Chapter 2 – I want this Witch

Hastig riss die schöne Rebekah ihre Sachen aus dem Schrank, um diese so schnell wie möglich in ihre Koffer zustopfen. Wieder blieb ihren noch verbliebenen Brüdern und ihr selbst nichts anderes übrig, als die Flucht zu ergreifen. Etwas was sie schon viel zu oft hatten tun müssen, und vor allem war sie es Leid immer wieder aufs Neue vor allem davonlaufen zu müssen. Doch selbst die hübsche Blondine hatte einsehen müssen, dass es hier in Mystic Falls ihrer Heimat einfach nicht mehr sicher genug war.

Außerdem fand sie es auch so schon tragisch genug, welches Schicksal ihren Bruder Nik ereilt hatte. Sie schluckte, warum waren sie nur nicht schon früher geflohen. Ein einigermaßen normales Leben, hätten sie auch genauso gut woanders leben können, solange wie sie nur alle zusammen gewesen wären. Jetzt hingegen war jedoch nur noch Elijah an ihrer Seite, abgesehen von Kol doch dieser war inzwischen bestimmt schon über alle Berge. Dieser Feigling, aber vielleicht war es wirklich besser, wenn sie für einige Jahre getrennte Wege gingen und darauf warteten, bis sich die Situation wieder beruhigt hatte.

„Bist du soweit...?", erklang plötzlich die Stimme ihres Bruders von der Zimmertür.

Sie nickte kurz, er hatte Recht so langsam sollten sie sich wirklich etwas beeilen. Lange konnte es sicher nicht mehr dauern, bevor der Stadtrat hier auftauchen und sie beide in Gewahrsam nehmen würde.

Besorgt verfolgte dieser hingegen jeden weiteren Schritt seiner jüngeren Schwester. Wieso hing sie nur so an dem ganzen Zeug, wenn sie es doch auch genauso gut hier zurücklassen konnte? Diese ganzen Koffer würden sie doch ohnehin nur auf ihrer Flucht behindern.

„Bist du dir auch wirklich sicher, dass du diese ganzen Sachen unbedingt mitnehmen musst...?", fragte er sie, während er sich langsam gegen den Türrahmen lehnte und dabei seine Arme vor der Brust verschränkte. Natürlich musste sie so viel wie möglich ihrer Sachen behalten.

Genervt beobachtete er schließlich kopfschüttelnd, wie sie endlich den letzten ihrer sechs Koffer verschloss. Das wurde ja auch langsam Zeit.

„Ich übernehme das...", erwiderte er und richtete sich auf.

Sofort baute er sich neben Rebekah auf, fest entschlossen das ganze etwas zu beschleunigen.

Na gut von ihr aus, wenn er wollte, dass es schneller ging, dann sollte eben er sich um ihr Gepäck kümmern. Nicht das sie dazu nicht auch selbst in der Lage gewesen wäre.

So wirklich begeistert wirkte die Blondine jedoch nicht, als sie leichtfüßig ein paar Schritte zur Seite trat, damit er ihr Gepäck nach unten tragen konnte. Akribisch verfolgte sie dabei jeden seiner Handgriffe, bis sie das Geräusch der ins Schloss fallenden Eingangstür zusammenzucken ließ. Wutentbrannt rauschte sie aus dem Raum, hinaus auf den Flur wo sie sich soweit wie möglich über das prunkvolle Treppengeländer beugte.

„Was willst du...?", fauchte sie misstrauisch, als sie Tyler Lockwood in der Eingangshalle entdeckte.

Verwirrt starrte sie ihn an. Was zum Teufel hatte er hier zu suchen? Egal was auch immer es sein mochte, Rebekah wusste, dass sie sich um ihn kümmern musste. Sie konnte einfach nicht riskieren, dass er ihre Flucht behindern würde. So schnell sie konnte, glitt sie schließlich die Stufen nach unten. Bereit den Hybrid für immer aus dem Weg zu räumen.

„Warte...lass ihn los!", erneut zuckte sie beim Klang von Elijah's Stimme zusammen.

Ärgerlich fuhr sie herum, dachte er etwa sie würde nicht allein mit Nik's kleinem Sklaven fertig? Dennoch ließ sie sofort von ihrem gegenüber ab. Allerdings nicht ohne ihm wenigstens noch einen Tritt in seine empfindlichsten Teile zugeben, so das er unsanft auf dem harten Marmorboden landete.

Herausfordernd starrte sie ihn an, so einfach würde er ihr bestimmt nicht entkommen.

Dieser hingegen musste jedoch zugeben, dass er seine jüngere Schwester deutlich unterschätzt hatte. Sie hatte ihn angegriffen ohne dass er darauf vorbereitet gewesen war, er lachte amüsiert auf. Wie sie so vor ihm stand, erinnerte sie ihn für den Bruchteil einer Sekunde an Caroline.

„Tyler...?"

Elijah war inzwischen ebenfalls die lange Treppe herunter gekommen, und hatte sich nun zum Schutz zwischen den Eindringling und seine Schwester gestellt. Wenigstens auf einen Teil seiner Geschwister konnte er sich getrost verlassen. Mit einem Mal war der Hybrid wieder auf seinen Beinen und warf seiner blonden Schwester einen verachtenden Blick zu.

„Versuch besser nie wieder mich umzubringen Schwesterchen...", höhnte er, während sich ein gemeines grinsen auf seine Lippen legte. Jetzt war es an ihm Rebekah herausfordernd anzuschauen.

„Nik...?!"

Nur umso misstrauischer geworden, wanderte ihr Blick zunächst zu Elijah hinüber. Dessen Blick nicht minder irritiert zu sein schien, bevor sie ihn schließlich wieder auf Tyler richtete. Er grinste ebenso hinterhältig wie ihr älterer Bruder Niklaus und er drückte sich auch genauso aus wie er. Aber war er es wirklich?

„Wenn du wirklich unser Bruder Niklaus bist...dann verrate uns etwas was außer ihm niemand anderes sonst wissen kann", forderte Elijah ihn schließlich ruhig auf.

Die Blondine nickte zustimmend, wenn es wirklich Nik und nicht Tyler war, würden sie es so vielleicht gleich herausfinden können.

„Ihr wollt etwas hören, was niemand außer mir wissen kann...?", fragte der Hybrid belustigt. Doch der Blick seiner beiden Geschwister verriet ihm, dass sie es wirklich ernst meinten.

„Wie ihr wollt...ich tötete unsere Mutter und gab schließlich Mikael die Schuld an ihrem Tod. Außerdem war ich es, der dafür gesorgt hat, dass wir seinetwegen nicht mehr auf der Flucht sein müssen", knurrte er, dass musste ihnen doch als Antwort genügen oder nicht.

Gleichgültig zuckte er mit den Schultern, so als ob es ihn überhaupt nicht interessierte. Doch es stimmte, er hatte seine eigene Mutter getötet und anschließend nach Beendigung seiner herzlosen Aktion, die ganze Schuld seinem Stiefvater in die Schuhe geschoben. Etwas was er im Lauf der letzten Jahrhunderte nicht eine Sekunde lang bereut hatte, und ihn auch heute noch so kalt ließ, wie am Tag dieser schrecklichen Tat. Im Gegenteil inzwischen sah er sich sogar eher als Held, welcher dafür gesorgt hatte, dass weder er selbst und seine, wenn eigentlich nur Halbgeschwister, nicht mehr in ständiger Sorge vor Mikael leben und vor allem flüchten mussten. Er ganz allein hatte ihn für immer aus dem Weg geräumt.

„Ich hoffe, ihr habt mich wenigstens ein bisschen vermisst...", lachte er selbstgefällig und breitete dabei seine Arme aus.

Er musste es sein, doch wie um alles in der Welt war das nur möglich. Erneut warf Rebekah ihrem Bruder Elijah einen fragenden Blick zu. War das alles auch wirklich keine Falle?

Als dieser ihr jedoch kurz zunickte, gab es in ihren Augen kein Halten mehr und überglücklich fiel die Blondine ihrem Halbbruder um den Hals.

„Aber du wurdest doch...und jetzt bist du...wie?". Nichts desto trotz wusste sie nicht, was sie sagen sollte. Es schwirrten ihr einfach zu viele Fragen auf einmal durch den Kopf. Fragen die nur er ihr beantworten konnte.

Klaus allerdings, hatte seinerseits keine Lust auf ein weiteres Frage und Antwort Spielchen mit seinen Geschwistern. Inzwischen hatte er es wirklich mehr als über, den Sohn der Bürgermeisterin spielen zu müssen. Er wollte seinen eigenen Körper zurück und dazu brauchte er Bonnie Bennett.

Mit einer schnellen Bewegung, beendete er die innige Umarmung mit seiner Halbschwester. Das einzige was er in diesem Moment wirklich gebrauchen konnte, war ein schönes Glas voll Bourbon und nicht noch eine von Rebekahs furchtbaren Umarmungen.

„Schluss mit dieser Gefühlstour...", stieß er dabei zwischen seinen zusammengebissenen Zähnen hervor, bevor er an ihnen vorbei in Richtung Wohnzimmer stapfte. Wo ihn sein Weg als erstes an die Hausbar und somit zu seinem privaten Alkoholvorrat führte.

Außer sich vor Wut, griff er nach einer der Kristallflaschen und goss sich etwas von deren Inhalt in ein Glas.

Nachdenklich hielt er es nach oben und betrachtete die bernsteinfarbene Flüssigkeit darin, bevor er das Glas schließlich doch an seine Lippen führte und sich einen großen Schluck daraus genehmigte.

Immer noch rasend vor Wut, starrte er erneut auf das Glas und schleuderte es schließlich doch in das lodernde Kaminfeuer vor sich. Er brauchte diese verdammte Hexe und zwar sofort.

„Ich glaube du schuldest uns eine Erklärung...", meldete sich da Elijah hinter seinem Bruder zu Wort, welcher soeben in Begleitung von Rebekah ebenfalls den Raum betreten hatte.

„Ihr wollt also eine Erklärung für all das hier?", wiederholte Nik säuerlich und wandte sich ihnen zu.

„Die Erklärung ist, dass ich hier in diesem erbärmlichen Körper feststecke...", grollte er ärgerlich. Als ob sie sich das nicht selbst hätten denken können.

Elijah warf seinem Bruder einen fragenden Blick zu. „Also wurdest du verflucht oder verzaubert", stellte er dabei fest.

Doch Klaus erwiderte diese Feststellung nur mit einem verächtlichen grinsen.

„Dann hat also Bonnie Bennett etwas damit zu tun nehme ich an", fuhr dieser mit seinen Überlegungen fort.

„Aber wie hast du...?", unterbrach er schließlich seine eigenen Gedanken.

„Ich habe ihr gesagt, dass mein Tod nur der Anfang sein wird...", antwortete Klaus und verschränkte abermals wütend seine Arme vor der Brust. Wobei sein Blick abwechselnd zwischen den Gesichtern seiner beiden Halbgeschwister hin und her wanderte.

„Ihr müsst meinen Körper und sie finden und hier her schaffen", knurrte er schließlich. So einfach würde sie ihm nicht entkommen, zumindest nicht bevor er seinen eigenen Körper endlich wieder zurückerhalten hatte. Was das betraf verließ er sich jedoch voll und ganz auf Rebekah und Elijah. Er selbst würde einfach hier bleiben und mit Ungeduld ihre Rückkehr erwarten. Dabei hatte er das Gefühl mit jeder Sekunde wütender zu werden, welche er in diesem schrecklichen Körper verbrachte.

„Also worauf wartet ihr noch, besorgt mir endlich meinen Körper und vor allem schafft mir diese verdammte Hexe herbei", brüllte er damit sie sich endlich bewegen sollten.

Bis plötzlich Tyler's Handy zu klingeln begann. Genervt warf der Hybrid einen Blick auf das Display.

„Was zur Hölle will diese alte Schlampe denn ausgerechnet jetzt", fluchte er während er den Anruf trotzdem entgegen nahm.

„Hallo...?".

„Tyler...? Gott sei Dank...", drang die ziemlich besorgt klingende Stimme von Elizabeth Forbes an sein Ohr.

„Ist alles in Ordnung?", fragte er ruhig.

Natürlich interessierte sich Nik kein Stück für die Probleme des Sheriffs, doch es amüsierte ihn köstlich, dass selbst sie der Meinung zu sein schien gerade mit dem Freund ihrer Tochter zu sprechen.

„Bitte sag mir, dass du mit meiner Tochter bereits die Stadt verlassen hast... oder das sie wenigstens gerade bei dir ist und es ihr einfach gut geht", fuhr sie indessen aufgeregt fort.

„Es tut mir leid, aber hier bei mir ist sie nicht", antwortete er, während er dabei den Raum verließ, um nebenan ungestört weiter reden zu können.

Na toll. Genervt wickelte Rebekah eine Strähne ihrer blonden Haare um ihren Zeigefinger. Das war doch echt typisch, jedes Mal blieb die Drecksarbeit an ihr und ihren Brüdern hängen. Während Nik wie immer nur tat wozu er gerade Lust hatte. Ärgerlich schaute sie ihm nach, als er einfach so das Zimmer verließ. Wer oder was verdammt noch mal, konnte auf einmal nur um so vieles wichtiger für ihn geworden sein.

„Kümmere du dich ruhig um die Hexe...ich übernehme dann mal den Rest", wandte sie sich schließlich an Elijah.

„Was ist passiert?", wollte Klaus derweil von der noch immer völlig aufgelösten Liz wissen.

„Ich kann sie einfach nicht erreichen, deshalb dachte ich sie ist vielleicht bei dir untergetaucht".

Klaus zuckte zusammen, irgendwie fühlte er sich gerade anders als noch kurz zuvor, bevor sich seine gesamte Aufmerksamkeit auf diesen Anruf konzentriert hatte. Trug er eventuell die Schuld an Carolines Verschwinden? Immerhin war er es doch gewesen, mit der sie als wahrscheinlich letzte Person gesprochen hatte. Er wusste nicht genau was es war, ob er sich wirklich schuldig fühlte oder einfach nur so empfand, weil er gerade im Körper ihres Freundes steckte.

„Tyler...? Bist du noch dran...?".

„Ja bin ich...hören sie Liz ich kümmere mich darum. Machen sie sich bitte keine Sorgen mehr okay?", versuchte er sie noch zu beruhigen und legte dann auf.

Er musste sie einfach suchen. Auch wenn sie eine ziemlich nervige Person war, wollte er nicht, dass ihr etwas zustieß.