A/N: Ich bin wirklich überrascht wie viele meine Fanfiction lesen, hier deshalb nun Kapitel 4. Würde mich wirklich über Reviews freuen Lob, Kritik ist alles gern gesehen. Viel Spaß beim lesen. ;)


Chapter 4 – i know what you are …

Inzwischen waren bereits drei Tage verstrichen, seit der Urvampir, die junge Französin, in seines Gleichen verwandelt hatte. So gut wie nichts, auf den Straßen, erinnerte noch an die schreckliche Welle aus Tod und Zerstörung, welche über die Stadt hinweg gefegt war. Fast war es sogar so, als ob dieses Blutbad von unwahrscheinlichen Ausmaßen nie stattgefunden hatte. Allerdings merkte man den Menschen, den Schock aus der schrecklichen Nacht noch immer an. Nur die wenigsten von ihnen trauten sich noch nach draußen auf die Straßen.

Auch Niklaus war an diesem Tag allein auf den Straßen unterwegs. Nachdem ihm seine jüngere Schwester Rebekah verraten hatte, wo er zu dieser Tageszeit vermutlich eine Hexe antreffen konnte, hatte dieser sich so gleich auf die Suche begeben. Normalerweise war es nicht seine Art, sich mit irgendwelchen Hexen einzulassen, jedenfalls nicht, wenn er nicht ihre Hilfe benötigte. Aber genau darum ging es dem Vampir. Er brauchte eine Hexe, welche in der Lage war, für Celine einen Schutzzauber auszusprechen, damit die Blondine auch bei Tageslicht herumlaufen konnte, ohne dass die Sonnenstrahlen sie qualvoll verbrannten. Doch dazu musste er zunächst eine von ihnen finden.

Geduldig durchkämmte er die Stadt, ohne sich dabei wirklich auf das zu konzentrieren, was er eigentlich genau zu finden versuchte. Erst als er einige Meter vor sich, zwei Überlebende, des Massakers entdeckte, wusste er, dass er nicht mehr allzu weit von seinem Ziel entfernt sein konnte.

Langsam und in einem angemessenen Abstand folgte er den beiden Personen, von denen die eine der anderen sogar beim Laufen helfen musste. Jetzt wo er wusste, dass sein Ziel für ihn schon fast zum Greifen nah war, hatte Niklaus es auch nicht mehr besonders eilig, was auch ein bisschen daran liegen mochte, dass er natürlich wusste, dass diese beiden armen Geschöpfe ihn früher oder später sowieso genau an den Ort führen würden, nach dem er schon die ganze Zeit über auf der Suche war.

Seine Geduld wurde bald darauf tatsächlich belohnt. Jedenfalls fürs erste, als die beiden Gestalten vor ihm, plötzlich in einem der vielen Gebäude, welche links und rechts, die sonst so vor Leben pulsierenden Straßen säumten, verschwanden. Der Vampir wartete noch einen Moment, um ganz sicher zu gehen, dass er nicht auffallen würde, wenn er ihnen auch weiterhin folgte.

Als er wenige Minuten später schließlich die Verfolgung erneut aufnahm, brauchte er nicht lange, bis er die sich hinter den Mauern befindlichen Räumlichkeiten erreicht und selbige auch betreten hatte. Suchend schaute Niklaus sich um, an potenziellen Opfern mangelte es ihm hier jedenfalls nicht, was er jedoch mehr als ein gutes Zeichen deutete. Je mehr von ihnen, umso größer waren seine Chancen, an diesem Ort auch eine Hexe zu finden.

„Jeanne...würden sie mir eben helfen?".

„Natürlich...".

Sofort weckte die Stimme der jungen Frau, das Interesse des Vampirs.

Neugierig betrachtete er sie für einen, wenn auch kurzen Augenblick, bevor die Brünette schließlich einem um einige Jahre älteren Mann, hinter eine behelfsmäßige Raumtrennung, ein altes Bettlaken, dass jemand provisorisch an den Dachbalken befestigt hatte, folgte. Sie war noch sehr jung, genauso alt, aber vielleicht noch etwas jünger als Celine.

Niklaus beschloss abzuwarten und sie zunächst im Auge zu behalten, da er nichts überstürzen wollte.

Langsam lehnte er sich gegen eine der Zimmerwände.

Es kostete ihn zwar eine Menge Selbstbeherrschung, sich mit zu vielen kranken und vor allem geschwächten Menschen, in ein und demselben Raum aufzuhalten, aber es war ihm trotzdem nicht entgangen, wie deutlich sich die junge Frau von den sonst noch anwesenden Personen unterschied. Er spürte sofort, dass sie etwas Besonderes war, was je länger er sie bei ihrer Arbeit beobachtete, nur umso deutlicher wurde. Ihre Hilfsbereitschaft und die Bemühungen um die Verletzten, ließen ihn schon bald erkennen, dass sie genau das war, was er die ganze Zeit über gesucht hatte.

Mit einem beiläufigen räuspern seinerseits, stieß er sich schließlich mit beiden Händen von der Wand, an welche er sich zuvor gelehnt hatte, ab und machte ein paar Schritte auf die junge Frau zu.

„Ich möchte nicht aufdringlich sein, aber ich bin auf der Suche nach jemandem bestimmten...", begann er und schaute ihr dabei in ihre dunkelbraunen Augen.

Der Schrecken, durch die vergangenen Ereignisse, welche so viele Opfer gefordert hatten, saß der jungen Hexe immer noch tief in den Knochen. Noch immer konnte sie nicht verstehen, wie und vor allem wer oder was in aller Welt nur zu solch einer furchtbaren Tat fähig sein konnte. Immer wieder hatte sie, während der letzten Tage nur mit dem Kopf geschüttelt, wenn ihr einmal mehr bewusst geworden war, was für schreckliche Ausmaße und Folgen diese eine Nacht mit sich gebracht hatte. Doch gerade deshalb hielt sie es auch für umso wichtiger, den Überlebenden zu helfen, von denen es einige von ihnen, sogar wirklich ziemlich schlimm erwischt hatte.

Bereits seit den frühen Morgenstunden war die Brünette aus diesem Grund nun schon auf den Beinen und versuchte besonders die Wunden der Opfer, so gut es ging mit Kräutern zu versorgen, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt war, dem eigentlichen Arzt sonst irgendwie zur Hand zu gehen, in dem sie ihm zum Beispiel seine Instrumente reichte oder die Verbände der Kranken wechselte.

Auch am dritten Tag nach dieser scheußlichen Nacht, war der Raum überfüllt, mit hilfsbedürftigen Menschen, die medizinische Hilfe benötigten und teilweise auch kaum oder sogar gar kein Geld hatten, um diese erhalten zu können. Dennoch hatte die junge Frau sich vorgenommen, trotz dieser Umstände, niemanden der ihre Hilfe benötigte so einfach abzuweisen, egal wie sie ihnen behilflich sein konnte, sie würde es wenigstens versuchen.

Nachdem sie die Wunden eines alten Mannes, dem man erst kürzlich eines seiner beiden Beine hatte amputieren müssen, versorgt hatte, warf sie dem noch relativ jungen Mann, welcher sie soeben angesprochen hatte, einen fragenden Blick zu.

„Aber vielleicht können auch Sie mir weiterhelfen...", fügte dieser schließlich hinzu und schaute sie dabei noch immer entschuldigend an.

„Natürlich, um was handelt es sich?", fragte sie ihn freundlich.

„Ich möchte Ihnen natürlich keine Umstände machen, aber wäre es möglich, dass wir das vielleicht allein besprechen könnten?", antwortete er ihr stattdessen mit einer Gegenfrage.

Die Brünette nickte kurz und bedeutete ihm, ihr hinter eines der Laken zu folgen.

Erneut blickte der Vampir, kaum dass sie endlich unter sich waren, in die Augen der jungen Frau. Es wäre ein leichtes für ihn gewesen, sie mit nur einem gezielten Blick zu manipulieren, so dass sie alles getan hätte, was er von ihr verlangte. Doch aus eigener Erfahrung wusste er, dass es besser war, eine Hexe nicht zu verärgern.

„Was kann ich für Sie tun...?", wiederholte sein gegenüber schließlich ihre Frage.

Augenblicklich huschte ein leichtes Lächeln über die Lippen des Urvampirs, während er langsam auf sie zuging.

Behutsam nahm er schließlich das Gesicht der dunkelhaarigen in seine Hände und strich dabei sanft über ihre Wange.

Als er sie berührte spürte die junge Hexe, wie sich ein kalter Schauer langsam über ihren gesamten Körper verteilte, welcher sie unwillkürlich erzittern ließ. Wie gelähmt stand sie da und schaute dem jungen Mann vor sich in die Augen. Auf was hatte sie sich da gerade nur eingelassen?

Niklaus spürte genau, wie unwohl sich sein gegenüber in diesem Moment fühlte. Aber auch wie schnell ihr Herz vor Angst zuschlagen begann, obwohl es dafür doch eigentlich überhaupt keinen Grund gab, da er nicht vor hatte ihr irgendetwas anzutun. Jedenfalls nicht so lange wie sie ihm auch helfen würde.

„Schon gut Liebes...", begann er und betrachtete sie dabei amüsiert.

„Du brauchst dich nicht zu fürchten, ich habe nicht vor dir etwas anzutun...", fuhr er fort, während seine Hand dabei noch immer vorsichtig über ihre Wange strich.

„Was wollen sie von mir...?", brachte diese schließlich mit Mühe zwischen ihren Zähnen hervor. Diese ganze Situation war ihr noch immer nicht ganz geheuer.

„Jeanne ist ein hübscher Name...woher stammt er?", fragte er und wich ihr dabei erneut geschickt aus.

„Eine meiner Vorfahrinnen hieß so...ihr Name war Jeanne d'Arc", antwortete sie ihm zögernd.

Langsam ließ Niklaus das Gesicht der dunkelhaarigen wieder los.

Er kannte diesen Namen und die Person die ihn getragen hatte.

„Deine Vorfahrin war eine bemerkenswerte Frau...", murmelte er, während dabei erneut ein amüsiertes Lächeln seine Lippen umspielte.

Es kam ihm sogar so vor, als ob es erst gestern gewesen war, dass er ihr vor etwas mehr als einem Jahrhundert, während der Kriege zwischen England und Frankreich begegnet war.

Niklaus wusste, dass es riskant war, so direkt mit offenen Karten zu spielen, aber er musste es einfach darauf ankommen lassen.

„Ich weiß, dass du besondere Kräfte besitzt, ich kann es fühlen...", flüsterte er, sodass nur noch sie ihn hören konnte.

Erschrocken schaute die Brünette ihn, mit ihren weit aufgerissenen dunklen Augen an. Wie um alles in der Welt, konnte er spüren, dass sie eine Hexe war?

„Aber woher...?", begann sie noch immer ungläubig.

„Ich bin ein Vampir Liebes, um genau zu sein einer der ältesten...es gibt so gut wie nichts, was ich nicht weiß...", lachte er leise und suchte dabei erneut ihren ängstlichen Blick.

Ein Vampir. Immer noch ängstlich aber auch etwas interessiert warf die junge Brünette ihrem gegenüber einen weiteren Blick zu. Als sie noch klein gewesen war, hatte ihre Großmutter ihr immer Geschichten über übernatürliche Wesen wie Werwölfe, aber auch Vampire erzählt. Dennoch war sie noch nie einem von ihnen begegnet, bis jetzt jedenfalls nicht.

„Meine Mutter hat mir diese besondere Gabe vererbt...", erklärte sie schließlich vorsichtig.

„Ich benötige deine Hilfe...", begann er, immer noch so leise das nur sie seine Worte verstehen konnte.

„Du musst mir helfen, damit eine mir sehr nahestehende Person auch bei Tageslicht nach draußen gehen kann...", fuhr er mit seinem Anliegen fort.

Ein Tageslichtzauber. Davon hatte die junge Hexe bereits gehört, aber sie wusste auch, dass es kein besonders leichter Zauber war. Natürlich war sie sich noch immer bewusst, dass sie sich vorgenommen hatte jedem zu helfen, egal bei was auch immer ihre Hilfe benötigt wurde. Aber dennoch war Jeanne sich nicht sicher, ob sie überhaupt dazu in der Lage war so einen mächtigen Zauber auszuführen, ohne dass ihr dabei irgendwelche Fehler unterlaufen würden.

Noch immer verängstigt blickte sie zu ihm auf.

„Es tut mir wirklich leid...aber ich bin mir nicht sicher ob meine Kräfte für diesen Zauber stark genug sind...", gab sie schließlich vorsichtig zu bedenken. Es war wirklich nicht so, dass sie ihm nicht helfen wollte, aber wie auch bei jeder anderen mit dieser besonderen Gabe, waren auch ihre Kräfte begrenzt.

Sie wollte ihm also nicht freiwillig helfen.

Obwohl er bereits geahnt hatte, dass die junge Hexe es ihm mit Sicherheit nicht leicht machen würde, schaffte der Vampir es kaum seine Wut darüber zu verbergen.

Wütend funkelte er sie aus seinen blau-grünen Augen an, bevor er sie auch schon mit einer schnellen Bewegung seinerseits gepackt und sie gegen die Wand in ihrem Rücken gedrückt hatte.

„Soll das etwa bedeuten, dass du mir nicht helfen wirst...?", knurrte er, während er sie noch fester gegen die Wand drückte.

Erneut spürte die Brünette wie sich ein kalter Schauer über ihre Haut legte. Die Angst stand ihr buchstäblich ins Gesicht geschrieben, sodass sie es kaum wagte zu atmen geschweige denn ihren Blick von seinen, noch immer wütend funkelnden Augen zu nehmen.

Niklaus spürte wir ihr Herz hart und vor allem schnell gegen ihren Brustkorb hämmerte, so einfach würde er sie nicht davon kommen lassen. Sie würde ihm helfen, selbst wenn er sie doch dazu manipulieren musste.

„Deine Vorfahrin war eine bemerkenswerte Frau...", begann er schließlich.

„Während der vergangenen Jahrhunderte sind mir nur wenige Menschen begegnet, deren Persönlichkeit ebenso stark war...ich bin mir sicher, dass sie an deiner Stelle anderes gehandelt hätte.", fuhr er fort, ohne sie dabei zu Wort kommen zulassen.

„Allerdings könnte ich mein erworbenes Wissen, über dich und deine besondere Gabe auch mit dem nächst besten Inspektor teilen...", flüsterte er, sodass Jeanne erneut die einzige war, die ihn verstehen konnte.

Wieder weiteten sich die dunklen Augen der jungen Hexe. Würde er tatsächlich so weit gehen und sie der Hexerei beschuldigen? Jeanne war sich nicht sicher, wollte es gleichzeitig jedoch auch nicht darauf ankommen lassen.

„Warte...ich habe nicht gesagt, dass ich nicht helfen würde...sondern nur das ich nicht sicher bin ob meine Kräfte dafür stark genug sind.", lenkte die Brünette schließlich doch ein.

„Doch bevor ich den Zauber ausspreche, möchte ich dass du mir ebenfalls einen Gefallen tust...", fügte sie vorsichtig hinzu.

Der Vampir lockerte seinen doch recht festen Griff, ließ sein gegenüber dabei jedoch auch weiterhin nicht aus den Augen. Er sollte ihr ebenfalls einen Gefallen tun? Im ersten Moment dachte er nur daran, wie leicht er ihr, allein nur dafür, dass sie sich traute ihm dieses Wort zu nennen, hätte das Genick brechen können. Doch er wusste genauso gut wie sie, dass er nicht unbedingt in der Position war um noch mehr Ansprüche erheben zu können. Also nickte er nur kurz, um ihr damit zu bedeuten, dass sie fortfahren sollte.

„Meine Kräutervorräte sind fast erschöpft, aber ich kann keinen Nachschub besorgen da ich hier gebraucht werde. Deshalb möchte ich, dass du an meiner Stelle gehst...", bat sie ihn.

Nachdem sie ihm ihr Anliegen vorgebracht hatte, schaute der Urvampir sie für einen kurzen Augenblick fragend an. Sollte das wirklich alles sein, was sie von ihm wollte? Sie verlangte von ihm, dass er ihr ein paar Kräuter besorgte?

Noch während er sie so betrachtete, musste er wenn auch nur widerwillig zugeben, dass sie ihrer Vorfahrin doch ähnlicher war, als er es zuerst angenommen hatte.

Langsam ließ er sie wieder los und gab ihr somit die Freiheit sich wieder frei bewegen zu können.

„Was für Kräuter soll ich für dich besorgen...?", fragte er die dunkelhaarige schließlich, auch wenn es ihm immer noch widerstrebte ihr zu helfen.

„Ich brauche Bilsenkraut, Johanniskraut und Schlafmohn. Wenn du mir diese Kräuter bringst, werde ich dir mit dem Zauber helfen", antwortete sie ihm.

Es verging einige Zeit, bis der Vampir schließlich mit den von Jeanne gewünschten Kräutern zurückkehrte. Er hatte getan worum sie ihn gebeten hatte, was jedoch nicht bedeutete, dass sie nun auch sein vollstes Vertrauen hatte.

Statt ihr also den dunkelbraunen Lederbeutel mit den Kräutern darin sofort zu übergeben, zog er zunächst eine antike Kameen Kette aus reinem Silber, mit einem dunkelblauem Stein in der Mitte, einem Lapislazuli, aus der kleinen Ledertasche, welche an seinem Gürtel befestigt war.

Nachdenklich ließ er seinen Blick kurz über den kunstvoll verzierten Anhänger gleiten. Er wusste genau, dass es Rebekah früher oder später auffallen würde, dass er derjenige gewesen war, welcher sie ihr entwendet hatte, nach dem diese sie vor etwa einem halben Jahrhundert von einem überaus reichen Edelmann in London geschenkt bekommen hatte. Wenn ausgerechnet Celine ihre Kette um den Hals tragen würde.

Für seinen Geschmack war das Schmuckstück zwar um einiges zu auffällig, doch das einzige was ihn daran wirklich interessierte, war der in die Silberfassung eingearbeitete Lapislazuli.

Zuerst war die Brünette sich nicht sicher gewesen, ob er überhaupt mit den von ihr gewünschten Kräutern zurückkehren würde, umso überraschter wirkte sie als er schließlich erneut bei ihr auftauchte. Er hatte seinen Teil ihrer Abmachung erfüllt und nun war es an ihr, den Tageslichtzauber, um welchen er sie gebeten hatte durchzuführen.

Neugierig beobachtete sie schließlich, wie er zunächst die Kette, welche als Talisman für den Zauber benötigt wurde, aus der Ledertasche an seinem Gürtel zog und diese für einen Moment nachdenklich betrachtete, bevor er sie vorsichtig in ihre bereits ausgestreckte linke Hand legte.

Automatisch umschloss sie das antike Schmuckstück mit ihren Fingern, während sie für einen kurzen Augenblick ihre dunklen Augen schloss, um sich voll und ganz auf den Zauber konzentrieren zu können, bevor sie diese langsam wieder öffnete. Behutsam ob sie die Kette darauf mit ihrer rechten Hand an und wandte sich damit einem der wenigen Fenster in den Räumlichkeiten zu.

Mit vor der Brust verschränkten Armen verfolgte der Urvampir misstrauisch jede noch so kleine Bewegung der jungen Hexe, während diese die Kette in die Luft hielt, sodass sich das, durch das Fenster scheinende Sonnenlicht, in dem dunkelblauen Lapislazuli brechen konnte. Dabei murmelte sie leise und mit erneut geschlossenen Augen etwas, dass er nicht genau verstehen konnte, doch er hoffte für sie, dass das was sie da tat auch richtig war.

Erleichtert ließ die Brünette nach nur wenigen Minuten, die Kette zurück in ihre Hand gleiten und drehte sich schließlich mit dem guten Gefühl, alles richtig gemacht zu haben, wieder zu ihrem gegenüber um.

„Gib den Talisman der Person von der gesprochen hast, damit sollte ihr das Sonnenlicht nichts mehr anhaben können.", sagte sie und streckte ihm ihre Hand, im Austausch gegen die Kräuter entgegen.

Niklaus nickte kurz und reichte der dunkelhaarigen den Lederbeutel mit den Kräutern, bevor er nach der Kette in ihrer Hand griff. Interessiert warf er einen weiteren Blick darauf, konnte jedoch keine Veränderung daran entdecken. Ob es funktionierte würde er demnach also erst später erfahren.