noch besser."
Zögernd und sehr langsam entledigten sich beide ihrer Schuhe und Röcke. Jeder beobachtete, ob der andere weitere Kleidungsstücke ausziehen würde. Schließlich standen sie beide sie beide nur noch in Hemd und Hose da und streckten sich auf dem Bett aus; keiner machte sich die Mühe, unter die Decke zu kriechen.
Kurz bevor sie fast gleichzeitig einschliefen, griff Valjean nach Javerts Hand und hielt sie fest. Javert erwiderte den Druck der Hand.
XXX
Es war früher Nachmittag, als Valjean erwachte. Er war erleichtert, daß Javert nicht die vergangenen Stunden genutzt hatte, um heimlich zu verschwinden. Valjean hätte dies durchaus für möglich gehalten, wenn was war, wenn Javert jetzt zu der Überzeugung kam, daß es doch zu spät sein könnte?
Doch er lag dort, schlief noch und wirkte zum ersten Mal, seit sie sich begegnet waren, vollkommen entspannt. Eine seiner Haarsträhnen hatte sich aus dem Zopf gelöst und hing ihm über das Gesicht.
Valjeans Ziel war eigentlich nicht, Javert zu wecken, er wollte nur dessen Gesicht in Ruhe betrachten, und dabei störte die Strähne. Er streckte seine Hand aus und wollte die Strähne beiseite schieben. Javerts freie Hand schoß vor, packte Valjeans Hand und hielt sie fest.
„Ich warne dich, fange hier nichts an, was du nicht zuende bringen willst", sagte er, ohne die Augen zu öffnen. Stattdessen zog er Valjean über sich.
„Ich bringe alles zuende, was ich anfange, es sei denn, ich werde von der Polizei daran gehindert." Valjean hatte nicht geplant, in diesem Bett mehr zu tun als zu schlafen, doch es war zu verlockend, einfach den Kopf ein wenig zu bewegen und seine Lippen auf die von Javert zu pressen.
Javert ließ es geschehen, erwiderte diesen sanften Kuß und sagte dann, als er wieder in der Lage war zu sprechen: „Was mich neben allem anderen fürchterlich verunsichert hat, ist das hier."
„Ich verstehe, daß das alles neu für dich war und…"
„Das meine ich nicht." Javert hatte erhebliche Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden, und die Lage von Valjeans Körper halb über ihm machte das Finden von Worten nicht gerade einfacher. „Das war verwirrend zu Beginn, aber das war nach einer Weile vorbei. Nein, ich meine, ich hatte immer das Gefühl, daß du diese Dinge tust, um mir einen Gefallen zu tun. Du hast mir deinen Körper praktisch zur Verfügung gestellt, aber niemals versucht…"
„Ach so", murmelte Valjean und errötete ein wenig. „Ich hatte nicht erwartet, daß du dir darüber Gedanken machst. Es ist nämlich keineswegs ein Opfer, was du anzunehmen scheinst. Ich habe am Anfang dich auf diese Art geleitet, weil es leichter für mich war. Es hätte in Toulon niemanden gegeben, der zugelassen hätte, daß ich das anders tue. Es hat dort etwas mit Macht zu tun. Also hatte ich es dort nie entsprechend getan, und so war es leichter, dir zu zeigen, wo ich mich sicher fühlte und wußte, was ich tat. Und ich habe auch nicht wirklich geglaubt, daß du es zulassen würdest."
„Aber du sagst, es wäre kein Opfer."
„Ganz und gar nicht."
„Dann zeige es mir."
„Bist du sicher?"
„Ja, gibt mir diese letzte Sicherheit, die ich brauche."
Valjean nickte und küßte Javert kurz. Er fühlte sich aufgeregt und versuchte gleichzeitig, sich zu konzentrieren. Er knöpfte Javerts Hemd auf, bedeckte dessen Brust mit kleinen Küssen und wandte sich dann den Hosen zu. Als Javert endlich vollständig entkleidet war, erhob Valjean sich vom Bett und sah sich suchend im Zimmer um.
Martin führte ein Gasthaus, in dem hauptsächlich Männer abstiegen, die das Land verlassen wollten, weil sie andere Männer liebten. In der kleinen Kommode neben dem Bett fand Valjean, wonach er gesucht hatte. Er kehrte mit dem Fläschchen zurück zum Bett und entledigte sich ebenfalls seiner Kleidung.
Dann kniete er sich neben Javert auf das Bett und ließ seine Hände und Lippen wandern. Erst als Javert ein leises Stöhnen von sich gab, erlaubte Valjean seine Finger in intimere Gegenden vorzudringen. Mit den Zähnen entkorkte er das Fläschchen und begann, die Flüssigkeit zu verteilen.
Er blickte Javert direkt in die Augen, fragte stumm um Erlaubnis. Javert nickte, auch wenn er ein wenig nervös wirkte.
Auch Valjean war nervös. Er hatte sich noch nie auch nur vorgestellt, wie es sein würde, weil es immer vollkommen unrealistisch gewesen war, doch jetzt geschah es tatsächlich.
Es war schmerzhaft zu Beginn, und erst als Valjean sich ganz zurückzog und dann erneut eindrang, wurde der Schmerz schließlich von etwas anderem ersetzt. Javerts Überraschung war so deutlich auf seinem Gesicht abzulesen, daß Valjean unwillkürlich auflachte.
Die Vibrationen, die dies durch Javerts Körper jagte, ließen ihn jegliche Kontrolle verlieren. Er klammerte sich an Valjean fest, kam jedem von dessen Stößen entgegen und explodierte förmlich, als Valjeans Hand ihren Weg zwischen ihren Körpern fand.
Valjean nahm dies zum Zeichen, auch seine Zurückhaltung aufzugeben und folgte mit einem langgezogenen „Ich liebe dich." auf den Lippen.
Es dauert fast fünf Minuten, bis Valjean sich in der Lage sah, sein Gewicht zu verlagern und weitere fünf Minuten, bevor er sich bereit fühlte, etwas zu sagen. „Wenn du noch immer zurück nach Frankreich willst, schlage ich vor, daß wir Cosette holen und dann reisen."
„Sie werden dich verhaften und mich vermutlich auch", sagte Javert.
„Das kann uns hier auch passieren." Valjean stützte den Kopf auf eine Hand. „Und ich muß dir leider sagen, daß ich die Vorstellung nicht besonders verlockend finde, dich hier in meiner Nähe zu haben, aber nicht zu berühren, um zu vermeiden, daß du ein Verbrechen begehst."
„Die Wahl besteht zwischen einer fast sicheren Verhaftung in Frankreich und einer möglichen hier. Keine so schwierige Wahl, oder?"
Valjean gab keine Antwort. Wenn sich Javert fürs Bleiben entschloß, war das dann gerade das letzte Mal gewesen, daß sie zusammen waren?
„Ich bin in den letzten Minuten zu der Überzeugung gekommen, daß es Gesetze gibt, die wenig sinnvoll sind." Javert mußte selbst feststellen, was für einen weiten Weg er zurückgelegt hatte, daß er tatsächlich ein Gesetz in Frage stellte. „Wenn es denn wirklich ein Verbrechen sein sollte", er hatte tatsächlich noch die Energie, Valjean an sich zu ziehen und zu küssen, „dann kann ich es gar nicht erwarten, dieses Verbrechen erneut zu begehen."
