A/N: Und bitte keine Diskriminierungen gegen hellblaue Augen xD Ich hab die auch und bin nicht so ein Ärschlein :'D
Und ob ihr mir das glaubt oder nicht, aus der Sicht des lieben Midorin zu schreiben ist echt ne Herausforderung, weil der so ein sturer Bock ist xDD
Das Chap ist übrigens wieder von mir :D
Ich bin mal gespannt, ob man Animeliker und mich vom Schreibstil her unterscheiden kann :OO
Midorima's POV.:
"Du bist Midorima Shintarou, richtig?"
Ich musterte die Person vor mir. Eisblaue Augen, die auf eine verwirrende Art und Weise böse wirkten und grau-violette Haare. Ein paar Strähnen hingen ihm lose in der Stirn. Shikaru Hiruko. Ganz sicher. Er gehörte zu den Menschen, die selbst ein Murasakibara Atsushi sich sicherheitshalber merken würde. Ihn umgab etwas Unangenehmes. Wie eine tiefschwarze Aura, die allen um ihn herum mitteilte, sich nicht bis auf mehr als zehn Meter Sicherheitsabstand zu nähern, es sei denn, er sprach von selbst Jemanden an.
Und genau das hatte er jetzt getan.
Nicht, dass ich mich wirklich darum kümmern würde. In der Regel, war diese Art von Mensch mir egal. Ich sprach sie an, wenn es unbedingt erforderlich war, ob sie nun wollten oder nicht.
Aber auch, wenn ich es niemals zugeben würde, besaß dieser Kerl etwas Unheimliches. Es reichte nicht, um mich wirklich zu verscheuchen, aber es war definitiv genug für mich gewesen, um es mir zu merken.
Ich schob, innerlich seufzend, meine Brille hoch. "Ja, richtig. Und?"
"Woah, nicht so abweisend! Schließlich hab ich dir nichts getan", Shikaru strahlte über das ganze Gesicht bevor er in einem tückischen Tonfall fortfuhr: "Indirekt. Noch nicht."
Ich sah den Anderen für eine Weile ungläubig an, bevor ich Anstalten machte, ihn an Ort und Stelle stehen zu lassen, und einfach nach Hause zu gehen. Es war ein Fehler gewesen, mich nicht von Takao mitnehmen zu lassen. In vielerlei Hinsicht. Das wurde mir allmählich bewusst.
Der Junge mit den violetten Haaren stellte sich mir augenblicklich wieder in den Weg und dachte offenbar gar nicht daran, mich gehen zu lassen. "Nicht so schnell!"
Sein Äußeres mochte zwar nicht besonders gefährlich wirken, aber vermutlich machte sein Tonfall dies wett. Vielleicht hatte ihn gerade das, zum Captain gemacht. Ich sah zwar keinen eindeutigen Grund darin, auf seine lächerlichen Spielchen einzugehen, aber es war höchstwahrscheinlich besser für mich, wenn ich ihm vorerst die Aufmerksamkeit zollte, die er verlangte. Ich war nicht unbedingt schwach, und mehr als fähig mich zu verteidigen, sollte es soweit kommen, aber ich hatte noch nie wirklich meine Fäuste sprechen lassen. Bisher hatte ich immer nur diskutiert. Jetzt allerdings ahnte ich, dass es diesmal anders ablaufen könnte, wenn ich mich falsch verhielt. Dieser Shikaru schien diese Art von Ärger außerdem magisch anzuziehen. Zumindest hieß er ihn willkommen…
"Und warum?", schnaubte ich also.
Der Blauäugige grinste. Schmierig. Vielleicht bösartig. "Wir sehen vielleicht nicht danach aus - keiner von uns - aber ich wette mit dir, jeder Einzelne kennt Mittel und Wege um dich zu überreden hierzubleiben, wenn es denn nötig ist."
Ich würde es zwar niemals offen zugeben können, aber ich ahnte Böses, aufgrund seiner offenen Drohung.
Für gewöhnlich hieß es zumindest nichts Gutes, wenn ein Spieler den Anderen abfing, um ihm Dinge zu sagen, wie Shikaru es in diesem Moment mit mir tat. Er hatte offensichtlich vor, mir zu drohen.
"Deine Teammitglieder der Masaru Gakuen?", dachte ich laut.
Warum erzählte er mir das?
Mein anfänglicher Eindruck von Shikaru Hiruko, hatte sich nur noch verschlechtert. Der Basketballspieler mit den violetten Haaren war in meinen Augen nicht mehr gewesen, als jemand, der jede erdenkliche Regel brechen würde, um an sein Ziel zu kommen. Wenn es ihm denn möglich war. Ein machthungriger, tyrannischer Mensch. Eigentlich, war er zu bemitleiden.
Aber jetzt sah ich, was wirklich Sache war. Er war ein Intrigant. Ein tyrannischer, machthungriger und vor allem, rachsüchiger Intrigant, dessen Worte sich verdächtig nach etwas anhörten, dass mir ganz und gar nicht gefallen würde.
Shikaru nickte vielsagend, während sich mir die Frage aufdrängte, ob das hier möglichweise ein Überfall sein sollte.
Vielleicht sprach er von seinen Teammitgliedern, weil sie sich gerade irgendwo versteckt hielten und auf ihren Einsatz warteten. Aber was sollten sie von mir wollen? Und viel wichtiger, welchen Sinn machte es, mich nach einem verlorenen Spiel zu überfallen? Etwas Anderes musste dahinter stecken.
"Weißt du, meine Teamkollegen waren ein wenig sauer, angesichts unserer Niederlage…", verriet der Blauäugige, während er damit begann, um mich herum zu schleichen.
Ich unterdrückte das Verlangen ihm permanent mit meinem Blick zu folgen und konzentrierte mich auf unser Schultor, dass vor mir lag aber gleichzeitig in weite Ferne gerückt war. Zu wissen, dass er mich zugegebenermaßen nervös machte, dass würde ich ihm nicht gönnen. Ich würde mich ruhig verhalten und ihn ignorieren. Dann würde er von ganz allein das Interesse verlieren und gehen.
Erneut adjustierte ich meine Brille.
Shikaru hielt inne, blinzelte und grinste mich an. "Du bist nervös!"
"Wie kommst du darauf?", machte ich den Versuch es abzustreiten.
"Es ist ein Anzeichen von Nervosität, wenn man sich ständig im Gesicht herum fummelt. Da kannst du noch so sehr den Kaltherzigen Klotz nach Außen kehren, deine Körpersprache wird dich immer verraten", er wedelte mit der Hand gelangweilt in der Luft herum. "Außerdem ist es ausnahmslos immer eine schlechte Idee, jemanden zu sehr zu bedrohen, den man erpressen will. Dafür müssen Familie und Freunde herhalten."
"Du willst mich erpressen?", wiederholte ich zweifelnd und zog die Stirn in Falten. Das war einfach nur unsinnig. "Und weswegen?"
"Vor allem, mit was…", fügte ich in Gedanken hinzu. Das musste dieser Kerl nicht unbedingt hören.
Seine Augen funkelten gefährlich. "Mach dir um das Weswegen mal keine Sorgen und überlass das mir. Und jetzt, stell dir bitte jemanden vor. Jemandem, in einem Versteck. Gefesselt und geknebelt. Vielleicht am Verhungern, auf jeden Fall wurde die Scheiße aus ihm heraus geprügelt. Bist du soweit?"
Ich erwiderte nichts und sah ihn einfach nur wachsam an.
"Dann stell dir jetzt vor, der gefesselte Typ auf dem Stuhl hat schwarze Haare, blaue Augen, steckt in der Shutoku-Uniform und besitzt das Hawk-Eye. Ist ein wenig kleiner als du. Weißt du schon, wen ich meine? Er hat immer so ein… dümmliches Grinsen im Gesicht, wenn er dir am Rockzipfel hängt. Was denkst du, wie lange wir brauchen werden, bis wir ihm dieses Grinsen für immer ausgetrieben haben?"
Ich konnte gerade so verhindern, gegen meinen Willen erstickt aufzukeuchen. Ich konnte nur hoffen, dass meine Anspannung nicht förmlich greifbar war. Jetzt galt es mehr denn je, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Es war unwahrscheinlich, dass er es ernst meinte. Zumindest, würde er seine Drohung ganz bestimmt nicht wahr machen. Wie stellte er sich das auch vor? Takao war rein rechtlich gesehen, immer noch ein halber Minderjähriger. Die Polizei würde nach ihm suchen. Mal ganz abgesehen davon, dass dieser Idiot selten von meiner Seite wich. Es war ohnehin schon ein Wunder, dass er nachts nicht in mein Zimmer einbrach, und sich in mein Bett legte…
Nun, er war immer an meiner Seite. Bis auf jetzt. Mich beschlich ein ein wirklich schlechtes Gefühl.
"Jetzt beruhige dich, Shintarou. Es geht Takao gut. Es gibt an dieser Schule keinen einzigen Hintereingang. Wenn jemand da rein will, um ihn tatsächlich zu entführen, muss er an euch beiden vorbei. Dieser Vollidiot Takao sitzt wahrscheinlich gerade in diesem Moment noch immer oben im Klassenzimmer und kämpft mit den Kabeln des Fernsehers."
Nachdem mich eine Innere Stimme zur Ruhe gezwungen hatte, ging es mir geringfügig besser. Weit genug, um mich innerlich selbst als Idioten zu bezeichnen. Wieso fiel ich darauf hinein? Natürlich würde niemand Takao etwas antun! Das einzige Ziel dieses Shikaru's war es, mich soweit unter Druck zu setzen, bis ich ihm nachgab. Er spielte nur seine Spielchen. Bluffte. Und wenn ich der ganzen Sache keine größere Bedeutung zugestand, würde auch nichts schief gehen.
"Ich glaube dir kein Wort."
Ich konnte das kleine, schmale Schmunzeln kurz über meine Lippen zucken spüren, dann verschwand es schnell wieder. Mein Gegenüber litt einfach nur an gekränktem Stolz und wollte sich aus diesem Grund an mir rächen. Mir Angst machen. Das würde ich allerdings nicht zulassen. Ich würde es nicht mal zur Kenntnis nehmen.
"Wie bitte?!", fragte Shikaru gefährlich leise.
Fast wären in mir erneut Zweifel aufgekommen. Aber nur fast. Er hatte noch nicht aufgegeben und versuchte noch immer, mit meinem Verstand zu spielen.
"Du hast mich verstanden."
Der Blauäugige atmete theatralisch aus. "Gut, wie du meinst. Aber beschwer dich nicht. Ich habe dich soeben gewarnt!", als wäre er die Unschuld in Person, hob er vermeintlich entschuldigend die Hände, bevor er schnell über meine Schulter linste und mir als Zeichen des Abschieds, auf eben diese klopfte. "Aber gut. Für's Erste hast du gewonnen. Wir sehen uns ganz sicher wieder." Er setzte ein scheinheiliges Lächeln auf, ehe er es wieder dahin zwang, wo es herausgesprungen war, drehte sich um und verließ das Schulgelände. Eine Hand lässig in die Hosentasche geschoben, verschwand seine Gestalt um die nächste Ecke.
"Also, Shin-chan! Du musst dich doch nicht aufführen als hättest du deine Tage, nur um ausgerechnet mir zu verschweigen, dass du ein Date hast. Ich hätte dich schon nicht verraten, keine Sorge!", ertönte mit einem mal, eine mir gut bekannte, laute Stimme hinter mir, die mich fast aus der Haut fahren ließ.
"Schleich dich gefälligst nie wieder so an. Und ich hatte kein Date!", fügte ich hinzu, während ich zu dem Schwarzhaarigen herum fuhr. Shikaru und ich. Das wäre ja noch schöner…
Takao blinzelte mich nur überrascht an, bevor seine Mundwinkel sich wie üblich wieder nach oben zogen. "Das konnte man wohl kaum Anschleichen nennen. Vollkommen egal. Willst du doch gefahren werden, oder warum stehst du hier herum?"
"Bakao!", fauchte ich, während ich meine Brille zurecht rückte. "Oha Asa hat mich gewarnt, ich solle auf keinen Fall einen Schritt nach draußen wagen, ohne mein Lucky Item in der rechten Hand zu halten.", log ich. Wie viel Zeit war überhaupt vergangen, seit Shikaru mich abgefangen hatte?
Takao's Blick wanderte zu meiner Rechten Hand und mit einem wissenden Lächeln wieder zurück zu mir. "Shin-chan", summte er.
"Was?"
"Du hältst es in der Hand."
Ich unterdrückte krampfhaft den Drang, vor Scham irgendeine Ausrede vor mich hin zu stottern, und rückte meine Brille zurecht. "Ja, jetzt hab ich es ja auch gefunden.", wie um die Richtigkeit meiner Aussage zu bestätigen, ließ ich die kleine Quitsche Ente - mein heutiger Glücksbringer - einmal erklingen.
Takao lachte. Irgendetwas stimmte mit mir nicht. Dieses seltsame Gefühl regte sich erneut. "In diesem Falle, gehe ich davon aus, dass ich dich wirklich nicht fahren muss!"
~*~ Später in der Zukunft, nach Takao's Entführung: ~*~
Ich sah zum wiederholtem Male auf die Uhr. Wenn ich behauptet hätte, ich wäre ein wenig ungeduldig und sauer, wäre das eine riesige Untertreibung gewesen. Takao war nun schon seit mehr als zwanzig Minuten überfällig, und wenn ich jetzt nicht zur Schule laufen würde, würde ich definitiv zu spät kommen.
Das war noch nie passiert. Takao mochte ein tollpatschiger Vollidiot sein, zumindest von Zeit zu Zeit, aber das, war noch nie vorgekommen. Und ich hoffte wirklich für ihn, dass er einen triftigen Grund hatte, mich zu versetzen. Allein um ihn zur Rede zu stellen, beschloss ich, ausnahmsweise bei ihm zu klingeln. Immerhin lag sein Zuhause auf meinem Weg zur Schule. Wenn man so darüber nachdachte, war es für Takao ungewöhnlich soweit rauszufahren, um mich abzuholen.
Ich stieg die kleine Treppe vor der Haustür hinauf und drückte gefährlich geduldig auf den Klingelknopf. Zumindest, musste ich nicht lange warten. Ein paar Sekunden darauf, ertönten patschende Schritte auf dem Boden, die zwar nicht zu Takao gehörten, aber wenigstens öffnete mir jemand die Tür. Als eben diese aufgerissen wurde, sah ich automatisch nach unten und erblickte ein kleines Mädchen mit längeren schwarzen Haaren, die in zwei Zöpfe geflochten waren. Ihre großen Augen - die denen ihres Bruders selbstverständlich sehr ähnlich waren - sahen mich fast schon nachdenklich an.
Ich wollte gerade zum Reden ansetzen, als das Mädchen schweigend kehrt machte, zurück ins Haus rannte und mich irritiert vor einer offenen Haustür stehen ließ.
Wenig später erklangen wieder leise Schritte. Erneut Andere. Es war Takao's Mutter, die nun anstelle ihrer Tochter an die Tür trat. Entgegen meinen Willen, erlebte ich einen kleinen Schreckmoment. Sie sah nicht gut aus. Sie schien müde. Und ihre Augen waren verquollen. In ihren Händen hielt sie etwas verkrampft, dass wohl mal ein Taschentuch gewesen war.
Trotzdem versuchte sie, sich nichts anmerken zu lassen. "Shintarou, dich habe ich schon ewig nicht mehr hier gesehen. Kann ich dir helfen?", sie versuchte es mit einem Lächeln, scheiterte aber kläglich.
Das ungute Gefühl in meiner Brust meldete sich wieder - diesmal bedenklicher denn je. Mein Brustkorb zog sich unangenehm zusammen, als würde ich bereits etwas ahnen. Es war komplett unmöglich. Oha Asa hatte nichts verlauten lassen, dass auf eine unglückliche Situation wie diese hatte schließen lassen.
Darum nickte ich nur. "Das können Sie. Wo ist Takao? Wir kommen zu spät."
Mit einem Mal veränderte sich ihr Gesichtsausdruck. Das klägliche Lächeln verschwand spurlos, aber ließ pures Entsetzen in ihren Augen zurück. Für einen Moment sah es so aus, als drohte sie wieder, in Tränen auszubrechen. "Du weißt es noch nicht?", stellte sie überrascht fest.
"Was weiß ich nicht?", stellte ich die irritierte Gegenfrage.
"Kazunari ist verschwunden. Er ist nicht hier, Shintarou."
