Nachdem ich eine Stunde lang durch den Wald, durch ein paar Gärten und ein paar Hinterhöfe gelaufen bin war ich endlich ausgepowert und konnte kurz darüber nachdenken.

Roy stand auf einem Parkplatz und lief auf und ab: „Awww... die werden ausflippen wenn sie das erfahren. So dämlich kann auch nur ich sein." schimpfte er und hielt sich den Kopf. „Okay... ganz ruhig. Jetzt muss ich dafür sorgen das die mir nicht Folgen. Aber wie?"

Zeitgleich in Voglers Büro...

„Ich will das das bis morgen erledigt ist. Ich habe gerade die Bestätigung erhalten. Wir müssen ihn bis morgen Nachmittag haben. Dann startet unser Flug!" sagte Vogler während er wütend auf und ab lief.

„Der ist bestimmt schon auf dem weg aus der Stadt." sagte die Assistentin gelangweilt.

„Genau!" sagte der Wachmann.

„Aber wir müssen ihn finden..." begann Vogler bevor das Telefon klingelte. „Was denn... Vogler! Was wollen Sie?"

Die Dame in der Leitung war eingeschüchtert: „Entschuldigen Sie die Störung, aber ein Mister King ist in der Leitung. Er sagte es sei sehr wichtig!"

Vogler blickte auf und die beiden anderen kamen auf ihn zu um mitzuhören: „Stellen Sie ihn durch!... Mr. King!"

„Oh, Mr. Vogler... Hallo!" sagte Roy mit übertrieben freundlicher Stimme während er in einer Telefonzelle stand. Er hatte einfach im Telefonbuch nachgesehen und sich durchstellen lassen. „Ich wollte mich nur bedanken für die Chance heute Nachmittag zu Ihnen zu kommen. Es geht mir viel besser und mir ist klar geworden das ich etwas Abwechslung brauche..."

„Ach wirklich..." sagte Vogler während er mit dem Computer versuchte den Anruf zu lokalisieren. „Was haben Sie den vor?"

„Ich habe mich entschieden... für ein paar Tage meinen... Cousin zu besuchen! Hab Ihn seit 10 Jahren nicht mehr gesehen und ich dachte das wäre die perfekte Therapie... etwas Abstand."

„So so..." Vogler sah mittlerweile das Roy von einer Telefonzelle am Stadtrand aus anrief. „Wohin geht den die Reise?"

„Ach..." Roy kramte sofort das Smartphone raus und öffnete eine Weltkarte. Es sollte was kleines sein. Was keiner sofort findet. „Das Kaff kennen Sie nicht! Das liegt weit weit weg von hier..." Roy blätterte ohne es zu merken bis nach Osteuropa während am anderen Ende der Leitung Vogler seine Weltkarte öffnete. „Ich fahre nach... Kauschani!"

Roy lief rot an und wunderte sich über den Namen. Vogler ebenfalls: „Kauschani?! Hört sich komisch an. Wo ist das?"

„Das ist in..." Roy zoomte die Karte kleiner und war verwirrt. „...Moldawien..."

„Moldawien!" sagte Vogler geschockt. „Sie fliegen nach Osteuropa... so kurz nach unserem Treffen!"

„Na ja... wissen Sie... ich dachte mir so eine Reise würde mir gut tun. Und ich wollte schon immer mal nach Europa... he he..." Roy lief rot an und wusste nicht was er sagen sollte. „Ich wollte sie nur wissen lassen... das ich die Papiere also etwas später zu Ihnen schicke. Also dann... bis die Tage! Tschüss!"

Roy legte auf, holte tief Luft und fing anschließend an zu brüllen: „DAS KAUFT DER MIR DOCH NIE AB!"

„Das kaufe ich dem nicht ab!" sagte Vogler wütend und knallte den Hörer so fest auf das Gerät das dieses vom Tisch rutschte und wandte sich dem Computer. „Mal sehen... ich habe nicht umsonst so viel Zeit mit Computern verbracht... mal sehen wo du bist..."

Roy verließ die Telefonzelle und sah sich um. Ihm musste etwas einfallen. Dann sah er es vor sich... die vorläufige Lösung seines Problems... und nur ein paar Minuten später überreichte ihm eine freundliche junge Dame in dem Reisebüro ein paar zusammengefaltete Dokumente.

„Hier bitte schön Mister Harper! Ein One-Way-Ticket via Frankfurt nach Chisinau. Abflug heute Abend. Und es stört sie wirklich nicht das sie 32 Stunden Zwischenaufenthalt haben?" fragte ihn die Reisebüroangestellte verwirrt.

„Ach ich fliege doch ni... ich meine ich fliege doch nur zu so einem blöden Familiendingsbums und ich hab da noch etwas Zeit mir Frankfurt anzusehen... hehehehe... Die Kreditkarte haben Sie ja akzeptiert?" fragte Roy während er die Firmenkreditkarte wieder einsteckte...

„Hmmm... er hat gerade unter seinem richtigen Namen einen Flug gebucht. Aber er steht auch auf der Stand-By-Liste für den Rückflug nach Starling City." sagte Vogler der sich in die Passagierlisten eingehackt hatte. „Ich trau dem Braten nicht... das ist ein Trick!"

„Was sollte der denn noch hier in der Stadt wollen?" fragte die Assistentin.

„Ich weiß nicht... vielleicht hat er ja doch Mister Allen besucht!"

„Dann ist er vielleicht auf dem weg ins Krankenhaus..." sagte der Wachmann.

„Okay... Wir machen das so! Sie fahren zum Flughafen und passen auf das er nicht abhaut!" sagte Vogler zu der Frau.

„Und wie?"

„Wie auch immer! Lassen Sie sich was einfallen! Lösen Sie meinetwegen einen Bombenalarm im Terminal aus. Es ist mir egal. Solange Sie verhindern das das Flugzeug startet falls er dort ist... und sie..." er drehte sich zum Wachmann rüber. „Fahren ins Krankenhaus und beobachten Mister Allen. Nur beobachten, nicht totschlagen!"

Roy lief währenddessen durch den Park und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen. Er ließ sich auf einer Parkbank nieder und sah sich um. Während er nachdachte und beinahe anfing zu dösen wachte er auf als sein Handy klingelte. Roy kramte das Handy heraus und war wieder besser gelaunt. Es war Thea.

„Hi!" sagte Roy fröhlich. „Thea, wie geht es dir?"

„Oh... es geht so. Roy, wann kommst du zurück? Ich könnte hier etwas emotionalen Beistand brachen." sagte Thea mit leicht deprimierter Stimme.

„Was ist denn los?"

„Weißt du, ich... ich habe seit du weg bist gemerkt... das ich... ich..."

„Was?"

„Ich vermisse dich! Okay... jetzt ist es raus!" sagte Thea. Diese stand gerade im Club und bereitete sich auf Moiras Wahlkampfveranstaltung bei Queen Consolidated am nächsten Tag vor. „...seit du weg bis habe ich gemerkt das ich wohl auch etwas überreagiert habe. Aber diese ganze Geheimniskrämerei, deine komischen... Streifzüge durch die Glades..."

„Thea... ich... weiß... ich habe dir etwas vorgemacht... ich komme noch heute zurück und dann verspreche ich dir, sprechen wir uns mal richtig aus." sagte Roy.

„Versprochen?"

„Versprochen!"

„Gut, dann kannst du mir morgen bei dieser Sache mit meiner Mutter beistehen!" sagte Thea die nun besser gelaunt war. „Danke Roy. Aber bevor du auflegst... Ich habe in den Nachrichten irgendetwas von einem Typen gehört der in Central City Betonpoller durch die Luft wirft... hast du damit etwas zu tun?"

Roy lief wieder rot an. Theas Stimme klang wieder strenger und wütender.

„Wieso sollte ich?" sagte Roy mit freundlicher Stimme.

„Ach entschuldige! Ich glaube ich werde einfach nur paranoid! Also dann, bis heute Abend!"

„Bis heut Abend!" sagte Roy und legte auf.

Nachdem er eilig zu Barrys Wohnung geeilt war und seine Tasche holte fuhr er mit dem Taxi wieder zum Krankenhaus.

Jetzt saß er wieder neben Barry auf dem gleichen Stuhl, in den gleichen Sachen zur gleichen Uhrzeit und redete wieder.

„...Sie werden Superkräfte haben wenn Sie aufwachen!" sagte Roy und schüttelte dabei den Kopf. „Vielleicht werden Sie ja auch so ein 'Schrumpfer' so wie Ihr Pfleger. Oder so ein Gummimensch wie der Typ den er gesehen hat. Oder sie werden so wie ich... das wär doch was... aber lassen sie sich von Oliver bloß nicht zum Wasserschlagen überreden. Etwas langweiligeres gibt es nicht. Auch wenn ich es jetzt vermisse!"

Roy senkte den Kopf und ließ seine Tage hier in Central City Revue passieren. Er hatte mal wieder zwei Leute ins Krankenhaus geprügelt, wurde von der Polizei verhört, ist in ein Labor eingebrochen und hat kleine Kinder bestochen...

„...Miss Smoak hatte recht! Ich sollte nur auf andere Gedanken kommen und mal runterkommen. Das das ganze so eskaliert hätte nicht gedacht. Nun den, halten Sie die Ohren steif. Und wenn Sie aufwachen, rufen Sie mich an und erzählen Sie mir welche Superkräfte sie bekommen haben! Ich gehe zurück und schlage wieder Wasser. Ich habe gemerkt das das im Moment das einzig richtige ist. Im Moment zu mindest. Machen sie es gut!" sagte Roy und verabschiedete sich damit von Barry.

Für einen kurzen Moment hatte Roy das Gefühl Barry lächeln zu sehen als er das mit den Superkräften gesagt hatte. Doch dann schüttelte er den Kopf, das war unmöglich, Barry war ja im Koma. Roy verließ das Zimmer und fragte gerade eine Krankenschwester nach den Fortschritten als er ihn plötzlich sah... Den Wachmann. Dieser verließ gerade den Fahrstuhl und lief durch den Gang. Roy versteckte sich hinter einem Rollwagen für benutzte Bettwäsche. Der Wachmann sah ihn nicht als er zu einer Schwester ging und sich erkundigte ob jemand Barry besucht hatte.

„Oh, ja da war ein Herr... Hey wo ist er?" fragte sich die Schwester während sie sich umsah. „Er war gerade noch hier!"

Der Wachmann sah sich um. Roy spickte vorsichtig hinter dem Wäschewagen hervor und sah den Wachmann alles durchsuchen. Die Leute bemerkten nicht das sich der Wäschewagen langsam und von selbst in Bewegung setzte. Nur dem Wachmann viel dies auf und er lief sofort auf den Wagen zu der sich behutsam in Richtung Treppenhaus bewegte. Hinter dem Wagen versuchte Roy nicht aufzufallen. Doch er schreckte sofort auf als jemand den Wagen nach vorne stieß und er gegen die Wand stolperte. Der Wachmann stand über ihn und verschränkte bedrohlich die Arme.

„Hallo!" sagte Roy mit einem freundlichen lächeln. „Wollen Sie sich auch gegen... Reiseübelkeit impfen lassen?"

„Mister Harper!" sagte der Wachmann und Roy wusste das er aufgeflogen war. „Sie begleiten mich jetzt."

„Und wenn ich nein sage?" sagte Roy und packte den Mann, den er in den Wäschewagen warf der sofort durch den Gang rollte.

Der Wachmann schrie laut. Die Leute im Gang sprangen zur Seite um nicht von dem Wagen erfasst zu werden der nur wenige Meter weiter gegen eine Wand knallte und sofort in seine Einzelteile zerfiel. Der Wachmann fiel heraus und stand sofort auf. Roy musste lachen als er den Mann sah der mit Bettwäsche behangen war. Dieser stürmte jedoch sofort auf Roy zu der durch die nächste Tür ins Treppenhaus verschwand und sofort hinunterrannte. Roy betrat das nächste Stockwerk und versteckte sich in dem nächsten Raum. Dort war ein Wäschelager.

„Aww... noch mehr Wäsche!" sagte Roy und fand sofort einen Ärztekittel den er sich sofort überwarf und den Raum wieder verließ.

Meine Mutter wollte immer das ich was Sinnvolles mache.

Roy lief so unauffällig wie möglich durch die Station und lächelte einfach. Er fiel nicht auf. Und sofort war er wieder beruhigt. Als er am Treppenhaus am anderen Ende der Station ankam und die Tür öffnete ahnte er nichts. Auch als er die Treppe runter lief ahnte er nicht was auf ihn zukam. Dann geschah es. Ein heftiger Stoß, und Roy flog in hohem Bogen die Treppe hinunter und landete stöhnend auf dem nächsten Absatz. Verwirrt blickte er nach oben wo er sofort einen Feuerlöscher auf ihn zufliegen sah.

Roy duckte sich und wich aus. Der Feuerlöscher verfehlte ihn nur knapp und schlug auf der Wand hinter ihm ein. Roy wusste nicht wie ihm geschah als ihm irgendetwas ins Gesicht schlug. Es tat kaum weh, das Mirakuru schoss wieder nach oben und Roy stieß mit beiden Händen nach vorne wo er etwas fühlen konnte. Eindeutig konnte er fühlen das da jemand war. Aber er konnte nichts sehen. Da wahr jemand, aber auch nicht. Ein erneuter Faustschlag traf Roy und er fiel gegen die Wand. Das kam unerwartet. Ein neuer Schlag, diesmal viel ihm ein Zahn aus. Zornig griff sich Roy den Feuerlöscher und fing an herumzusprühen. Er hörte jemanden Stöhnen während er zeitgleich sah das sich die Flüssigkeit aus dem Feuerlöscher über etwas legte.

Roy war entsetzt. Jetzt konnte er es sehen. Der Schaum aus dem Löscher legte sich über etwas unsichtbares, es bewegte sich... es war ein Mensch. Er konnte nun genau einen Arm und einen Torso erkennen. Es kam auf ihn zu. Dann spürte er einen Tritt in den Magen. Roy krümmte sich zusammen vor Schreck und hielt sich den schmerzenden Magen. Zornig griff er erneut den Feuerlöscher und schlug damit gegen den Arm den er erkennen konnte. Die Person stöhnte vor Scherz und er konnte hören das offenbar was zu Bruch gegangen war. Dann ergriff Roy die Initiative und packte die Person die er dank des Löschschaums genau erkennen konnte und warf sie die Treppe hoch auf den nächsten Absatz wo der Körper einfach liegen blieb.

Roy sank auf die Knie. Er war verletzt. Der Bauch tat ihm weh. Der Unsichtbare lag regungslos auf dem Absatz. Roy war erstaunt als er langsam Umrisse erkennen konnte und dann eine Person, wie ein Geist die langsam immer undurchsichtiger wurde. Letztendlich war der Körper wieder komplett sichtbar. Vorsichtig ging Roy die Stufen nach oben um die Person zu sehen. Als er das Gesicht sah, staunte er nicht schlecht. Es war der Wachmann. Der Wachmann war der Unsichtbare!

Roy kniete über dem Bewusstlosen nieder um zu sehen ob dieser noch lebte. Doch noch bevor er reagieren konnte spürte er einen brennenden Stich in seiner Hand. Roy blickte auf seine Hand und sah das ihm der vermeintlich bewusstlose Wachmann eine Spritze in die Hand gerammt hatte. Roy riss sich die Spritze aus der Hand und fing an zu taumeln. Der Raum fing an sich zu drehen. Während der Wachmann aufstand und Roy hämisch ansah fiel dieser rückwärts die Treppe hinunter.

Das letzte woran ich mich erinnere war das die Lampe an der Decke anfing zu flimmern, dann war alles Schwarz.