Chapter 1 – you're looking for him, seriously?
Mit besonders wachsamen Blick betrat die junge Französin die alte Bar, welche vom Stil her an die frühen zwanziger Jahre erinnerte. Nach all den Jahren, in denen sie nun schon auf der Suche nach ihm war, hatte sie nie die Hoffnung aufgegeben, ihm eines Tages wieder gegenüber stehen zu können. Sie hatte nie begriffen warum er und seine beiden Geschwister, quasi über Nacht die Stadt verlassen hatten, ohne sich wenigstens von ihr zu verabschieden.
Seit jenem Tag verging für die Blondine kaum ein Moment, an dem sie nicht an ihn gedacht hatte. Doch wie sollte sie auch, war er doch der erste Mann in ihrem Leben, bei welchem sie sich besonders nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern, nicht nur sehr wohl und geborgen, sondern auch so richtig geliebt gefühlt hatte.
Suchend schaute sie sich schließlich erneut in den Räumlichkeiten um, auch wenn sie nicht einmal wusste, wer oder vielmehr was sie hier erwarten würde. Das einzige, was sie dagegen definitiv wusste war, dass sie in dieser alten Bar, jemanden finden würde, der aus erster Hand wusste wo sich Niklaus Mikaelson derzeit aufhielt und ihr somit vielleicht den alles entscheidenden Tipp geben konnte, der sie letztendlich wieder mit ihrem Liebsten vereinen würde.
Aber so sehr Celine sich auch umschaute, außer ein paar ahnungslosen Menschen, konnte sie niemand anderes entdecken. Außer ihr selbst befand sich kein anderes übernatürliches Wesen in der Nähe, das spürte sie jedenfalls genau. Also beschloss sie einfach abzuwarten und suchte sich deshalb einen etwas ruhigeren Platz, am anderen Ende des Tresens aus edlem Mahagoni, von wo aus sie insbesondere den Eingang der Bar immer im Blick behalten konnte.
„Was kann ich ihnen bringen...?", fragte der Barkeeper, kaum dass sie es sich auf einem der, mit dunkelroten Leder bezogenen Barhockern, bequem gemacht hatte.
„Den ältesten Scotch, den sie haben...", antwortete sie, ohne großartig darüber nachzudenken und schenkte, dem wohl kaum älter als neunundzwanzig Jahre alten Mann ihr schönstes Lächeln.
Er sah nicht nur umwerfend aus, sondern verströmte zu dem einen besonders appetitlichen Duft, dem sie nur schwer widerstehen konnte. Doch die Blondine riss sich zusammen, immerhin war sie aus einem ganz anderen Grund hier her gekommen.
Nachdenklich hob sie ihre Hand und umschloss damit den alt aussehenden Anhänger, welchen sie an einer Kette immer um ihren Hals trug, während sie erneut ihren Blick auf den Eingang richtete. Dieser schützte sie nicht nur tagsüber vor den heimtückischen Sonnenstrahlen, sondern gab ihr auch immer wieder aufs Neue das Gefühl, das irgendwann alles wieder gut werden würde. Er gab ihr einfach die Hoffnung und auch die Kraft nicht so schnell aufzugeben. Obwohl es so gesehen auch nicht verwunderlich war, wie wichtig ihr dieses antike Schmuckstück war, immerhin war er so ziemlich das letzte Erinnerungsstück was sie besaß und er erinnerte sie an Niklaus. Die Person die ihn ihr auch geschenkt hatte.
„Ihr Drink...", sagte der Barkeeper und schob ihr dabei ein halbvolles Glas mit ein paar Eiswürfeln und dem von ihr gewünschten Scotch zu.
Wieder lächelte sie ihn kokett an und nahm dabei ihre Hand von ihrem Anhänger, richtete ihren Blick jedoch sofort wieder in Richtung Tür, durch die soeben eine dunkelhaarige Frau gekommen war.
Wahrscheinlich würde sie sich nie daran gewöhnen, plötzlich nach über fünfhundert Jahren wieder ein Mensch zu sein, ein anfälliges und vor allem verletzliches etwas. Daran war nur dieses Miststück von Elena schuld, schon bei dem kleinsten Gedanken an sie verspürte Katherine Pierce den Wunsch, ihrer Doppelgängerin den Hals umzudrehen. Hab ein schönes menschliches Leben Katherine, hatte sie gesagt kurz nachdem sie ihr das Heilmittel verabreicht hatte. Die junge Frau schnaubte verächtlich, diese konnte wirklich von Glück sagen, dass sie immer noch ein Vampir war und somit um einiges stärker als sie.
Nur das war der Grund gewesen, weshalb sie, kaum dass sie wieder zu sich gekommen war, auf schnellstem Weg die Stadt verlassen hatte. Allerdings nicht ohne sich zuvor noch an Damon's Rücklagen zu bedienen, denn so mittellos wie sie derzeit war, hätte sie es sonst wohl niemals aus eigener Kraft bis hier her geschafft. Außerdem ging sie davon aus, das es ihm, bei der Menge an Geldscheinen, welche er wohl bemerkt in der Kommode zusammen mit seinen Unterhosen aufbewahrte, sowieso nicht sofort aufgefallen wäre, wenn davon nun der ein oder andere Schein fehlte. Viel mehr sah die dunkelhaarige es so, dass er ihr diesen Gefallen sowieso schuldig gewesen war. Denn immerhin war es seine kleine Freundin gewesen, welche sie erst in diese Situation gebracht hatte.
Suchend schaute sie sich um und entdeckte schließlich die Blondine, am anderen Ende des aufwendig verzierten Holztresens. Das an den ganzen Gerüchten um sie wohl auch etwas Wahres dran sein musste, war ihr jedoch schon geraume Zeit bewusst und doch hatte Katherine nie den Wunsch verspürt, sich auf ein Treffen mit der Person einzulassen, die doch tatsächlich freiwillig auf der Suche war, und zwar ausgerechnet nach Klaus.
Schon allein beim kleinsten Gedanken an seinen Namen, spürte die gebürtige Bulgarin, wie sich eine Gänsehaut über ihren gesamten Körper legte. Auch wenn es derzeit ganz danach aussah, das er endlich damit aufgehört hatte sie zu verflogen, jagte ihr sein Name noch immer einen eiskalten Schauer über den Rücken. Sie musste wirklich verrückt sein, sich um diese Zeit hier mit einem übernatürlichen Wesen zu treffen. Doch schließlich war sie auch nicht zum Spaß hergekommen, sondern hatte vor Blondie ein einmaliges Angebot zu machen. Also straffte sie ihre Schultern und stolzierte mit erhobenem Haupt auf diese zu.
„Celine...?", fragte sie trotzdem prüfend, bevor sie sich endgültig neben der Blondine nieder ließ.
Interessiert hatte sie die dunkelhaarige Schönheit am Eingang eine Zeit lang betrachtet, wobei es ihr natürlich nicht entging, dass auch sie auf der Suche nach jemandem war. Aber wie auch der Rest der anwesenden, war auch sie kein übernatürliches Wesen.
Also dauerte es auch nicht besonders lange, bis Celine schließlich den Blick von ihr nahm und ihn stattdessen wieder auf ihren Drink richtete.
Erst als diese sie jedoch plötzlich ansprach, richtete die Blondine doch etwas überrascht ihren Blick erneut auf die andere, ebenfalls noch relativ junge Frau.
Sie hatte gewusst, dass sie mit einer anderen Frau telefoniert und dieses Treffen vereinbart hatte. Jedoch nicht das ihr gegenüber ein einfacher Mensch sein würde. Hatte man sie etwa nur in einen Hinterhalt locken wollen?
Misstrauisch geworden, beäugte sie die dunkelhaarige Frau einen kurzen Moment, nickte jedoch vorsichtig, bevor sie schließlich nach ihrem Glas griff und ihr mit einer leichten Geste ein Zeichen gab, ihr an einen der noch etwas abgelegeneren Tische, welche rings um die eigentliche Bar verteilt waren, zu folgen damit sie sich dort noch ungestörter unterhalten konnten.
Auf den ersten Blick wirkte die Blondine auf sie, wie jemand schüchternes, ängstliches und vor allem wie jemand, den man leicht manipulieren konnte. Nicht das sie während ihrer derzeitigen Verfassung dazu in der Lage gewesen wäre, aber Katherine war sich fast etwas zu sicher, dass sie die kleine trotzdem mit Leichtigkeit um ihren noch immer perfekt manikürten kleinen Finger wickeln konnte.
Mit einem selbstsicheren Lächeln, wandte sie sich an den Barkeeper, und bestellte sich ebenfalls einen Drink, bevor sie Blondie an einen der Tische folgte.
„Du suchst also wirklich nach Klaus...ernsthaft?", fragte sie kurz nachdem sie sich ihr gegenüber niedergelassen hatte.
Noch immer klang es für ihre Ohren einfach zu unrealistisch, das es wirklich jemand gab, der seine Zeit mit der Suche nach Klaus verschwendete.
Celine erwartete nicht das ihr gegenüber den Grund für ihr Handeln verstand, nickte jedoch wenn auch etwas schweigsam, da sie sich noch immer nicht vorstellen konnte, wie ein Mensch ihr bitte bei ihrer Suche nützlich sein könnte.
„Aber ich kann mir nicht vorstellen, wie ausrechnet ein Mensch, wie du es bist, mir bei meiner Suche helfen könnte...", sprach sie schließlich doch genau das aus, was sie über die junge Frau ihr gegenüber dachte.
Natürlich war Katherine bewusst auf welch dünnem Eis sie sich da gerade bewegte, was jedoch nicht bedeutete, dass sie sich scheute, der Blondine ihren Vorschlag zu unterbreiten.
„Hast du überhaupt eine Ahnung, wer dir gerade gegenüber sitzt...?", fragte sie mindestens genauso herablassend und warf ihrem gegenüber einen weiteren prüfenden Blick zu.
Genau in dem Moment, kam der Barkeeper persönlich an ihren Tisch und brachte der dunkelhaarigen, den von ihr bestellten Drink. Diese wartete jedoch bis er sich wieder zurückgezogen hatte, und tauchte daraufhin ihren Finger leicht in das Glas, mit der bernsteinfarbenen Flüssigkeit, bevor sie diesen schließlich langsam in ihren Mund steckte. Sie liebte den Geschmack von einem guten Glas Bourbon, daran hatte sich auch nach all den Jahren, in denen sie nun schon lebte, nichts verändert.
Nein, offensichtlich wusste Blondie wirklich nicht, wen sie da gerade vor sich hatte. Gespielt beleidigt verdrehte sie ihre Augen, nach über fünfhundert Jahren als Vampir, hatte sie wirklich erwartet das ihr gegenüber trotz allem wusste wer sie war.
„Ist es nicht seltsam, dass wir uns noch nie zu vor begegnet sind und ich aber trotzdem deinen Namen kenne und auch so ziemlich alles über dich weiß, während du dagegen nicht einmal weißt wer ich bin?", stellte sie direkt die nächste Frage, allerdings ohne darauf eine Antwort vom ihrem gegenüber zu erwarten.
„Katherine Pierce, aber eigentlich heiße ich Katerina..." fügte sie noch hinzu und trank einen großzügigen Schluck aus ihrem Glas.
Mit weit aufgerissenen Augen starrte Celine, die dunkelhaarige Frau an. Sie war also die Person, von der ihr Nik's älterer Bruder Elijah vor so langer Zeit erzählt hatte.
Es war zwar schon einige Jahrhunderte her, doch die junge Französin erinnerte sich noch genau daran, so als ob es gerade erst gestern gewesen wäre, als sie natürlich nur zufällig ein Gespräch zwischen Niklaus und dessen Bruder mitbekommen hatte. Ein Name war ihr, von dem was sie gehört hatte, dabei noch am besten im Gedächtnis geblieben. Katerina.
Das Gehörte beschäftigte die junge Frau sogar so sehr, dass sie eines Abends das Gespräch mit Elijah suchte. Sie musste einfach wissen, was es mit der anderen Frau, die Niklaus offenbar zu suchen schien, auf sich hatte, auch wenn es ihr eigentlich nicht zustand mehr darüber zu erfahren.
„Ich weiß es steht mir nicht zu, aber warum will Niklaus unbedingt diese Katerina finden Elijah...?", fragte sie ihn, als an besagtem Abend schließlich nur noch sie beide übrig waren.
Neugierig aber auch irgendwie etwas schüchtern und vorsichtig sah Celine ihn an. Der Ausdruck in seinem Gesicht, verriet ihr dabei nicht im Geringsten wie er darüber dachte.
„Woher weißt du von Katerina...?", fragte er sie ohne dabei auf ihre Frage einzugehen.
Langsam ließ Celine sich auf dem Fenstersims nieder und starrte nach draußen in die Dunkelheit. Vielleicht war es falsch gewesen Elijah nach dieser mysteriösen Frau zu fragen, aber sie musste einfach wissen warum sich Nik so sehr für sie interessierte.
„Ich hörte zufällig wie ihr über sie gesprochen habt...", sagte sie und warf ihm erneut einen fragenden Blick zu, doch ihr gegenüber schien trotzdem zu zögern.
Er war sich nicht sicher, ob es richtig war, vor der jungen Französin darüber zu sprechen. Für einen Moment überlegte er, ob er ihr die wahre Geschichte über Katerina und seinen jüngeren Halbbruder erzählen sollte, entschied sich dann jedoch schließlich dafür, ihr die meisten der wirklich wahren Details zu verschweigen und ihr stattdessen das zu erzählen, was er und sein Bruder sich vor langer Zeit ausgedacht hatten.
„Niklaus ist schon seit einigen Jahrhunderten auf der Suche nach ihr...", begann er und ließ die Blondine dabei dennoch nicht aus den Augen.
Celine hingegen wagte es kaum noch zu atmen und spürte wie ihr Herz schneller zu schlagen begann, während sie gespannt an seinen Lippen hing und ihn dabei für keine Sekunde aus den Augen ließ.
„In vielen Kulturen, gibt es Überlieferungen über einen Fluch, der uns Vampire zu Dienern der Nacht und unsere Feinde die Werwölfe zu Sklaven des Mondes macht. Aber es gibt einen Weg, diesen zu brechen...", fuhr er fort und hoffte dabei, das sie ihm folgen konnte.
Auch wenn sie nicht ganz verstand, was dieser allgegenwärtige Fluch mit Niklaus und dieser anderen Frau zu tun haben sollte, wartete die junge Französin mehr oder weniger geduldig um ihr gegenüber ausreden zu lassen.
„Niklaus...hat vor diesen Fluch zu brechen und somit den Werwölfen zuvor zu kommen, wenn es ihm gelingen sollte, werden wir nicht mehr länger nur Diener der Nacht sein, sondern können uns auch bei Tag ohne Hilfsmittel wieder frei bewegen...", schloss Elijah schließlich seinen Bericht über den Fluch, während Celine dabei noch immer ehrfürchtig an seinen Lippen hing.
„Aber was hat dieser Fluch mit Katerina zu tun?", wollte sie von ihm wissen.
„Lass es mich einfach so formulieren, er brauchte sie um den Fluch brechen zu können. Doch sie ist bei ihm in Ungnade gefallen...", beantwortete er ihre Frage, jedenfalls für ihn war das Thema damit erledigt.
Er hatte ihr ohnehin schon viel zu viel darüber erzählt, worüber sein Bruder sicher nicht gerade erfreut sein würde, sollte er irgendwie von diesem Gespräch erfahren.
Celine spürte, dass er ihr nicht mehr über den Fluch und auch nicht über diese mysteriöse Frau verraten würde, egal wie viele Fragen sie ihm noch dazu stellen würde. Schweigsam richtete sie ihren Blick wieder nach draußen in die Dunkelheit und versuchte das soeben Gehörte zu verarbeiten, in dem sie dabei ihre schlanken Beine näher an ihren Körper zog.
Amüsiert beobachtete Katherine die Reaktion der Blondine, dann hatte sie also doch schon von ihr gehört.
„Das kann nicht sein...", brachte die junge Französin nur mit Mühe ungläubig hervor.
Wie gesagt es kam ihr zwar so vor, als ob es erst gestern gewesen war, das Elijah und sie darüber gesprochen hatten, aber in Wirklichkeit waren seit dem mehrere Jahrhunderte vergangen, was bedeutete, das die Person vor ihr auch mindestens so alt sein müsste.
„Aber du bist doch ein Mensch wie konntest du...", begann sie, kam jedoch nicht dazu ihre Frage zu beenden, da ihr die dunkelhaarige bereits ins Wort gefallen war.
„Wie ich trotzdem so lange überleben konnte...?", beendete diese ihre Frage.
„Das ist eine lange Geschichte...aber deswegen bin ich nicht hier, denn eigentlich hatte ich vor dir einen Vorschlag zu machen", fügte sie noch hinzu, während sie nach ihrem Glas griff und sich schließlich einen großen Schluck daraus genehmigte.
Einen Vorschlag? Von einem Deal war bei ihrem Telefonat nicht die Rede gewesen. Misstrauisch schaute Celine ihr gegenüber an, was wenn dieses Treffen doch eine Falle war und ihre dunkelhaarige Verabredung nur so tat als ob sie irgendwelche Hinweise für sie hatte.
„Was für einen Vorschlag?", fragte sie und verschränkte dabei ihre Arme.
Mit einem leichten grinsen stellte Katherine ihr Glas wieder vor sich ab und warf dabei der jungen Französin einen vielsagenden Blick zu. Sie konnte ihr deutlich ansehen wie misstrauisch sie war.
„Ich verrate dir wo du die Urfamilie finden kannst...", begann sie, bevor sie schließlich eine kurze Pause einlegte, um ihrem gegenüber zu verdeutlichen, dass sie mit dieser kostbaren Information natürlich nicht umsonst herausrücken würde.
„Wenn du mir als kleine Gegenleistung dafür ein paar Tropfen von deinem Blut spendierst...", fügte sie schließlich hinzu.
Es wäre keine große Sache für sie gewesen, die dunkelhaarige wieder in einen Vampir zu verwandeln, ganz im Gegenteil doch die Blondine wusste nicht warum, aber sie blieb trotzdem misstrauisch. Was wenn es wirklich nichts weiter als eine Falle war?
„Woher soll ich wissen, dass du die Wahrheit sagst und mich nicht nur täuschen willst...?", fragte sie und zog dabei eine ihrer beiden Augenbrauen leicht nach oben.
Langsam aber sicher genervt von den vielen Fragen, verdrehte die gebürtige Bulgarin ihre dunklen Augen. Wahrscheinlich würde es doch schwerer werden, mit Blondie ins Geschäft zu kommen, als sie bisher gedacht hatte.
„Hör zu...ich bin inzwischen lange genug vor Klaus auf der Flucht gewesen, um zu wissen wo sich seine Geschwister und er befinden. Wenn ich dich nur täuschen wollen würde, hätte ich mich sicher nicht auf ein Treffen mit dir eingelassen", antwortete sie und warf der jungen Französin einen genervten Blick zu. Was sollte sie bitte noch sagen, damit diese ihr endlich glaubte?
Eigentlich klang das, was sie da sagte, schon irgendwie als ob sie wüsste wovon sie da sprach. Doch Celine wollte kein allzu großes Risiko eingehen, für Hinweise, die sich unter Umständen doch nur wieder als falsch herausstellen konnten. Während der vergangenen Jahrhunderte, hatte sie die ganze Welt gesehen und nahezu jede noch so kleine Ecke davon nach ihrem Schöpfer abgesucht, vergeblich. Immer wieder hatte sie seine Spur aus den Augen verloren.
„Dann hör du mir jetzt mal zu, ich habe so gut wie jeden noch so kleinen Fleck auf diesem Planeten nach ihm abgesucht, ohne Erfolg. Woher soll ich also bitte wissen, ob du mir die Wahrheit sagst oder nicht...?", fragte sie wieder und schaute ihr gegenüber dabei misstrauisch und zugleich etwas amüsiert an.
Katherine warf ihr einen missbilligenden Blick zu, und dafür war sie hier her nach New York gekommen, um sich mit einer alles in Frage stellenden Blondine in einer Bar irgendwo in Brooklyn zu treffen.
„Gut wenn du mir nicht vertraust, dann solltest du dein Glück wohl besser nicht in New Orleans versuchen und lieber woanders deine Zeit mit suchen verschwenden", seufzte die dunkelhaarige, bevor sie gierig auch noch den letzten Rest ihres Drinks hinunterstürzte. Anscheinend musste sie sich wohl doch nach jemand anderem umsehen, wenn sie nicht bis zum Ende ihres so schon armseligen Lebens ein Mensch bleiben wollte.
„Warte...New Orleans sagtest du...?", fragte Celine, als sie sah das ihr gegenüber jeden Moment aufstehen und die Bar verlassen wollte. Vielleicht sagte sie ja doch die Wahrheit und wusste wo sich Niklaus und seine Geschwister aufhielten.
„Ja...ich sagte New Orleans...", wiederholte Katherine, während sich erneut ein leichtes grinsen auf ihre Lippen legte.
Mit einer beiläufigen Handbewegung signalisierte sie dem Barkeeper, dass sie noch etwas trinken wollten. Denn auch Celine hatte inzwischen ihr Glas geleert.
„Aber ich sollte dich warnen, Klaus hat den Fluch gebrochen...", fügte sie noch immer grinsend hinzu.
„Den Fluch der Vampire zu Dienern der Nacht macht?", fragte Celine und sah Katherine dabei hoffnungsvoll an.
Doch diese lachte nur hell auf und schüttelte dabei nur ihren Kopf.
„Du weißt es nicht?", fragte sie, als sie sich wieder unter Kontrolle hatte.
„Die einzige Person die mit einem Fluch belegt war, war er selbst. Klaus war schon immer zur Hälfte ein Vampir und ein Werwolf. Allerdings schlummerte der Teil in ihm, der ihn zu einem Werwolf machte. Doch jetzt wo er den Fluch brechen konnte, ist er nun beides. Ein Hybrid, eine gefährliche Bestie...", klärte diese sie schließlich auf.
„Natürlich wusste ich davon, dann hat er es also geschafft...?", log die Blondine und war dabei bemüht, sich nicht noch einmal anmerken zu lassen, wie überrascht sie über diese Neuigkeiten war.
Noch immer musste die dunkelhaarige über die herrlich erfrischende Unwissenheit der jungen Französin lächeln.
„Also haben wir nun einen Deal oder nicht?", fragte sie schließlich und tat dabei so als ob ihr, die Notlüge ihres gegenüber nicht im Geringsten aufgefallen war.
