Jetzt war der Dienstagabend gekommen und Hermine freute sich schon insgeheim auf das Zusammentreffen. Malfoy war, bei aller Liebe zu Ron, ihrem DA- Partner, ein würdigerer Gegner. Einer, der sie forderte. Hermine brauchte jemand auf ihrem Niveau. Aber Harry konnte sich während der DA- Stunden ja auch nicht immer nur um sie kümmern.

Um zehn stand sie auf um zu gehen. Doch Ginny bemerkte sie und sprang auf. „Hermine, wo willst du denn noch hin?", fragte sie. Hermine sah sie unsicher an. Sollte sie Ginny verraten, wohin sie ging oder eher nicht? „Ich habe noch eine Rechnung mit Malfoy offen, die ich jetzt begleichen werde.", sagte sie schließlich leise. „Aber erzähl Harry und Ron nichts davon!"

Ginny schien wohl einzusehen, dass sie Hermine nicht zurückhalten konnte und so sagte sie nur: „Pass auf dich auf Hermine, mach keine Dummheiten! Und… schick mir ein Memo, wenn du zurück bist. Ich traue Malfoy einfach nicht und ich will wissen, ob ich dich suchen muss oder nicht!" Die Memos hatten sie sich vom Zaubereiministerium abgeschaut: kleine Papierflieger, die Kurznachrichten überbrachten. Hermine nickte. „Gute Nacht, Ginny!"

Dann eilte sie zum Astronomieturm. Die Plattform oben, auf der ihr und Malfoys erster Kampf stattgefunden hatte erschien Hermine unsicherer als hier unten, wo sie bis auf den Treppenaufgang von festen Mauern statt von einer Brüstung und Zinnen umgeben war. Nun, dann sollte ihr Kampf auf halber Höhe stattfinden.

Sie lehnte sich gegen die Wand und entspannte sich. Das letzte, was sie jetzt gebrauchen konnte, war Nervosität, denn dann hätte sie keine Chance gegen Malfoy: so leicht wie das letzte Mal würde er sich jetzt sicher nicht überrumpeln lassen und bestimmt schon mit gezücktem Zauberstab herauflaufen.

Nach einer Weile hörte sie Schritte und umklammerte ihren Zauberstab in der Tasche von ihrem Umhang. „Malfoy.", stellte sie fest, als er wider Erwarten unbewaffnet erschien. Offenbar war ihm zuerst nach einem Gespräch. Von mir aus, dachte Hermine.

Er begann über ihre Boshaftigkeiten zu sprechen. Klar wusste er, dass sie von ihr ausgingen. Aber er hatte Unrecht, wenn er sie als Mordversuche wertete, denn umbringen wollte Hermine ihn ja eigentlich nicht. Aber ihm klar machen, dass er ein arroganter Bastard war. Das sagte sie dann auch und umklammerte ihren Zauberstab fester, weil sie mit einem Angriff rechnete.

Aber das schien gar nicht Malfoys Intention zu sein, er hatte nicht einmal seinen Zauberstab in der Hand. Nein, er ging auf sie zu. Hermines Herz begann auf einmal schneller zu schlagen. Als er ihr in die Augen blickte, rutschte Hermines Herz in die Hose. Scheiße, was wurde das denn? Und warum hatte Malfoy so schöne graue Augen?

Hermine zog ihren Zauberstab und richtete ihn auf Malfoy. „Bleib, wo du bist und kämpfe mit mir! Wir haben noch ein Hühnchen zu rupfen!", fauchte sie, aber Malfoy dachte gar nicht daran, auf sie zu hören. War er lebensmüde geworden? Sie richtete ihren Zauberstab auf ihn und er ignorierte ihn? Aber, wenn er seinen Zauberstab nicht in der Hand hatte, dann konnte sie ihm doch auch keinen Fluch aufhalsen! Das war eines Gryffindorschülers unwürdig. Gegen jede Ehre.

Und Hermine wusste, dass Malfoy wusste, dass sie ihm nichts tun konnte, solange er sich nicht wehren konnte. Und das nutzte er aus. „Malfoy, du eingebildetes Arschloch!", zischte Hermine wütend, als er noch zwei Schritte näher herantrat. Was machte er nur?

Ihre ausgestreckte Zauberstabhand zitterte, als Malfoy den letzten, entscheidenden Schritt tat und nun direkt vor ihrem Zauberstab stand. Hermine lehnte sich ein paar Millimeter vor und bohrte ihren Zauberstab in seinen Bauch. „Einen Schritt noch, Malfoy…", murmelte sie. Spöttisch sah er sie an und sagte leise: „… und dann was?"

Er umfasste mit seiner Hand ihren Arm und bog ihn so weit zurück, dass er die letzte Distanz überbrücken konnte. Malfoy drückte Hermine gegen die kalte Mauer. „Was…, was wird das, Malfoy!", presste Hermine hervor und wollte ihren Arm aus seiner Hand winden.

Malfoy blickte ihr in die Augen. Sie konnte in all dem Grau eine gewisse Selbstsicherheit lesen. Und… noch etwas mehr, das sie lieber nicht so genau dechiffrieren wollte. „Lass mich los, Malfoy!", flüsterte sie und wider Erwarten tat er das auch. Hermine nutzte die Gelegenheit, ihn so fest sie konnte von sich wegzustoßen und rannte zur Treppe. Zur falschen, wie sie zu spät bemerkte. Hier ging es nur nach oben auf die Plattform des Turms.

Aber egal, Hauptsache weg von Malfoy. Rückwärts ging sie nach oben. Sie würde einem Slytherin nie wissentlich den Rücken zuwenden und schon gar nicht Malfoy. „Hau ab, Malfoy, verzieh dich!", rief sie, während sie sich langsam Stufe für Stufe herauf tastete. Doch Malfoy dachte gar nicht daran und mit einem siegessicheren Lächeln folgte er ihr auf Schritt und Tritt.

Hermine fühlte sich wie die Beute des Jägers. Alles in ihr schrie nach Flucht, aber wohin? Was für eine bescheuerte Idee das Treffen doch gewesen war. Nichts lief nach Plan.

„Granger, wann verstehst du endlich, dass ich mich nicht mit dir duellieren will?", fragte Malfoy mit einer Stimme, bei der Hermine eine Gänsehaut bekam. „Was willst du dann, Malfoy!", quiekte sie und tastete sich weiter voran. Malfoy lachte nur und trieb sie weiter nach oben. „Lass mich gehen, lass mich in Ruhe, oder ich hetze die DA diesmal wirklich auf dich!" „Das würdest du nicht, Granger!", antwortete Malfoy selbstsicher, „Nicht nach heute Abend."

„Wie kann man nur so anmaßend sein?", sagte Hermine. Sie war jetzt auf der Plattform angelangt. Sie trat immer weiter zurück, bis sie die Brüstung im Rücken spürte. „Ich an deiner Stelle würde nicht weiter gehen!", grinste Malfoy. Hermine schenkte ihm einen giftigen Blick. Warum… konnte er sie nicht einfach lassen oder sagen, warum er wirklich gekommen war, wenn nicht um sich für ihre Gemeinheiten zu rächen? Aber so irritierte er sie gewaltig.

Malfoy machte ein paar rasche Schritte auf sie zu. Bevor Hermine reagieren konnte, hatte er ihren ausgestreckten Zauberstab gepackt und aus ihrer Hand entwunden. Dann packte er ihre beiden Arme und hielt sie fest. Mit der freien Hand drückte er ihr Kinn nach oben und Hermine flüsterte: „Dreißig Punkte Abzug für Slytherin, Malfoy, weil du verbotenerweise aus dem Bett bist!" „Ach, halt die Klappe, Granger!", schnurrte Malfoy. Dann lehnte er sich vor, um sie zu küssen.

Nein, nein, nein! Angstvoll starrte Hermine in Malfoys wunderbar graue Augen, die sie aufmerksam beobachteten. Nein, das würde er jetzt nicht tun! Doch, würde er, das verrieten seine Augen. Meinen ersten Kuss bekomme ich nicht von Malfoy, nicht dem Frettchen, schoss es Hermine durch den Kopf. Auch wenn ihr Herz und ihre Knie etwas ganz anderes sagten. Sie konnte nicht mehr klar denken in seiner Gegenwart.

„Malfoy", sagte sie mit schwacher Stimme, dann stärker, „Malfoy!" Seine Hände umspielten ihre Wangen, aber er hörte zu. „Du… du schuldest mir noch einen Gefallen aus der Zaubertrankstunde, Malfoy. Ich will, dass du ihn hier und jetzt einlöst!" Hermines Stimme gewann an Sicherheit. Malfoy deutete tatsächlich ein Nicken an.

„Also gut, dann… Lass mich sofort los!", artikulierte Hermine ihren dringlichsten Wunsch. Nach ein paar Sekunden Augenkontakt resignierte Malfoy und ließ sie los, trat einen Schritt zurück.

Hermine konnte gleich wieder viel freier atmen. Was stellte dieser Typ nur mir ihr an! Und warum verriet ihr Körper sie? Ihre Knie zitterten erbärmlich.

Malfoy war das auch aufgefallen, weswegen er sie ungläubig fragte: „Das ist der Gefallen, um den du mich bittest?" Seine Tonlage hatte nichts Verführerisches mehr an sich, er klang neutral, allenfalls etwas enttäuscht.

„Schaut ganz so aus!", erwiderte Hermine schnippisch. Ohne ihn aus den Augen zu lassen, bückte sie sich und hob ihren Zauberstab auf. Dann ging sie rückwärts auf die Treppe zu. Als sie sie erreicht hatte, drehte sich Hermine auf dem Absatz um, steckte ihren Zauberstab ein und rannte die Treppe herunter und stürmte dann weiter bis zum Gryffindorturm. Wo sie vor Malfoy und seinen Avancen sicher war.

Sie japste das Passwort, warf das Portrait hinter sich zu und verkroch sich in ihrem Schlafsaal. Sie war gerade drauf und dran, sich in Malfoy und seine graue Augen zu verlieben, stellte sie fest. Er schaffte es, sie vollends aus dem Konzept zu bringen mit seiner Art, wegen der ihm hunderte Mädchen zu Füßen langen. Und sie, Hermine Granger, auch. Sie war nicht besser als Lavender und Parvati.

Und Specula Anima hatte Recht behalten. Und Ginny auch. Apropos Ginny. Hermine kramte schnell einen Zettel hervor, schrieb „Ginny, ich bin wohlauf. Malfoy hat mir nichts getan, ich bin ihm entkommen. Müssen morgen reden. Gute Nacht- Hermine." darauf und tippte das Stückchen Pergament an, das sich leise raschelnd zu einem Papierflieger faltete und sich unter dem Türspalt durchquetschte.

Hermine fragte sich selbst, warum sie die Wahrheit, die ihr schon vor Wochen demonstriert worden war, nicht einfach akzeptierte. Wenn Malfoy ihr allertiefster Wunsch war, warum konnte sie das nicht einfach so hinnehmen, sondern kämpfte dagegen an und machte sich somit das Leben selbst schwerer als es war?

Die Antwort lag auf der Hand: Malfoy hatte sie sechs Jahre lang als „Schlammblut" beschimpft. Malfoy hatte alle ihre Freunde beleidigt und verpetzt. Malfoy stolzierte durch Hogwarts wie ein aufgeplusterter Pfau. Malfoy war mehr oder minder mit Pansy Parkinson zusammen und trotzdem einer, der die Finger nicht von anderen Mädchen lassen konnte. Malfoy gehörte den Bösen an.

Die Liste ließe sich ewig fortsetzen. Doch was sprach Pro Malfoy, überlegte Hermine, die immer gleich alles rationalisieren musste. Malfoy war ihr ebenbürtig: intelligent und schlagfertig. Malfoy sah verdammt gut aus. Malfoy war aller Wahrscheinlichkeit nach kein Todesser. Malfoy hatte vor kurzem aufgehört, sie ein Schlammblut zu heißen, was vermutlich bedeutete, dass er sie einigermaßen respektierte. Und ganz offensichtlich- Malfoy wollte sie küssen… und mehr. Wobei man hierbei seine wahren Beweggründe nur erahnen konnte- mit Sicherheit war irgendetwas Hinterfotziges dabei, wie man es von einem Sytherin erwarten konnte.

Mehr fiel ihr auf Anhieb nicht ein. Ein gerechtes Unentschieden, fand Hermine, bevor sie einschlief, sollte morgen doch Ginny entscheiden.

Ginny lieferte Hermine gleich in aller Herrgottsfrühe ein weiteres Argument auf der Pro- Malfoy- Seite, an das sie noch nicht gedacht hatte: „Hermine, du liebst ihn, es sind doch deine Gefühle und du weißt, dass es so ist oder sein wird!"

Da hatte Ginny nun recht und Hermine beschloss, den Fall Malfoy weiter zu verfogen. Aber sie wollte jedoch trotzdem nicht Malfoy gehören. Das wäre zu viel des Guten. Und er war noch lange nicht genug gemaßregelt worden, sonst wäre eine halbwegs normale Beziehung ohnehin nicht möglich, wenn man Malfoy seine schlechte Seite nicht abgewöhnen könnte…


Draco trat näher an Hermine heran, als diese wie gehabt ihren Zauberstab zog. Alles in Draco schrie danach, seinen zu nehmen und gegen sie richten, aber er unterdrückte diese Reflexe. Hermine würde ihn nicht verhexen, solange er unbewaffnet war, also blieb er es besser.

Je näher er kam, umso unsicherer, wütender, angstvoller aber auch begehrender (?) wurden Hermines Blicke. Draco wusste gar nicht, dass man so viel auf einmal empfinden konnte.

Pansy wäre jetzt über ihn hergefallen. Und jedes andere Mädchen, das in Hogwarts zur Schule ging, vermutlich auch. Aber Granger war eine harte Nuss, die zu knacken erwiesenermaßen schwer war.

Statt ihm um den Hals zu fallen, beleidigte sie ihn nur und drohte ihm sogar, dass er stehen bliebe: „Einen Schritt noch, Malfoy…", murmelte sie. Spöttisch sah er sie an und sagte leise: „… und dann was?" Granger würde ihm keinen Fluch aufhalsen, das war so sicher wie ein Punktabzug für Gryffindor in der Zaubertrankstunde.

Er drückte ihren Zauberstab beiseite und sie vorsichtig gegen die Wand. „Was…, was wird das, Malfoy!", schnappte Granger da und stieß ihn zurück. Irgendwie tauchte sie zwischen seinen Armen durch und hastete die Treppe zur Plattform hinauf.

Sie wagte es noch nicht einmal, ihm den Rücken zuzudrehen, so sehr misstraute sie ihm. Draco wusste nicht, ob ihn das belustigen oder verärgern sollte.

Langsam ging er ihr nach. Dass sie in der Falle saß, war ihr klar, das sagten ihre Mimik und Gestik überdeutlich. Draco musste lächeln. Er fragte leise und heiser: „Granger, wann verstehst du endlich, dass ich mich nicht mit dir duellieren will?"

Er fragte sich das wirklich. Jedes andere Mädchen wäre ihm bereitwillig in die Arme gefallen. Granger würde Platz eins in seiner „Trophäensammlung" einnehmen. Vielleicht sollte er eine Erinnerung für Blaise anfertigen, als Beweis. Aber nur mit weniger delikaten Szenen, das verstand sich ja von selbst.

Unterdessen hatte Granger- oder sollte er sie lieber Hermine nennen- die Brüstung erreicht. „Ich an deiner Stelle würde nicht weiter gehen!", grinste er. Jetzt konnte sie ihm nicht mehr entkommen. Mit ein paar schnellen Schritten hatte er Hermine erreicht und entwand ihr ihren Zauberstab, ließ ihn zu Boden fallen. Der war für sein jetziges Vorhaben mehr als hinderlich.

Granger schaffte es, noch weiter von ihm wegzurutschen als er für möglich gehalten hatte. Sie bog ihren Rücken durch und lehnte sich fast rücklings über die Brüstung.

Er hielt ihre beiden Arme mit einer Hand fest, mit der anderen Hand zwang er ihren Kopf nach oben, damit sie ihm in die Augen blicken musste. Sie sollte darin lesen, dass er weder der unverschämte Slytherin noch der hinterhältige Todesser war für den man ihn gemeinhin als Gryffindor hielt.

Doch halt! Was interessierte es ihn, Draco Malfoy, überhaupt, was dieses Mädchen dachte? Hatte er sich nicht längst geschworen, dass bei seinem Abenteuer mit ihr keine Gefühle im Spiel sein sollten?

Er dachte nicht weiter darüber nach, denn Granger flüsterte gerade in höchster Not: „Dreißig Punkte Abzug für Slytherin, Malfoy, weil du verbotenerweise aus dem Bett bist!" „Ach, halt die Klappe, Granger!", erwiderte er ruhig. Er spürte am Puls ihrer Hände, dass sie sehr, sehr nervös sein musste.

Jetzt sollte er es tun. Oder Granger doch noch lieber ein wenig leiden lassen? Zumindest konnte er ihre Angst sehen. Sie zitterte und ihre mahagonifarbenen Augen drückten Furcht aus. Wovor denn? Ihm? Vielleicht sollte er sie etwas beruhigen.

Doch dazu kam er gar nicht, denn sie unterbrach seine Überlegungen mit einem schwachen „Malfoy." Aufmerksam schaute er sie an. Was konnte denn jetzt so wichtig sein, dass man sprechen musste? „Du… du schuldest mir noch einen Gefallen aus der Zaubertrankstunde, Malfoy. Ich will, dass du ihn hier und jetzt einlöst!", sagte sie fester.

Draco hätte am liebsten gelacht. Er wusste, was jetzt kommen würde. Das, was immer kam: „Draaaco, bitte küsse mich endlich!" oder „Sag, dass du mich liebst!" oder „Können wir nicht… woanders (was zum Beispiel den Raum der Wünsche bezeichnete oder seinen Schlafsaal) hingehen, bitte?" Also nichts, das er nicht sowieso vorhatte. Er deutete ein Nicken an.

Granger holte tief Luft und sagte: „Also gut, dann… Lass mich sofort los!" Wie bitte? Sein Lächeln gefror auf seinem Gesicht. Sie wollte nicht. Das musste er respektieren und außerdem hatte er es gerade eben versprochen.

Resignierend und enttäuscht ließ er sie los und trat zurück. Er war so nahe an seinem Ziel gewesen. Es versetzte Draco einen kleinen, ekelhaften Stich, von ihr zurückgewiesen zu werden. Das hatte außerdem noch kein Mädchen gemacht.

Granger- Hermine! Sie klaubte ihren Zauberstab vom Boden auf und rannte davon. Das hatte auch noch kein Mädchen vor ihr getan. Vor seinen Küssen davonlaufen. Draco verstand sie nicht.

Langsam ging er zu seinem Gemeinschaftsraum zurück. Was war so schlimm an ihm, das sie seine restlichen Qualitäten- sprich sein Aussehen- vergessen ließ?

Blaise war noch auf und erwartete ihn schon. „Und?", fragte er, „Wie ist es gelaufen?" Draco schenkte ihm einen ärgerlichen Blick. „Granger ist davongelaufen, als ich sie küssen wollte." Blaise' Kinn fiel herunter; dann begann er lauthals zu lachen. „Sie ist was?" „Du hast schon richtig gehört, Zabini!", fauchte Draco.

„Oh Merlin, Alter, das ist komisch", lachte Blaise, „ein Mädchen, das vor Draco Malfoy flüchtet! Aber siehst du? Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Sie hat wenigstens Verstand genug, sich nicht in dein Bett zerren zu lassen!"

Draco grummelte vor sich hin und ging schlafen. Seiner Laune tat es auch nicht unbedingt gut, dass er in der Nacht andauernd von Granger träumte.

Am nächsten Morgen beschloss Draco, dass Granger auf normalem Wege nicht beizukommen war; das bedeutete, dass er sich gehörig ins Zeug legen musste, um sie für sich zu gewinnen.