Chapter 2 Welcome to Bourbon Street

Nachdem ihre beiden Brüder nun schon beinahe den ganzen Sommer in New Orleans verbracht hatten, war auch Rebekah ihnen nun, wenn auch nicht unbedingt freiwillig nach Louisiana gefolgt.

Nachdenklich packte sie schließlich ihre restlichen Sachen aus. Manchmal war es wirklich verrückt wie das Leben so spielte. Damals vor einhundert Jahren war es ihr mindestens genauso schwer gefallen, vor ihrem Vampirjäger von Vater zu fliehen und der Stadt im Süden für immer oder zumindest für eine sehr lange Zeit den Rücken zu zukehren. Jetzt jedoch wieder zurück zu sein, nach so langer Zeit, fühlte sich irgendwie merkwürdig an. Aber schließlich hatte es der Blondine ja auch freigestanden, ihren Brüdern zu folgen oder weiterhin allein in Mystic Falls zubleiben.

Doch sie hatte sich für die eigene Familie entschieden, weil sie insgeheim noch nach wie vor hoffte, das sie, nun wo sie und ihre beiden Geschwister vor nichts und niemandem mehr fliehen mussten, vielleicht nach all den Jahrhunderten endlich doch noch wieder eine richtige Familie werden würden. Allerdings war es auch nicht nur die Hoffnung gewesen, die sie zu diesem Umzug bewegt hatte, sondern auch die Neugier. Die Blondine traute ihrem älteren Halbbruder zwar eine Menge zu, das er jedoch ein guter Vater werden könnte, bezweifelte sie trotzdem vehement. Sicher, sie konnten alle etwas Glück und wahrscheinlich auch ein kleines Wunder gebrauchen, wenn die Familie nach allem was passiert war, nun so langsam wieder etwas mehr zusammenwachsen sollte. Aber ihr Bruder war stur wie eh und je, und das einzige was ihn wirklich interessierte war, wie er die Stadt wieder unter seine Kontrolle bringen konnte.

Vorsichtig zog sie ein gerahmtes Foto aus einem der Kartons und betrachtete es mit einem leichten seufzen. Die Aufnahme war gerade mal wenige Wochen alt und zeigte Matt gemeinsam mit ihr, in Paris direkt vor dem Louvre.

Sie wusste noch genau, wie erstaunt sie darüber gewesen war, wie bereitwillig einer der anderen zahlreichen Touristen sich dazu bereit erklärt hatte, ein paar Fotos von ihnen zu machen, und das ohne, dass sie ihn erst dafür manipulieren musste. Das heißt eigentlich hatte sie das sogar vorgehabt, jedenfalls bis Matt sie davon überzeugt hatte, das man auch einfach jemanden nett darum bitten konnte.

Die Blondine musste lächeln, bis auf ein paar wenige Ausnahmen hatte sie den ganzen Sommer genauso verbracht, als ob sie eine ganz normale junge Frau gewesen wäre. Insgeheim hatte sie sogar gehofft, dass ihr Sommer mit Matt nie enden würde. Genauso wie sie sich gewünscht hatte, das aus ihnen vielleicht doch noch mehr als nur Freunde werden würde. Da Matt nach ihrer gemeinsamen Rückkehr nach Mystic Falls, jedoch immer noch nur mit ihr einfach befreundet sein wollte, hatte auch Rebekah einsehen müssen, das sie sich wohl nicht so bald noch näher kommen würden. Was jedoch auch nicht automatisch bedeutete, dass sie jetzt überhaupt nichts mehr für ihn empfand. Zwar war sie ihren Geschwistern in den Süden gefolgt, doch den Kontakt zu ihm wollte sie trotzdem aufrechterhalten.

Das Foto jedenfalls sollte jedoch einen ganz besonderen Ehrenplatz, in ihrem neuen Zuhause erhalten. Also stellte sie es auf die kleine Kommode direkt neben ihrem Bett und schnappte sich ihre schwarze Lieblingsjacke aus edlem Kunstleder. Auch wenn der Sommer hier in Louisiana noch nicht ganz vorbei war, so wurden die Abende dennoch langsam immer kühler und sie war noch mit ihrem Bruder Elijah verabredet.

Zur gleichen Zeit spazierte Celine mit wachsamem Blick, durch die nächtlichen Straßen des French Quarter. Seit ihrem letzten Besuch hier, vor einigen Jahrzehnten, hatte sich besonders in diesem Viertel von New Orleans kaum etwas verändert. Abgesehen vom Tourismus und einigen anderen Kleinigkeiten, war fast alles noch so wie sie es in Erinnerung behalten hatte, wobei die zum Teil noch gut erhaltenen alten Gebäude sie teilweise sogar an ihre Heimat erinnerten.

Hier würde sie ihn also finden, sofern die Informationen von Katherine oder besser gesagt der berühmt berüchtigten Katerina auch der Wahrheit entsprachen. So ganz hatte die Blondine ihr dann allerdings doch nicht über den Weg getraut, auch wenn sie deren Deal dennoch zugestimmt hatte. Jedoch nur unter der Bedingung, dass sie sich am nächsten Tag erneut treffen würden, erst dann, so hatte sie es der dunkelhaarigen versprochen, würde sie ihr etwas von ihrem Blut geben. In der Bar direkt vor den ganzen Leuten war es ihr ohnehin dann doch etwas zu riskant gewesen. Auch wenn nur wenige Menschen anwesend gewesen waren, so hatte die junge Französin von Anfang an nicht vorgehabt ein solch hohes Risiko einzugehen. Sie war nicht dumm und ließ sich schon gar nicht von einem armseligen Menschen so einfach aufs Kreuz legen.

Weshalb sie auch kaum, dass sich ihre Wege wieder getrennt hatten, eilig ihre Sachen geschnappt und schließlich die Stadt wieder verlassen hatte. Angst hatte sie jedoch dabei keineswegs. Immerhin war sie um einiges stärker, als die dunkelhaarige Schönheit, jedenfalls bis diese einen anderen Vampir fand, der bereit war sie erneut zu verwandeln. Doch darum ging es Celine gerade nicht, sie wollte nur wissen ob es stimmte, dass sie Klaus hier in New Orleans finden würde.

Mit klopfendem Herzen ließ sie ihren Blick weiter durch die nächtlichen Gassen des French Quarter streifen. Die Blondine erwartete nicht, dass er oder jemand anderes aus seiner Familie ihr gleich jetzt sofort, nur wenige Stunden nach ihrer Ankunft in der Stadt, direkt über den Weg laufen würden. Sie hoffte auf irgendein Zeichen, das er überhaupt noch in der Nähe und nicht wie so oft bereits weitergezogen war. Doch bis auf eine Reihe anderer Vampire, die sich nicht gerade diskret zu verhalten schienen, fiel ihr nichts besonders auffälliges auf. Frustriert und auch etwas ärgerlich auf sich selbst, betrat sie schließlich die ihr am nächsten gelegene Bar.

Schon bei ihrem letzten Besuch vor einigen Jahren, war sie hier gewesen und auch jetzt hatte sich zu ihrer Freude, nicht sonderlich viel am Aussehen der Räumlichkeiten verändert. Die Bar war immer noch so, wie sie diese in Erinnerung behalten hatte. Die einzige Veränderung die ihr hingegen auf den ersten Blick auffiel, war die junge Blondine hinter der Bar, welche die Bestellungen der Gäste aufnahm und die Drinks aus schenkte.

Celine beobachtete sie einen Moment, wie wohl bei jedem anderen Mensch, roch auch das Blut der Barkeeperin mehr als nur verführerisch. Erst jetzt bemerkte die junge Französin wie ausgehungert sie eigentlich war. Was jedoch eher daran lag, das sie sich seit ihrer überstürzten Abreise, wie schon so oft kaum eine kurze Pause gegönnt hatte. Zum einen getrieben durch die Angst, die mögliche Spur ihres Liebsten wieder verlieren zu können und zum anderen um nicht mal eine Sekunde ihres Vorsprungs zu verschenken.

Noch immer verfolgten ihre grau-blauen Augen jede noch so kleine Bewegung der jungen Frau. Obwohl sie noch einige Schritte von dem, aus Walnuss gefertigten dunklen Holztresen entfernt war, konnte sie deutlich den regelmäßigen Herzschlag der Barfrau vernehmen.

Sofort verspürte Celine das Verlangen der jungen Frau ihre scharfen Reißzähne in den Hals zuschlagen. Ihr Blut würde ihr sicher mindestens genauso gut schmecken, wie es sie mit seinem süßlichen Duft gerade zu anlockte. Doch die Blondine riss sich zusammen, schließlich war sie nicht hier her gekommen, um sich das Blut der Barkeeperin schmecken zulassen, sondern weil sie nach der langen Reise von New York hier her, einen Drink gut gebrauchen konnte. Außerdem hatte sie vor sich einen Plan zu machen, bevor sie schließlich erneut aufbrechen und das Viertel weiter durchkämen würde.

Diesen Gedanken zur Kontrolle immer noch in ihrem hübschen Kopf, stöckelte sie schließlich langsam in Richtung Theke, wobei die Absätze ihrer Schuhe, bei jedem Schritt auf dem alten Holzboden, ein doch recht deutliches Geräusch verursachten.

„Was kann ich dir bringen...?", fragte die blonde Barfrau, kaum das Celine es sich auf einem der Plätze an der Bar bequem gemacht hatte.

Immer noch fiel es ihr mehr als schwer, deren Herzschlag auszublenden. Jetzt wo sie direkt vor ihr stand, hatte die junge Französin sogar das Gefühl, nichts anderes mehr wahrnehmen zu können, so laut und deutlich wie nur dieses eine Geräusch in ihrem Kopf dröhnte.

„Den ältesten Scotch den ihr auf Lager habt...", antwortete sie schließlich und versuchte sich dabei auf die leuchtend grünen Augen der jungen Frau zu konzentrieren.

Diese hingegen starrte sie für einen kurzen Moment überrascht an, bevor sie Celine ihren Rücken zu drehte, um den von ihr gewünschten Drink für sie zu zubereiten.

Celine jedoch beachtete den doch recht überraschten Ausdruck, auf dem makellosen Gesicht ihres gegenüber nicht weiter. Es störte sie nicht im Geringsten, wie verwundert die Barkeeperin über ihren doch recht ausgefallenen Geschmack sein musste. Natürlich war ein schönes Glas Scotch nicht das einzige was ihr schmeckte, immerhin war ein gutes Glas Wein aus ihrer Heimat Frankreich oder auch ein fruchtiger Cocktail nicht zu verachten. Doch in Situationen wie diesen, wo der alles verschlingende Hunger sie besonders zu quälen schien, konnte ein Drink nie stark genug für die Blondine sein.

„Du siehst ganz schön müde aus...", riss die Feststellung der Barfrau, sie da wieder aus ihren Gedanken.

„Du bist mir hier noch nie aufgefallen...du bist nicht von hier oder?", fügte sie noch hinzu und stellte das halbvolle Glas, Celine direkt gegenüber auf die Theke.

Die junge Französin griff behutsam danach und lächelte nur bestätigend. Eigentlich war es ihr überhaupt nicht recht, das ihr gegenüber, sie anscheinend versuchte in ein Gespräch zu verwickeln, doch sie ließ sich trotzdem darauf ein, um die Kontrolle über die Gier nach Blut, welche immer noch in ihr tobte, nicht doch noch plötzlich zu verlieren.

„Das stimmt, ich komme gerade erst aus New York...", sagte sie schließlich immer noch lächelnd.

Irgendwie hatte sie das Gefühl, in der Barkeeperin sogar eine Person gefunden zu haben, mit der sie sich nett unterhalten konnte.

„Du kommst aus New York...?", wiederholte diese erstaunt, obwohl sie sich eigentlich schon gedacht hatte, dass die junge Frau mit dem außergewöhnlichen Geschmack nur eine Touristin sein konnte.

„Dann hast du wirklich eine ganz schöne Strecke hinter dich gebracht...", stellte sie schon fast bewundernd fest.

„Warst du schon mal hier in New Orleans...?", fragte sie in der Hoffnung, dass sie ihr gegenüber damit auch noch etwas weiter aus der Reserve locken konnte.

„Ja...um ehrlich zu sein, war ich bereits vor ein paar Jahren schon mal hier, aber diese Stadt und besonders dieses Viertel hier, faszinieren mich einfach immer wieder aufs Neue", gestand die junge Französin ihr.

„Ich bin übrigens Celine..." fügte sie lächelnd hinzu.

„Ein schöner Name, dann kann ich also daraus schließen, dass deine Familie ursprünglich aus Frankreich kommt...", lachte ihr gegenüber.

Sie war wirklich klug, das musste Celine ihr lassen. Zwar hatte sie in all den Jahrhunderten, schon eine Menge Menschen und auch andere übernatürliche Wesen kennengelernt, doch so schnell wie diese Barfrau, hatten nur wenige davon ihre Herkunft herausgefunden.

Doch bevor die junge Französin schließlich dazu kam, ihr gegenüber darauf anzusprechen, fuhr diese auch bereits fort.

„Ich heiße Camille, aber du kannst mich auch einfach Cami nennen...", sagte sie, nachdem sie den erstaunten Gesichtsausdruck der Touristin bemerkt hatte.

Wieder musste Celine lächeln, Camille schien wirklich schwer in Ordnung zu sein.

Nervös versenkte Elijah derweil seine Hände, in den Hosentaschen seines schwarzen Anzugs und richtete dabei seinen Blick beinahe starr, in Richtung Eingang der Bar, in welcher seine jüngere Schwester Rebekah und er mit der für ihre Verhältnisse noch relativ jungen Hexe Sophie Deveraux verabredet waren.

Rebekah war erst seit wenigen Tagen wieder in der Stadt, und der Urvampir rechnete trotzdem fest mit ihrer Unterstützung, was die Angelegenheit mit ihrem gemeinsamen Halbbruder und der schwangeren Hayley, welche dessen Kind in sich trug, betraf. Bis jetzt war die Blondine jedoch noch nicht aufgetaucht. Entschuldigend warf er der dunkelhaarigen neben sich einen Blick zu. Normalerweise zählte Pünktlichkeit zu den Eigenschaften, welche das jüngste Mitglied der Urfamilie ausmachten. Weshalb es ihr auch überhaupt nicht ähnlich sah sich so zu verspäten. Elijah war sich sicher, das irgendetwas Wichtiges seine Schwester aufgehalten haben musste, und sie mit Sicherheit jeden Moment herein gerauscht kommen würde.

Dennoch etwas angespannt richtete er seinen Blick erneut auf die Tür, denn er hatte nicht unbedingt vor, es sich mit der Hexe zu verscherzen. Nicht zuletzt weil diese ihm bereits deutlich genug zu verstehen gegeben hatte, das ihr Bündnis an gewisse Regeln gebunden war.

Die Minuten vergingen und von Rebekah war noch immer nichts zu sehen, allerdings entging dem Urvampir die andere Blondine natürlich nicht, welche so eben die Bar betreten hatte. Er erkannte sie auf den ersten Blick. Celine D'Aubigne.

Seit dem Blutbad waren nun mehr gut zwei Tage vergangen, in denen seine jüngere Schwester Rebekah und er selbst, Niklaus kaum zu Gesicht bekommen hatten. Normalerweise waren sie es gewohnt, das dieser oft für einige Zeit einfach so verschwand und erst dann wieder auftauchte, wenn ihm danach war. Doch dieses Mal war es anders und der ältere der drei Geschwister vermutete, dass es etwas mit der geheimnisvollen jungen Frau zu tun haben musste, welche dieser bei seiner Rückkehr mit in ihren Unterschlupf gebracht hatte. Fast hatte es sogar den Anschein, als ob sein Bruder sich sehr intensiv mit der Kleinen beschäftigen würde. Für all das musste es einen bestimmten Grund geben, dem war sich Elijah sicher.

So geduldig wie immer, hatte er es sich mit einem Buch gemütlich gemacht, während Rebekah am weit geöffneten Fenster stand und dabei den Sonnenuntergang beobachtete.

„Was könnte so wichtig sein, das Nik es uns unbedingt sofort mitteilen muss...", fragte sie und drehte sich in seine Richtung. An dem leichten Unterton in ihrer Stimme, konnte er deutlich hören wie ärgerlich sie darüber war, das sie gezwungen war einfach abzuwarten.

„Ich weiß es auch nicht Rebekah...", entgegnete er ruhig, ohne dabei jedoch von seinem Buch aufzusehen.

Er konnte verstehen, wie sauer sie war, doch er wusste auch, wie wütend sein temperamentvoller Bruder werden konnte, falls sich ihm jemand widersetzte.

„Er wird sicher bald hier sein...", fügte er noch hinzu und richtete seinen Blick auf die Blondine am Fenster, welche ihm jedoch bereits wieder ihren Rücken zugewandt hatte.

„Hoffentlich hast du recht...", antwortete sie ohne dabei jedoch ihren Blick von der langsam untergehenden Sonne zu nehmen. Sie konnte und wollte nicht mehr länger warten, schließlich war sie genau in diesem Moment mit einem überaus hübschen jungen Mann verabredet. Auch wenn sie sich erst vor wenigen Stunden kennengelernt hatten, wollte sie diesen nur ungern warten lassen.

Genau in diesem Moment flog die Tür auf und Niklaus betrat den Raum. Ein amüsiertes Lächeln lag auf seinen Lippen, als er plötzlich mitten im Raum stehen blieb und seine beiden Geschwister triumphierend anblickte.

„Elijah...Rebekah...", begann er während sein Blick dabei zwischen ihren Gesichtern hin und her wanderte.

„Ich würde euch gern jemanden vorstellen...", fuhr er fort, während er sich immer noch lächelnd wieder in Richtung Tür drehte.

„Komm ruhig etwas näher Liebes...", forderte er die junge Französin, welche etwas unsicher im Türrahmen stehen geblieben war auf.

Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, löste sich ihre schmale Gestalt vom Rahmen, an den sie sich soeben noch etwas vorsichtig gelehnt hatte und betrat schließlich ebenfalls, wenn auch etwas langsam den Raum.

Ihre langen blonden Haare bewegten sich dabei durch den warmen Sommerwind, welcher durch das geöffnete Fenster herein wehte, und leuchteten dabei mit den reich verzierten Applikationen auf ihrem dunkelblauen Kleid um die Wette.

Noch immer lächelnd streckte Klaus seine Hand nach ihr aus und legte diese, kaum dass die Blondine neben ihm stand, um ihre Taille, bevor er sie schließlich nur umso näher an seinen gutgebauten Körper zog.

Inzwischen hatte Elijah sein Buch beiseitegelegt, sich aus seinem Sessel erhoben und richtete seinen Blick erneut kurz in Rebekahs Richtung, welche sich genauso wie er ihrem Bruder und dessen neuester Errungenschaft zugewandt hatte. Er konnte nur zu deutlich an ihrem Blick erkennen wie ärgerlich sie darüber war, das ihr Bruder anscheinend genau jetzt wohl nichts Besseres zu tun hatte, als ihnen sein kleines Spielzeug vorzustellen. Doch sie sagte nichts, sondern musterte die Blondine an seiner Seite nur abfällig. Diese jedoch hatte ihren Kopf an die Schulter des Urvampirs gelegt.

„Wann können wir endlich nach draußen gehen...?", wisperte sie ihm leise und zugleich auch ungeduldig zu. Sie war hungrig und er hatte ihr versprochen, dass es nicht lange dauernd würde, bis sie gemeinsam bei Einbruch der Dunkelheit nach draußen gehen würden, damit sie endlich etwas zu sich nehmen konnte.

„Gedulde dich noch einen Moment Liebes, wir sollten noch warten bis es auch wirklich dunkel genug geworden ist...", erwiderte er und schaute für einen Moment sanft auf sie herab.

„Außerdem möchte ich dir zuvor noch unbedingt meine Geschwister vorstellen", fügte er noch hinzu.

Währenddessen machte Elijah ein paar Schritte auf seinen Bruder und die junge Blondine zu.

„Celine...das sind mein Bruder Elijah und meine Schwester Rebekah.", fuhr dieser jedoch ungehindert fort.

Immer noch hungrig warf die Französin einen Blick auf die beiden Personen, die sie bisher allerdings kaum beachtet hatte. Es war ihr egal was die beiden Geschwister ihres Liebsten von ihr dachten und auch ob sie sie akzeptieren würden, solange wie sie dafür in seiner Nähe sein konnte.

„Celine gehört von nun an zu unserer Familie...", verkündete Klaus seinen Geschwistern, was ihm vor allem von seiner jüngeren Schwester einen nicht gerade erfreuten Blick einbrachte.

Elijah hingegen trat noch näher an die junge Frau an der Seite seines Bruders heran.

„Ich bin sehr erfreut dich kennenzulernen Celine...", sagte er und warf dabei einen Blick in ihre wunderschönen grau-blauen Augen.

„Elijah...".

Erst jetzt nahm er seine jüngere Schwester, die soeben die Bar betreten hatte, war.

„Entschuldige das ich zu spät bin, aber ich...", begann sie mit einer plausiblen Erklärung für ihr zu spät kommen.

„Schon gut Rebekah, du brauchst dich nicht zu entschuldigen...", entgegnete er so ruhig wie immer, ließ die Blondine an der Bar dabei jedoch nicht aus den Augen.

Es musste schon eine Ewigkeit her sein, seit er sie das letzte Mal gesehen hatte. Genau genommen war es das letzte Mal gewesen, nachdem sein Bruder seinen Spaß an ihr verloren hatte.

Doch warum war sie in die Stadt gekommen?

Der Urvampir beschloss der Sache auf den Grund zu gehen, bevor sein Bruder davon erfahren würde. Unbeachtet dessen ließ er Rebekah stehen und eilte hinüber an die Bar, wo Celine sich immer noch sehr angeregt mit der Barkeeperin unterhielt.

Ungläubig und mit vor der Brust verschränkten Armen, sah Rebekah ihrem Bruder nach, als er ohne ein weiteres Wort an ihr vorbei eilte. Natürlich war es ihr nicht entgangen, wie er die junge Frau an der Bar angestarrt hatte. Doch sie hatte sich nichts dabei gedacht, jedenfalls bis auch sie diese plötzlich erkannt hatte.

Celine, eines der vielen abgelegten Spielzeuge ihres Bruders. Misstrauisch und zugleich interessiert beobachtete die Blondine, wie sich Elijah auf den freien Platz neben ihr sinken ließ und diese auch noch schon fast überschwänglich begrüßte. Am liebsten wäre sie ihm gefolgt und hätte die Angelegenheit auf ihre Weise geklärt, aber sie wusste natürlich genau, dass es Elijah überhaupt nicht recht war, wenn sie sich so einfach einmischen würde. Also gesellte sie sich, wenn auch nur widerwillig, hinüber zu Sophie, welche damit beschäftigt war Gemüse für ihr berühmtes Gumbo zu schneiden.

„Welch Überraschung Celine, es muss eine Ewigkeit her sein, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben...".

Nicht minder überrascht drehte die Blondine sich zu der Person, die soeben auf den freien Platz neben ihr geglitten war, um. Noch vor nicht einmal zwei Minuten hatte sie sich noch ziemlich angeregt mit Camille, der Barkeeperin unterhalten, bis jetzt, wo sie diese ihr nur zu bekannte Stimme angesprochen hatte.

Ein erleichtertes Lächeln legte sich augenblicklich auf ihre Lippen, als sie Elijah neben sich erblickte. Nach genauso einem Zeichen hatte sie die ganze Zeit über gesucht.

„Elijah...", brachte sie schließlich immer noch überrascht hervor.

Wenn Elijah noch in der Gegend war, konnte sein Bruder doch eigentlich nicht allzu weit entfernt sein, oder?