Chapter 3 – Caroline needs Help

Fast schon etwas zu fasziniert starrte Elijah auf den offenen Sarg, mit dem leblosen Körper seines Halbbruders darin. Rebekah hatte wirklich ganze Arbeit geleistet, und mit etwas Hilfe von Nik's noch verbliebener Hybriden Armee, in für ihre Verhältnisse kürzester Zeit dessen leere Hülle herbeigeschafft. Während es ihm hingegen, nur sehr schwer gelungen war, seinen Teil der Aufgabe zu erfüllen und Bonnie hier her zubringen. Wie eigentlich auch nicht anders von ihm erwartet, weigerte sich die junge Bennett Hexe, den Zauber, mit welchem sie seinen Bruder belegt hatte wieder umzukehren. Dennoch es war ihm irgendwie gelungen sie her zu schaffen.

„Faszinierend...", murmelte er, bevor er langsam seinen Blick hob und ihn auf Bonnie richtete, welche direkt neben ihm stand und demonstrativ ihre Arme vor der Brust verschränkt hatte. Wobei er ihr deutlich ansehen konnte das, egal was er als nächstes sagen oder auch tun würde, sie trotzdem ihre Meinung nicht ändern und den Zauber zurück nehmen würde. „Du weißt, das mein Bruder seine eigentliche Gestalt nur durch dich zurückerhalten kann...?", setzte er schließlich doch erneut an und schaute seinem gegenüber dabei schon etwas zu ernst entgegen.

Behutsam ging Klaus derweil vor Caroline in die Hocke, während diese bewusstlos vor ihm lag. Was hatte der Gründerrat ihr da nur angetan...was hatte er der hübschen Blondine nur angetan? Wie sie da lag, völlig weggetreten und an ihren doch eigentlich recht zierlichen Handgelenken, mit schweren Eisenketten gefesselt, sodass sie sich nicht einmal mehr hätte zur Wehr setzen können. Zum ersten Mal in seinem wirklich langen Leben deutet fast alles darauf hin, dass der Hybrid so etwas wie Mitleid, vielleicht sogar einen Funken Sorge gegenüber Caroline empfand.

Immerhin war sie ihm noch vor wenigen Stunden nur gehörig auf die Nerven gegangen, so sehr, dass er wirklich froh darüber gewesen war, das sie ihm geglaubt hatte, als er ihr versprach das sie sich, wenn die Sonne erneut untergegangen war wieder beim alten Lockwood Anwesen treffen und dann gemeinsam die Stadt verlassen würden. Was er hingegen jedoch nie vorgehabt hatte, stattdessen war ihm wie so oft nur sein eigenes Wohl wichtig gewesen.

Vorsichtig befreite er die ärmste schließlich von ihren Fesseln, um sie zumindest fürs erste mit sich zu nehmen. So geschwächt wie sie war konnte er sie immerhin nicht schon wieder sich selbst überlassen. Sie brauchte seine Hilfe oder viel mehr hatte er das dumpfe Gefühl sie ihr irgendwie sogar schuldig zu sein. Immerhin war es ja auch nicht das erste Mal das er ihr das Leben rettete, nach dem er sie auch höchstpersönlich überhaupt erst in Gefahr gebracht hatte. Irgendwie nachdenklich geworden warf er noch einen letzten Blick auf sie hinab, bevor er sie schließlich auf seine Arme nahm.

Caroline brauchte nicht nur dringend Blut um wieder zu Kräften zu kommen, sondern musste sich auch etwas ausruhen können. Am besten an einem Platz, an dem sie auch wirklich sicher war. Also beschloss der Hybrid die Blondine zu nächst in die Villa von ihm und seinen Geschwistern mitzunehmen. Denn wenn es einen Ort gab, an dem sie wirklich in Sicherheit war dann war es sein Anwesen.

Wenig später betrat der Hybrid mit der immer noch bewusstlosen Caroline auf den Armen seine Villa, in der Hoffnung das seine Geschwister inzwischen, die Aufgaben welche er ihnen zuvor erteilt hatte, auch genauso erfüllt hatten wie er das von ihnen verlangt hatte. Doch bevor er sich endgültig damit befassen konnte, hatte er vor die Blondine zunächst in eines der Gästezimmer zubringen, wo sie sich ausruhen sollte. Also durchquerte er die geräumige Eingangshalle auch ohne sich dabei umzusehen, sondern eilte direkt mit seiner kostbaren Fracht auf den Armen nach oben in den ersten Stock der Villa.

Oben angekommen stieß er die Tür zum Gästezimmer mit einem etwas kräftigeren Tritt auf und legte die Blondine schließlich auf dem Bett ab. Hier konnte sie sich wenigstens zu nächst ungestört ausruhen und war zumindest fürs erste außer Gefahr. Fast schon liebevoll strich er eine Locke ihrer blonden Haare zur Seite, welche ihr wohl als er sie abgelegt hatte ins Gesicht gerutscht sein musste. Er wusste nicht genau weshalb, aber er konnte trotzdem nicht anders, sondern musste sie einfach erneut einen Augenblick lang beobachten. Noch vollständig weggetreten hatte sie auf ihn eine ganz besondere Wirkung die sich der Hybrid einfach nicht erklären konnte. Sie war einfach wunderschön in seinen Augen, oder vielmehr in denen seines kleinen Sklaven Tyler. Um es mit nur einem Wort zu beschreiben, Caroline war einfach...sie war einfach perfekt und auch wenn er es wahrscheinlich nur ungern zugab, aber er mochte die Blondine und hätte es sich wohl auch nie verziehen, wenn ihr etwas passiert wäre.

„Tyler...?", flüsterte sie da leise und öffnete für einen kurzen Moment, wenn auch etwas mühsam ihre Augen und schaute ihn an.

Fast war er etwas verwirrt darüber weshalb sie ihn so nannte, bis ihm schließlich wieder einfiel, das er für sie ja nicht aussah wie er selbst, sondern wie ihr Freund. Tyler.

„Ich bin hier Liebes...", flüsterte er mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, während er ihr dabei behutsam über ihre so schon blasse Wange strich.

Eigentlich hätte sie schon allein durch den Namen, mit welchem er sie angesprochen hatte merken müssen, das er nicht Tyler war, auch wenn er momentan noch so wie er aussehen mochte. Doch da sich ihre Augen bereits wieder geschlossen hatten, ging er jedoch auch nicht unbedingt davon aus, dass sie ihn überhaupt noch verstanden hatte, da er auch ohnehin nur ziemlich leise zu ihr gesprochen hatte.

Wenn auch nur widerwillig und vor allem langsam richtete der Hybrid sich wieder auf und wandte sich schließlich in Richtung Tür. Jetzt nachdem die Blondine soweit in Sicherheit war, konnte er sich wieder voll und ganz auf sein eigentliches Ziel konzentrieren, die Rückkehr in seinen eigenen Körper.

Doch so ganz allein lassen wollte und konnte er Caroline dann doch nicht. Kaum hatte er die Tür zum Gästezimmer möglichst leise hinter sich geschlossen, hallte auch bereits seine Stimme über den Flur.

„Rebekah...wo steckst du...?", rief er ungehalten nach seiner Halbschwester und sah sich nach ihr um.

Nachdem Rebekah ihre Aufgabe erfüllt und den Körper ihres Halbbruders, aus der Höhle unterhalb des altem Lockwood Anwesens geholt, und diesen mit etwas Hilfe von Nik's kleiner Hybriden Armee zurück in die Villa gebracht hatte, war sie ohne großartiges Aufsehen zu erregen wieder nach oben in ihr Zimmer verschwunden.

Die hübsche Blondine hatte für sich beschlossen, dass sie nicht wieder fliehen und ihre alte Heimat verlassen würde. Sie war es Leid immer wieder neu anfangen zu müssen. Jetzt wo sie und ihre verbliebenen Brüder wieder hier in Mystic Falls waren, wollte sie auf jeden Fall in der Stadt bleiben, egal wie gefährlich es auch noch sein würde.

Also hatte sie auch bereits damit begonnen, ihre bereits gepackten Koffer wieder auszupacken und ihre vielen Sachen zurück an ihren eigentlichen Platz zuhängen. Doch noch während sie damit beschäftigt war, hallte plötzlich die Stimme ihres Halbbruders durch den Flur.

Wütend über die Störung stellte sie ein weiteres Paar ihrer High Heels zurück ins Regal, bevor sie schließlich hinaus auf den Flur rauschte um herauszufinden was Nik bitte jetzt schon wieder von ihr wollte.

„Was...?", fauchte sie genervt als sie Sekunden später auch schon direkt vor ihm stand, und verschränkte ihre Arme vor der Brust, während sie ihn dabei wütend mit ihren großen Augen fixierte.

Klaus hielt ihrem Blick jedoch stand, „Hattest du nicht eine Aufgabe oder was machst du noch hier...?", fragte er sie fast etwas zu sarkastisch.

Er wollte sie testen...herausfinden ob Elijah und sie seine Aufgaben erfüllt und so wohl Bonnie als auch seinen Körper gefunden und hergebracht hatten.

„Wenn du noch immer deinen Körper und Bonnie suchst, beides findest du unten bei Elijah...", gab diese ihm darauf immer noch sauer zur Antwort. Sie hatte getan was er von ihr und ihrem Bruder verlangt hatte. Was zur Hölle wollte er denn jetzt noch von ihr?

Ein selbstgefälliges grinsen huschte über das Gesicht des Hybriden, als er hörte das seine Halbgeschwister ihre Aufgaben also zu seiner vollsten Zufriedenheit erfüllt hatten. Doch genau genommen war das nicht der einzige Grund weshalb, er sein Schwesterchen zu sich gerufen hatte. Denn nun nachdem die Blondine in seinen Augen ja anscheinend nichts anderes mehr zu tun hatte, konnte sie genauso gut an seiner Stelle auf die immer noch ziemlich geschwächte Caroline aufpassen.

Der Hybrid machte eine leichte Geste in Richtung der Tür hinter sich.

„Caroline liegt in unserem Gästezimmer und erholt sich etwas...", begann er und nur bei dem Gedanken an sie, wurde seine sonst so energische Stimme mit einem mal etwas sanfter. „Pass einfach etwas auf sie auf...", fügte er noch hinzu, verschwieg Rebekah jedoch den wahren Grund weshalb Caroline sich ausgerechnet hier ausruhen würde.

Beinahe etwas zu ungläubig starrte diese allerdings ihren älteren Bruder an. Hatte sie sich da gerade verhört, oder verlangte dieser wirklich von ihr, dass sie ausgerechnet den Babysitter für Caroline spielen sollte?

„Vergiss es Nik...ich werde sicher nicht auf sie aufpassen...", zischte sie und um dem noch reichlich Nachdruck zu verleihen, drehte die Blondine sich um und war schließlich bereits auf halben Weg zurück zu ihrem Zimmer, als Klaus sich plötzlich wie aus dem nichts vor ihr aufbaute und ihr somit den Weg versperrte.

„Nicht so schnell...und ob du das tun wirst...", befahl er ihr, nun war er es welcher sein gegenüber wütend an funkelte.

Er hasste es wenn sie ihm widersprach und hatte auch kein Problem damit sie dazu zu zwingen. Blitzschnell griff er schließlich nach ihren Schultern und drückte sie gegen eine der Wände.

„Du wirst auf sie aufpassen und dich um sie kümmern, wenn sie wieder zu sich kommt. Hast du mich verstanden Rebekah?", knurrte er sichtlich ärgerlich geworden.

Mit einer Hand griff er dabei plötzlich nach ihrem Hals und begann der Blondine langsam die Luft abzudrücken.

„Hast du mich verstanden...?", wiederholte er seine Frage.

„Schon gut...ich kümmere mich um sie...", brachte Rebekah kaum hörbar und vor allem nur mühsam hervor. Wenn es ihm so wichtig war, würde sie ihm eben diesen Gefallen tun.

Langsam lockerte der Hybrid seinen Griff und wich einen kleinen Schritt zurück.

Mit vor der Brust verschränkten Armen wartete er schließlich, bis die Blondine dann auch wirklich im Gästezimmer verschwunden war, und die Tür hinter sich wieder geschlossen hatte. Jetzt wo er wusste, dass jemand ein Auge auf Caroline haben würde, konnte auch er sich endlich in Ruhe um seine eigenen Angelegenheiten kümmern.