Kapitel 4
Selbst der Wächter der Waffen sog scharf die Luft ein aber die erwartete Reaktion blieb aus. Nur ein leichtes rötliches Pulsieren zeigte, dass die Witchblade Johns Berührung zur Kenntnis nahm.
„Wie ist das möglich?" Fragte der Fremde irritiert. „Warum greift sie Dich nicht an?" Das ist noch nie dagewesen.
John sah über seine Schulter auf den Mann. „Diese Waffen leben irgendwie, richtig?"
Der Wächter nickte. „Es ist eine Art Symbiose mit den Trägern", erklärte er.
John sah hinab auf das rötliche pulsieren unter seiner Hand. „Dann ist es ganz klar", sagte er schließlich mehr zu sich selbst. Er hob die Hand und legte sie an Camerons Wange. „Ich liebe Dich. Ich liebe Dich Cameron und Du liebst mich".
Cameron starrte ihn mit aufgerissenen Augen an.
„Was?" Fragte Derek ungläubig. „John, Du kannst doch nicht...".
„Natürlich kann ich", sagte John ohne den Blick von Camerons Augen zu nehmen. „Das habe ich von Anfang an und das werde ich immer", stellte er mit Gewissheit fest.
Cameron warf sich weinend in seine Arme.
„Ich wusste es", sagte Sarah schließlich. „Ich hab es immer gewusst. Es war in dem Moment klar, als sie mit ihm zusammen Chips gegessen hat".
Derek griff Sarah am Arm. „Das kannst Du doch nicht zulassen. Sie ist eine Maschine".
Sarah deutete auf das Endoskelett. „Ist sie das? Und selbst wenn sie eine Maschine ist...". Sie deutete auf die Beiden, die am Boden hockten und sich umklammert hielten. „Es ist zu spät".
„Damit ist mein Werk getan!" Rief der Wächter aus dem Hintergrund. „Ihr könnt nun der Gefahr trotzen die Euch erwartet!"
Alle sahen ihn an. Selbst John und Cameron drehten die Köpfe in seine Richtung ohne die Umarmung zu lösen.
„Ich werde Euch nun zurückschicken", sagte er und hob die Arme. „Wenn ihr mich braucht könnt ihr mich rufen. Ich werde Euch im Auge behalten".
„Warte!" Rief Sarah spontan. „Wir können mit diesen Schwertern doch nicht rumlaufen".
„Keine Sorge, Niemand außer den hier Anwesenden wird die Waffen sehen und die Witchblade ist ohnehin ein Schmuckstück. Bei kämpfen werden Außenstehenden Euch nur in Rüstungen sehen". Er begann leise Worte zu murmeln.
Langsam begann die Umgebung erneut zu verschwimmen.
„Wie ist Dein Name?" Rief John noch bevor er den Wächter nicht mehr sehen konnte.
„Merlin!" War die Antwort bevor sein lächelndes Gesicht endgültig verschwand.
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Sie waren wieder auf dem Schrottplatz. Der Wagen in dem zuvor Cameron gelegen hatte war nun völlig zerstört. Das Thermit hatte sich bis zum Boden durchgebrannt.
Alle sahen sich an.
John erhob sich und streckte die Hand nach Cameron aus. „Komm mit mir, wenn Du leben willst", sagte er mit einem Lächeln.
Der kurze Austausch war nicht unbeobachtet geblieben. Während Sarah die Augen verdrehte, schüttelte Charley nur den Kopf. Derek sah angewidert aber auch nachdenklich aus.
„Und was passiert jetzt?" Fragte Charley interessiert.
Sarahs Griff um Albion verstärkte sich. Sie blickte auf die glänzende Waffe. „Wir werden nicht mehr weglaufen", sagte sie entschlossen. „Wir werden kämpfen".
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Jahre später, während des Krieges gegen Skynet machte schnell ein Gerücht die Runde. Es wurde von drei Kämpfern in schimmernden Rüstungen erzählt die angeblich sogar den stärksten Plasmawaffen trotzten.
Die meisten Offiziere hielten das nur für Hirngespinste aber auch sie konnten sich nicht erklären, warum immer wieder Gruppen von Maschinen gefunden wurden, die zwar zerstört waren, dies aber offenbar nicht durch konventionelle Waffen.
Wenn man General Connor fragte murmelte dieser immer nur etwas davon, dass man Gerüchten keinen Glauben schenken könne, dass es völlig unsinnig sei daran zu glauben, dass jemand mit einem Schwert eine Maschine aus einer solchen Legierung zerstören könne. Seine Frau und seine Mutter hingegen zuckten meist nur mit den Schultern.
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Am Tag als Skynet fiel wollten viele Menschen den Connors gratulieren. General Justin Perry, der John Connor die freudige Botschaft überbringen und ihn zu einer Rede veranlassen wollte fand aber das Quartier leer vor. Auch Connors Mutter war unauffindbar.
Zuerst war man bestürzt, als man dann aber keine Anzeichen für den Tod der Drei fand verwandelte sich diese Bestürzung schließlich in so etwas wie Hoffnung.
Ein paar ganz fantasievolle Leute brachten die Connors dann mit den drei mysteriösen Rittern in Verbindung, von denen man erzählte, dass sie über die Menschheit wachten und wiederkehren würden, falls erneut Gefahr drohen sollte.
So entstand die Legende über die Connors. Den Hütern der Menschheit.
Epilog
100 Jahre nach dem Sieg über Skynet.
Auf einem Hügel über der großen Stadt:
„Werden sie es besser machen als wir? Haben sie gelernt?", fragte der sehr jung scheinende Mann und beobachtete weiter die Stadt unter sich.
Seine Frau ergriff seine Hand. „Zu allen Zeiten gab es Neid und Hass unter den Menschen. Vor gerade einmal 100 Jahren wurde Skynet besiegt und die ersten Technologiefirmen konkurrieren schon wieder miteinander. Es herrschen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Staaten innerhalb der vereinigten Nationen und nicht zuletzt sind wieder religiöse Streitereien im Gange". Sie sah ihn von der Seite an. „Ich glaube nicht dass sie etwas gelernt haben".
Nun sah er sie ebenfalls an. „Dann werden wir warten. Wir werden bereit sein notfalls wieder einzugreifen".
Dazu nickte sie nur.
„Findest Du nicht auch, dass Merlin einen skurrilen Sinn von Humor hat?"
„In welcher Weise?", entgegnete sie.
„Na, er hätte uns doch sagen können, dass die Waffen uns relativ unsterblich machen", bemerkte er mit einem Lächeln.
„Das war ich vorher auch", erwiderte sie.
„Denkst Du manchmal daran zurück? Ich meine eine Maschine zu sein?" Fragte er sie ernsthaft.
„Manchmal", entgegnete sie leise mit gesenktem Kopf. „Aber meine Erinnerungen an damals sind immer noch sehr verwirrend". Sie sah zu ihm auf. „Ich wüsste gerne ob ich Dich vorher auch geliebt habe. Ob ich überhaupt Etwas empfunden habe".
Ein Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht. „Natürlich, sonst hättest du mich hinterher auch nicht sofort geliebt". Dann küsste er sie zärtlich.
Sie begann zu grinsen während des Kusses.
Er wich zurück. „Was?"
„So schlimm warst Du nun auch nicht", entgegnete sie mit einem Zwinkern.
Er machte ein verwirrtes Gesicht. „Wie meinst...AUA!"
Ein heftiger Klaps gegen die Seite seines Kopfes hatte ihn unterbrochen.
„Hand aus ihrer Hose", sagte Sarah mit einem Grinsen.
Als hätte er sich verbrannt zog John die Hand, mit der er den oberen Bereich zwischen ihren Pobacken gestreichelt hatte unter dem Bund ihrer Jeans hervor.
„Mom, was soll das?" Fragte er verärgert. „Cameron und ich sind über 100 Jahren verheiratet. Wie lange willst Du mich eigentlich noch wie einen Minderjährigen behandeln.
Sarah drehte den Kopf vom Anblick unterhalb des Hanges weg und sah ihn ernst an. „Solange Du minderjährig bist, ganz einfach".
„Also für immer", warf Cameron ein und sie und Sarah grinsten sich an.
John stöhnte herzerweichend. „Oh Mann!"
(ENDE)
