Hermine hatte einen kurzfristigen Entschluss gefasst: Draco Malfoy sollte noch heute leiden. Und sie wusste auch wie. Vor ihrer Arithmantikstunde passte sie Harry und Ron ab und erklärte ihnen ihren Plan: die beiden sollten sich im Gang zur Großen Halle postieren und Malfoys Ankunft abpassen.
Wenn er bei der Treppe angelangt wäre, sollten sie ihm einen Stolperfluch verpassen, sodass er allen Schülern und Lehrern zu Füßen liegen musste und gedemütigt war. Genau so, wie sie sich unter seinen lüsternen Blicken im Krankenflügel gefühlt hatte.
Wie erwartet waren Harry und Ron begeistert.
Nach Arithmantik beeilte sich Hermine, als erste in der Großen Halle anzukommen und sie winkte Ron und Harry kurz zu. Es konnte losgehen. Sie selbst stellte sich unten an der Treppe auf. Malfoy würde ihr direkt zu Füßen liegen. Es würde ihn tierisch reizen, das wusste Hermine. Umso besser für das Duell am Dienstag, auf das sie sich insgeheim schon freute.
Sie sah Harry und Malfoy oben erscheinen und Harry etwas sagen. Im nächsten Moment torkelte Malfoy haltlos die Treppe herunter und bevor Hermine etwas tun konnte, flog er direkt auf sie, riss sie mit sich und plumpste auf sie. Hermine wurde durch den Aufprall auf dem harten Steinboden alle Luft aus den Lungen gepresst. Malfoy schien es nicht anders zu gehen.
Panisch schnappte Hermine nach Luft und schrie Malfoy an, der immer noch nach Luft japste. Warum stand er denn nicht auf? Hallo? Er lag auf ihr drauf und das war definitiv näher als Hermine ihn jemals dahaben wollte. Also trommelte sie gegen seine Brust, sobald er versuchte, sich in die Höhe zu stemmen. Doch ihre Kraft reichte leider nicht aus.
Dafür aber Rons, der Malfoy mit einem angewiderten Gesichtsausdruck in die Seite trat, sodass er erneut aufstöhnte und durch den Schwung von Hermine herunterrollte. Ihre Haut kribbelte da, wo er sie berührt hatte, doch Hermine hatte nicht die Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, zog Snape ihnen gerade wegen Malfoy 50 Punkte ab.
Die würde sie aber ganz sicher Malfoy bei der nächstbesten Gelegenheit abziehen und spätestens am Dienstag! Harry half ihr auf und wütend gingen sie zum Gryffindortisch in der Großen Halle. Ginny saß bereits dort, doch sie hatte den Aufruhr wohl mitbekommen. „Was ist denn da los, Hermine?", fragte sie ihre Freundin. Hermine sah sie ungnädig an. „Malfoy!", spuckte sie aus, „Das ist los! Er wird es büßen!", versprach Hermine und erzählte Ginny, dass sie Malfoy herausgefordert hatte.
Ginny machte große Augen. „Aber… du empfindest doch was für ihn, Hermine, das siehst ja ein Blinder!", meinte sie. Hermine gab auf und erzählte Ginny leise von Specula Anima. „Aber ich liebe ihn trotzdem nicht! Und ich glaube nicht an Schicksal oder Wahrsagerei!", schloss sie trotzig. „Das wird sich zeigen…", murmelte Ginny kaum hörbar.
Hermine dagegen war entschlossener als je zuvor, die 50 Punkte wieder zurückzuholen. Malfoys schier unglaubliche Arroganz Gott und der Welt gegenüber musste bestraft werden. Hermine drehte ihren Kopf zum Slytherintisch, wo Malfoy gerade seine Freundin küsste. Rasch wandte sich Hermine wieder ab, weil ihr dieses Bild Bauchweh bescherte. Ach, verdammter Malfoy! Dafür fiel ihr Blick auf Ginny, die einen mitfühlenden Ausdruck im Gesicht hatte: auch nicht besser.
Es war wohl das Beste, über das Wochenende Ruhe zu geben und erst am Montag zu versuchen, die verkorkste Aktion von vorhin besser zu machen. Immerhin waren diesmal Ausflüge nach Hogsmeade erlaubt und Hermine musste unbedingt mal bei Zonko's vorbeischauen.
Am Montag hatten die Gryffindors zusammen mit den Slytherins Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Hermine trat mit Harry und Ron in das Klassenzimmer und das erste, das sie sah, war die Slytherin- Clique mit Malfoy in der Mitte, der sich lässig auf einem Stuhl breit gemacht hatte. Er sah gut aus, schoss es Hermine durch den Kopf und als Malfoy die Frechheit besaß, sie mit seinem leicht überheblichen Lächeln anzusehen, errötete Hermine und setzte sich in die letzte Reihe, damit sie vor seinen Blicken sicher war. Außerdem bot die letzte Reihe immer noch das beste Versteck für das, was sie geplant hatte.
Als der Professor dann endlich anfing, etwas über den Patronuszauber zu erzählen, hörte Hermine ausnahmsweise nicht mehr hin, genauso wie die anderen Gryffindors, die dank der DA alle bereits Patroni hervorbrachten.
Hermine leerte ihre Taschen. Sie fischte ein paar wabernde Kugeln vorsichtig heraus und begann vor unterdrücktem Lachen zu zittern. Das Allerweltsheilmittel: Stinkbomben von Zonko's. Von Filch gehasst, den Schülern geliebt. Hermine wartete, bis der Professor einen längeren Absatz an die Tafel schrieb. „Wingardium Leviosa!", flüsterte Hermine und dirigierte die schwebenden Kugeln über Malfoys Platz, „Descendo!" Und die Kugeln fielen herunter.
Malfoy entfuhr ein Laut der Überraschung, als auf seinem Kopf und Schoß die Kugeln platzten und ihn in widerlich stinkende Flüssigkeit badeten. Die Gryffindors begannen lauthals zu lachen. Der Kopf vom Professor flog herum und sah sich nach dem Ursprung der Unterrichtsstörung um. In dem Moment stand Malfoy auf, um den Sabbel loszuwerden und schüttelte seine triefenden Arme.
„Mr. Malfoy! Haben Sie wohl die Güte zu erklären, was Sie tun?", rief der ärgerliche Professor zu Hermines Freude. „Ich…", begann Malfoy, wusste jedoch nicht weiter, weil er ganz offensichtlich eher nach einem Reinigungszauber suchte als nach einer Antwort. „Ja, Sie, Mr. Malfoy. Wenn Sie schon zu dumm sind, mit Stinkbomben zu hantieren, dann werden Sie am Freitagabend nachsitzen und zwanzig Punkte Abzug für Slytherin!", schimpfte der Professor. „Und nun gehen Sie, der Unterricht ist hiermit beendet. Den Gestank hält ja keiner aus!"
Hermine packte ihre Tasche und rannte mit Lachtränen in den Augen aus dem Klassenzimmer. Sie sah, wie Malfoy ihr auf den Fersen folgte, jedoch an ihr Richtung Kerker vorbeistürmte. Vermutlich wollte er gleich baden. Na, den Spaß konnte er haben. Während Hermine die Glückwünsche der Gryffindors entgegennahm, plante sie schon den nächsten Schritt. Oho, Malfoy würde wutgeladen zu ihrem Duell erscheinen!
Rasch holte sich Hermine Harrys Tarnumhang und die Karte des Rumtreibers und schlich sich ins Vertrauensschülerbad. Sie nannte zwar das Passwort- „Salix alba"- und die Tür ging auf, aber wenn die Nixe niemand sehen konnte, würde sie Malfoy hoffentlich trotzdem hereinlassen.
Ihr nächster Plan stand fest, seit sie in Harrys Schlafsaal gewesen war, um den Umhang zu holen: Neville, einer von Harrys Zimmergenossen, hatte ein Faible für Pflanzen und deswegen stand auf dem Fensterbrett auch immer ein kleiner Urwald an mehr oder minder gefährlichen Pflanzen. Zum Beispiel ein Mimbulus Mimbeltonia, der bei Gefahr Stinksaft absonderte und ein Ableger der Teufelsschlinge, mit der Hermine, Harry und Ron schon in der ersten Klasse Bekanntschaft geschlossen hatten.
Diese beiden Pflanzen hatte sich Hermine gleich noch mit „ausgeliehen". Neben dem Eingang positionierte sie den Mimbulus Mimbeltonia, der hoffentlich seinen Stinksaft verspritzen würde, wenn Malfoy Gefahr lief, darauf zu steigen. Dahinter stellte sie den Topf mit der Teufelsschlinge. „Engorgio!", befahl Hermine und tippte auf die Pflanze, die sofort eine ungesunde Größe annahm. Je größer die Pflanze umso besser für Malfoy.
Hermine betrachtete ihr Werk zufrieden und setzte sich, in den Tarnumhang gewickelt, in eine Ecke und wartete geduldig. Wieder einmal verfolgte sie Malfoys Punkt auf der Karte des Rumtreibers. Und wieder einmal hatte sie recht gehabt: der Slytherin war auf dem Weg zu ihr. Dass dieser Gedanke Hermines Herz schneller schlagen ließ, schrieb sie ihrer Nervosität zu: er durfte sie nicht erwischen.
Die Türe öffnete sich und Malfoy trat herein. „Was bei Merl-", begann er, als er die Pflanzen sah, als er dank des Stinksaftes auf den eh schon glitschigen Fliesen ausrutschte, seinen Zauberstab verlor und in die stark vergrößerte Teufelsschlinge schlitterte.
Hermine riss ein Päckchen peruanisches Instant- Finsternispulver auf und warf den Staub in die Luft. Sofort wurde alles schwarz. Teufelsschlingen liebten Dunkelheit und Wärme über alles. Das konnte sie auch an Malfoys erstickten Schreien hören, denn die Pflanze schlang sich vermutlich gerade um ihn und würgte ihn.
Schlagartig wurde es wieder hell und Hermine sah, wie Malfoy verzweifelt versuchte, an seinen Zauberstab zu gelangen, um sich der Pflanze zu erwehren, jedoch immer wieder in dem grünen Schleim des Mimbulus Mimbeltonia ausrutschte oder von den Tentakeln zurückgehalten wurde. Hermine unterdrückte ein gemeines Lachen. Sie wollte ihn ja nicht umbringen. Deswegen schubste sie, als sie sich auf den Weg nach draußen machte, Malfoys Zauberstab in seine Richtung, sodass er ihn doch noch zu fassen bekam.
Bei den Gryffindors angekommen, stellte sie Nevilles Mimbulus Mimbeltonia zurück und legte auch Karte und Umhang auf Harrys Bett. Dann ging sie in ihren eigenen Schlafsaal, weil sie etwas Ruhe zum Nachdenken brauchte. Daraus sollte aber nichts werden, weil Ginny schon auf ihrem Bett saß.
„Ich habe gehört, was du mit Malfoy gemacht hast, Glückwunsch!", grinste Ginny. Dann aber wurde sie ernst. „Ich weiß echt nicht mehr, was ich machen soll, Hermine!", klagte sie. „Jetzt habe ich Harry gefragt, ob er mit mir nach Hogsmeade gehen will und was antwortet er? ‚Komm doch mit mir, Ron und Hermine mit!'"
Hermine hatte das Gefühl, dass sie heute alles schaffen würde. Sie zerrte Ginny vom Bett hoch und schleifte sie in den Gemeinschaftsraum zu Harry und Ron. „Harry!", sagte sie laut und er zuckte zusammen, „Wenn Ginny dich fragt, ob sie mit dir nach Hogsmeade gehen kann, dann meint sie damit dich alleine, nicht mit Ron oder mir. So schwer sollte das ja wohl nicht zu verstehen sein!"
Damit ließ sie die tomatenrote Ginny, einen wütenden Ron und einen verdutzten Harry zurück. Zurück im Schlafsaal, dachte Hermine, dass sie gut reden hatte: ihr war seit Wochen klar, dass Draco Malfoy ihre Liebe sein musste- und Tränke irrten sich nicht, wusste Hermine- aber ihr Verstand arbeitete vehement dagegen. So was wie Schicksal gab es nicht!
Ja, Malfoy sah gut aus und er war intelligent und alles, aber hey, es war Draco Malfoy! Und er war der schlimmste Frauenheld, den es seit Sirius Black jemals auf Hogwarts gegeben hatte. Und vermutlich die arroganteste Person seit Salazar Slytherin persönlich.
Nun, der Dienstagabend konnte kommen! Malfoy würde schon sehen, dass er sich mit der falschen Person angelegt hatte!
Draco ließ sich auf seinem Platz im Klassenzimmer von Verteidigung gegen die Dunklen Künste nieder, von Pansy betütelt. „Hau ab, Pansy!", murmelte er und sie zog ihre Hand sofort zurück. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten fläzte er sich in den Stuhl und streckte die Beine aus.
In dem Moment kamen die Gryffindors zur Tür herein. Sofort fing er Hermine Grangers Blick auf und sie errötete. Sein Herz klopfte schneller, als er das sah. Das Warum schob Draco lieber schnell beiseite und setzte seine übliche Maske auf.
Heute würde es um Patroni gehen und das Thema langweilte Draco, auch wenn es ihm immer noch Mühe bereitete, einen gestaltlichen zu erzeugen. Stattdessen zog er es vor sich vorzustellen, wie das Treffen morgen mit Granger enden würde.
Hoffentlich in seinem Schlafsaal, überlegte Draco, dann hatte erstens Blaise nicht Recht und zweitens war dann das Stimmchen in seinem Hinterkopf endgültig besänftigt, weil sich herausstellen würde, dass Granger wie jedes andere Mädchen auch war.
Auf einmal wurde Draco unsanft aus seinen Gedanken gerissen. Etwas berührte seinen Kopf und zerbarst- etwas fiel in seinen Schoß und platzte- und überall lief eine eklige zähe Flüssigkeit an ihm herunter, die unglaublich stank. Er stieß einen angewiderten Laut aus und erhob sich, um die Flüssigkeit abzuschütteln.
Doch bevor er dazu kam, wurde der Professor auf ihn aufmerksam und zog ihm zwanzig Punkte ab. Was sollte denn der Mist, ärgerte er sich, es war doch sowas von klar, dass er nicht der Verursacher von dem Chaos sein konnte! Und Nachsitzen obendrein. Diese verdammten Gryffindors! Er drehte sich zu ihnen um und sah, wie Granger mit Lachtränen in den Augen die Flucht ergriff.
Er folgte ihr und rannte weiter zu seinem Schlafsaal, um sich sein Handtuch und frische Kleidung zu holen. Dann eilte Draco zum Vertrauensschülerbad, um sich den Stinkbombensaft abzuwaschen. Igitt! Seine ganzen Haare waren von dem Zeug verklebt! Und schon wieder war Granger anwesend, wenn er blamiert wurde. Ein Verdacht beschlich ihn. Granger.
„Salix alba!", sagte er zu der Nixe, die ihn lächelnd eintreten ließ. Sogar auf weibliche Portraits hatte er eine ungemeine Wirkung, was sein gebeuteltes Ego streichelte. Dann riss Draco beim Eintreten die Augen auf: welcher Vollidiot stellte im Bad genau vor der Tür Pflanzen auf, über die man zwangsläufig stolpern musste? Aber es war zu spät, sein Fuß machte schon automatisch den nächsten Schritt.
Dann spritzte es und er rutschte auf grünlichem Schleim aus und knallte auf die harten Fliesen, wobei es ihm den Zauberstab aus der Hand prellte.
Sogleich spürte er, wie sich etwas um seine Füße schlang. Im nächsten Moment wurde es stockfinster. Dann merkte Draco, dass sich das Etwas schneller um ihn schlang und schon seine Brust zusammendrückte. Er keuchte auf und wollte das Ding loswerden, doch es ging nicht. Es würgte ihn.
Dann verschwand die Finsternis so plötzlich wie sie gekommen war und die Pflanze hielt inne, seinen Kopf und Hals weiter zu umschlingen, sondern beließ es dabei, ihm weiter die Luft abzuschnüren. Eine Teufelsschlinge, erkannte er.
Und er kam an seinen verdammten Zauberstab nicht heran, weil er sich nicht gescheit bewegen konnte und wenn doch, dann rutschte er immer wieder aus. Als hätte Merlin sein Flehen erhört, rutschte sein Zauberstab auf einmal in seine Nähe. Draco ergriff ihn und beschwor ein Feuer herauf, mit dem er die Triebe der Pflanze versengte, sodass sie sich zurückzog und ihn losließ.
Wer war für diesen neuerlichen feigen Mordanschlag nur verantwortlich, fragte sich Draco, als er endlich entspannt ein Bad nahm und den ganzen Schlick und Schleim abgewaschen hatte. Es musste jemand sein, der das Passwort zu dem Bad kannte. Granger. Granger! Draco schnaubte. Das durfte doch wohl nicht wahr sein! Sie schon wieder, jede Wette. Was nur bezweckte sie damit: einerseits versuchte sie ihn bloßzustellen oder umzubringen und auf der anderen Seite verabredete sie sich mit ihm…
Der morgige Abend konnte ja spaßig werden.
Und Draco konnte es kaum erwarten. Irgendwann erzählte er es Blaise, der ihn mit einem wissenden Lächeln ansah. „Siehst du, Draco, dir liegt doch was an ihr.", stellte er fest. Hastig verneinte Draco dies. Doch Blaise begann laut zu lachen. „Mal ehrlich, Draco, ich habe noch nie gesehen, wie du vor einer Verabredung mit Pansy rastlos durch den Gemeinschaftsraum getigert bist."
Als wäre das nicht genug, sagte Blaise auf einmal: „Draco, ich bin auch nicht blöd. Glaubst du wirklich, ich wüsste nicht, welchen Spiegel du am Anfang des Schuljahres gesucht hast und was dieser bewirkt? Pansy und Crabbe magst du vielleicht etwas vormachen können, aber mir sicher nicht. Ich bin mir sicher, dass ich weiß, was du in Nerhegeb gesehen hast."
„Du weißt von dem Spiegel?", fragte Draco gedehnt, um Zeit zu gewinnen.
„Wer kennt ihn denn nicht, nachdem herauskam, wie Potter in der ersten Klasse Du-weißt-schon-wen bekämpft hat?", gab Blaise zurück. „Dumbledore hat es doch erklärt!" Nach einer kurzen Pause fuhr Blaise fort: „Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück heute Abend." Damit ließ er Draco stehen.
Als würde Draco jemals zuhören, wenn Dumbledore etwas über die Gryffindors erzählte. Schlimm genug, dass sie am Ende des Schuljahres immer noch satt Hauspunkte kassierten.
Als es Zeit wurde, erhob sich Draco aus dem dunkelgrünen Sessel und ging los zum Astronomieturm. Er wollte Granger und sich beweisen, dass es mit ihm und ihr nichts weiter war als ein weiteres Abenteuer. Obald er den Treppenabsatz zu dem Turm erreichte, sah er, wie Granger dort schon auf ihn wartete. Sie musste es ja ganz schön eilig haben, wenn sie nicht einmal ganz nach oben ging.
„Malfoy.", begrüßte sie ihn. Er zog eine Augenbraue nach oben. Ohne sich mit einer Begrüßung aufzuhalten, sagte Draco: „Ich weiß, dass du es warst, die die Stinkbomben auf mich geworfen hat. Und ich weiß auch, dass du es warst, die mir im Vertrauensschülerbad aufgelauert hat. Und dass du Potter dazu angestiftet hast, mich die Treppe herunterzustoßen. Aber ich lebe noch."
„Das sehe ich.", gab Granger trocken zurück. „Aber deine Arroganz macht es mir unmöglich, dich nicht umbringen zu wollen."
Draco wollte, dass er wütend wurde, weil keiner das Recht hatte, so mit einem Malfoy zu sprechen. Aber er konnte es nicht. Er konnte nicht auf Granger wütend werden oder sie hassen wie bis vor kurzem. Er wollte sie küssen. Seine Hormone schienen offenbar verrückt zu spielen. Denk nicht und hör zu analysieren auf, dachte Draco, tu's einfach!
Also trat er näher, um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen.
