I´m not afraid
I´m not ashamed
I´m not to blame
Welcome to the Masquerade
I´m not ashamed
I´m not afraid
I´m not okay
Welcome to the Masquerade
THOUSAND FOOT KRUTCH- Welcome to the Masquerade
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Die warmen Strahlen der frühen Mittagssonne schienen dem Sturmwächter gnadenlos ins Gesicht.
Weiterschlafen war unmöglich.
Noch immer ziemlich mitgenommen und müde setzte der Prinz sich auf.
Die Fahrt gestern hatte ihn ziemlich mitgenommen.
Langsam erhob der Blonde sich gänzlich, schleppte sich mit leichten Schmerzen in den Muskeln Richtung Badezimmer, nahm als erstes eine Dusche und zog sich anschließend neue Kleidung an.
Erst dann lugte er in den anderen Räumen, ob Fran sich ebenfalls schon bemüht hatte aufzustehen.
Und tatsächlich. Das Bett war leer.
Allerdings nicht nur das Bett. Auch in den anderen Räumen war der Grünhaarige nicht zu finden.
Nach einiger Zeit unterließ der Prinz es weiterhin sich auf die Suche zu machen.
Sein Blick fiel auf den Kühlschrank. Ein Zettel war an diesem gepinnt.
"Nimm dir was du willst. Werd erst Abends zurück sein". Unterzeichnet war mit Fran.
Bel überlegte einen Moment lang. War das eine Einladung, dass er bleiben durfte?
Selbst wenn nicht, würde der sonst so energische Prinz sicherlich nicht einfach wieder verschwinden.
Mit einem leichten Grinsen auf den Lippen bediente er sich an dem Kühlschrank, machte sich was zu Frühstücken und hockte sich in das Wohnzimmer um es dort zu verzehren.
Derweil im einen anderen Stadtteil wartete der Grünhaarige auf seine Bestellung, die gerade um die Ecke auf einem Tablett kam und auf seinem Tisch abgeluden wurde.
Automatisch griff der junge Mann nach seinem Milchkaffee und blickte über den Glasrand hinweg einen anderen Mann, der ihm gegenüber saß.
"Erzähl... Hast du es bekommen?". Der Braunhaarige tippte ungeduldig mit den Finger auf dem Tisch.
"Natürlich", lächelte Fran. Es war kein echtes Lächeln. Ein aufgesetztes, welches seinem Gegenüber in Sicherheit wiegen sollte.
Langsam stellte er seinen Milchkaffe zur Seite, zog den großen Umschlag aus seiner Tasche heraus und hielt es dem Größeren hin.
"Wow. Ich bin beeindruckt, Jean.", kam es vom Braunhaaarigen.
Eine weitere Identität, die der junge Grünhaarige angenommen hatte. Jean d'Armvièr. Ein junger erfolgreicher Banker, der seine Finger bei einer großen Mafiosisache im Spiel gehabt hatte. Damit hatte er sich Aufmerksamkeit bei der Mafia in London verschafft. Es gab dabei mehrere Tote. Der Grund dafür war eindeutig. Fran hat nach langer Zeit wirklich Anerkennung gewonnen in diesem Spiel. Und genau diese brauchte er um seine Mission letztlich beenden zu können.
"Der Boss wird sich freuen! Wie schaffst du das nur?". Fran legte den Kopf leicht schief mit einem weiteren aufgesetzten Grinsen.
"Ich weiß eben, was ich tue, Daniel~", kam es leicht arrogant vom Grünhaarigen.
Sein Milchkaffe war mittlerweile leer. Das Gespräch hat gut eine Stunde gedauert.
"Gut. Weitere Anweisungen werde ich dir sofort übermittel, sobald ich beim Boss war.
Das kann dauern bis spätestens Mittwoch.". Fran nickte.
"In Ordnung. Ich warte.". Mit diesem Satz stand der junge Illusionist auf und verließ den Tisch. Seine gleichgültige Maske wieder aufgesetzt. Für ihn war klar, dass Daniel bezahlen würde.
"Jean!". Der Typ am Tisch lächelte breit. Kurz wandte der Grünhaarige sein Kopf zurück um zu sehn, was er wollte. "Wenn du was brauchst, sag Bescheid!". Fran grinste wieder falsch.
"Mach ich".
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Mit dem Fingern tippte der Blonde auf die Fernbedienung herum, in der Hoffnung, irgendwas interessantes in der Matschscheibe zu finden. Doch nichts.
Es war schrecklich. Sonntage kam immer nur Schrott.
Mal abgesehen vom TV gucken, konnte Bel auch nichts anderes machen.
Die Geschäfte hatten zu. Es regnete draußen und wenn er ehrlich gewesen war, hatte er nicht das Verlangen großartig etwas zu machen. Ein Seufzer durchhalte den Raum.
Fran war noch immer nicht zurück. Langeweile war etwas, was der Prinz überhaupt nicht abkonnte. Abgesehen davon, dass er dem dämlichen Frosch nicht mal eine Nachricht schreiben konnte um zu erfahren wo er sich befand. Ein plötzliches Türklingeln allerdings, riss ihn für einen Augenblick aus der Langeweile. Seine, von Haaren verdeckten Augen glitten zum Fenster, wo man direkt auf die Tür sehen konnte. Es sah aus, als stünde dort ein junges Mädchen. Gemütlich stand Bel auf, lief zur Tür. Mit einem Mädchen würde er fertig werden. Als er die Tür öffnete, blickte die kleine Blondine ihn an. Ihre grünen Augen fest auf Bel gerichtet, mit einem etwas unglaubwürdigen Blick.
"Ist...Fran nicht da?", hakte sie nach. Bel schüttelte den Kopf "Eh...ne. Der ist arbeiten oder so...". Die Kleinere blickte zu Boden, überlegte einen Augenblick, ehe sie den Prinzen wieder ansah.
"Könntest du ihm ausrichten, dass ich da war?" - "Und du bist wer?" - "Claire. Er weiß Bescheid...". Sie lächelte. "Mit wem habe ich das Vergnügen? Du kennst Fran?".
Mit einem Kopfnicken beantworte er ein Teil der Fragen.
"Von der Arbeit her.", murmelte er leise. Wie viel er verraten durfte, wusste er nicht.
"Ah...ok? Dein Namen verräts du mir nicht?". Bel schüttelte den Kopf. "Brauchst du nicht wissen. Reicht wenn ich deinen weiß. Shishi~". Die Kleine schnaubte leise auf, grinste aber belustigt. "Dann.. Namenloser. Danke~". Gut gelaunt stieg sie die Treppen wieder runter und drehte sich noch einmal zu Bel um mit einem Handwinken verschwand sie dann.
Bel schüttelte den Kopf.
Eine Freundin? Hatte Fran etwa eine? Wie lange? Lief was zwischen ihnen?
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Mittlerweile war es schon fast Mitternacht. Fran hatte es sich in einer ziemlich kleinen Bar gemütlich gemacht. Er wollte nicht zurück nach Hause. Warum auch? Bel wartete dort und dann würde er nur wieder vor seinen Problemen stehen. Er war nicht Schuld an diesen Disaster damals. Bel war Schuld gewesen! Also brauchte er sich nicht schämen dafür. Ein leises Seufzen entkam seinen Lippen, die noch immer an einem Glas mit klarer Flüssigkeit nippten.
Der Grünhaarige hatte aufgehört zu zählen, wie viele Gläser er mittlerweile getrunken hatte. Sicher war, dass er sich eh schon kaum mehr aufrecht halten konnte.
"Isch bin nicht schuld!", nuschelte er gegen das Glas.
"Kleiner...Willst du nicht langsam gehen?". "Ischt doch alles gut...Ich hab keine Angst!", murrte Fran mit glasigen Augen. "Schön...Aber...Wir schließen gleich...Nun, eigentlich haben wir seit einer halben Stunde geschlossen...". "Oh?...", der Laut klang desinteressiert. Beinahe apathisch.
Er musste sich wohl oder übel mit Bel auseinander setzten.
Vielleicht war er auch schon weg?
Vielleicht hat er es aufgegeben?
/Ich bin nicht schuld/
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Ein Poltern war zu hören. Der Blonde riss den Kopf rum zur Eingangstür. Weiters folgte ein leises Fluchen, ehe die Tür aufging und der Grünhaarige hereingestolpert kam.
"Oh!", kam es gespielt überrascht vom Illusionisten. "Du bischt ja immer noch da?".
Bel drehte sich gänzlich mit dem Oberkörper zu der Tür und musterte amüsiert den Jüngeren.
"Du...bist betrunken?", ein Grinsen konnte der Prinz sich nicht verkneifen.
Es erinnerte ihn an etwas.
"Tsch! Nein!". Fran stellte sich stramm hin und lief hochkonzentriert in das Zimmer rein. Die Tür sperrangelweit offen. Doch weit kam er nicht. Er stolperte über die Schuhe, die er am Tag zuvor achtlos weggeschmissen hatte und landete quer über die Rückenlehne des Sessels, in dem Bel saß. Die Alkoholfahne des Illusionisten war penetrant und aufdringlich.
"Hoppala...". Mit großer Mühe rappelte der Grünhaarige sich wieder auf. "Und ich dachte, Illusionisten dürfen nichts trinken?, Shishishi~ scheint, als halte sich jemand nicht dran~" - "Ich hab nischts gedrunken!", protestierte der Kleinere weiterhin. Eine offensichtliche Lüge.
"In Ordnung...". Bel atmete tief durch, stand vom Sessel auf und schloss erstmal die Haustür.
Fran hingegen hatte sich bereits von der Rückenlehne auf den Boden gleiten lassen und schaute Bel sichtlich amüsiert dabei zu.
"Hihi.", kam es monoton von ihm. "Der Prinsch macht die Bauerarbeit, huh?"-"Glaubst du~".
Mit kurzen Schritten war er beim Grünhaarigen und hielt ihm eine Hand hin um ihn aufzuhelfen. "Der 'Prinsch' glaubt, dass du besser schlafen solltest!", gab Bel grinsend von sich. Fran schüttelte den Kopf. "Ach was!". Die Hand nahm der Kleine nicht an, sondern stand auf, stolperte dabei nach Vorne, direkt in Bels Arme. Völlig überrascht hielt Bel ihn an den Schultern, während Fran sich an seiner Brust abstützte. Einen Moment stockte Fran, dann drückte er sich beinahe panisch weg. So als habe er ins Feuer gefasst. Für einen kurzen Augenblick herrschte Stille. "Ich brauch noch was...", murmelte er leise zu sich selbst, ging zu seinem Wohnzimmerschrank und holte dort einen Cognac heraus mitsamt Glas. "Der Prinz glaubt nicht, dass das eine gute Idee ist, Froggy...". Doch Fran hörte nicht, goß sich lieber ein Glas des braunen Getränks ein und kippte es in einem Zug runter.
"Dem Frosch ist egal, was der Prinsch sagt~", gab er ziemlich kühl von sich.
"Der Prinz glaubt aber, dass der Frosch nicht mehr vertragen kann.", erklärte Bel erneut.
"Der Frosch sagt, dass er sehr wohl weiß, was er tut!", murrte Fran wieder.
"Der Prinz wird den Frosch nicht aufhalten~. Soll er nur nicht jammern~"-"Gut so! Der Frosch lässt sich auch nicht aufhalten!". Bel seufzte sichtlich genervt.
Erneut goß der Grünhaarige sich was ins Glas und schüttete es runter. Im nächsten Moment hielt er sich den Kopf und ließ das Glas fallen. "Senpai...Beim Frosch dreht sich alles...". Fran schüttelte leicht den Kopf, so als wollte er testen, ob es nur Einbildung war.
"Gut, dann ist genug für Heute~", kommentiere der Blonde, lief zum Illusionisten rüber und legte Frans Arm um seinen Hals um ihn rüber in sein Bett zu bringen.
Mit einem Mal sackten die Beine des Anderen weg. "WOAH! Der Boden bewegt sich!" - "Ushishi, Ja...tut er~", ein Schmunzeln konnte der Sturmwächter sich nicht verkneifen. "Wohin bringscht du mich?"-"Ins Bett...wo Froggy hingehört."-"Schon...? Hn...".
In Frans Schlafzimmer angekommen setzte er den Kleinen aufs Bett, der sich sofort nach hinten fallen ließ und die Augen schloss. Bel zögerte, entschied sich dann dem Betrunkenen zumindest die Klamotten auszuziehen bis auf seine Shorts, ihn richtig ins Bett zu legen und zu zu decken. Fran ließ alles mit sich machen ohne Gegenwehr, murrte nicht mal. Er schien wirklich nicht mehr in der Lage für etwas zu sein.
"Dummer Frosch", murmelte Bel leise. "Dummer Prinzsch...", nuschelte der Jüngere zurück.
"Schlaf gut"-"Du auch...". Ein weiteres Schmunzeln huschte dem Blonden über die Lippen.
"Senpai~...Isch liebe dich~".
"Ich weiß~", gab er amüsiert zurück.
Ob der Frosch sich morgen danach noch erinnern kann?
