Warnung Charakter Tod ( Aber es gibt bald ein Wiedersehen der Seelen ;) ) will aber nicht zuviel verraten.
4. Kapitel - Folgen
Nachdem Naraku die Fürstin Sarina unter dem Schutz seines Heeres zu seinem Sohn schickte, reiste er selbst weit hinauf in den Norden. Dort in den Ländern des ewigen Schnees sollte es wunderschöne, zarte Wesen geben, die vom Aussehen komplett weiß waren. Von den Haaren, über die Haut bis hin zu ihren Gewändern. Einige von diesen Schneewesen sollten auch über eine ganz besondere Magie verfügen. Bald schon konnte er mit Erfolg von seiner Brautschau heimkehren. Seine neue Gemahlin würde in wenigen Wochen in Begleitung einiger Soldaten in sein Schloss gebracht werden. Naraku unterdessen wandte sich direkt zum Gebiet der Menschen, da er wusste, dass Sarinas Niederkunft bald bevorstand.
Wenige Wochen später war er dann vor den Überresten des Schlosses, in dem Goryuma lebte, angekommen. Niemand konnte die unbeschreibliche Wut beschreiben, die ihn erfasste. Er wusste sofort, dass es nur eine Waffe war, die solche Verwüstungen angerichtet haben konnte. Inu no Taishos So'unga.
Dafür würde der Hundefürst bezahlen, das schwor sich der Prinz. So begab er sich schnell nach Süden. Unterwegs traf er dann auch noch auf zwei Dämonenkrieger, die im Dienste des Inu no Taisho standen und die menschliche Priesterin eskortierten. Da war sich Naraku sicher das nur Kikyou, Sarina Aufenthaltsort verraten haben konnte. Keiner der Drei hatte eine Chance. Gnadenlos metzelte der Prinz sie nieder.
Zufrieden wenigsten einen Teil seiner Rache bekommen zu haben, setzte er seinen Weg fort. Nun musste er auch seine weiteren Eroberungspläne aufschieben, den zurzeit verfügte er kaum noch über genug Soldaten.
Dennoch konnte er noch eine Kleinigkeit tun. Auch wenn Sarina nun wieder in ihrem heimatlichen Schloss weilte, trotzdem war sie noch Narakus Willen untertan. Er würde in den nächsten Tagen prüfen, wie weit Inu no Taisho bereits den Bann manipuliert hatte oder ob Sarina noch immer gefügig war.
Etwa zur selben Zeit, kaum das Inu no Taisho aus dem Reich der Menschen in die Burg zurückgekehrt war, erfuhr er das seine Gemahlin in den Wehen lag. Es freute ihn, als man ihn dann später die Geburt seiner Tochter verkündete. Spät in der Nacht als alle schliefen betrat der Fürst heimlich den Raum und betrachtete das schlafende Baby in der Wiege. Sie war klein, zerbrechlich und ein wirkliches Wunder, das es überhaupt lebensfähig war, nach all den Strapazen, die es im Mutterleib durchgemacht hatte. Zärtlich nahm er das kleine Wesen in die Arme. Oft war es bei Dämonen oder auch bei Menschen so, dass man Missgeburten oder Schwächlinge gleich nach der Geburt tötete. Doch Inu no Taisho könnte seine Tochter nie töten. Er schwor sich, dieses Wesen immer zu behüten.
Drei Tage nach der Geburt des Kindes konnte er sich endlich entschließen seine Gemahlin aufzusuchen und sie, um Verzeihung zu bitten.
Als er das Gemach betreten hatte, wusste er sofort, was passiert war. Seine sonst so starke Fürstin saß auf ihren Lager und blickte wieder mit diesem leeren Ausdruck zum Fenster hinaus. Dann wandte sie sich ihm zu. Er sah die Schuld in ihren Augen. Wie oft in den letzten drei Tagen fragte sie sich, ob das Baby möglicherweise nicht so schwach wäre, wenn sie Naraku mehr Widerstand geleistet hätte.
Inu no Taisho ging zu ihr und nahm sie in die Arme. Er bekam nicht mit, dass in Sarinas Inneren ein Kampf tobte. Eine Stimme befahl ihr: "Töte ihn!", wieder und immer wieder. Sie hatte schon längst das verborgene Messer in der Hand und den Arm zum Stich erhoben. Erst als sie auf keuchte, drehte der Fürst seinen Kopf und sah was sie im Begriff war zu tun. Doch dann bemerkte er, ihr zögern.
Inu no Taisho beobachtete genau ihre Bewegungen und ließ die erhobene verkrampfte Hand nicht aus den Augen. Sanft strich er über Sarinas Rücken. Mit Leichtigkeit hätte er ihr das Messer entwinden können doch er wollte, dass sie die Entscheidung selbst traf. Sonst würde sie es nie schaffen von Naraku loszukommen.
Ein gequälter Schrei entsprang ihrer Kehle und mit aller Kraft, gelang es Sarina, das Messer wegzuschleudern.
"So ist es gut meine geliebte Sarina. Kämpfe dagegen an. Komm zurück zu mir", murmelte der Fürst. Seine sanften Worte vertrieben vorerst die innere Stimme.
Keiner von ihnen ahnte, das Naraku die Verbindung immer nur kurz aufrechterhalten konnte, wenn er versuchte Sarina stark zu beeinflussen. Sobald die Fürstin in tiefen Schlummer gefallen wäre, würde er es erneut versuchen.
Indessen schien Sarina wieder bei klarem Verstand und unterhielt sich mit ihrem Gemahl.
Als Sarina dann fragte, ob er das Baby anerkannt hätte, erklärte der Hundefürst: "Ich habe ihr nur noch keinen Namen gegeben, weil ich, einen ganz besonderen für unsere Tochter wählen wollte. Eline"
Das wäre tatsächlich ein schöner Name gewesen, den das Kind war wirklich ein Engel.
Inu no Taisho ließ sich alles über Naraku erzählen, an das sich Sarina noch erinnern konnte. Ihm wurde klar, das dieser Prinz wohl kaum auf herkömmlichen Weg zu vernichten war. Das Naraku nur ein Dämon war, glaubte der Fürst immer weniger. Einige Ideen reiften zwar bereits in seinem Kopf, doch vermutlich würde das Ganze nicht so einfach werden.
Später gestand der Daiyoukai auch sein Verhältnis mit Izayoi. Sie konnte dem Fürsten keinen Vorwurf machen, da auch sie untreu gewesen war.
Weil es Sarina besser zu gehen schien, wagte Inu no Taisho die Fürstin allein zulassen. Wollte aber nicht das sie in ihrer Trauer ganz ohne Beistand war. Deshalb gab er einen Diener den Auftrag seinen Sohn zu suchen und ihm mitzuteilen das er ihn im großen Saal zu sprechen wünschte. Kurz darauf trat der jüngere Hundedämon ein.
"Sesshomaru."
"Ja ... Vater."
Überrascht fuhr Inu no Taisho herum. Auch wenn er in Gedanken gewesen war, so hatte er doch die deutliche Pause und veränderte Anrede seines Sohnes mitbekommen. Mit erhobener Augenbraue betrachtete er, sein eigenes Fleisch und Blut.
Doch der Erbprinz stand da und schaute ihn nur abwartend an. Nichts in seinem Ausdruck zeigte, was den Jüngeren beschäftigte.
"Sorge dafür, dass deine Schwester Eline begraben wird. Danach gehe zu deiner Mutter. Sie braucht dich vermutlich. Ich weiß das dir Schwäche zuwider ist. Doch deine Mutter hat gerade eine Tochter verloren, da wird die Anwesenheit ihres Sohnes vermutlich hilfreich sein", bat er gleich darauf.
Sein Vater konnte nicht wissen, was gerade in ihm selbst vorging, vor allem da er sich keine Gefühle erlaubte. Schwäche war ihm zuwider, das stimmte. Wenn man sie zeigte, feige war, obwohl man stärker als der Gegner sein könnte. Verrat, Hinterlist, Ehrlosigkeit, das war Schwäche in seinen Augen. Aber das, was seine Mutter gerade durchmachen musste, zählte nicht dazu. Auch wenn sie oft abwesend gewirkt hatte, dennoch war noch immer eine gewisse Stärke in ihr. Niemals würde er es irgendjemand gegenüber zugeben doch, als er das kleine Baby zum ersten Mal gesehen hatte und sie ihn anlächelte, hatte er ebenfalls geschworen, das Wesen immer zu beschützen.
"Was ist mit dir Vater, denkst du nicht, dass du meiner Mutter besser helfen kannst?"
"Ich glaube nicht, dass sie mich jetzt sehen will", erwiderte Inu no Taisho, bevor er das Schloss verließ. Auch er brauchte Zeit um sich der Trauer zu stellen, die er empfand. Weder sein Sohn noch seine Gefährtin oder ein anderes Lebewesen sollten sehen, wie sehr er selbst von Elines Tod betroffen war.
Sarina indessen wurde immer verzweifelter. Als ihr Gemahl das Gemach betrat und nachdem er in die Wiege geschaut hatte, konnte sie keinerlei Emotionen an ihm wahrnehmen. Sie hatte vermutet, dass er wütend würde oder sie auf der Stelle zerfetzte. Bestimmt war sein Schmerz ebenso groß wie ihrer über den Verlust ihres gemeinsamen Kindes. Dennoch war er ruhig geblieben. Obwohl er das Recht hatte, sie nach dem Verrat sofort zu strafen. Noch immer glaubte sie, dass sie sich Naraku hingegeben hatte. Doch das, was Inu no Taisho ihr sagte, er hätte ihr alles verziehen und seine Tochter anerkannt, machte ihre Schuld noch größer. Dass ihr Gemahl inzwischen eine Geliebte hatte, spielte für sie keine große Rolle. Sie war dieser Izayoi sogar dankbar das, wenn auch nur für wenige Wochen Inu no Taisho glücklich gewesen war. Am Ende konnte sie sogar froh sein, denn ihre Befreiung hatte sie immerhin der menschlichen Prinzessin zu verdanken. Sie hatte natürlich bemerkt, wie stark immer noch der Einfluss des Prinzen auf ihre Gedanken war.
Sarina sank zu Boden. So fand sie kurz darauf ihr Sohn. Unschlüssig blieb der junge Hundedämon an der Tür stehen.
Mit den Worten: "Hat er dich geschickt, weil du weniger Skrupel kennst?", empfing sie Sesshomaru.
"Ich verstehe nicht Mutter?", im Moment wusste er wirklich nicht, was die Fürstin meinte.
"Mich wundert es, dass du noch nicht dein Schwert gezogen hast und mir den Todesstoß versetzt. Erst habe ich deine Schwester getötet und nun versucht deinen Vater zu ermorden", fuhr Sarina fort, wobei sie nicht einmal bemerkte, dass ihr Sohn unbewaffnet war.
Sesshomaru sah seine Mutter an. Er kannte sie gut, deshalb bestand kein Zweifel, dass sie immer noch unter Narakus Bann stand. Deshalb antwortet er: "Du bist nicht du selbst. Naraku spricht aus dir."
Damit drehte er sich um und verließ den Raum. Er befahl eine Wache herbei um die Fürstin zu beobachten, da er ein ungutes Gefühl hatte. Der Prinz wollte um jeden Preis verhindern das sich seine Mutter selbst tötete.
Einige Tage später, kaum das Inu no Taisho zurück im Schloss war, kam einer der Falkendämonen. Dieser war, ausgeschickt worden, um nach den beiden Dämonenkriegern Ausschau zu halten. Wie man nun Inu no Taisho berichtete, hatte man nur noch von der kleinen Gruppe die Überreste gefunden.
Noch am selben Tag betrat Sarina den Saal und kniete vor ihrem Gemahl nieder.
"Ich weiß was ich getan habe und bin bereit die Konsequenzen in kauf zu nehmen. Aber ich habe eine letzte Bitte!", sprach sie kaum, dass er ihr die Erlaubnis mit einer Handbewegung gegeben hatte.
Inu no Taisho sah seine Gemahlin an: "Sprich!", forderte er sie dann erneut auf ohne Gefühlsregung.
"Ich habe Verrat begangen und weiß das darauf der Tod steht. Du bist bereit mir Gnade zu gewähren. Deshalb bitte ich dich lass es mich ehrenhaft tun. Ein Kampf mit Schwertern gegen dich."
Der Fürst stand am Fenster und schaute hinaus, mit dem Rücken zu seiner am Boden knienden Gemahlin. Das verwunderte Inu no Taisho. Sie war eine Kriegerin und wen sie glaubte ihre Ehre verloren zu haben, war sie sicher bereit darum zu kämpfen. War das ihre Absicht? Sich von ihrem Fürsten besiegen zu lassen und sich ihm, erneut zu unterwerfen? Oder plante sie etwas anderes? Hatte Naraku sie in diesem Sinne beeinflusst? Das waren Fragen, die er nicht beantworten konnte.
Erst vorhin hatte er die Nachricht bekommen, dass man die Leichen seiner beiden Dämonenkrieger und die der Priesterin Kikyou gefunden hatte. Es war eindeutig Narakus Handschrift. Erst nach einer ganzen Weile drehte er sich wieder um und sagte: "Deine Bitte sei dir gewährt."
Zwei Tage später fand der Kampf dann statt. Die Schwerter hatte Sarina ausgesucht, da sie wusste das in diesem Kampf ihr Gemahl niemals So'unga benutzen würde. Inu no Taisho hatte nicht die Absicht seine Gefährtin zu töten. Nein er wollte sie nur besiegen um sie dann erneut zu seiner Gefährtin zunehmen. Damit ging er ein großes Risiko ein, doch er wusste, dass sie diesmal nichts tun würde, was erneut seinen Zorn weckt. Außerdem wusste er auch, dass seine Liebe den Bann brechen konnte. Nun endlich war er bereit wieder mit ihr das Lager zu teilen.
Doch es kam anderes. Sarinas letzter Angriff wurde abgewehrt. Doch anstatt zurückzuweichen, sprang die Hundedämonin absichtlich nach vorn in das Schwert hinein. Der Fürst ließ den Griff los und fing Sarina auf, bevor sie auf den Boden fallen konnte.
Fassungslos starrte er sie an: "Wieso? Nach dem Verrat, den ich an dir begangen habe, müsste ich doch derjenige sein ...", hauchte er.
Mit letzter Kraft hob die Fürstin ihre Hand und strich ihrem Gemahl über das Gesicht. "Verzeih mir!", bat sie. "Doch es gibt kein zurück. Nachdem was ich getan habe, kann ich nicht mehr leben. Solange dieses Monster existiert wird er immer Macht über mich haben. Die Klinge ich habe sie selbst vergiftet."
Da nahm Inu no Taisho ihre Hand und hielt sie fest gegen seine Wange gedrückt. Ihre nächsten Worte trafen sein Herz: "Es ist gut so. Geh zu Izayoi! Nun sind wir beide frei."
Die letzten Worte waren kaum noch ein Flüstern. Danach sank sie leblos zusammen.
"Nein", der Schrei des Inu no Taisho hallte über die Ebene.
Wie lange er mit seiner toten Gemahlin im Arm da gesessen hatte, wusste er nicht. Auch nicht wie lange sein Sohn bereits in der Nähe war.
Irgendwann hörte er die leise Stimme Sesshomarus: "Vater, ich werde Mutter neben Eline begraben."
Deshalb gab er die Tote frei, blieb aber noch die halbe Nacht auf der gleichen Stelle sitzen.
Naraku indessen saß zufrieden in seinem Schloss. Er hatte der Familie des Inu no Taisho einen schweren Verlust zugefügt und sich für den Tod seines Sohnes gerächt. Nun konnte er allmählich wieder damit beginnen, neue Macht zu sammeln und sein Heer wieder aufzubauen. Es sollte auch nicht lange dauern bis seine schöne Gemahlin ihm mitteilte, dass sie ein Kind erwartete.
Die nächsten Wochen und Monate vergingen. Der Herr der Hunde wechselte mit seinem Sohn kaum ein Wort, solange es nicht mit der Verwaltung der Burg zu tun hatte.
Es war Inu no Taisho nicht entgangen, dass sie sich entfremdet hatten. Nicht ein einziges Mal hatte sein Sohn ihn verehrter Vater genannt, sondern nur Vater oder Herr.
Er konnte seinen Sohn nicht verdenken. Immerhin hatte er seine Gemahlin betrogen und war für ihren Tod verantwortlich. Da er wusste, wie sehr Sesshomaru seine Mutter Sarina verehrt hatte, wollte er ihm nicht alles berichten.
Fast ein Jahr nach den tragischen Ereignissen stand eines Tages dann ein Bote von Prinzessin Izayoi vor dem Tor. Sie brauchte dringend Hilfe. Der Schwager der Prinzessin, Fürst Takemaru belagerte mit seinem Heer ihr Schloss. Er wollte nicht nur die Herausgabe dieses Bastards, den die Prinzessin Sohn nannte, sondern sie auch als seine Gemahlin heimführen. Doch da Izayoi ihr Herz an Inu no Taisho verloren hatte, würde sie kein anderes Lebewesen an ihrer Seite dulden.
Ohne zu zögern würde der Fürst handeln. Obwohl er sich nichts hatte anmerken lassen, so war er allein schon bei der Nachricht, dass seine Izayoi ihm ein Kind geschenkt hatte, entschlossen zu ihr zu eilen. Gerade war er im Begriff aufzubrechen, als Sesshomaru den Saal betrat, wo Inu no Taisho gerade die letzten Anweisungen hinterlassen hatte.
"Du willst also gehen? Vater", fragte der jüngere Hundedämon den Älteren.
"Willst du mich aufhalten ... Sesshomaru?"
"Ich möchte dich nicht aufhalten."
Nun drehte ich Inu no Taisho um und blickte einen Sohn an.
"Aber?", fragte er.
Sesshomaru senkte die Augen. Er verstand seinen Vater nicht, dass dieser sein Leben für eine Menschenfrau riskierte, indem er allein die ganze Armee aufhalten wollte. Doch die Zeit drängte. Wenn er seinen zweiten Sohn retten wollte, musste er sofort handeln. Der schnellste Weg war die Strecke in seiner wahren Gestalt zurückzulegen. Außer ihm und Sesshomaru war niemand zu so einer Geschwindigkeit fähig.
"Es ist deine Entscheidung Vater", sagte der jüngere Hundedämon. Damit drehte er sich um und verließ den Saal.
Kaum war der große weiße Hund, die wahre Gestalt seines Vaters am Horizont verschwunden, als Sesshomaru Bedenken bekam. Er stand am Grab seiner Mutter und haderte mit sich selbst. Nachdem er seine geliebte Mutter und seine Schwester verloren hatte, war er da wirklich bereit auch noch das Risiko einzugehen und seinen Vater zu verlieren. Er würde es sicherlich immer bereuen ihm nicht geholfen zu haben. In den letzten Monaten hatte er versucht, seine Eltern und ihr Handeln zu begreifen. Was er in so einer Situation getan hätte. Nach allen, was passiert war, konnte er den beiden keine Vorwürfe machen. Wenn jemanden seinen Zorn verdient hatte, dann war das einzig dieser Naraku.
Niemals konnte Sesshomaru zulassen, dass sein Vater wegen eines Menschens sein Leben verliert. Kurz entschlossen eilte er seinem Vater hinterher.
Izayoi hatte alle Frauen und Kinder fortgeschickt, nur wenige Männer waren zurückgeblieben, die ihr treu ergeben waren. Doch Takemaru nahm darauf keine Rücksicht. Er verehrte Izayoi und hatte sie geliebt, schon bevor die junge Frau die Gemahlin seines Bruders geworden war. Doch da er der Jüngere gewesen war, hatte sein älterer Bruder zuerst Anrecht auf die einzige Tochter des Prinzen der Nachbarprovinz erhoben. Lange Zeit vermuteten alle, das Izayoi unfruchtbar war, selbst die Prinzessin hatte das von sich gesagt. Doch jetzt wo sie den Bastard eines Ungeheuers ausgetragen hatte, bestand vielleicht doch noch Hoffnung das Takemaru seine Blutlinie fortsetzen konnte. Er war bereit der Prinzessin ihre Affäre mit dem Hundefürsten zu vergeben und sie als seine Gemahlin heimzuführen. Er wollte ihr Schutz, Liebe und Kinder geben.
Doch jetzt hatte sich Izayoi in ihrer Burg verschanzt und weigerte sich die Missgeburt herauszugeben oder sie selbst zu töten. Mehrmals hatte er sie dazu aufgefordert. Als die schwarzhaarige Frau nun wohl schon zum fünften Mal sein Ultimatum ablaufen ließ, ohne eine Reaktion zu zeigen, konnte er seine Wut nicht länger im Zaum halten. So befahl er die Burg in Brand zustecken.
Doch bevor der Befehl ausgeführt wurde, kam die dämonische Gestalt eines Hundes durch die Nacht heran. Kurz vor der Burg verwandelte sie sich in eine Menschliche. Inu no Taisho rief laut:" Takemaru, ich sage es euch nur einmal. Nehmt euer Heer und verschwindet. Ansonsten werdet ihr mit den Folgen leben müssen."
"Ich fürchte euch nicht Monster", rief der menschliche Fürst. Danach drehte er sich zu seinen Männer um und befahl: "Feuer!"
Im selben Moment zog Inu no Taisho sein Schwert und gleich darauf raste die erste Drachenwelle unter die Menschen.
Dennoch konnte der Daiyoukai es nicht verhindern, das unzählige Brandpfeile das Schloss trafen. Deshalb rannte er los und sprang mit einem Satz über die Mauer. Kein Pfeil, dem man ihm hinterher schoss fand, sein Ziel, so schnell war er.
Kurz ließ Takemaru einen Blick über seine getöteten Soldaten schweifen. Dann zog er ebenfalls sein Schwert und mit hasserfüllter Mine rannte er dem Hundedämon hinterher.
Inu no Taisho war inzwischen im Schloss angekommen und im großen Saal kam ihm schon die Prinzessin entgegen gelaufen. Im Arm hielt sie ein Bündel.
"Izayoi", flüsterte der Fürst, froh weil seine Geliebte am Leben war. Kurz schloss er sie in die Arme und betrachtete das schlafende Baby. Silberweise Haare und kleine süße Hundeohren.
'Er ist perfekt', ging es dem Vater kurz durch den Kopf. Als wenn das Kind ahnte, das jemand ihn betrachtete, öffnete das Baby die Augen. Sie waren groß und hatten eine goldene Farbe.
In diesem Moment wurde die Idylle von Takemaru gestört. Dieser kam brüllend in den Saal gerannt.
"Monster egal, wohin du dich wendest, ich verfolge dich und wenn es sein muss bis in die Hölle."
Ungerührt griff Inu no Taisho unter seine Rüstung und holte etwas hervor. Sein Blick war immer noch auf seine Geliebte gerichtet. Er legte der Prinzessin ein feuerfestes Gewand um und befahl ihr: "Du und Inuyasha. Ihr müsst gehen!"
Dennoch blieb sie kurz stehen und blickte ihn mit einem warmen Ausdruck an, indem er ihre ganze Liebe lesen konnte.
"Inuyasha", wiederholte sie den Namen ihres Sohnes. Er hatte einen so schönen Klang.
"Hattest du schon einen Namen?", fragte der Fürst, obwohl kaum Zeit blieb.
Immer noch lächelnd antwortete sie: "Inu, nach dir."
Bei ihren Worten wurde es ihm warm ums Herz. Er zog die Prinzessin kurz an sich heran und gab ihr einen flüchtigen Kuss. Danach wiederholte er: "Geh!"
Jetzt zögerte sie nicht länger und lief hinaus.
Gleich darauf griff Takemaru den Hundedämon an. Lange Zeit kämpften beide miteinander. Inu no Taisho hatte nie so eine Stärke bei dem menschlichen Fürsten vermutet. Die Hitze und der fehlende Sauerstoff machten aber beiden Kämpfern zu schaffen.
Gleichzeitig merkte der Daiyoukai das So'unga ebenfalls versuchte, Besitz von ihm zu ergreifen. Nach dem Einsatz vor den Toren gegen das Heer müsste das Schwert eigentlich eine Weile Ruhe geben. Doch wenn sein Verdacht richtig war, so wurde gerade durch Takemarus Hass auf ihn, die Macht des Drachen, die in dem Juwel, was im Schwertgriff eingebetet war, stärker. Der Hundefürst konnte dem Schwert gerade noch Einhalt gebieten. Dann gelang es Inu no Taisho, einen tödlichen Schlag gegen den menschlichen Fürsten anzubringen.
Mit dessen Tod und der zunehmenden Erschöpfung des Youkai sah der Geist des Drachen eine Chance.
Länger konnte Inu no Taisho So'ungas Wille nicht mehr unterdrücken. Mit ungezügelter Kraft entfaltete sich das Gokuryuuha, raste hinaus in den Schlosshof und von dort weiter. Weder die Schlossmauer noch das große schwere Tor konnten der Drachenwelle Einhalt gebieten.
Dieser Kampf hatte von dem Fürsten das Letzte gefordert. Ohnmächtig sank er nieder, während alles um ihn herum immer mehr in Flammen aufging.
Inzwischen war Izayoi hinausgerannt und hatte gerade den Burghof verlassen. Überrascht blieb sie stehen als sie die unzähligen Toten auf der Wiese vor den Mauern sah. Kurz darauf hörte sie laute Geräusche in der Nacht. Es war, als wenn sich etwas Großes, Schweres mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit nähern würde. Es dauerte auch nicht lange als ein großer, weißer Hund durch die Dunkelheit heran gerannt kam. Kaum auf dem freien Platz vor dem Tor angekommen stoppte er und verwandelte sich in eine menschliche Gestalt. Sesshomaru blickte zu der brennenden Burg und hatte auch die vielen gefallenen Soldaten gesehen. War er noch rechtzeitig gekommen?
Er bemerkte nicht, wie ihn jemand beobachtete. Diese stolze, unnahbare Gestalt das konnte nur der Sohn von Inu no Taisho sein. Die Ähnlichkeit war ebenfalls unverkennbar. Lange silberweiße Haare, goldene Augen. Das weiche Fell was er nicht wie sein Vater lang den Rücken hinter hängend, sondern teilweise um seine rechte Schulter geschlungen hatte.
So verzweifelt, wie die schwarzhaarige Prinzessin war, traute sie sich ihm zu nähern.
"Bist du Sesshomaru?", fragte sie den jungen Hundedämon. Dieser drehte sich um und schaute die schwarzhaarige Frau mit hochgezogener Augenbraue an. Dieser Mensch wagte es, ihn anzusprechen. Doch dann entdeckte er das Bündel in ihren Armen. Die weißen Haare und die kleinen süßen Hundeohren sagten dem Erbprinzen, dass es sich wohl um Izayoi und seinen unerwünschten Halbbruder handelte.
"Ja, was willst du Weib?", herrschte er sie unfreundlich an.
Sehr zu seinem Erstaunen sank die Prinzessin auf die Knie und flehte ihn an: "Bitte du musst Inu no Taisho retten! Nicht meinetwegen aber für seine Söhne. Für dich und ihn."
"Mein Vater lebt?", mit überraschter Stimme fragte der Erbprinz.
"Er kämpft mit Takemaru in der Eingangshalle", erklärte Izayoi gerade, als auch schon die Macht des Gokuryuuha aus dem Schloss fegte, genau auf sie zu.
Sesshomaru würde vermutlich nie begreifen, warum er so handelte. Er ergriff Izayoi mit dem Baby und sprang zu Seite weg. Kaum hatte er sie abgesetzt, eilte er in rasender Geschwindigkeit ins Schloss. Fast die ganze vordere Hälfte des Schlosses fehlte. Es war ein Wunder, das es noch nicht zusammengestürzt war. Wenn So'ungas Macht nicht eine Schneise in die Flammen geschlagen hätte, vermutlich wäre es dem jungen Hundedämon nie möglich gewesen, bis zu seinem Vater vorzudringen.
Schwer verletzt lag der Herr der Hunde auf dem Boden, neben ihm die Leiche von Takemaru. Wenigsten hatte er den menschlichen Fürsten besiegen können. Das verschaffte Sesshomaru ein Hauch von Genugtuung. Wie konnte auch nur ein Mensch so dumm sein und sich mit Inu no Taisho, dem stärksten Dämon anlegen.
Der junge Prinz kniete sich neben seinen Vater nieder und stellte fest das dieser zwar schwach aber immer noch am Leben war. Dann fiel sein Blick auf das Höllenschwert. Er konnte es unmöglich hier liegen lassen.
Da ertönte auch schon die Stimme des Geistes Saya, der der Schwertscheide innewohnte und die Aufgabe hatte So'unga zu zügeln. "Du musst es in die Scheide stecken. Bevor der Geist wieder bei Kräften ist."
Für einen Moment zuckt Sesshomaru zurück, doch So'unga schien zu schlafen. Entschlossen packte er das Schwert und schob es in die Scheide auf dem Rücken seines Vaters. Dann hob er Inu no Taisho hoch und trug in hinaus ins Freie, während hinter ihm das Schloss in sich zusammenfiel.
Erst am Abend des nächsten Tages erlangte Inu no Taisho wieder das Bewusstsein und war erstaunt, dass er in den Armen seines Sohnes lag.
"Du hast den Mörder deiner Mutter gerettet", ein Hauch von Unglauben schwang in der Stimme des älteren Hundedämons mit.
"Ich habe meinen verehrten Vater gerettet", entgegnete Sesshomaru und fügte an: "Was Sarina, meine Mutter getan hat, war falsch. Sie hatte kein recht, Eline zu töten und an dir zu zweifeln."
"Hat das deine Mutter gesagt?"
"Ja", nicht wissend, worauf der Fürst hinaus wollte.
Dieser erklärte: "Sarina hat keine Schuld an Elines Tod. Naraku hat sie auf dem Gewissen. Als ich Sarina fand, war sie vollkommen geschwächt, weil dieser Bastard ihr immer wieder dämonische Energie abzog, damit hat er auch dem Kind geschadet. Es war nicht lebensfähig."
"Meine kleine verehrte Schwester war stark. Drei Tage hat sie gekämpft", man konnte deutlich die Bewunderung in seiner Stimme hören.
Eine Weile sah Inu no Taisho seinen Sohn an. Dann ergriff er zum Erstaunen des jüngeren dessen Hand und drückte sie: "In meinem eigenen Schmerz habe ich deine Gefühle ganz außer Acht gelassen. Es tut mir leid. Eines Tages werden wir das alles Naraku heimzahlen."
"Dann werde ich an deiner Seite sein verehrter Vater", versprach Sesshomaru.
"Izayoi und Inuyasha?, fragte danach der Fürst.
Also hatte sein Vater diesem Bastard bereits einen Namen gegeben. Sesshomaru rutsche etwas beiseite, sodass sein Vater die Menschenfrau mit dem Baby sehen konnte.
"Ihnen fehlt nichts", kam der Prinz seiner nächsten Frage zuvor.
Erleichtert atmete Inu no Taisho auf. Also war es nicht vergebens. Doch etwas lag ihm noch auf der Seele. Er musste es unbedingt wissen: "Warum habe ich dann deine Achtung verloren?"
Beschämt blickte Sesshomaru zu Boden: "Wegen Izayoi."
"Du kennst nicht die ganze Geschichte", begann Inu no Taisho. Genau in diesem Moment war es ihm wichtig, das sein Ältester seine Entscheidungen respektierte.
"Wenige Wochen, nachdem deine Mutter entführt wurde, teilte sie mir in einem Brief mit das sie Narakus Geliebte ist und nicht mehr zu mir zurückkommt. Es gab keinen Zweifel, dass es ihre Handschrift war. Dennoch bin ich losgezogen und habe gegen diesen Bastard Krieg geführt. So gelang es mir auch Sarina zu befreien und musste feststellen, dass sie bereits ein Kind erwartete. Immer wieder behauptete sie, es wäre Narakus Kind. Da ich keine Lüge bei ihr entdecken konnte und selbst die Dämonenkrieger in ihrer Begleitung so etwas Ähnliches zu Izayoi gesagt hatten, musste ich davon ausgehen. Dennoch war ich verwirrt, vor allem weil ich nicht einmal feststellen konnte, ob es mein Kind war, den alles an Sarina roch nach diesem Bastard. Deshalb glaubte ich deiner Mutter wohl. Ihre Augen waren anderes, sie hatte sich verändert.
Ehe ich erkannt habe, dass alles nur ein Trick war und Sarina immer noch unter Naraku Bann stand war es schon zu spät. Ich hatte bereits Izayoi in mein Herz geschlossen und sie zu meiner Geliebten gemacht. Das ich zu deiner Mutter zurückkehrte habe ich allein ihr zu verdanken. Sie gab mir den Rat. Eure Schwester Eline wurde in der Nacht vor Sarinas Entführung gezeugt. Sie war meine Tochter, mein Blut. Keine Intrige Naraku hätte mich daran hindern können sie anzuerkennen. Dieser Prinz redete ihr aber das Gegenteil ein.
Mit dieser Schmach und den Zwang Naraku willen ständig gehorchen zu müssen, wollte sie nicht mehr leben und entschied durch meine Hand zu sterben, bevor ich Gelegenheit hatte ihr zu sagen, dass diese menschliche Priesterin Kikyou den Bann brechen konnte."
Überrascht fragte Sesshomaru, da er bis jetzt nichts über die Priesterin gehört hatte: "Diese Kikyou ist auch Tod?"
"Ja Naraku hat sie ebenfalls getötet, weil sie Sarina helfen wollte."
"Auch wenn ich Menschen verachte, das ist ein weiterer Grund diesen Bastard zu Strecke zu bringen."
Dem konnte sein Vater nur zustimmen. Nach einer ganzen Weile, da Sesshomaru bemerkte das Inu no Taisho Izayoi und das Baby unentwegt betrachtete, sagte er leise: "Verlange nicht von mir das ich ihn als Bruder anerkenne. Er wurde gezeugt, als meine Mutter noch deine Gefährtin war", seine Stimme war kalt und es zeigte sich kein Ausdruck auf seinem Gesicht.
Nur zu gut konnte der Fürst die Gefühle seines Sohnes verstehen.
"Ich werde Izayoi zur Gemahlin nehmen. Du sollst sie nicht Mutter nennen, aber ich verlange Respekt ihr gegenüber."
Niemals würde Sesshomaru einen Befehl seines Vaters nicht gehorchen und das war eindeutig einer gewesen. Er respektierte die zweite Frau Inu no Taishos. Izayoi war eine sanftmütige, freundliche Frau. Sie versuchte nicht, Sesshomarus Liebe zu erlangen, aber sie gab ihm, die ihre. Es dauerte nur wenige Jahre, bis sich die Einstellung des älteren Sohnes zu Inuyasha änderte, was ganz sicher dem Einfluss der Menschenfrau zu verdanken war.
Nach Izayois Tod wurde das Verhältnis sehr zum Erstaunen des Fürsten noch inniger. Seine Söhne respektieren sich gegenseitig und unterstützten sich. Da gab es keine Kämpfe oder Streitereien um die Liebe oder Aufmerksamkeit des Vaters zu erringen. Was wohl auch daran lag, das Inu no Taisho seine Söhne gleich behandelte.
Als Inuyasha alt genug war, brachte ihm Sesshomaru das Kämpfen bei. Oft war er zu dem Jüngeren besonders hart, aber dafür hatte er einen Grund. Das, was Inuyasha an dämonischen Kräften fehlte, sollte der Bruder an Können ausgleichen.
..tbc 5. Kapitel - Der Zorn der Götter
Name sagt ja schon alles. Zwei Götter stellen endlich fest das Naraku existiert und suchen nach einer Lösung, ebenso wie Inu no Taisho. Ob der Hundefürst aber das Richtige tut...
