So, ich hab jetzt noch einen Epilog geschrieben. Ich hoffe, er ist ein zufriedenstellenderes Ende. ;) So ganz klischeemäßig liegt mir eben nicht. ;P


Hermine betrachtete sich im Spiegel. Unzufrieden zupfte sie an ihrem Pferdeschwanz herum und klopfte nicht vorhandenen Staub von ihrer makellosen Jeans. „Hermine, glaub mir, du siehst einfach perfekt aus für ein Date in Hogsmeade.", versicherte Ginny ihr. „Malfoy wird seine Augen nicht von dir lassen können." „Hast du mal gesehen, wie ihn die anderen Mädchen anschauen und wie er zurückschaut?", konterte Hermine. Ginny nickte. „Aber er hat dich gefragt, ob du mit ihm nach Hogsmeade gehen willst, nicht irgendeine hirnlose Tussi. Glaub mir, du siehst gut aus."

Hermine seufzte. „Das Problem bei Malfoy ist, dass er gut aussieht und intelligent ist- und es ganz genau weiß." Ginny lachte. „Ich bin froh, dass Harry nicht so ist. Er ist mehr der schüchterne Typ, wobei das in letzter Zeit schon viel besser geworden ist. " Hermine lächelte. Theoretisch war Harry der perfekte Freund- Malfoy war zu eitel, zu arrogant, zu selbstbewusst. Nur war sie nicht in ihren besten Freund verliebt, sondern in ihren ärgsten Feind.

Hermine zog ihr Top zurecht, dann ging sie mit Harry und Ginny hinunter in die Eingangshalle, wo sie sich mit Draco treffen wollte. Ron war nirgends zu sehen. Irgendwie hatte er es nicht so leicht genommen, als Hermine ihm und Harry mit Ginnys Beistand erzählt hatte, dass sie sich jetzt wirklich mit Malfoy traf.

„Ciao, Harry, Ginny!", rief Hermine ihren Freunden nervös hinterher. Draco war noch nicht da und sie hoffte, dass er es sich nicht anders überlegt hatte und nun nicht auftauchen würde. Nach ein paar Minuten sah sie ihn schließlich die Treppe hinaufsteigen, mit einem selbstbewussten Lächeln im Gesicht, das sie irgendwie ungemein attraktiv fand.

Draco kam zu ihr und Hermine stellte fest, dass er wie immer perfekt aussah; besser noch als mit der Schuluniform.

Sie sah, dass er begann zu lächeln, als er sie in der Menge an Schülern endlich entdeckte. Diesmal grinste er ausnahmsweise nicht arrogant, nein, Draco Malfoy lächelte wie ein ganz normaler Mensch.

Hermine wurde rot, als sie bemerkte, dass seine Augen nicht nur auf ihr Gesicht fixiert blieben, sondern auch ihren restlichen Körper musterten. Im Moment fühlte sie sich nicht gerade wohl in der Kleidung, die Ginny für sie ausgesucht hatte.

Nach einer kurzen, irgendwie seltsamen Begrüßung reihten sie sich in die Schlange der wartenden Schüler ein, um endlich aus dem Schloss und nach Hogsmeade zu kommen.

Hermine fühlte sich immer noch recht seltsam und unbeholfen und so begann sie ein Gespräch über Zaubertränke, ein Terrain, mit dem beide vertraut waren. Sie merkte rasch, dass Draco ihr in nichts nachstand und dass sie animiert über die Wissenschaft und Bücher diskutieren konnten. Sogleich fühlte sie sich weitaus wohler in ihrer Haut. Bei ihm musste sie nicht den belehrenden Ton wie bei Harry und Ron anschlagen, sondern konnte leidenschaftlich ihre Meinung darlegen, ohne dass jemand dumme Zwischenfragen stellte oder gar ihre Begeisterung mit abfälligen und kaum verständnisvollen Kommentaren wie „Du Streberin!" dämpfte.

Sie wurden nach einer Weile von Filch durch das Schlossportal durchgewinkt. Hermine erinnerte sich daran, wie sie bei ihrem ersten, verpatzten Date auf Gedeih und Verderb vermeiden wollte, dass Draco ihre Hand nahm. Jetzt machte ihr das nichts mehr aus. Aber sie kam erst gar nicht in die Verlegenheit, weil ihre freundschaftliche Auseinandersetzung auf beiden Seiten recht gestenreich verlief. Hermine war das nur zu recht, nichts war schlimmer als sich nichts sagen zu können.

Als sie das Dorf nach ein paar Minuten erreichten, unterbrach Draco seine Erörterung und sagte: „Kennst du eigentlich das Hog's House dort hinten in der Gasse? Es ist mehr eine Bar, nicht wie die Drei Besen- aber mir gefällt es ganz gut dort. Was meinst du?"

Hermine, froh um den Vorschlag, antwortete: „Nein, ich war noch nie dort- aber klingt gut, ich würde es gerne ausprobieren. Also- wie war das mit der Flatterbinse in dem Würgetrank?"

Sie sah, wie Draco sie wieder leicht anlächelte und dieses Mal konnte sie ein breites Grinsen nicht unterdrücken. Hermine fand es überaus peinlich, dass man ihr ihre Emotionen so deutlich anmerkte. Egal, ob sie ein „Ohnegleichen" bekam, sie einen schwierigen Zauberspruch meisterte- oder ob Draco Malfoy, der gerade sie auf ein Date eingeladen hatte, ihr zulächelte- sie musste bis über beide Ohren grinsen.

Im Hog's House war das Licht gedimmt und es herrschte eine angenehme Atmosphäre.

Nach einer Weile sprachen sie über Dracos Zukunft. So wie er sie plante, war es für Hermine akzeptabel. Und mehr konnte sie von ihm auch gar nicht verlangen. Bis dahin war aber noch Zeit und die konnte man noch genießen.


Draco betrachtete sich im Spiegel. Er grinste sich selbst zu und begann gekonnt, seine Haare so herzurichten, dass sie unordentlich wirkten, als hätte er sie nach dem Duschen nur kurz ausgeschüttelt und nicht etwa gekämmt und Zeit auf seine Frisur verwendet.

Anschließend knöpfte er sein Hemd zu, ließ aber absichtlich zwei Knöpfe mehr offen als nötig, damit es lässig wirkte.

Also das ganz normale Procedere, das er jeden Tag vor dem Unterricht durchführte.

Während er sich noch selbstzufrieden musterte, stahl sich ein echtes Lächeln auf seine Lippen als er daran dachte, wen er gleich treffen würde.

Draco begab sich zur Eingangshalle, mit einem stetigen Lächeln auf den Lippen. Natürlich fiel ihm auf, dass ihn alle Mädchen, die ihm begegneten, interessiert musterten. Auf der Treppe zu den Kerkern begegnete ihm Summerby, der Sucher der Hufflepuffs. Draco lächelte auch ihm breit zu amüsierte sich köstlich, als dieser rot anlief und sich schnell abwandte. Nicht nur auf Frauen hatte er eine gewisse Wirkung.

In der Eingangshalle blickte er sich suchend um. Zwischen all den Schülern sah er auf einmal Hermine stehen. Sie sah ihn auch und hob, etwas scheu lächelnd, ihre Hand zum Gruß. Dracos Herz schlug schneller und er spürte, wie sein Gesicht leicht warm wurde. Verdammt, jetzt ging es ihm wie Summerby und den zahllosen doofen Mädchen, die ihn anhimmelten. Aber Hermine sah in ihrer Muggelkleidung einfach gut aus. Besonders, wo sie endlich etwas Ausschnitt zeigte, nicht wie mit der Schuluniform, die leider alle wichtigen Kurven kaschierte.

Draco ging entschlossen auf Hermine zu. „Hey, bin ich zu spät?", erkundigte er sich. Hermine schüttelte den Kopf. „Nein, nein, ich war nur etwas zu früh da, ich bin mit Harry und Ginny heruntergegangen." „Wollen wir?", fragte Draco und Hermine nickte zustimmend.

Alsbald begannen sie ein Gespräch über Zaubertränke. Draco war froh, dass Hermine nicht zu den üblichen dummen Mädchen gehörte, die sich sofort über sich selber ausließen und in zu Tode langweilten, indem sie ihm erklärten, warum es so schwer war, den passenden Nagellack zu ihrem Outfit zu finden.

Bei Hermine faszinierte ihn ihre Leidenschaft für die Magie. Sie liebte sie genauso wie er uns Draco zweifelte keinen Moment daran, dass sie sich als Muggelgeborene in der richtigen Welt befand. Seine Mutter würde diese Auffassung teilen, wenn sie Granger erst einmal richtig kennenlernte.

Draco führte Hermine zu einer kleinen Bar in einem der Hinterhöfe, dem Hog's House. Es saßen bereits ein paar Schüler herum, aber sie hatten keine Probleme, einen Tisch für zwei zu finden. „Ein Butterbier, bitte!", bestellte Hermine und Draco sagte: „Machen Sie zwei draus."

Dann verfielen sie in ein Schweigen. Er sah, wie Hermine unsicher mit ihren Händen spielte und sich an ihrer Flasche festhielt. Die meisten Mädchen entschuldigten sich bei so einer Situation und gingen aufs Klo. Hermine dagegen blieb sitzen und sah ihn nach einer Weile an.

Draco lächelte. Hermine erwiderte sein Lächeln. Ihm gefiel, dass sie ihm in die Augen schaute. Dieses Braun war beeindruckend.

„Draco", begann Hermine nach einer Weile, „Jetzt würde ich dir gerne eine Frage stellen." Draco grinste. Endlich hatte sie sich eine überlegt. Mit einer Geste forderte er sie zum Reden auf.

„Du weißt, dass wir jetzt dann bald nach Hause fahren… ich weiß nicht, wohin das hier jetzt führt." Hermine deutete zwischen ihm und ihr hin und her. „Aber… es wird nicht möglich sein, mit Voldemort und allem. Also: was wirst du tun?"

Draco begriff, dass seine angehende Beziehung mit Hermine von dieser Frage abhing. Um Zeit zu gewinnen, nahm er einen Schluck Butterbier. Er seufzte. „Ich werde kein Todesser, Hermine. Ich weiß jetzt, dass es andere Möglichkeiten geben muss. Ich muss meine Mutter da rausholen und dann werden wir das Land verlassen. Ich werde dem Orden des Phönix nicht beitreten. Zu viele Animositäten. Ich will mit alldem nichts mehr zu tun haben. Aber dein Feind will ich auch nicht sein, Hermine."

Hermine hörte ihm aufmerksam zu und nickte. Sie saß ihm gegenüber, rutschte mit ihrem Stuhl aber neben ihn. Draco strich ihr eine Haarsträhne hinters Ohr. „Zufrieden?", murmelte er. Hermine nickte. Draco beugte sich vor und begann, sie vorsichtig zu küssen. Die letzte Zeit, die sie zusammen verbringen würden, würde er genießen.

Draco wusste, dass Hermine nicht aus England fliehen würde. Sie würde neben Potter und Weasley kämpfen und das war auch gut so.

Als sie ihr Butterbier ausgetrunken hatten, gingen er und Hermine Hand in Hand durch Hogsmeade, um noch die Auslagen in den Schaufenstern bewundern zu können. Die Blicke ihrer Mitschüler kümmerten Draco nicht, auch wenn er amüsiert zur Kenntnis nahm, dass Hermines Wangen leicht gerötet waren.

Hermine zog ihn zum Honigtopf. Die Vielfalt der Süßigkeiten war zwar wirklich erstaunlich, aber Draco war lange nicht so begeistert wie Hermine. Vielleicht hatte sie keine so tollen Süßigkeiten als Kind bekommen, dachte Draco. Hermine hatte ihm nämlich erklärt, dass ihre Eltern Zahnärzte waren. Dank Muggelkunde hatte er sogar eine vage Vorstellung, was das war.

Hermine wählte sich ein paar Gummischnecken aus, bezahlte und kam zu Draco zurück. Sie aß eine und bot ihm auch eine an. „Hier, probier mal, die sind echt lecker!", versuchte sie es ihm schmackhaft zu machen und schenkte ihm ein breites Lächeln.

Draco wurde schwach. Wenn sie ihn so ansah, konnte er ihr nicht widerstehen. Er griff in die Tüte und nahm sich eine der Gummischnecken heraus. Sie verließen den Honigtopf. Irgendwie misstraute er der Schnecke. Sie hatte eine widerliche grüne Färbung.

Aber was konnte schon passieren? Es waren nicht Berti Botts Bohnen und Hermine hatte auch gerade welche gegessen. Draco zuckte mit den Schultern und steckte die Süßigkeit in seinen Mund.

Es schmeckte… schleimig. Schleim. Draco spie das Ding aus und würgte angeekelt. Was er ausgespuckt hatte, war der Teil einer echten Schnecke. „Tergeo!" Er spürte, wie alle Flüssigkeit aus seinem Mund gezogen wurde.

Draco blickte zu Hermine. Sie grinste schadenfroh. „Erinnerst du dich an den Tag, als Ron Schnecken gespuckt hat?"

Wie sollte er das jemals vergessen? Das war schlichtweg genial gewesen.

Granger!", sagte Draco drohend. Sie lachte frech. „Wie soll ich sagen? Ich bin gut in ungesagten Verwandlungen."

Draco stand unschlüssig da. Ihre boshaften Scherze taten ihm nicht mehr weh. Wahrscheinlich, so dachte er, hatte er das verdient. Statt Hermine zu verfluchen, grinste auch er und trat langsam auf sie zu. Ohne Vorwarnung ergriff er sie und küsste sie. Mit Zunge. Hermine protestierte, bis er sie schließlich los ließ. „Malfoy, du Schwein!", beschwerte sie sich, zweifellos in der Angst, jetzt selbst Schneckenschleim verschluckt zu haben… „Ach sei still, Granger, das war noch nicht annähernd genug Strafe für deine Freveltat!", stichelte Draco und packte sie erneut.

Hermine war nicht besonders schwer, daher war es ihm ein Leichtes, sie hochzunehmen und über seine Schulter zu werfen. „Lass mich runter!" Draco lachte gemein. „Nein." Er schleppte sie bis zum Schloss. Auch wenn ihn und Hermine alle Leute, die ihnen begegneten, komisch ansahen, so wollte er doch nicht auf den Spaß verzichten.

Im Schloss fand er rasch einen der zahlreichen Geheimgänge, wo er Hermine absetzte. Draco lehnte sie gegen die Wand. Wie perfekt, keine Fluchtmöglichkeiten für sie. Er grinste. Dann begann er erneut, Hermine zu küssen.