Da ich zu der Zeit, als ich das hier schreiben wollte, einfach nicht mehr weiter kam, mit der Geschichte, habe ich einfach ein Paar Sachen übersprungen und beschlossen, dass Leon die Stelle jetzt einfach doch antritt. (Falls ihr Vorschläge habt, wie Felicy oder Adrian oder sonst jemand ihn dazu gebracht haben, lasst es mich wissen).
Aber trotzdem, viel Spaß damit :)
5. Kapitel: Feuer
(2 Wochen später) Wechsel
Er kam auf sie zu, mit gesenktem Blick. Seine ganze Körpersprache drückte absolute Demut aus.
Als er vor ihr ankam ließ er sich elegant auf die Knie sinken, etwas, das er in letzter Zeit oft vor ihr hatte tun müssen.
Sie nahm ihm seinen Amtseid ab, er schwor ihr seinen Gehorsam. Es müsste umgekehrt sein. Er war ihr Mentor gewesen, sie musste eigentlich tun, was er sagte.
Sie war sich sicher, dass ihm das absolut bewusst gewesen war.
„Hör zu, Felicy. Wenn du etwas in deinem Leben erreichen willst, dann musst du tun, was deine Vorgesetzten sagen. Denn in diesen Zeiten entscheidest nicht du über deine Zukunft, sondern sie. Beziehungen zu wichtigen Personen der Politik sind alles. Wenn du einen Lord kennst, kennst du bald alle. Und wenn du alle kennst, kannst du alles haben. Aber nur wenn du dich bei ihnen einzuschmeicheln weißt."
Was für eine tolle Gesellschaft, in der sie da lebte. „Ihr bringt mir das also bei, weil es notwendig ist, aber wäre es noch notwendig, wenn man es niemandem mehr beibringen würde?"
Er seufzte. „Es ist ein Teufelskreis, ich weiß, aber ich werde es nicht riskieren, daraus auszubrechen."
Idiot.
(Einige Wochen später)
Als sie sich gerade mit dem neuen Hohen Lord in ihrem Arbeitszimmer über potenzielle neue Lehrer der Schule der Vier Elemente beratschlagte, klopfte es an der Tür und ein Diener trat ein.
„Eure Majestät, Lord Kerano bittet, mit Euch reden zu dürfen", sagte er mit einer leichten Verbeugung.
„Er darf eintreten", antwortete sie. Leon und sie warfen sich einen fragenden Blick zu. Was wollte Lord Kerano, ihr Berater des Elements Feuer? Er war Mitglied des Kronrates und der würde in einer halben Stunde zusammen kommen. Was konnte also so wichtig sein, dass es nicht einmal eine halbe Stunde warten konnte?
Als er eintrat gab seine Körpersprache völlige innere Ausgeglichenheit zu erkennen, doch seine Augen erzählten eine andere Geschichte. Er hatte schlechte Nachrichten. „Eure Majestät", sagte er mit klarer Stimme als er niederkniete. Sie nickte ihm kurz zu, als Zeichen, dass er aufstehen und ihr in die Augen blicken durfte.
„Ich habe soeben Nachricht von meiner Familie erhalten." Er sah traurig aus, als er sprach. Und es schien ihn alle Überwindung zu kosten. „Meiner Mutter geht es nicht gut. Sie ist alt und jetzt auch noch krank geworden. Ich bitte Euch daher…
Eure Majestät, als euer treuer Diener bin ich heute hier, um Euch darum zu bitten, mir die Ehre meiner Arbeit zu erbieten."
Überrascht blickte sie ihn an. Doch sie verstand, dass er bei seiner Mutter sein wollte, um ihr und sich selbst Kraft zu geben.
„Dann sollt Ihr sie erhalten", sagte sie.
Wieder klopfte es und der Diener trat ein. „Eure Majestät, Hoher Lord, der Kronrat ist jetzt voll versammelt, mit Ausnahme von Lord Kerano."
„Danke", antwortete sie und zusammen mit Leon erhob sie sich und ging in Richtung des Thronzimmers. Als sie dort ankam, kündigte sie ein weiterer Diener an.
„Mylords des Kronrates, Ihre Majestät, Königin Felicy, 35. Avatar und der Hohe Lord des Kronrates, Lord Leon."
Die Lords, die alle zusammen standen und sich unterhielten, knieten nieder, als sie und Lord Leon eintraten. Sie sprach zu ihnen. „Bitte, steht auf und setzt Euch, wir haben heute viel zu besprechen."
Sie begann die Besprechung mit den traditionellen Worten. „Ich, Königin Felicy, 35. Avatar, erkläre die heutige Sitzung des Kronrates für eröffnet. Die Leitung wird der Hohe Lord Leon übernehmen." Sie blickte ihn an.
„Ich danke Euch, Majestät", antwortete er. „Mylords, an diesem Morgen hat Lord Kerano die Königin aufgesucht, um die Ehre, die er durch seine Arbeit hier verdient hat, von ihr zu erhalten. Daher liegt es jetzt an uns, in dieser Sitzung einen neuen Lord des Feuers, einen neuen Ignio, für den Kronrat zu bestimmen. Ich bitte darum, dass Sie erst einmal alle einen oder mehrere Vorschläge machen und dann erst zum Diskutieren übergehen, Danke."
„Verzeiht mir, Majestät, aber ich bin immer noch der Meinung, dass Mr White zu jung und zu unerfahren für den anspruchsvollen Posten eines Mitglieds des Kronrates ist." Das hatte er jetzt schon mindestens dreimal zu ihr gesagt, jedes mal hatte sie ihm versichert, dass Charlie erfahren genug war. Nebenbei zählten seine Leistungen als Feuerbändiger und sein Können als Politiker als einige der Besten im ganzen Land. Es gab nur wenige, die ihm das Wasser reichen konnten, oder in diesem Falle das Feuer. Außerdem war er äußerst charmant…
(Zur selben Zeit) Wechsel
Sie hatte sich in diesen Charlie verliebt.
Er spürte das, denn sie war ihm schon damals in der Klasse verfallen. Sie hatte mit ihm zusammen bei ihm und Lady Katara das Bändigen gelernt. Damals wurden Wasser und Feuerbändiger zusammen unterrichtet.
Felicy und Charlie waren die Besten in der Klasse gewesen und anfangs verfeindet, doch aus dieser Feindschaft wurde Freundschaft und wäre Felicy nicht Königin geworden, während Charlie weiter die Schule besuchte, wären sie jetzt vielleicht mehr als nur Freunde.
Aber sie hatten sich lange nicht gesehen und Felicy konnte nicht wissen, ob er ihr immer noch mit Freundschaft entgegenblickte oder mit Neid. Sie war drauf und dran diese Möglichkeit einfach zu ignorieren und ihn zum Lord zu machen.
Er musste versuchen, sie zur Vernunft zu bringen.
„Majestät, ich bitte Euch, stellt jemand anderen ein und lasst ihn erwachsen werden. Er ist noch nicht so weit." Das sagte er schon zum zehnten Mal.
Sie sah ihn genauso an wie früher, als sie ihre Gefühle noch nicht verbergen konnte. Ihre Augen blitzten.
Und plötzlich fingen sie an zu leuchten und die Vorhänge vor den Fenstern gingen in Flammen auf, der Steinboden krachte, als er mitten durchbrach und aus den klaffenden Löchern strömte Wasser in unglaublichen Mengen, mit einer Kraft, dass man sie beinahe schmecken konnte. Wind zerzauste ihre Haare in einem einzigen Sturm. Die Lords des Kronrates sprangen auf, ließen sich hastig auf die Knie nieder und senkten den Blick. Auch er sprang auf, doch blieb stehen.
Felicy brachte die offenen Türen, hinter denen andere Höflinge standen mit einer ausladenden Bewegung ihrer Arme dazu, sich mit einem Krachen zu schließen.
„Leon, zweifelt nicht länger an der Macht Eurer Königin, des Avatars, Ihr habt nicht das Recht dazu."
Er wollte etwas erwidern, doch er konnte nicht mehr sprechen. Sie hatte ihm die Sprache genommen!
„Meine Königin", sprach Lord Haiku, ihr Berater des Wassers, also Aqueo, durch den anhaltenden Sturm. „Bitte, lasst es mich ihm erklären, ich verspreche Euch, er wird Euch gehorchen…" Doch weiter kam auch er nicht, sie brachte ihn mit einer Geste zum schweigen. „Haiku, es ehrt Euch, dass Ihr ihn verteidigen wollt, aber es steht Euch nicht zu, Euch in diese Angelegenheit, zwischen mir und einem Diener, einzumischen." Haiku senkte ergeben den Kopf.
„Leon", sprach Felicy jetzt wieder. „Ich werde Mr White zu meinem Berater machen und Ihr werdet ihn ehren, das ist ein Befehl" Ihre Augen verloren ihr Glühen und der Sturm legte sich. Nichts, weder der Raum, noch ihre Körpersprache, ließen erkennen, was eben passiert war.
„Lord Haiku, haltet Euer Versprechen", sagte sie nur, drehte sich um und verließ den Raum.
Die Lords erhoben sich, Haiku trat auf ihn zu und verbeugte sich. „Mein Hoher Lord, im Namen der Königin muss ich Euch um ein Gespräch unter vier Augen bitten."
Leon nickte. Das hatte er sich schon denken können.
