„Als ich zusagte war ich fest davon überzeugt richtige Action zu erleben." sagte Roy zu seinen Zuhörern auf der Couch.
„Das war allerdings nicht so geplant!" erwiderte Felicity.
Felicity hatte Roy zuerst nach Hause zum packen und anschließend zum Flughafen gefahren. Während beide durch den Terminal liefen fragte sich Roy: Warum das ganze? Warum wird er kurz nachdem er endlich herausgefunden hat wer sein Idol ist aus der Stadt geschickt um in einer anderen Stadt nach einem Typen zu sehen der im Koma liegt?
„Ich hoffe dieser Barry ist es wert."
„Roy... das ist nicht dazu da um dich loszuwerden. Ich habe dir erzählt was Barry für uns getan hat. Er hat immerhin auch dein Leben gerettet." sagte Felicity während sie an der Sicherheitskontrolle ankamen. „Ich bitte dich Roy... es ist vielleicht verlockender mit deinen Kräften böse Jungs zu verprügeln... doch unsere Arbeit besteht aus mehr als Pfeile durch Leute bohren sondern auch aus Ermittlungen, Verbrechensprävention und Undercover-Ermittlungen. Und in deinem Fall eben aus ..." Felicity hielt inne.
„Aus was?" fragte Roy.
Felicity sagte nichts, sie lief einfach nur rot an. Sie drückte Roy ein Ticket und eine Kreditkarte in die Hand bevor sie ein Handy aus der Tasche zog. „Dieses Handy ist abhörsicher. Unsere Nummern sind eingespeichert. Das wird nicht lange dauern. Ein Tag oder zwei." Roy nahm die Sachen bevor Felicity einen Schlüssel aus ihrer Tasche zog. „Du kannst in Barrys Wohnung schlafen. Wenn dich die Nachbarn fragen... du wirst von Felicity geschickt. Die kennen mich noch von damals."
„Hmm... na gut!" murmelte Roy.
„Sie es positiv Roy... wann kannst du schon mal auf Kosten der Queens Business Class fliegen?"
In dem Moment musste ich daran denken was Thea über 'Familieneigentum' gesagt hat.
Der Flug nach Central City dauerte nicht mal eine Stunde. Als die MD-87 in Central City landete war Roy erleichtert. Es war das erste mal überhaupt das er mit dem Flugzeug flog und war doch nervöser als er zugab. Als er ausstieg und durch den Terminal lief sah er sich die verschiedenen Reklamen an. Besonders viel ihm auf das besonders viel Reklame für die STAR Labs gemacht wurde. Als er den Terminal verließ und in ein Taxi stieg sah er erstmals die Skyline der Stadt. Das was er in den Nachrichten gehört hatte bestätigte sich während er im Taxi zum Krankenhaus fuhr.
Bei der Explosion des Teilchenbeschleunigers und bei dem anschließenden 'Blitze-Regen' der auf die Stadt niederging gingen Tausende Fensterscheiben zu Bruch. Brände brachen aus, da viele Elektrische Geräte Kurzschlüße bekamen. Der Schaden ging in die Millionen. STAR Labs musste allein in den letzten Wochen Millionen an Schadensersatz zahlen. Der Taxifahrer erzählte das dutzende Verletzt wurden. Als das Taxi anhielt und Roy den Fahrer bezahlte fühlte er sich immer mehr fehl am Platz. Wie gerne würde er jetzt mit Oliver in den Glades die Bösen das fürchten lehren.
Im Krankenhaus erkundigte er sich nach Barry, der immer noch auf der Intensivstation lag. Eine Krankenschwester begleitete ihn.
„Miss Smoak war jeden Tag hier. Sie hat sich regelmäßig erkundigt wie es Mister Allen geht." erzählte sie während sie die Tür öffnete. „Sein Zustand ist Stabil... bis jetzt und es gibt nur sehr geringe Aktivitäten. Keiner weiß wann er aufwacht."
Roy und die Schwester traten ein und so sah Roy das erste mal den Mann, wegen den Felicity so viel Aufstand machte. Barry Allen lag regungslos und an diversen Geräten angeschlossen im Bett. Das einzige Geräusch war das Piepen des EKG das überraschend langsam piepste. Dieser Anblick löste in Roy ein Komisches Gefühl aus. Roy musste plötzlich an den Mann denken den er damals ins Krankenhaus geprügelt hat. Der Anblick des Schwerverletzten Mannes damals war schmerzhaft zu ertragen. Es war eine große Stütze das Oliver, damals noch als Arrow, angeboten hat ihn zu trainieren.
„Reden Sie etwas mit ihm!" sagte die Schwester während sie den Raum verließ. „Komapatienten reagieren auf alles was man in ihrer Gegenwart sagt."
Roy sah Barry an und schüttelte den Kopf.
„So... sie sind also Barry..." sagte Roy und setzte sich auf einen Stuhl neben Barrys Bett. „Felicity schwärmt ja so sehr von ihnen. Übrigens danke für die Rettung!"
Ich wusste nicht was ich groß reden sollte aber irgendwie kam es aus mir heraus...
„... und jetzt weiß ich nicht wie ich Thea unter die Augen treten soll. Klar ihr Bruder wird mir einen Pfeil durchs Auge rammen, wie er es mit diesem Typen gemacht hat von dem er mir nicht erzählen will, wenn ihr etwas passiert aber ich könnte ihr kein Haar krümmen..." Roy redete so schnell das er wahrscheinlich selbst nicht wusste was er sagte. „... und als mein Vater dann starb konnte ich nicht mal seine Beerdigung besuchen weil ich klauen gehen musste um Geld für den Sarg aufzutreiben und so meine erste Haftstrafe antreten musste... Meine Mutter... pah... meiner Mutter fiel nichts besseres ein als sich und mich zu verkaufen. Nicht verkaufen in dem Sinn... sie verkaufte einfach alles was sich verkaufen ließ bevor sie realisierte das mein Vater genug Schulden angehäuft hatte das sogar Griechenland besser dasteht als wir..."
Roy redete und redete und redete... draußen ging langsam die Sonne unter.
„... da hat man schon Superkräfte und darf sie nicht einsetzen. Ich hatte nicht mal die Gelegenheit zu prüfen wie stark ich eigentlich bin. Aber ich verstehe es. Sie hätten mal Theas Gesicht sehen sollen. Allein dieser Blick. Dieser eiskalte schockierte Blick... sie sah aus wie meine Mutter als sie erfahren hat was mein Vater..." Roy hatte schon längst jedes Zeitgefühl verloren. „... Erst jetzt fällt mir ein das ich einen Namen brauche. So was was den bösen Jungs Angst macht. Thea hat mich bei unserer ersten Begegnung Speedy genannt. Was halten Sie davon? Speedy ist aber schon Theas Name... was halten Sie von Red Arrow? Passt ja... Oliver ist mit seiner grünen Kapuze 'Green' Arrow und ich bin mit der roten Kapuze 'Red' Arrow..."
In diesem Moment wurde die Tür geöffnet und ein Pfleger kam in den Raum.
„Entschuldigen Sie, die Besuchszeit ist vorbei!"
„Was? Wieso? Wie lange bin ich den schon hier?" fragte Roy verwundert uns sah aus dem Fenster. Erst jetzt bemerkte er das es Abend war.
„Die Schwester meint sie sind schon seit über 3 Stunden hier." sagte der Mann.
„Drei Stun..." Roy war geschockt aber fing sich sofort wieder. „Ich habe... drei Stunden hier gesessen und... mein Herz einem Typen ausgeschüttet den ich nicht einmal kenne. Wow! Barry Sie sind ein richtig guter Zuhörer! Ich fühle mich schon viel besser. Vielleicht komme ich morgen wieder!" sagte Roy zu Barry, der mit einem piepsen im EKG reagierte.
Roy war richtig heiter als er den Raum verließ und den Gang entlang ging.
Ich muss sagen, dass ich mich seit diesem Gespräch richtig wohl fühle. Ich habe nun nicht mehr diesen Drang irgendwo draufzuhauen oder jemanden zu verletzen. Es ist als wäre... wie sagt man... eine Große last von den Schultern gefallen.
„Das ist schön zu hören, Roy." sagte Oliver. „Aber wurdest du nicht ins Krankenhaus geschickt um..."
Ach ja...
„Ach ja... Schwester ich hab da ne Frage!" Roy war zur Rezeption gegangen nachdem er schon am Fahrstuhl stand und sich dann erinnerte weshalb er eigentlich hier war. „Ich bin ein Freund von Felicity Smoak. Sie soll gestern hier gewesen sein und ihre Sonnenbrille vergessen haben."
„Ach ja... Miss Smoak war vor einer Stunde hier und hat sie schon geholt." sagte die Schwester.
Roy war verwirrt. Felicity war doch immer noch in Starling City.
„Sind Sie sicher das es Miss Smoak war?"
„Sie war fast den ganzen Januar über hier! Sie hat ganze Tage und Nächte hier verbracht. Ich habe mit ihr regelmäßig gesprochen. Gut ich habe sie jetzt gestern nicht gesehen, nur von hinten aber, von der Frisur und der Statur her... würde ich sagen das es auf jeden Fall Miss Smoak war."
In dem Moment hatte ich das Gefühl das es doch was großes war in das Sie mich reingebracht haben Felicity.
„Ich … ahäm... a... R... Roy... was soll das heißen!" stotterte Felicity.
Roy verließ das Krankenhaus und sah sich um. Das erste mal seit er in Central City angekommen war fühlte er sich nicht mehr wie jemand der einfach nur weggeschickt wurde um die Action zu verpassen sondern wie jemand der eine richtige Aufgabe hat.
