Hermine hatte Malfoy eigentlich den ganzen Tag beobachten wollen, aber bis auf die peinliche Kussszene in der Früh war er nirgendwo zu finden gewesen, was bedeutete, dass er entweder außerhalb von Hogwarts gewesen sein musste oder, wahrscheinlicher, im Raum der Wünsche, weil Pansy auch nicht auffindbar gewesen war.

Um ihre Beobachtungen noch ein wenig ausweiten zu können, ging Hermine zu den Hauselfen in die Küche und erkundigte sich unschuldig, welche Nachspeisen denn heute Abend auf den Tisch kämen und ob sie nicht jetzt schon ein paar haben könne.

Vollbepackt mit Donuts und Kuchen war sie zur Freude aller Gryffindors in den Gemeinschaftsraum zurückgekommen. Einen Donut jedoch hatte sie mit in den Schlafsaal genommen und den Gebäckkringel mit dem restlichen Liebestrank präpariert.

Beim Abendessen schließlich hatte sie es gewagt, den Donut in eine Fliege zu verwandeln, diese auf Dracos Teller zu dirigieren und wieder zurück in einen Donut zu verwandeln. Da sie auf diese Entfernung nicht zaubern konnte, hatte Hermine so getan, als würde sie zur Toilette gehen und hatte deswegen relativ nah am Slytherintisch vorbeigehen können.

Als sie sich dann wieder zu Ron und Harry setzte, sah sie, wie Crabbe einen Kniefall vor Pansy hinlegte. Nein! Das durfte doch nicht wahr sein! Als sie sah, wie Malfoy seinen Kopf nach einem Schuldigen umwandte, begann sie hastig, sich mit Ginny über Harry zu unterhalten.

Aus den Augenwinkeln konnte Hermine beobachten, wie Malfoy Crabbe hochzerrte und in Richtung Kerker schleifte. Hatte er etwa Verdacht geschöpft?

Hermine entschuldigte sich kurzerhand bei Ginny, zwinkerte ihr zu und lief in ihren Schlafsaal. Lavender und Parvati waren zum Glück noch nicht da. Hermine entrollte die Karte der Rumtreiber. Sie sah, wie drei Punkte beieinander standen: Malfoy, Crabbe und Snape. Also wusste Malfoy doch, was gespielt wurde. Hermine sah beunruhigt zu, wie sich nun Malfoy und Crabbe in Richtung Slytheringemeinschaftsraum bewegten.

Doch da! Beide bleiben auf einmal auf halbem Wege stehen und zuletzt ging nur noch Malfoy weiter. Crabbe verharrte an der einen Stelle. Malfoy dagegen lief zum Slytherinkerker weiter, wo er unverzüglich Pansy ansteuerte und sie mit in seinen Schlafsaal nahm.

Dort wanderten beiden offenbar herum, bis sie letztendlich ziemlich nahe zusammenstanden. Und Crabbe stand immer noch da, wo er vor zehn Minuten gestanden hatte. Hermine beschlich ein Verdacht. Oh nein, so leicht sollte es Malfoy nicht haben, wenn ihr eigentlicher Plan schon fehlschlug…

Da noch nicht Sperrstunde war, musste sich Hermine nicht einmal Harrys Tarnumhang ausleihen, um ihr neuerliches Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Sie rannte mit der Karte des Rumtreibers bis zu dem Punkt, der mit „Crabbe" beschriftet war. Ein Besenschrank.

Wie originell, Malfoy, deine Nebenbuhler aus dem Weg zu räumen, dachte Hermine sarkastisch und öffnete die Tür. „Pansy?", lallte es da. „Nein, ich bin, es, Hermine Granger!", antwortete sie rasch und Crabbe starrte sie bescheuert an.

„Ich stehe auf deiner Seite, Crabbe… Malfoy hat dich angelogen, er ist jetzt mit Pansy zusammen. In eurem Schlafsaal. Er will sie nicht mit dir teilen!", machte Hermine Crabbe weis. Der glotzte nur stupide. Bis er begriff. „Pansy und Draco… im Schlafsaal?", murmelte er, um dann so schnell er konnte, davonzulaufen.

Hermine unterdrückte ein Lachen und lief so schnell sie konnte, wieder zurück zu den Gryffindors. Dort verfolgte sie das Geschehen weiter auf der Karte: Crabbe stürmte offenbar gerade den Schlafsaal der Siebtklässler.

Und warf sich auf die beiden Punkte von Malfoy und Pansy, deren Namen sich nun überschnitten hatten. Hermine lachte boshaft auf. Crabbe würde Malfoy (und Pansy, wenn sie Pech hatte) in seiner Eifersucht einfach plattwalzen. Welch ein Verlust, hehe.

Nach einer Weile wurden die Punkte wieder leserlicher; der Grund war eine Pansy Parkinson, die sich wohl losgemacht hatte und zu den Mädchenschlafsälen stürmte. Malfoy und Crabbe dagegen klebten immer noch aneinander. Hermine musste erneut lachen. Malfoy mochte zwar eine gute Statur haben, aber gegen Crabbes Masse hat er auch keine Chance.

Schließlich schienen sich beide zu trennen, denn sie nahmen wieder einen gesunden Abstand ein. Dann bewegte sich der Malfoypunkt und ging nach draußen… und hielt auf den Gryffindorturm zu.

Als er den Gang mit dem Portrait der Fetten Dame erreicht hatte, rollte Hermine die Karte zusammen, steckte sie ein und ging in den Gemeinschaftsraum. Sie zog ihren Zauberstab und öffnete das Portraitloch, genau im richtigen Moment, denn Malfoy hatte das Portrait just in dem Moment erreicht.

„Es reicht, Granger.", sprach er mit kaltem Ton. „Ich weiß, dass du es bist, wegen der mir all diese seltsamen Sachen passieren. Mir wird es immer ein Rätsel bleiben, wie du oder Potter nur immer im passenden Moment auftauchen könnt wie jetzt zum Beispiel. Aber das ist jetzt egal. Hör auf damit!"

Hermine zog ihre Augenbraue hoch. „Malfoy, du solltest mittlerweile gelernt haben, dich nicht mit mir anzulegen. Schönes blaues Auge, übrigens. Was tust du also hier? Solltest du nicht bei Pansy sein?" Malfoy zischte böse. „Ich weiß, dass du es warst, die mir den Zaubertrank gegeben hat."

Hermine lachte nur. „Na, schaffst es etwa nicht, deinem Flittchen den Hof zu machen?", stichelte sie, „Du schaust nämlich nicht so aus, als wärest du gerade siegreich aus einem Kampf herausgekommen!"

Malfoys graue Augen funkelten bedrohlich. Der Anblick ist es wert, dachte Hermine unwillkürlich. Sie bekam eine Gänsehaut, als sie ihn so anblickte. Zu allem Überfluss wurde ihr auch noch leicht übel.

Wohl nicht das Abendessen, schoss ihr durch den Kopf. Laut dagegen sagte sie: „Verpiss dich, Frettchen, das hier ist nicht dein Hoheitsbereich. Also tschüss." Damit drehte sie sich um und stieg wieder zurück in ihren Gemeinschaftsraum.

Nein. Malfoy hatte ihr jetzt nicht gerade eben eine Gänsehaut beschert. Und wacklige Knie. Nein, nein, nein! Hermine mochte ihr Schicksal nicht akzeptieren. Verdammt nochmal!

Hermine wusste schon lange, dass ihr bester Freund Ron mehr als nur Freundschaft von ihr wollte. Das war einfach offensichtlich. Seine Eifersucht auf Viktor Krum, mit dem sie lediglich auf den blöden Weihnachtsball gegangen war- sie waren damals 14 gewesen und Hermine hatte weiß Gott andere Dinge im Kopf gehabt als mit Harrys Gegnern eine Beziehung anzufangen!

Und dann noch letztes Jahr ein Gryffindor, McLaggen, mit dem sie zu einer Party gegangen war- rein freundschaftlich wie Harry mit Luna Lovegood. Oh, wie lange war Ron da beleidigt gewesen...

Der eigentliche Grund, warum Hermine mit McLaggen zu dieser Party gegangen war, bestand darin, dass er sie gefragt hatte und sie aus Mitleid und schlechtem Gewissen eingewilligt hatte: am Anfang des letzten Schuljahres musste das Gryffindorteam einen neuen Hüter für das Quidditchteam suchen und sowohl Ron als auch McLaggen waren in die Endauswahl gekommen.

Um ihrem besten Freund einen Gefallen zu tun, hatte Hermine den anderen mit einem Verwechslungszauber belegt, sodass McLaggen haarsträubende Fehler beging und Ron schließlich den heißbegehrten Platz ergatterte.

Natürlich freute sich Hermine ungemein für Ron, aber mindestens genauso groß war ihr schlechtes Gewissen bezüglich McLaggen. Deswegen war sie mit ihm auch zu der Party gegangen und nicht so, wie Ron glaubte: als Paar. Auch wenn McLaggen dies vorgeschwebt haben mochte.

Hermine konnte zwar Rons Gefühle nicht in dem Maße erwidern, wie sie es sich gewünscht hätte, oder Ron vielmehr verdient hätte, aber Ronald Weasley war immer noch besser als ein arroganter Schwan aus Slytherin, der nur langsam bis gar nicht aus seinen Fehlern lernte…

Nun hieß es eine Gelegenheit abwarten, bis sich einerseits etwas mit Ron ergab und andererseits musste Malfoy noch eine weitere Abreibung bekommen. Er war einfach zu eitel. Und darüber hinaus wollte Hermine im Moment ihre lächerlichen Gefühle für Malfoy einfach nur vergessen. Seine grauen Augen und blonden Haare vergessen, seine Intelligenz, seinen Sarkasmus. Einfach alles.

Erstaunlich schnell bot sich Hermine dann auch die Gelegenheit, mehr aus ihrer Beziehung zu Ron zu machen, als Harry einmal zu Dumbledore ins Schulleiterbüro bestellt worden war und sie alleine mit Ron unterwegs war.

"Was Dumbledore Harry wohl diesmal zeigt?", sagte Ron, nachdem sein bester Freund hinter dem Portrait verschwunden war. "Ich schätze, es geht weiter mit Voldemorts Vergangenheit- seine Jugend, als er selber in Hogwarts war, oder kurz danach, würde ich vermuten.", antwortete Hermine, in Gedanken jedoch ganz woanders.

Ach, das waren noch Zeiten, in der vierten Klasse, als unsere größte Sorge noch war, dass Harry das Trimagische Turnier gewinnt... als Voldemort noch nicht auferstanden war... in der vierten Klasse...

"Oh!", entfuhr es Hermine, denn gerade eben war ihr ein genialer Gedanke gekommen.

Rita Kimmkorn hatte vor drei Jahren einen ziemlich gehässigen Zeitungsartikel über sie, Hermine, im Tagespropheten drucken lassen. Aufgrunddessen hatte Hermine per Eulenpost ziemlich gemeine Leserbriefe bekommen, darunter ein Brief, der sie mit Bubotubler- Eiter vollgespritzt hatte.

Dieser Eiter hatte die Eigenschaft, die Haut zu verbrennen und sehr unangenehme Verformungen dieser hervorzurufen. Da war der Furunculusspruch nichts dagegen. Und somit perfekt geeignet, um Draco Malfoys Gesicht vorübergehend zu... entstellen. Hehe. Sein perfektes Gesicht musste aus ihrem Kopf und er war ohnehin zu verliebt in sein Aussehen. Brauchte morgens vor dem Spiegel vermutlich länger als Lavender und Parvati zusammen.

"Was ist denn los, Hermine, du schaust so...?", fragte Ron und musterte sie besorgt. "Ach nichts, Ron!", murmelte Hermine und wandte sich wieder ihm zu. "Soll ich mal deine Wahrsagehausaufgabe ansehen?", fragte sie ihn unschuldig.

Bereitwillig schob Ron seine Tabelle zu ihr herüber; Hermine ärgerte sich ein bisschen darüber, dass alle sie offenbar nur als Hausaufgabenkontrolleur betrachteten.

Stirnrunzelnd besah sie sich die Tabelle, in der natürlich nur erfundene Voraussagen gekritzelt standen. "Also, deine Prophezeiung für heute, Ron...", Hermine legte eine gespielte Pause ein und Ron merkte auf, "Nein, du begegnest keiner Acromantula... wenn Uranus und Mars und Venus ein rechtwinkliges Dreieck bilden..., dann begegnest du eher heute deiner großen, göttergleichen Liebe, um die du kämpfen musst.", endete Hermine.

Als Ron sie verdattert anstarrte, fügte sie ungeduldig hinzu: "Venus, Ron? Liebe?", und endlich kapierte er es. "Ja, dann...", sagte er und begann sich im Gryffindorraum umzublicken, doch kein Mädchen schien an ihm interessiert.

Hermine verdrehte die Augen. Ron war zu schüchtern, um sie anzusprechen. Jetzt baute sie ihm eine goldene Brücke, und er hatte nichts Besseres zu tun, als einen Haufen Sechstklässlerinnen um Ginny herum zu beobachten. Mein Gott, Ron kapierte aber auch gar nichts!

"Hermine!", sagte er da auf einmal und blickte sie an wie damals, als ihm klar geworden war, dass er mit ihr auf den Weihnachtsball hatte gehen wollen. Da war sie echt sauer auf Ron gewesen, überlegte Hermine, während sie Ron weiterhin anblickte. Doch dann war der Moment vorbei und Ron wandte sich seinem Zaubertrankaufsatz zu.

Nach einer halben Stunde arbeiten wurde es Hermine schließlich zu blöd. Sie hatte bereits einen weiteren Plan ausgearbeitet. "Ron! Kommst du mit? Ich muss mich noch bei Malfoy rächen und das will ich jetzt in die Wege leiten!", flüsterte sie ihm zu, sodass es wirklich nur er mitbekam. "Was, jetzt! Oh, na gut, ich komme mit, was hast du denn vor?", sagte er, sichtlich zu froh über die Ablenkung von den Hausaufgaben.

Hermine zog die Karte des Rumtreibers hervor, schwor feierlich, dass sie ein Tunichtgut war und checkte den Weg bis zum Eingangsportal des Schlosses.

"Ich muss zuerst ins Gewächshaus drei!" Ron fragte erst gar nicht. Hermine eilte noch rasch in ihren Schlafsaal, dann hasteten beide unter Harrys Tarnumhang los. Nach zwanzig Minuten endlich erreichten sie das dritte Gewächshaus. "Puhh!", ächzte Ron.

"Das da vorhin mit McGonagall, das war knapp. Außerdem weiß sie bestimmt, dass Harry den Umhang besitzt." Hermine sagte gar nichts darauf, obwohl sie wirklich fast von ihrer Hauslehrerin erwischt worden wären- Schulsprecherabzeichen ade- und ging auf die Bubotublerpflanze zu.

Vorsichtig quetschte sie den Eiter aus den Früchten aus und ließ ihn in einen Briefumschlag tropfen, dessen Innenseite sie feuchtigkeitsabweisend gehext hatte, damit nichts auslief. Ron sah mit großen Augen zu.

"Komm schon!", zischte Hermine ihm zu, als sie den Brief versiegelt hatte. Dann zog sie Ron mit sich und ging in Richtung Küchen. "Was...", setzte Ron an, doch Hermine hatte schon die Küche betreten und sie legten den Tarnumhang ab.

Sofort kamen bestimmt ein Dutzend Elfen, die ihnen Kekse und Krapfen aufdrängen wollten, aber Hermine lehnte wie immer freundlich ab und fragte nach Dobby.

Als Dobby kam, beugte sie sich hinunter und sagte zu ihm: "Könntest du mir einen großen Gefallen tun, Dobby? Es geht um Malfoy! Er soll diesen Brief hier bekommen"- Hermine zog den eitergefüllten Umschlag hervor- "aber ich darf ihn nicht verschicken, er kennt meine Handschrift!"

"Dobby schickt ihn, Miss, Dobby erledigt das gerne für die edlen Freunde des Harry Potter!", quiekte Dobby erfreut. Er nahm den Brief von Hermine und verbeugte sich tief. "Es reicht vollkommen, wenn du ihn morgen in der Früh verschickst!", sagte Hermine noch zu Dobby, steckte ihm ein altes Paar Socken zu und verabschiedete sich von ihm und den anderen Elfen, die Ron gerade mit allerlei Süßigkeiten und Pasteten beluden.

Sie warfen sich wieder den Tarnumhang über und gingen aus der Küche. "Also, Ron, dass du imm-" "Tss, fängst du jetzt wieder mit deinem Belferkram an?", unterbrach Ron seine Freundin und Hermine hielt ärgerlich den Mund.

Mit der Karte des Rumtreibers in der Hand und mit Ron im Gepäck, der langsam gehen wollte, um nicht den ganzen Kuchen in seinen Taschen zu zerquetschen, kamen sie nicht unbedingt schnell voran.

"Ron! Halt!", zischelte Hermine, als sie Professor Vektor auf der Karte näherkommen sah. Rasch drückten sie sich in eine Nische und warteten, bis sie vorbei in Richtung Kerker gegangen war.

"Rasch! Los jetzt! Maaan!", stöhnte Hermine gereizt auf, als sie Snape auf der Karte in der Nähe umherwandern sah. Als Snape um die Kurve bog, hatte sie es gerade eben noch geschafft, Ron hinter einen Wandteppich von Emmeline der Ulkigen zu ziehen.

Ron fummelte in seiner Tasche herum und zog einen fetttriefenden Donut heraus, um ihn zu essen. "Ron!", hauchte Hermine- denn lauter wagte sie nicht zu sprechen, und gestikulierte wild. In dem Moment zog Snape den Wandteppich beiseite und Hermine unterdrückte ein gequältes Aufstöhnen.

Dieser Platz hier, wo sie und Ron zusammengedrängt standen, diente so manchem Pärchen als Platz zum Knutschen- sie selbst hatte zufällig schon einmal einen Ravenclaw und eine Hufflepuff hier erwischt, als sie als Vertrauensschüler die Gange patrouilliert hatte. Verdammt! Und Snape natürlich, der kannte diesen Platz auch.

Ron hörte auf zu kauen und erstarrte in der Bewegung, Hermine versuchte, lautes Atmen zu unterdrücken. Nach einer Weile ließ Snape den Vorhang wieder zurückgleiten, nachdem er niemanden sah und Ron klappte seinen Mund wieder zu, um herunterzuschlucken. Hermine schloss die Augen, aufatmend.

Nach einer Weile, die ihr und Ron wie eine Ewigkeit vorkam, zog sie die Karte des Rumtreibers hoch und besah sich ihren Standort. Snape hatte sich entfernt, doch in diesem Moment- Hermine konnte ihr unglaubliches Pech gar nicht fassen- näherte sich Argus Filch, der Hausmeister.

Nomen est omen, dachte Hermine zynisch, der sieht wirklich alles. Sie wisperte: "Da kommt noch Filch daher, halt still!" Ron nickte nur und verspeiste schnell den letzten Rest seines Krapfens.

Mit angehaltenem Atem warteten sie ab. Wie schon Snape, schien Filch ganz besonders genau zu kontrollieren und er bewegte sich in einem Schneckentempo vorwärts. Hermine blickte Ron an. Sie fühlte sich latent unwohl. Ron warf ihr einen undeutbaren Gesichtsausdruck zurück, als wenn ihm gerade ein Licht aufgegangen wäre, und Hermine lächelte unwillkürlich.

Doch dann geschah etwas für Hermine Unerwartetes. Sie waren eh schon relativ nah aneinander gepresst, weil der Umhang so klein war, doch Ron lehnte sich nun noch näher an Hermine heran und umfasste ihre Schultern.

"Hermine...", flüsterte er, bevor er seine Lippen auf ihre drückte. Hermine wusste gar nicht, wie ihr geschah. Mein erster Kuss, schoss es ihr durch den Kopf, und es ist nicht so nass und klebrig, wie ich immer dachte... Zögerlich erwiderte sie den Kuss und ließ dabei die Karte des Rumtreibers zu Boden gleiten.

Im Nachhinein konnte Hermine nicht mehr sagen, wie lange sie und Ron herumgeknutscht hatten, es war ihr wie eine Ewigkeit vorgekommen. Der Tarnumhang war schließlich zu der Karte auf den Boden gerutscht.

Hermine konnte irgendwie nicht mehr richtig denken und es war ihr egal. Sollte Filch oder wer auch immer dort draußen gerade herumschlich doch hereinplatzen... Zeit spielte irgendwie im Moment keine Rolle.

Auf einmal ertönte eine schnarrende Stimme. Hermine und Ron fuhren wie von der Acromantula gebissen auseinander und Ron ließ sie los.


Anmerkung: Ach ja… danke an die drei Leserinnen, die mich zu ihren Favoriten hinzugefügt haben. Das hat mich wirklich gefreut :-)

Ich hab in den Story- Statistiken gesehen, dass fast doppelt so viele Kap. 11 gelesen haben als 10 oder 9. Hab ich bei der Reihenfolge einen Fehler gemacht oder gibt's Leute, die „querlesen"- welchen Sinn macht das?

Ich habe festgestellt, dass alle (weiblichen) HP- Fans in meinem Umfeld den Draco Malfoy- Schauspieler so toll finden. oO Verstehe einer die Frauen.