Hallo, hier ist Animeliker^^
Ich begleite euch durch das nächste Kapitel. Ich hoffe ja, es gefällt euch, auch wenn ich etwas gemein zu Taka-chan bin!^^
Viel Spaß^^

LG Animeliker^^


Takao's POV

Ich wurde plötzlich aus meiner Bewusstlosigkeit gerissen. Mir war auf einmal eiskalt. Meine Kleidung war durchnässt. Erst jetzt klärte sich meine Sicht. Vor mir stand Shikaru mit einem Holzeimer in der Hand. Von meinen Harren tropfte Wasser. Er musste mich mit diesem überschüttet haben. ,,Na, ausgeschlafen?", fragte er herablassend, was mit einem fiesen Grinsen verstärkt wurde. ,,Weißt du? Shinichi war wirklich sehr enttäuscht, als du ohnmächtig geworden bist. Er wollte noch ein bisschen Spaß mit dir haben, aber jetzt ist es wahrscheinlich auch egal." Shikaru kniete sich zu mir nach unten. Abweisend drehte ich den Kopf beiseite, doch das schien er vorausgesehen zu haben, denn er packte mit zwei Fingern mein Kinn und drückte es nach oben. Jetzt musste ich ihm in die Augen schauen. In diese Augen, die nichts anderes als Kälte ausstrahlten. Kein Mitleid, kein Gefühl, nichts. Nur diese Kälte, die nicht nur in seinen Augen lag, sondern auch seinen ganzen Körper belagerte. Bei diesem Gedanken bekam ich eine Gänsehaut. Wie konnte jemand nur so herzlos sein. ,,Pass mal auf. Ich und Kurokawa werden deinem Shin-chan jetzt mal einen Besuch abstatten." Er schaute auf seine Armbanduhr, sprach aber sofort weiter. ,,Er ist um diese Zeit wahrscheinlich in der Schule und lernt fleißig, während dein ach so toller Freund dich hier langsam und qualvoll verrecken lässt. Aber naja, was soll man dazu schon sagen?" Ohne ein weiteres Wort erhob sich ein weiterer Mitspieler seines Teams, obwohl ich erst jetzt mitbekam, dass alle anderen Spieler auch in dem Keller waren und mich total überlegen anschauten.

Als Shikaru das Tor zur Außenwelt öffnete, hatte ich das Gefühl seit langem mal wieder das Licht der Welt zu erblicken. Auch wenn es nur für einen kurzen Moment war. Eigentlich wollte ich ihm noch etwas hinterher brüllen, doch meine Stimme versagte ihren Dienst. Der leichte Wind, der nun durch den Keller pfiff ließ mich erschaudern. Ich war komplett nass. Meine Klamotten und Haare trieften vor Eiswasser, doch niemand scherte sich einen Dreck um mich. Warum sollten sie auch? Ich war schließlich ihr Gefangener. Ihre Marionette. Was hatte die denn schon zu sagen? Genau! Gar nichts. ,,Und? Was sollen wir mit diesem nichtsnutzigen Kerl jetzt machen?", fragte ein Typ, der direkt auf mich zukam. Er hatte die Hand schon nach mir ausgestreckt. Wahrscheinlich wollte er mir eine scheuern, doch im letzten Moment ging doch noch jemand dazwischen. ,,Gar nichts. Wir warten auf weitere Anweisungen von Shikaru-Taichou", kam es von einem aus der vorderen Ecke. Der kräftige Kerl vor mir ließ die Hand langsam sinken, kehrte an seinen Platz zurück und ließ sich dort nieder. Mit der Zeit wurde es immer kälter. Ich fror furchtbar. Das Eiswasser machte mir zu schaffen. Schlimmer noch: Jetzt war ich richtig wach, konnte alles hören, sehen, fühlen, riechen. Das allein war schon schlimm genug. Am liebsten wäre ich in die Ohnmacht zurückgekehrt. Da war es wenigstens schön ruhig und wenn mich einer schlug, bekam ich nichts mit. Jetzt war es genau das Gegenteil.

Zwar war es nun auch schön ruhig, doch meine Angst blieb den anderen nicht verborgen. ,,Schaut euch den mal an", lachte ein anderer. ,,Der hat Schiss! Ich hätte es am liebsten gesehen, wie Shinichi ihn durchgenommen hätte. Aber ich war ja zu Hause. So ein Jammer!" Irgendwie hörte ich ihm nicht einmal zu. Meine Angst vor diesem Shikaru nahm jede Sekunde zu. Er war der Captain einer Mannschaft, die ich nicht verstand. Sie waren gefühlskalt, erpresserisch und hielten sich stets für was besseres. Solche Leute nervten mich an.
Ich wusste nicht, wie viel Zeit nach Shikarus Verschwinden vergangen war. Jedoch zuckte ich zusammen, als sich die Kellertür öffnete. Das kurze Licht blendete mich, sodass ich die Augen zusammenkneifen musste. Doch Shikaru kam ohne seinen Kameraden wieder. Anscheinend ließ er ihn die Drecksarbeit machen. Wie immer. Im Grunde tat mir kein Einziger in diesem Raum oder aus diesem Team leid. Doch genau jetzt empfand ich für denjenigen, der sich wahrscheinlich noch draußen befand ein bestimmtes Gefühl von Reue. ,,Wo ist denn Kurokawa, Taichou?", fragte noch ein anderer. Shikaru starrte ihn mit seinen kalten Augen an, was das andere Teammitglied verstummen ließ. Keiner traute sich, sich gegen ihren Captain aufzulehnen und niemand wagte es, ihm zu widersprechen. Jedoch brach ich die aufgekommene Stille durch ein lautes Niesen. ,,Oh? Was war denn das?", fragte Shikaru und kam mir langsam aber sicher näher. Kurz vor mir ging er in die Hocke, um mich zu mustern. ,,Wird es langsam ungemütlich? Du holst dir doch keine Erkältung, oder?" Seine Worte waren ohne jegliches Gefühl. Es war einfach nur herablassend, wie er seine Geisel allgemein behandelte. ,,Du sagst ja gar nichts. Hast du etwa Angst vor mir?" Das Gespräch wurde ebenso schnell abgebrochen, wie es begonnen hatte. Auch, wenn Shikaru die ganze Zeit mit sich selbst gesprochen hatte. Ich zu meinem Teil, hatte nicht vor, mit ihm in Kontakt zu treten. Dafür würde er mich schon umbringen müssen. Und selbst dann würde er gar nichts mehr von mir hören.

Erneut schwang die Kellertür auf. Derjenige, der nun eintrat war Kurokawa. Er hatte eine große Beule am Hinterkopf. Sogar ein Idiot, wie ich, konnte sie sehen. ,,Na? Bist du endlich fertig? Das hat ganz schön lange gedauert!", schnauzte der Captain ihn an. Alle anderen, mich eingeschlossen, zuckten bei der Lautstärke seiner Stimme zusammen. ,,Ich wurde von diesem Midorima überwältigt. Unser Plan ist fehlgeschlagen", wehrte er sich. Shikaru sah ihn herablassend an. ,,Bist du überhaupt zu irgendetwas zu gebrauchen?!", fragte er wütend. ,,Es tut mir schrecklich leid!"
,,Na ja. Passiert ist passiert. Aber..." Kalte Augen trafen auf meine. Wieder hockte sich der Taichou der Masaru-Gakuen vor mich, grinste mich teuflisch an. Ich versuchte wegzuschauen, doch als ich ihn in seiner Hosentasche herum suchen sah, musste ich dort einfach hinsehen. Er zog ein Taschenmesser heraus. Nein, nicht irgend eins. Es war dasselbe, wie es schon einmal an mir benutzt wurde. ,,Entschuldige bitte. Mir ist dein Name entfallen. Würdest du ihn mir noch einmal nennen?", fragte er freundlich, doch ich blieb still.
Plötzlich packte Shikaru mich am Kragen, zog mich mit Gewalt nach oben und hielt mir sein Messer an die Kehle. ,,Ich hab gefragt wie du heißt!", fuhr er mich an. ,,T-Taka...o", wisperte ich ängstlich. Sofort ließ er mich runter. Mit einem dumpfen Knall landete ich auf der Erde. ,,Also Takao, geht doch. Weißt du was? Ich hab jetzt sogar noch eine Überraschung für dich..." Wahrscheinlich machte er so etwas wie eine Künstlerpause, damit ich überlegen konnte, was er mit mir vorhatte. ,,Pass auf, das wird dir gefallen. Nein, wirklich! Für jeden Fehler, den dein Freund Shintaro macht, wirst ab sofort du bestraft!", lachte er. Hinterhältig, das war das erste Wort, das mir zu dieser Aussage einfiel. Er setzte mir das Messer an die Kehle, fuhr meinen ganzen Körper mit der feinen Klinge ab, unwissend, wo er einstechen oder hineinschneiden würde. Genau diese Ungewissheit verbreitete große Angst in meinem Inneren. Mir stand der Angstschweiß auf der Stirn, lief mir an den Schläfen schon herunter. Mein Körper zitterte vor Kälte und Furcht. Je mehr ich über die Situation nachdachte, desto weniger bekam ich von der Realität mit. Das machte sich nach einiger Zeit bemerkbar, als mich ein stechender Schmerz durchfuhr und ich laut aufschrie. Dieser Bastard von Shikaru hatte mich am Bein geschnitten. Und das war noch nicht einmal das Schlimmste: Er verletzte mich weiter. Am Arm, am Handgelenk sogar an der Hüfte verschonte er mich nicht. Meine schmerz- und qualvollen Schreie hallten durch den kleinen Keller, doch ich bezweifelte, das diese Schrei jemals nach außen dringen würden. Irgendwann nahm er das Messer wieder weg. Mein Atem ging schnell, als ich mich unter Schmerzen an die Wasserrohre lehnte. ,,Denk dran. Dein Freund bringt mich dazu, dich zu verletzten. Vergiss das ja nicht. So, aber für heute ist erst mal genug. Mal sehen... Kazeka! Du passt heute auf ihn auf. Wir holen dich morgen hier ab." Ein schwarzhaariger Junge, in der Ecke links von mir, nickte leicht, bevor ihn seine Kameraden verließen. Also war ich wieder mit einem allein. Mal sehen, was der von mir wollte.

Noch immer atmete ich schwer, um die Schmerzen halbwegs zu unterdrücken. Eine Weile geschah nichts, doch dann stand der Bengel auf und setzte sich neben mich. ,,Was... willst du? Willst du... dich auch... an mir aufgeilen?", fragte ich schwach, aber dennoch verständlich. Von dem Jungen neben mir erntete ich nur ein geschocktes Gesicht. ,,Ich? Wie könnte ich so etwas tun?", fragte er leise. ,,Nein, du tust mir leid", fügte er kurze Zeit später hinzu. Dann stand er auf, holte seine Sporttasche zu mir und kramte darin herum. ,,Was... hast du vor?", fragte ich kraftlos, als er eine kleine Flasche herausholte. ,,Na was wohl? Deine Wunden desinfizieren. Sonst entzünden sie sich noch", meinte Kazeka unschuldig, ehe er die Flasche vorsichtig schüttelte und sie an die Wunde meines Beins hielt. Ehe ich etwas sagen konnte, drückte er den Sprühknopf. Das Mittel war zwar kühl und half vielleicht, aber im ersten Moment brannte es einfach nur höllisch. Wieder hallten meine Schmerzensschreie durch den Keller. Gequält wand ich mich hin und her. ,,Halt still! Sonst wird es nur noch schlimmer!", rief Kazeka und versuchte mich zu beruhigen. Ich versuchte mich zusammenzureißen, doch auch die nächste Wunde, die er desinfizierte, war nicht besser. So ging das bis zur Letzten. Erschöpft ließ ich mich weiter nach unten sinken. In der Zwischenzeit holte mein Gegenüber ein Handtuch aus seiner Tasche und versuchte mich etwas zu trocknen. ,,Warum... machst du das? Für dich... bin ich doch genauso lästig... wie für die anderen."
,,Weißt du? Eigentlich teilen wir beide fast das selbe Schicksal. Aber auch nur fast. Ich habe das Talent, auch wenn ich noch so klein aussehe, gut zu sprinten und zu dunken. Meine Sprungkraft veranlasste Shikaru dazu, mich in seinem Team haben zu wollen. Ich lehnte dankend ab, da ich eigentlich nur in meiner Freizeit spielte und ich ein Einzelgänger war. Doch dann begann er damit, mich zu bedrohen. Er wollte meiner kleinen Schwester etwas antun, wenn ich nicht seinem Team beitreten würde. Wenn ich die Polizei eingeschaltet hätte, hätte Shikaru es so aussehen lassen, als ob ich psychisch krank wäre, also bin ich seinem Team unter Zwang beigetreten."

Seine Geschichte ließ mich erschrocken zu ihm aufschauen. Mein Hals war wie ausgedörrt. Ich bekam keinen Ton heraus. Irgendetwas sagte mir, dass er nicht gelogen hatte. Ich glaubte ihm. In seinem Blick lag eine gewisse Traurigkeit. ,,Ich heiße übrigens Hiroko. Schön dich kennenzulernen. Wenn auch, auf unschöne Weise."
Wieder stand Hiroko auf, diesmal holte er kein Handtuch aus seiner Tasche, sondern gleich eine ganze Decke und legte sie mir behutsam um. ,,Eine Erkältung wirst du wahrscheinlich sowieso bekommen. Aber ich will verhindern, dass es noch schlimmer wird. Du tust mir wirklich leid." Nach einer kurzen Pause fuhr er fort:,, Vielleicht solltest du ein bisschen schlafen. Ich passe schon auf, aber wenn die anderen morgen wiederkommen, muss ich dir die Decke wegnehmen." Ich sah ihn etwas verklärt an, ehe ich leicht die Augen schloss. ,,Ich hab's mir anders überlegt Takao", meinte Kazeka plötzlich ernst. Etwas ängstlich suchte ich seinen Blick, um zu entziffern, was er genau meinte. Doch gerade, als er mir den Blick zu wandte, kam die Antwort aus seinem eigenen Mund:,, Ich werde dir helfen."