Hier noch ein Kapitel... wegen dem netten Review und weil ich gerade guter Laune bin. Weil Bayern mittlerweile 7:0 gegen Hoffenheim führt :D


Hermine war nicht glücklicher geworden, nur weil sie Malfoy nun seine Grenzen aufgezeigt hatte. Das war aber doch genau das gewesen, was sie sich erwünscht hatte! Malfoy tat ihr fast schon wieder leid.

Aber es gab noch eine Grenze, die Malfoy ständig überschritt. Nicht nur, dass er bisher alle ihre Freunde beleidigt hatte- was er jetzt wohl lassen würde- nein, er bildete sich auch noch ein, im Quidditch der beste Spieler der Schule zu sein. Das war er aber nicht. Harry war das.

Jetzt würde sie Harry helfen, Malfoy loszuwerden, denn Gryffindor würde in ein paar Tagen gegen Slytherin spielen und Malfoy sollte gar nicht erst die Gelegenheit haben, wieder so herumzustolzieren, als wäre er Merlin persönlich.

Am Vortag des Quidditchspiels sah sie Malfoy wie immer mit stolzgeschwellter Brust am Frühstückstisch sitzen. Ihr wurde fast schlecht, als sie ihn sah. Zumindest machte ihr Magen seltsame Kapriolen, die er sonst nicht veranstaltete.

Hermine überlegte seit Tagen, wie sie Malfoy nur vom Quidditch fernhalten könnte. Aber ihr fiel einfach nichts dazu ein. Heute jedoch kam ihr unerwarteterweise Snape zu Hilfe. Er glaubte offenbar wieder einmal, die Arbeitspaare zusammenstellen zu müssen und aus irgendeinem bescheuerten Grund kam sie schon wieder mit Malfoy in eine Gruppe in die erste Reihe.

Sie sah ihre Gelegenheit, sich für das „T" in Zaubertränke zu rächen, das sie in ihrer ersten Schulwoche bekommen hatte und der heutige Tag bot einfach die perfekte Gelegenheit, Malfoy außer Gefecht zu setzen.

Malfoy schien heute offenbar auf Gentleman machen zu wollen, denn er erhob sich freiwillig, um die Zutaten zu holen. Hermine griff in ihren Umhang und zog ein kleines Fläschchen mit Krokodilstränen hervor. Sie entkorkte es und träufelte ein bisschen Flüssigkeit in Malfoys Kessel. Es würde ihm nicht auffallen, denn die Tränen waren durchsichtig.

Ihr Erzfeind und Herzbegehren trat aus der Vorratskammer und legte die Zutaten vor Hermine. „Danke!", sagte sie automatisch und lächelte Malfoy dann so freundlich an wie sie konnte. Der schien gleich ganz perplex. Na umso besser, wenn er unaufmerksam war.

Hermine braute ihren Trank, so gut wie immer. Doch neben ihr mühte sich Malfoy vergebens ab. Sein Trank nahm nie die vorgeschriebene Farbe an und stank auch noch ekelerregend. Hermine sparte sich einen Blick in seine Richtung, denn sie hätte zum Lachen begonnen.

Sie war fertig und brachte Snape eine Probe ihres perfekten Trankes, als sie zurück zu ihrem Tisch ging und ihre Tasche holen wollte, bevor Malfoy seine Flubberwürmer zugab. Malfoy mühte sich immer noch ab und Hermine grinste schadenfroh. Sie griff nach ihrer Tasche, um sich in Sicherheit zu bringen, als Malfoy entschied, die zerkleinerten Flubberwürmer in seinen Kessel zu werfen.

Flubberwurmschleim und Krokodilstränen reagierten miteinander hochexplosiv.

Malfoys Kessel explodierte und er und Hermine, die noch genau neben ihm stand, bekamen die volle Ladung des stinkenden, siedenden Gebräus ab. Die ganze Klasse schrie, am lautesten Hermine und Malfoy, die sich überall verbrannt hatten.

Snape eilte herbei und sah seinen Lieblingsschüler und Hermine Granger über und über mit dem Gebräu besudelt und vor Schmerzen schreiend. „Weasley, bringen Sie die beide in den Krankenflügel!", befahl er und Ron schob seine Freundin und Malfoy aus der Tür, um sie zu Madame Pomfrey zu bringen.

Hermine hatte es kommen sehen, wie in Zeitlupe, als die Flubberwurmstückchen fielen. Das schlimmste Gefühl überhaupt war, dass sie rein gar nichts dagegen unternehmen konnte.

Und jetzt lag sie neben Malfoy im Krankenflügel und erfuhr gerade, dass sie zwei Tage hier bleiben musste, weil Madame Pomfrey ihre Verbrennungen als so schwerwiegend erachtete.

„Malfoy!", sagte Hermine und drehte ihren Kopf schwerfällig zu ihm, „Kannst du nicht aufpassen, was du tust? Du bist ja noch übler als Neville beim Brauen!" Dass es ja eigentlich ihre Schuld gewesen war, vergaß sie geflissentlich.

„Hey!", empörte sich Malfoy neben ihr, „Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, was heute los war. Als wenn eine falsche Zutat dabei gewesen wäre!" „Wie wär's, wenn du mal deine Arroganz sausen lassen würdest, und zugeben würdest, dass du, Malfoy, es verbockt hast!", stichelte Hermine weiter. „Ich sagte doch, es war nicht meine Schuld!", fuhr Malfoy auf.

„Weißt du was, Malfoy?", fragte Hermine nach einer Weile, „Ich finde, jetzt sind wir wieder quitt. Nachdem du jetzt auch ein „T" bekommst."

Sie hörte, wie er nach Luft schnappte. „Du warst das!", stieß er zornig hervor. „Ach, halt die Klappe, Malfoy, ich will jetzt schlafen!", erwiderte Hermine garstig.

Sie schloss zwar ihre Augen, aber sie konnte Malfoys Blick immer noch auch sich spüren. Automatisch zog sie die Decke höher. Ihre Gedanken schweiften ab. Ach, Malfoy… jetzt war sein gutes Aussehen ruiniert. Hätte er mich wirklich damals auf dem Astronomieturm geküsst, wie wäre das wohl gewesen, fragte sich Hermine. Was denkst du denn da? Hör sofort auf damit, dachte sie beschämt.

Gerade eben hatte Malfoy wieder eine Grenze überschritten. Weil- weil, halt. Er hatte sie dazu gebracht, sich vor ihren eigenen Gedanken blöd vorzukommen. Verdammter Malfoy.

„Malfoy?", fragte sie nach einer Weile, als sie sicher war, dass sie die Röte in ihrem Gesicht ausschließlich den Brandwunden zu verdanken hatte. „Wie wär's denn, wenn wir uns nächsten Dienstag um halb elf im Astronomieturm treffen würden?"

Sie hörte ein keuchendes Geräusch von dem Bett neben ihr. Malfoy hatte sich gerade an einem Glas Wasser verschluckt und sah sie an, als wäre sie nicht ganz bei Sinnen. Sie lächelte ihn nur unverbindlich an. „Na,… na gut, Granger!", würgte er hervor. „Aber keine faulen Tricks diesmal! Und wehe, du kostest mich noch einmal ein Quidditchspiel!"

Hermine schenkte ihm ein diabolisches Grinsen. Bis Dienstag waren es noch ein paar Tage…


Draco dachte nach. Hermine hasste ihn, was ihm ihre letzte Aktion bewies. Mochte sie noch so gut aussehen. Er würde sie vergessen und Pansy als Freundin behalten und seinem Namen Malfoy alle Ehre machen, solange er kein Todesser werden musste. Sollte ihm dieses Weib den Buckel herunterrutschen! Er jedenfalls hatte keine Lust, sich der Widerspenstigen Zähmung anzunehmen. Sollte doch das Wiesel diesen Teil übernehmen.

„Draco? Zaubertränke!", holte ihn Millicent Bulstrode einmal mehr in die Realität zurück, denn seine Gedanken verselbstständigten sich des Öfteren während Muggelkunde. Draco setzte seine überhebliche Miene auf und marschierte hinab zu Snapes Kerker.

Sein Hauslehrer schien mal wieder seiner sadistischen Ader zu frönen, denn er ihm teilte ausgerechnet Granger und Goyle zu. Goyle war zu nichts zu gebrauchen und Hermine- eine Gryffindor. Trotzdem besann er sich auf seine Manieren und schaffte für alle drei die Zaubertrankzutaten herbei.

Zu seiner Befriedigung verkorkste es Goyle schon nach fünf Minuten und zu Dracos Ärger machte Granger es wieder einmal perfekt. Und zu seiner Wut schien der Wurm in seinem Trank zu sein. Er wusste ganz genau, dass ihm kein Fehler unterlaufen war. Und trotzdem war sein Trank eine widerliche Brühe statt der nach Zitronengras riechenden Flüssigkeit, wie es in Hermines Kessel der Fall war.

In Rekordzeit, so schien ihm, hatte seine Banknachbarin ihren Trank fertiggebraut und gab eine Probe bei Snape ab. Und er war erst bei Schritt fünf mit den Flubberwürmern! Er sah, wie Granger siegessicher zum Tisch zurückkam und ihre Büchertasche aufhob. Achselzuckend- was konnte schon noch groß schief gehen- schnippte er die Würmer in seinen Kessel. Welcher explodierte.

Als wäre der Tag nicht ohnehin schon ruiniert, eröffnete ihm Madame Pomfrey, dass er das morgige Quidditchspiel vergessen konnte, weil er zwei Tage Bettruhe genießen musste. Während er noch überlegte, ob er seinen Unmut über diese Tatsache an Granger auslassen sollte, fiel es ihr doch tatsächlich ein, ihn mit Longbottom zu vergleichen und ihm dann auch noch zu verstehen zu geben, dass es ihre Schuld war, dass der Trank explodiert war.

Draco sah ein, dass ihm das wütende Geschrei, das ihm auf den Lippen lag, nur einen Traumlostrank von Madame Pomfrey einbringen würde, also nahm er das Wasserglas von seinem Nachtkästchen und schluckte seinen Ärger mit ein paar Mundvoll Wasser herunter. Wovon er allerdings die Hälfte wieder ausspuckte, als Granger doch tatsächlich fragte: „Wie wär's denn, wenn wir uns nächsten Dienstag um halb elf im Astronomieturm treffen würden?"

Solche Aktionen kamen eigentlich von Leuten wie Pansy, aber bestimmt nicht Granger! Misstrauisch aber neugierig stimmte er schließlich zu. Vielleicht hatte sie es sich ja doch noch anders überlegt.

Am nächsten Tag lag er Madame Pomfrey und allen Patienten des Krankenflügels in den Ohren, weil er nicht Quidditch spielen konnte. Hermine schließlich machte dem Ganzen ein Ende, indem sie ihm einen Silencio aufhalste, dafür jedoch zehn Punkt Abzug für Gryffindor bekam, weil Pomfrey es mitbekommen hatte und Zaubern im Krankenflügel verboten war. Potter fing den Schnatz.

Granger sah in ihrem knappen Krankenhausnachthemd zugegebenermaßen gut aus. Auch wenn die Verbrennungen das Gesamtbild störten. Sie warf ihm immer wieder giftige Blicke zu, wenn sie merkte, dass er starrte. Aber diese Gelegenheit konnte er sich ja schlecht entgehen lassen.

Als Madame Pomfrey die beiden schließlich entließ und sie den Krankenflügel verließen, sagte Granger zu ihm: „Vergiss unsere Verabredung nicht!" und verschwand, bevor er etwas erwidern konnte. Was war nur los mit ihr? Nicht, dass er etwas gegen die Verabredung hätte. Ganz im Gegenteil. Seit er beschlossen hatte, Granger nicht anders als alle anderen Mädchen zu behandeln, meldete sich auch sein Gewissen nicht mehr. Umso besser. Sollte der blöde Spiegel doch zeigen, was er wollte. Er, Draco Malfoy, würde sich jedenfalls nicht mehr einlullen und verweichlichen lassen.

Schnell ging er zu seinem Schlafsaal, um seine Unterlagen für den Unterricht zu holen und lief dann weiter zu Arithmantik. Nachdem er die einigermaßen unterhaltsame Doppelstunde abgesessen hatte, interessierte sich Draco nur noch für das Mittagessen in der Großen Halle. Er ließ sich kurzerhand von dem Schülerstrom mitreißen, da alle denselben Gedanken wie er zu haben schienen.

Als Draco die letzte Treppe erreichte, sah er neben sich Potter laufen, der ihn angrinste. Gerade als er zu einer der üblichen Beleidigungen ansetzen wollte, richtete Potter seinen Zauberstab auf ihn und murmelte die Formel für den Stolperfluch, eigentlich Dracos Spezialität. Draco versuchte natürlich, sich zu fangen, aber das einzige, was ihm gelang, war in Grangers Augen zu sehen und festzustellen, dass sie vor Schadenfreude glitzerten. Dann ging es nur noch abwärts.

Haltlos stolpernd taumelte Draco die steinerne Treppe herab und riss mit seinen Händen fuchtelnd auch noch Granger mit sich und nutzte sie unwillkürlich als Polster beim Aufprall am Treppenabsatz. „Malfoy! Geh runter von mir!", schrie sie ihn an, sobald sie wieder Luft bekam. Sie bearbeitete seine Brust wenig erfolgreich mit ihren Fäusten, um ihn dazu zu bewegen, endlich von ihr herunter zu gehen. „Granger!", schnappte er mit nunmehr rotem Kopf. „Lass das!", keuchte er, während er sich ächzend erhob.

Er hatte es noch nicht ganz geschafft, da trat ihn das Wiesel unsanft in die Seite und beförderte ihn neben Granger auf den Boden. „Hast du nicht gehört, Malfoy? Sie hat gesagt, du sollst runter von ihr gehen, nicht die Situation ausnutzen, du ekelhafter-" „Was ist hier los, Potter, Weasley?", ertönte auf einmal Snapes Stimme. Die beiden Angesprochenen zuckten zusammen. „Und Miss Granger, macht es Ihnen Spaß, sich auf dem dreckigen Boden zu wälzen? Stehen Sie gefälligst auf!" Harry zog Hermine auf Füße.

„Fünfzig Punkte Abzug für Gryffindor, dafür, dass Sie drei hier den ganzen Verkehr aufhalten!", zischte Snape und deutete mit seinem Zauberstab auf Draco. „Episkey!", sagte er und Dracos Knöchel fühlte sich sofort viel besser an und seine Lunge arbeitete endlich wieder vernünftig. „Danke, Professor!", sagte er und kam sich dabei nicht besser vor als Crabbe, der ihm auch wegen jeder Kleinigkeit in den Arsch kroch.

Draco klopfte sich den Staub aus seinem Umhang und stolzierte in die Große Halle. Irgendwie hatte Granger die unglaubliche Gabe, ihn immer vor versammelter Mannschaft in peinliche Situationen zu bringen. Jetzt saß sie am Gryffindortisch und unterhielt sich mit Ginny Weasley. Wie konnte er jemals nur geglaubt haben, in sie verliebt zu sein? Das war ja lächerlich!

Lieber wandte er sich Pansy zu, auch wenn diese gerade versuchte, ihm mit ihrer Gabel ein Stück Fleisch einzuflößen. Das Wort „füttern" verbannte Draco lieber schnell aus seinem Gedächtnis. Um sich diese Blöße vor ganz Hogwarts nicht geben zu müssen, schob er ihre Gabel lieber beiseite und küsste stattdessen die entzückte Pansy.


Endstand 7:1. Mei, den Ehrentreffer hätt's ned a no braucht, es Deppn! Aber ich will mich ja nicht beschweren ;) Ohhh wie ist das schön... sowas hat man lange nicht gesehen, so schön, so schön! :D