A/N: Zuerst mal, kommt das Kapitel natürlich etwas spät, aber irgendwie ist das in Letzter Zeit häufig so, dass ich abends besser arbeite und mich am Mittag irgendwie nicht so dazu aufraffen kann...
Desweiteren weiß ich übrigens nicht, ob die in Japan Schülerausweise haben aber weil ich stark davon ausgehe, und es gerade gut gepasst hat, ist es jetzt einfach mal für dieses Kapitel so x'D
Ich ließ meine Sporttasche ungeachtet in eine Ecke meines Zimmers fallen, als ich zur Tür herein kam. Das hatte ich noch nie getan. Andererseits war auch noch nie jemand auf die Idee gekommen, Takao zu entführen. Ich verdiente mildernde Umstände, zumal ich andere Dinge im Kopf hatte, um die ich mich sorgen sollte. Mein Lucky Item - einen Ziegel - trug ich ohnehin immer bei mir, also würde es mir auch nicht wehtun, wenn die Tasche ein einziges Mal da blieb, wo ich sie losgeworden war.
Ich ging unschlüssig in mein Zimmer und ließ mich auf mein Bett sinken. Diese Situation war neu für mich.
Außerdem, schien sich ein schlechtes Gewissen in mir breit zu machen, weil ich mich auf den Weg gemacht hatte, um meinen Ziegel zu besorgen, anstatt auf direktem Wege zurück nach Hause zu gehen. Aber Takao war dafür verantwortlich gewesen, dass heutige Lucky Item zu bekommen. Der war allerdings nicht mehr da... Und es schien, als bräuchte ich eine anständigere Menge Glück, um noch mehr Unglück von mir fern zu halten. Also war es für den Moment das Klügste gewesen, mir den größten Ziegelstein zu beschaffen, den ich finden konnte. Erst als ich das größte - und auch das schwerste - Exemplar in meinen Händen gehalten hatte, war ich einigermaßen beruhigt gewesen. Es war nur bedauerlich, dass es Takao nicht zurück bringen würde. Das musste eine Person selbst in die Hand nehmen. Und da ich nun mehr als genügend Glück an meiner Seite hatte, war ich zuversichtlich, dass ich diese Person sein konnte.
Das war das Mindeste, dass ich tun konnte, nachdem ich eine derart offensichtliche Drohung seitens dieses Shikaru's in den Wind geschlagen hatte. Ich hatte mich allein an diesem Morgen, bereits mehrfach gefragt, warum ich ihn nicht ernst genommen hatte. Inzwischen war es zu spät. Dieser Irre hatte seine Drohung wahr gemacht. Wieso hatte ich ihm nicht einfach geglaubt? War es, weil es so zweifelhaft und unmöglich geklungen hatte? Nein. Ich musste mir eingestehen, dass ich ihm irgendwo tief in mir drin, Glauben geschenkt hatte. Ich hatte es sogar gefürchtet. Das war der Grund gewesen, weswegen ich abweisender auf Takao reagiert hatte, als ich es sowieso schon tat.
Während ich nachdenklich auf meinem Bett saß, und an dem Ziegel fest hielt, fasste ich einen Entschluss. Ich würde am heutigen Tage nicht zur Schule gehen. Meine Eltern waren für eine Woche geschäftlich verreist, also würde es nicht weiter auffallen. Auch, wenn meine Eltern es unglaublicherweise weniger streng gesehen hätten, als ich es tat. Natürlich war Bildung essenziell und unverzichtbar, aber in meinem ganzen Leben, hatte ich diesen einen, wirklich großen Fehler begangen. Und Takao war der Leidtragende. Ich sprach nicht von einmal Nachsitzen auf meine Kosten, ich sprach von einer Entführung. Abgesehen davon, dass ich zu meinen Fehlern - wenn ich denn welche beging - stand, und ihn nicht an meiner Stelle in die Bredouille brachte.
Trotzdem hatte ich noch nie geschwänzt und mir war bewusst, dass es das für mich schwerer machte, eine glaubhafte Lüge zu erzählen.
Gerade, als ich zum Telefonhörer greifen wollte, klingelte mein Handy. Ich runzelte die Stirn. Wenn das nicht die Schule war, die mich bereits prüfend anrief, wusste ich nicht, wer das dort am anderen Ende der Leitung sein sollte. Bei einem Blick auf das Display setzte mein Herz vor Schreck insgeheim fast aus. Takao. Es war definitiv seine Nummer. War der Idiot am Ende gar nicht entführt worden, sondern hatte nur etwas angestellt, und war nicht nach hause gekommen? Sollte es so gewesen sein, würde ich nie wieder auch nur ein Wort mit ihm wechseln. Ich wusste schließlich nicht genau, was ihn dazu bewegte, mir seit unserer Einschulung auf Schritt und Tritt zu folgen.
Ich war argwöhnisch, aber trotzdem wollte der leichte Anflug von Sorge nicht aus meiner Stimme entweichen, als ich den Anruf annahm. "Takao?"
"Shin…-chan… Hohl mich hier raus… bitte", hauchte eine kraftlose Stimme in mein Ohr, die zweifellos zu Takao gehörte und mir einen unangenehmen Schauer über den Rücken jagte. Es knisterte kurz in der Leitung, bevor jemand Anderes sich zu Wort meldete: "Hörst du das? Deinem Freund scheint es sehr schlecht zu gehen. Ich würde vorschlagen, du hohlst dir schleunigst die Genehmigung für das Wiederholungsspiel, sonst kann ich für nichts mehr garantieren!" Ein Klicken in der Leitung folgte, und dann das Besetzt-Zeichen.
Ich ließ das Handy verwirrt und langsam sinken, und legte auf.
Takao war wirklich entführt worden. Und es ging ihm schlecht. Dem Klang seiner Stimme nach zu urteilen, sogar sehr schlecht. Und im Grunde war ich dafür verantwortlich. Ich starrte für eine Zeit lang auf mein Handy, dann zum Ziegelstein in meiner linken Hand, und wieder zurück zum Telefon. Wäre Aomine in meiner Situation, hätte er vermutlich den Stein genutzt, um auf alles einzudreschen, dass sich in seiner Nähe befand, inklusive dem Mobil Telefon. Aber es gab nur einen, dem er jemals nahe genug gestanden hatte. Kuroko. Und dieser würde niemals entführt werden, allein schon, weil er den Großteil des Tages nicht auffindbar, oder einfach nicht sichtbar war.
Die Frage, warum ich ausgerechnet jetzt, an meine Teamkollegen aus der Generation der Wunder dachte, schob ich beiseite, genauso wie mein Handy und konzentrierte mich auf das Wesentliche. Shikaru hatte Takao. Im Gegenzug für seine Freilassung, forderte er die Wiederholung des Spiels. Woher wusste ich, dass er Takao freilassen würde? Und selbst wenn ich von dem unwahrscheinlichen Fall ausging, dass es genau so kommen würde, mit welcher Entschuldigung, konnte ich Otsubo oder den Trainer dazu bringen, etwas Derartiges zu veranlassen? Ob es als eine von dreien meiner egoistischen Taten durchging, die unser Captain mir erlaubte, bevor er wütend wurde? Vielleicht. Aber es würde unecht wirkten. Es passte nicht zu mir. Sollte ich das Team einweihen? Ich entschloss mich dagegen. Erstens, war ich nicht besonders gut darin, vor Massen zu sprechen, oder sie für mich zu begeistern. Das war immer Takao's Fähigkeit gewesen. Zweitens, wollte ich auch ihm diese Schande ersparen. Es musste niemand wissen, dass er menschenunwürdigerweise irgendwo festgehalten und genauso erpresst wurde, wie ich.
Trotzdem stand fest, ich würde alles versuchen, damit das Wiederholungsspiel genehmigt wurde, während ich gleichzeitig parallel daran arbeitete, Takao's Aufenthaltsort in Erfahrung zu bringen. So seltsam es auch klingen mochte, aber das war das Einfachere, meiner Ziele. Ich hatte auch schon einen beinahe konkreten Plan, wie es zu schaffen war, auch wenn ich dafür zugegebenermaßen Hilfe brauchen würde.
Um eins nach dem anderen in Angriff zu nehmen, machte ich mich als Erstes daran, für meine Fehlzeit zu Sorgen. Auf dem Weg ins Wohnzimmer streiften meine Augen über eines der Fenster, dass einen Blick hinunter bis fast vor die Haustür erlaubte. Ich erkannte die zwei Gestalten, die dort standen und sich verschwörerisch zu unterhalten schienen sofort. Nun, zumindest einen von ihnen. Wie hätte es auch anders sein können; Shikaru Hiruko. Sein Begleiter gehörte höchstwahrscheinlich ebenfalls zum Basketball Team der Masaru Gakuen. Es war schon bedenklich genug gewesen, als dieser Kerl mir nach der Schule aufgelauert hatte, und eigentlich hätte mich nichts mehr überraschen sollen, aber die Tatsache, dass er nun direkt vor meinem Haus stand, bereitete mir ein größeres Unwohlsein als mir lieb war.
Meine Finger verkrampften sich um das heutige Lucky Item. Einen Augenblick später kam ich mir albern vor. Ich war doch kein Kind, dass verängstigt in der Ecke stand und an seinem Stoffbären festhielt! Und dann wurde mir etwas Grundlegendes bewusst. Ich hätte mich ohrfeigen können, dass ich nicht schon eher auf die Lösung gekommen war. Sie glaubten, ich wäre nicht zu Hause. Vermutlich wussten sie auch, dass meine Eltern verreist waren. Diese Menschen wussten viel zu viel, dass Schaden anrichten konnte, und sie spielten diese Karten skrupellos aus.
Ich beobachtete, wie Shikaru seinem Bekannten etwas zuraunte, ihm anschließend ein Etwas in die Arme drückte, dass von meinem derzeitigen Standpunkt nicht genau ersichtlich war, und sich schließlich zügig von unserem Grundstück entfernte. Irgendwie passte dieses Verhalten. Er ließ jemand Anderen die Drecksarbeit für ihn erledigen. Der Fremde sah sich ein wenig ratlos um, bevor er langsam Anstalten machte, zu Werke zu gehen.
Ich entfernte mich vorsichtshalber von dem Fenster und schlich, als wollte ich verhindern, dass er mich hörte, die Treppe hinunter zur Hintertür. Draußen angekommen, eilte ich um das Haus herum und späte um eine Ecke, sodass ich unsere Haustür und unseren Briefkasten im Blick hatte, vor dem der Unbekannte stand und eifrig beschäftigt zu sein schien.
Er hatte schwarze Haare, die unspektakulär von seinem Kopf herunter hingen, und bis auf Schulterhöhe gewachsen waren. Es erinnerte mich ein wenig an Murasakibara, nur dass dieser violette Haare und eine viel größere Statur besaß. Die Augen dieses Fremden, sowie sein Gesicht im Allgemeinen, konnte ich nicht sehen, weil er mir den Rücken zugekehrt hatte.
Ich sollte im Nachhinein nicht besonders stolz auf das sein, was ich nun tat. Kurz blickte ich mich misstrauisch um, um mich davon zu überzeugen, dass niemand dieses Ereignis zu Gesicht bekam, bevor ich still und heimlich nach vorn trat, und ihm mein Lucky Item auf den Hinterkopf schlug. Ich hatte gerade genug Kraft in meine Arme gelegt, um den Körper vor mir, bewusstlos zusammen sacken zu lassen. Ich wusste, dass er davon keine langfristigen Schäden davon tragen sollte, aber man konnte ja nie wissen, und so hoffte ich auf das Beste. Ich war überrascht von mir selbst und fragte mich zugleich, was mich so weit getrieben haben könnte, dass ich dazu in der Lage war, jemanden bewusstlos zu prügeln. Das wäre wieder eine Aktion, die ich viel eher Aomine zugetraut hätte. Möglicherweise sogar Akashi, wenn er wütend genug war - auch wenn Letzterer eher zu einer Schere als Hilfsmittel greifen würde…
Noch einmal sah ich mich verstohlen um, bevor ich die Haustür aufschloss und mir mein Lucky Item schnappte, um es sicher verwahrt auf den Wohnzimmertisch zu legen, bevor ich schnell noch ein letztes Mal hinaus huschte, meine Arme unter die des Unbekannten legte und ihn ins Haus hinein schleifte. Die Tür viel mit einem leichten Knall ins Schloss. Offenbar kam ich gerade in den Genuss der Vorteile, die Schule schwänzen mit sich brachte. Kein Mensch war in der Nachbarschaft außer Haus. Bei näherer Überlegung, legte ich aber nicht allzu viel Wert auf diese Vorteile, und zog es vor, nicht blau zu machen.
Nachdem ich ihn ins Wohnzimmer gezerrt hatte, sah ich mich hektisch in der Wohnung um. Er würde bald aufwachen, und wenn es so weit war, durfte er vorerst keinen Fluchtweg haben. Wie also hielt ich ihn an Ort und Stelle? Zum ersten Mal seit Langem, fuhr ich mir panisch durch die Haare.
Da war diese eine Stimme in meinem Kopf die in einem tadelnden Tonfall sagte: "Was tust Du bloß, Shintarou?". Ich wünschte, ich wäre still…
Mein Blick fuhr gehetzt über das Mobiliar und suchte nach etwas Brauchbarem, als würde dies sonderlich helfen. Für einen kurzen Moment hielt ich dann schließlich inne. Ich rannte fast schon zu einem der Schränke hinüber und riss die Schublade auf. Vor Jahren, als ich noch klein war, hatte mein Vater mir ein Spielzeug-Polizei-Set geschenkt. Dort hatten sich auch falsche Handschellen, mit einem dazugehörigen Schlüssel befunden. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass ich kein wirkliches Interesse daran gezeigt hatte (meine beiden Eltern schienen nicht allzu überrascht), hatten sie es in einen der Schränke verfrachtet. Ich wusste, dass zumindest die Handschellen noch an Ort und Stelle waren, auch wenn ich mir keinen Reim darauf machen konnte, warum sie ausgerechnet die aufbewahrten.
Ich musste nicht lange nach dem Spielzeug suchen. Ich schnappte es mir, gab der Schublade einen etwas zu heftigen Stoß und ging wieder hinüber zu dem Fremden, der immer noch ohnmächtig da lag. Er gab ein bizarres Bild ab. Ich verzog den Mund und schob ihn angestrengt bis vor die kleine Heizung, wo auch schon die Handschellen ins Spiel kamen.
Ich sah ratlos auf den Bewusstlosen hinab. Ich wusste, er hatte Hausfriedensbruch begangen. Zumindest ließ sich mein Gewissen damit beruhigen. Ich würde ihm einfach erzählen, ich hätte ihn dabei erwischt, und würde ihn nun festhalten, bis die Polizei eintraf. Natürlich würde ich ihn laufen lassen, bevor die "Polizei" hier ankam. Was wäre auch die Alternative gewesen? Ihn dort verschimmeln zu lassen, war wohl kaum ein guter Einfall. Egal wie unwichtig er war, irgendwann würde Shikaru bemerken, dass sein Teammitglied verschwunden war. Oder ich informierte die Polizei wirklich. Aber es würde schwer werden, denen zu erklären, warum ich ihn mit einem Ziegelstein geschlagen hatte.
Etwas, dass stark an Papier erinnerte, fiel beinahe aus der Hemdtasche seiner Schuluniform. Um zu verhindern, dass es auf den Boden fiel, griff ich danach. Es war sein Schülerausweis. Kurokawa Yuusuke, stand dort in dem Feld "Name" geschrieben. Er war tatsächlich ein Spieler der Masaru-Schule.
Ein Ächzen ertönte. Als meine Augen dem Geräusch folgten, stellte ich fest, dass der Ursprung bei Kurokawa lag. Ich schob seinen Ausweis auf unseren Tisch und stellte mich mit verschränkten Armen und eisigem Schweigen vor ihm auf.
Sein Blick wirkte wie verschleiert - vermutlich war er noch nicht ganz wach - aber er kam schnell wieder zu Bewusstsein. "Was soll das?", fragte er schwach, was die Genervtheit in seiner Stimme aber nicht daran hinderte, voll zur Geltung zu kommen.
"Du hast versucht einzubrechen", erinnerte ich ihn nur trocken.
Er blinzelte scheinbar verwirrt, bevor er das Gesagte zu verstehen schien. Mit einem Mal wurde er leicht panisch. "Ich… Nein! Ich wollte nicht einbrechen, ich schwör's!"
"Ich habe die Polizei informiert."
"Ich wollte wirklich nicht einbrechen! Wenn du einen Beweis willst, sieh in deinem Briefkasten nach…", beteuerte Kurokawa in einem jämmerlichen Tonfall, und wies mit dem Kopf in die Richtung, in der er die Haustür vermutete.
Ich musterte ihn mit einem skeptischen Blick bevor ich tat, wie mir angeraten. Er würde sich ohne mein Zutun ohnehin nicht entfernen können. Das bestätigte mir das Rasseln, das ertönte, als er probeweise seinen Arm hin und her bewegte. Es war vermutlich einen Versuch wert. Als ich wieder zu ihm zurück kam, hörte das Rasseln augenblicklich und ertappt auf. In meinen Händen war ein schwarzer Pappschnipsel, auf dem in Zeitungslettern "Beeil dich doch, Shin-chan!" geschrieben stand. In mir kam das Verlangen auf, diesen Schnippsel grob zu zerknüllen, aber ich legte ihn mit erzwungener Ruhe neben den Ausweis.
"Was ist das?", fragte ich, wobei ich hoffte, dass die Kälte in meiner Stimme hörbar war.
"Das sollte in euren Briefkasten! Unser Captain ist ungeduldig…" Kurokawa wirkte weinerlich, trotz seiner muskulösen Statur. Irgendwie kam mir das entfernt bekannt vor.
"Was du nicht sagst", murmelte ich ironisch und ging mit dem Schlüssel bewaffnet auf ihn zu.
"Was machst du da?!", fragte er in einem irritierenden Tonfall.
"Ich schließe die Handschellen auf, oder willst du etwa verhaftet werden?", murrte ich.
"Du willst mich nicht fragen, wo dein Freund ist?"
"Es ist ja nicht so, als dürftest du darauf antworten", seufzte ich.
Mit einem Klick sprangen die Handschellen auf. Kurokawa sah mit Kuhaugen auf das Spielzeug herab und ihm schien erst jetzt aufzugehen, dass es keine Echten waren. Hatte er wirklich geglaubt ich besäße so etwas?
Er sprang auf und stolperte beim Hinausgehen beinahe über seine eigenen Füße. "Ich werd' dann jetzt gehen… E-entschuldigung. Ehrlich! Mir waren in vielerlei Hinsicht die Hände gebunden", er kicherte kurz verunsichert aber bemerkte gerade noch, wie unangebracht es war und verließ geradezu fluchtartig das Haus. So fluchtartig, dass er seinen Schülerausweis und einen Schlüssel, der ihm wohl aus der Tasche gefallen sein musste, einfach liegen ließ. Ich bückte mich nach besagtem Schlüssel und drehte ihn prüfend im Sonnenlicht. Der gehörte auf keinen Fall mir oder meiner Familie. Ich hörte noch ein leises "Entschuldigung", bevor die Tür geschlossen wurde.
Kaum hatte er das Haus verlassen, ich hatte schließlich persönlich darauf geachtet, dass er nicht in das Schlüssel-Schälchen griff oder Ähnliches, zog ich mein Telefon aus der Tasche und wählte eine Nummer. Es tutete keine drei Mal, bevor die Stimme am Anderen Ende sich meldete: "Shintarou, was kann ich für dich tun?" Höflich und distanziert, wie immer.
"Ich muss zugeben, ich brauche dringend deine Hilfe."
