Hermine saß den ganzen restlichen Abend mit grimmiger Miene auf einer Couch am Kamin und las weiter in ihrem Scriptum exsecrationem et contrarii, um auch wirklich bestens gewappnet zu sein. Das Buch war darüber hinaus wirklich beeindruckend und faszinierend, da auch die Dunklen Künste beschrieben wurden.

Um zehn nickte sie Ginny zu, die heimlich ein paar Stinkbomben in den Gemeinschaftsraum rollte, wo Hermine sie mit einem kleinen Explosionszauber zum Platzen brachte. Das war immer noch die bewährteste Methode, den Gemeinschaftsraum zuverlässig zu leeren. Murrend verzogen sich ihre Mitschüler in die Schlafsäle.

Ginny, Harry und Ron pressten sich unter Harrys Tarnumhang, während Hermine ging, um ihren „Schulsprecherpflichten" nachzukommen, wie sie dem Portrait der Fetten Dame erklärte, die einen Aufstand machte, weil ein Gryffindor noch so spät aus dem Turm wollte.

Zu viert huschten sie in den Astronomieturm, glücklicherweise ohne irgendjemandem zu begegnen, nicht einmal Mrs Norris, Filchs spionierender Katze. Oben angekommen, stellten sie fest, dass Malfoy noch nicht angekommen war.

„Wenn du in Bedrängnis gerätst, Hermine, dann greifen wir ihn an!", flüsterte Harry. „Ja, ja, aber jetzt versteckt euch! Sonst sieht er noch eure Knöchel oder hört euch!", gab Hermine leise zurück. Im Augenblick hieß es warten. Sie lehnte sich lässig gegen die Brüstung, den Zauberstab hinter ihrem Rücken versteckt.

Nach ein paar Minuten hörte sie Schritte und Malfoy erschien endlich. Aber wie! Er trug nicht mehr seine normale Schuluniform wie Hermine selbst, sondern hatte sich herausgeputzt. Hermine kam wieder in den Sinn, worauf Ginny sie gestoßen hatte. Sie schüttelte es leicht vor Ekel. Oder vor Kälte? Hermine wusste es nicht. Entscheidend war, dass sich Malfoy ihr näherte.

„Weswegen hast du mich also hier herauf bestellt, Malfoy?", fragte sie kalt. „Ich sollte dir Punkte für deine Unverschämtheit abziehen!", stieß sie hervor. „Ach, Granger, mach mir doch nichts vor", sagte Malfoy mit sanfter Stimme, „du und deine Freunde, ihr streift doch ständig bei Nacht durch das Schloss!" Diesen Ton hatte Hermine noch nie gehört. Ginny hatte Recht. Malfoy wollte sie verführen.

Er trat noch näher an sie heran und flüsterte ihren Vornamen. Pech für dich, Malfoy, dass du soeben meine Individualdistanz überschritten hast, dachte Hermine und fragte sich, ob sie wirklich etwas dagegen haben sollte. Halb Hogwarts träumte von der Situation, in der sie jetzt war. Malfoy streckte seine Hand aus, um sie zu berühren. Das war aber des Guten zu viel. Hermine schrie das erste, was ihr in den Sinn kam. „Sectumsempra!" Sollte Malfoy doch elendiglich verrecken. Die Dunklen Künste schienen abzufärben… Doch Malfoy hatte in einer blitzartigen Bewegung seinen Zauberstab hervor gerissen und wehrte den Fluch mit einem Protego ab. „Nein!", keuchte er.

Hermine sah, wie Malfoy zurückstolperte und abwehrend die Hände heben wollte. Verdammter Feigling. „Stupor! Impedimenta! Petrificus Totalus! Confringo! Expelliarmus! Expulso! ", schrie Hermine ihrem Feind entgegen.

Malfoy, dermaßen überrascht, ging in die Knie und schaffte es gerade noch, alle Flüche abzuwehren. „Granger!", keuchte er, „Was soll denn das? Ich wollte dir doch- Protego!- gar nichts tun!" Hermine sah wütend auf ihn herab. „Steh auf, Frettchen", sagte sie zu ihm, „ich kämpfe nicht gegen dich, wenn du am Boden liegst!" Doch Malfoy blieb vorerst sitzen.

„Verrat mir eines, Granger", sagte er, als er wieder zu Atem gekommen war, „was hast du denn geglaubt, weswegen ich mich mit dir hier treffen wollte!" Als er sich mit diesen Worten aufrappelte, antwortete Hermine tatsächlich auf die Frage: „Ich dachte, du wolltest dich mit mir duellieren- dass ich gleich überfallen werde, damit hab' ich nicht gerechnet." Malfoy schaute ein bisschen blöd aus der Wäsche, fand Hermine.

Er schüttelte nur ungläubig den Kopf. „Granger, ich hätte dich für intelligenter gehalten. Du und Schulsprecherin!", lachte er ihr ins Gesicht und wehrte ihren Angriff mit einem Schlenker seines Zauberstabes ab. Hermine war wütend. Was bildete er sich eigentlich ein!

Incarcerus, Fiendfyre incendio!", schrie sie wütend, ohne auf ihre Deckung zu achten. Malfoys Fluch ließ sie stolpern, er hatte wohl nicht richtig gezielt. Ihre Flüche aber hatten ihn trotz Schutzschild zu Boden gerissen und eine riesige Stichflamme schoss ober seinen Kopf hinweg. Das höhnische Grinsen war von Malfoys Gesicht gewischt, registrierte Hermine befriedigt. Dann aber bemerkte sie, welchen Fluch sie gerade in der Hitze des Gefechts angewendet hatte und sie wurde blass. Sie hätte das Buch nicht lesen sollen. Nicht so fasziniert sein dürfen von der Dunklen Magie.

Malfoy fing sich gerade wieder, sah ihre Blässe und deutete sie offensichtlich falsch. Er rief höhnend: „Hat Potty dir etwa nicht erzählt, Granger, dass man einen schwarzmagischen Fluch auch so meinen muss? Er hat seine Crutiatus- Lehrstunde bei Tante Bellatrix schon hinter sich!" Nun griff er Hermine an und sie wurde zurückgedrängt. Bevor sie das Blatt wenden konnte- und sie wusste, sie konnte das- hörte sie ein Raunen und Malfoy brach zusammen.

Ron stürmte hervor und umarmte Hermine. „Ron? Was soll denn das? Ich hätte ihn schon erledigt!", sagte Hermine überrascht. „Na und? Es sah aber nicht danach aus!", gab Ron unsensibel zurück. „Egal jetzt!", entschied Ginny, die mit Harry hervortrat. „Was machen wir jetzt mit ihm? Ron, das war ein 1A- Stupor!", meinte sie. „Ich wüsste da was…", murmelte Hermine.

Zwei Minuten später war Malfoy mit einem Enervate wiederbelebt und anschließend mit einem Petrificus totalus gelähmt worden. Damit er es auch mitbekam. Harry, Ron und Ginny hielten sich im Hintergrund, als sich Hermine zu ihrem Erzfeind kniete. „Malfoy, Malfoy. Ja, ich das Schlammblut, sage deinen Namen. Wann lernst du es eigentlich, dass du mich nicht besiegen kannst, du arrogantes… Naja. Und wenn du Bedarf nach Frauen hast, dann halt dich gefälligst an Pansy. Die scheint dir eh nicht abgeneigt zu sein!", sagte Hermine salbungsvoll. „Und jetzt: leb wohl. Vielleicht schicke ich dir morgen mal Dobby vorbei oder du hast Glück und es taucht noch ein Pärchen auf!"

Damit stand sie auf und ging, allerdings nicht, ohne ihm einen saftigen Tritt in die Seite zu verpassen. „Darf ich auch!", flüsterte Harry, der seine gebrochene Nase noch gut in Erinnerung behalten hatte. Doch Ginny zerrte ihn fort von Malfoy. „Nicht, das ist Hermines Kampf!"

Sie quetschten sich wieder unter den Tarnumhang und hasteten zum Gryffindorturm.

In ihrem Schlafsaal angekommen, ließ Hermines Triumphgefühl langsam nach. Sie kam sich ziemlich albern vor, Malfoy dort oben liegen gelassen zu haben, auch wenn er genau dasselbe mit ihr vor einiger Zeit gemacht hatte. Außerdem hatte sie auf ihn einen schwarzmagischen Fluch anwenden wollen; sie konnte froh sein, dass es nicht geklappt hatte. Nun, sobald sie aufstand, würde sie Malfoy befreien. Außerdem war ja klar, warum der Fluch nicht gewirkt hatte… Herzbegehren. Sie konnte es gar nicht so meinen, wenn sie ihn insgeheim liebte, wie der Trank vorgab.


Draco fiel zum ersten Mal in seinem Leben auf, dass Hermine Granger schon lange nicht mehr das biberzähnige hässliche Entlein war, das er so oft deswegen verspottet hatte. Nein, sie war sogar sehr ansehnlich geworden, richtig hübsch, wenn man genauer hinsah. Ob das Potter und dem Wiesel auch aufgefallen war? Nein, bestimmt nicht, die waren doch zu blöd um zu erkennen, was tagtäglich mit ihnen herumlief. Sie dachten immerhin noch nicht einmal selbstständig.

Er trat näher an Granger, die einen Arm hinter ihrem Rücken hatte und sich wohl an der Brüstung festhielt. Draco legte sich eine genaue Strategie zurecht, wie er sie am besten bezirzen konnte.

Zuerst einmal: mit Vornamen anreden, auch wenn es ihm bei ihr widerstrebte: Mädchen hassten es, wenn man sie mit Nachnamen anredete und Granger bildete da keine Ausnahme, wie er aus dem Zaubertrankunterricht wusste.

Zweitens: sie überrumpeln, damit sie überhaupt keine Gelegenheit hatte, groß nachzudenken und ihren Mund wieder einmal aufzureißen.

Drittens: da sie zu dem Treffen immerhin erschienen war, konnte sie ihm wohl trotz allem nur schlecht widerstehen. Das galt es auszunutzen.

Hermine Granger würde sich nun mal nicht so leicht einlullen lassen wie andere Mädchen.

Aber los zu Punkt eins: nach dem üblichen Geplänkel näherte er sich ihr vorsichtig. Pansy wäre ihm schon längst um den Hals gefallen. Ihren Namen sagen. Punkt zwei: Hand ausstrecken und ihr Gesicht berühren, damit er sie zu sich ziehen konnte und dann… sah er eine schnelle Bewegung von… Hermine.

Protego!", ächzte er, als er seinen Zauberstab in die Finger bekam. Mit Müh und Not wehrte er den Sectumsempra ab. Der hier musste sich zum Lieblingsspruch dieses Gryffindortrios entwickelt haben: letztes Jahr Potter, jetzt Hermine.

Noch bevor er sich wehren konnte, schleuderte ihm Granger eine geballte Ladung Flüche entgegen, die er unter Anstrengung abwehren konnte. Sie war wirklich gut. Nun hieß sie ihn aufstehen. Typisch Gryffindor. Nur auf einer Augenhöhe kämpfen. Er hätte ohne zu Zögern den Vorteil ergriffen.

Nun kam Draco in den Sinn, dass er sich ganz offensichtlich in Punkt drei geirrt haben musste. Sie konnte sich entweder seinem Charme entziehen oder war eine durchgeknallte Verrückte, die ihre Dates anzugreifen pflegte. Kein Wunder, dass er Granger nie mit anderen Jungs als Potter und Weasley gesehen hatte. Die waren genauso verrückt.

Draco unterdrückte ein kurzes Auflachen, bevor er zu ihr sagte: „Verrat mir eines, Granger, was hast du denn geglaubt, weswegen ich mich mit dir hier treffen wollte!" Zu seinem Erstaunen antwortete sie ihm sogar und nun musste er wirklich aufpassen, dass er nicht unmalfoyhaft loslachte. Duellieren? Mit ihm? Auf dem Astronomieturm? Hatte Granger sie noch alle?

Dann passierte etwas, das er nie und nimmer erwartet hätte. Hermine benutzte einen Fluch der Dunklen Magie, den für Dämonenfeuer. Er konnte ihn zwar gerade noch abwehren, aber von den Füßen wurde Draco dennoch gerissen. Sie war doch eine Gryffindor! Sein Lächeln verblasste. Wie gewaltig groß musste ihre Wut auf ihn sein?

Draco sah, wie sich ihr Gesicht blass färbte. Er dachte, weil ihr Zauber misslungen war. Die Blässe stand ihr gut, stellte Draco fest. Richtig slytherin. Draco erzählte ihr, dass Potter schon Dunkle Magie in Form des Cruciatus- Fluch schon bei seiner (ätzenden) Tante angewendet hatte und sie erstarrte.

War Potter also doch nicht so heilig, wie sie zu glauben schien? Der Gedanke gab Draco einen neuen Aufschwung und er drängte Granger in die Defensive. Sie kam fast gar nicht mehr dazu, einen gut platzierten Fluch auf ihn zu hetzen. Doch einer musste ihn getroffen haben, begriff Draco noch, als er plötzlich zusammensank und in die Schwärze fiel.

Das nächste, was er mitbekam, waren ein paar Stimmen, aber es war doch nur Granger auf dem Turm, oder? Dann hörte er, wie jemand mit lauter Stimme einen Spruch sagte und er zusammenklappte und gelähmt wurde. Die Ganzkörperklammer, dachte Draco halb benebelt. Er sah durch seine halb geschlossenen Augenlider, wie sich Hermine neben ihn hinkniete und ihm irgendetwas sagte. Was genau, bekam er nicht mit, das Wesentliche aber blieb in Dracos Hirn haften.

Granger würde ihn hier bewegungsunfähig zurücklassen. Dann trat sie ihm noch kräftig in die Seite und wenn er gekonnt hätte, hätte Draco einen Schmerzenslaut von sich gegeben. Dass dieses Schlammblut Kraft besaß, das wusste er ja bereits.

Nach einer Weile Dahinvegetierens klärten sich Dracos Sinne und er konnte klarer denken. Aber sonst auch nichts. Das war ja das Problem. Verdammtes Miststück, diese Granger. Wie lange würde man brauchen, um ihn hier zu finden? Wenn heute Samstag war, käme frühestens die Astro- Klasse am Montag in der Nacht hier herauf.

Draco fiel ein Muggelsprichwort ein: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück. Er brauchte sich eigentlich überhaupt nicht zu wundern, wenn Hermine den Spieß umdrehte und ihm Gleiches mit Gleichem vergalt.

Und du hast es auch wirklich verdient, meldete sich die Stimme in seinem Kopf, nachdem du sie zur Belustigung von Blaise und ganz Slytherin bloßstellen wolltest, sobald du bekommen hättest, was du wolltest! Draco focht einen Kampf in seinem Kopf aus. Momentan gewann sein neu erwachtes Gewissen: Außerdem weißt du auch ganz genau, was dir Nerhegeb gezeigt hat. Nimm nicht Blaise als Schutzschild dafür, dass du sie näher kennenlernen willst. Und entsorge endlich Pansy, an der liegt dir doch eh nichts!

Aber ich kann mich doch nicht in das Schlammblut Granger verliebt haben, wie Blaise es mir gewünscht hat! Nun, Blaise kennt dich doch besser als du dich selbst, das war schon so als Kinder. Reiß dich zusammen und sei nett zu ihr, dann bekommst du deine Chance auch. Aber als schleimiges Frettchen kommst du nie an Hermine ran! Draco wollte die Gedanken abschütteln. Malfoys hatten keine Gefühle. Der Spiegel allerdings sagte etwas ganz anderes.

Draco konnte in einer so unbequemen Position einfach nicht einschlafen, weshalb sich sein innerer Konflikt zuspitzte. Würde er seinem Namen gerecht und so weiter leben wie bisher, trug er dem Namen Malfoy Rechnung, wusste aber zugleich, dass ihn eine andere als Hermine nicht glücklich machen würde, wenn Specula Anima recht hatte…

Würde er auf den Spiegel hören- und Draco weigerte sich, „Spiegel" durch „Herz" zu substituieren, dann konnte er sein Erbe, Malfoy Manor, Geld, jegliches Ansehen, einfach alles vergessen. Und es war noch nicht einmal gewährleistet, dass Gran-, Hermine ihn überhaupt mochte- und er machte sich unterdessen zum kompletten Idioten vor ganz Hogwarts. Bei Pansy wäre er sich wenigstens sicher, dass sie ihm folgen würde.

Als Draco ein paar Stunden später doch eingeschlafen war- ja, das war sogar bei halbgeschlossenen Augen möglich, weckte ihn schon bald danach ein harter Schlag gegen die Schulter. Stöhnend griff er sich nach der schmerzenden Stelle und öffnete seine Augen. Das erste, was er sah, war Hermine Granger, die ihren Zauberstab auf ihn gerichtet hatte.

„Lass es!", murmelte er müde. „Ich habe dich gerade aus der Ganzkörperklammer befreit, Malfoy. Ich kann das auch gerne rückgängig machen, wenn du willst!", keifte sie. „Nein!", quietschte Draco entsetzt, hustete und richtete sich auf. Hermine hielt ihm seinen Zauberstab entgegen, den sie irgendwo auf dem Turm aufgelesen haben musste.

Scheiße, er quietschte ja wie im Stimmbruch. Das lag daran, dass seine Stimmbänder auch gelähmt gewesen waren…

„Hey, Malfoy. Tut mir Leid wegen gestern. Ich, ähm, hätte dich hier nicht so zurücklassen sollen. Das war nicht okay. Also sorry.", hörte er Hermine sagen und glaubte es kaum. Die Gryffindor entschuldigte sich bei ihm. Draco nickte.

Jetzt sag was, verdammt noch mal, schrie die Stimme in seinem Kopf.

„Also, ähm", begann Draco und stöhnte in Gedanken: unintelligenter geht's ja echt nicht! Er fuhr fort: „Naja, ähm, ich wollte das auch nicht, du weißt schon…" Ganz toll, Draco. Noch bescheidener hättest du es nicht ausdrücken können. Sie hält dich bestimmt für voll idiotisch. Er blickte zweifelnd auf.

Aber Hermine lächelte nur leicht und sagte: „Ist schon okay, Malfoy. Du musst dich nicht entschuldigen." Draco stutzte. Ja, genau, er hatte sich soeben dafür entschuldigt, dass er sie küssen wollte. Nein! Er wollte es ja immer noch! Nein, er wollte es nicht, er war ein Malfoy! Und Malfoys entschuldigen sich auch nicht. Niemals!

Sein Gesichtsausdruck nahm wieder die gewohnte Maske an. „Ah, ich sehe, du wirst wieder normal, Frettchen!", sagte Hermine fast freundlich und ging. Malfoy sah ihr hinterher. Nicht, dass man bei ihrem Umhang besonders viel von der Figur sehen konnte, er tat es aus Gewohnheit. „He, Gran-, Hermine, warte!", rief er ihr hinterher.

Nein. Er rief doch nicht etwa Granger hinterher. Ein Malfoy war zu stolz, um einer Muggelgeborenen hinterherzulaufen. Und doch wollte er es irgendwie. Langsam werde ich verrückt, diese Zwangspause zum Denken tat definitiv nicht gut, dachte Draco und stand auf.

Dann erst kam ihm in den Sinn, dass er von hier schleunigst verschwinden sollte, da das Betreten des Turms für außerschulische Zwecke verboten war und ihn auch nach Möglichkeit keiner auf dem Gang erwischen sollte. Es war erst halb sieben in der Früh und das nutzte er besser aus, um ungesehen in seinen Schlafsaal zu gelangen.