Vogler war entsetzt. Roy war kein Mutant wie sie ihn kannten und kontrollieren konnten. Als Roy das Mirakuru erwähnte rutschte ihm endgültig das Herz in die Hose. Nun stand Roy vor ihm zwischen den Passagiersitzen. Die Fäuste geballt und mit finsterem blick.

Roy warf sich seine Kapuze über, verschränkte die Arme, stellte sich aufrecht hin und setzte einen Fuß auf einen Sitz bevor er eine Rede hielt:

„Aus reiner Profitgier Leute umzubringen und sich ihrer Superkräfte anzueignen ist egoistisch und verlogen! Ich kann nicht tolerieren das sie die, die ihre Kräfte für das Gute einsetzen wollten, stehlen was ihnen das Schicksal gegeben hat." sagte Roy heroisch und drehte sich nach vorne wobei er die Fäuste gegen die Hüften stemmte. „Ich bin Mitglied des Team-Arrow. Wir stehen für Gerechtigkeit und das Gute!" Roy hob den rechten Arm und zeigte mit dem Finger nach oben bevor er auf mit ein paar Armbewegungen auf Vogler wies. „Ich... bin ARSENAL! Und im Namen der Gerechtigkeit werde... ich euch bestrafen!"

Roy das hast du doch nicht wirklich so gesagt?" fragte Oliver verwirrt. „Arsenal?"

Wär doch ein super Spruch. War zwar improvisiert, aber die haben vor Angst gezittert. Was denkt ihr?

Was wir denken? Aus welcher Fernsehserie hast du den das geklaut?" fragte Felicity.

„Aus welcher Fernsehserie haben Sie den das geklaut?" ertönte die Stimme des Piloten aus dem Cockpit.

„Steht nicht rum!" brüllte Vogler seinen Komplizen zu. „Kommt her und haltet mir diese Figur vom Hals!"

Vogler rannte zurück ins Cockpit und schloss die Tür ab. Der Wachmann und die Assistentin rappelten sich auf und gingen auf Roy los. Dieser preschte nach vorne und stieß die Assistentin zur Seite während der Wachmann auswich. Roys Faust bohrte sich durch die Cockpittür. Vogler schrie vor Schreck und griff sich sofort einen Feuerlöscher mit dem er auf Roys Arm einschlug bis dieser seinen Arm wieder aus der Tür zog. Hinter Roy griff sich die Assistentin eine Glasflasche aus der Bordküche und schlug damit von hinten auf Roys Kopf.

Roy drehte sich um. Der Schlag machte ihm nichts. Die Frau lief blass an und griff sich noch eine Flasche die sie Roy auf den Kopf schlug. Brachte wieder nichts. Langsam wurde die Frau panisch und fing an mit allem zu werfen was sie in der Bordküche fand. Roy ging auf sie zu. Plötzlich traf ihn von hinten ein harter Schlag im Genick. Erschrocken drehte sich Roy um und sah nichts. Der unsichtbare Wachmann attackierte ihn. Roy schlug zu und traf ihn auf der Brust. Roy hörte wie der Wachmann einige Meter durch die Kabine flog und zwischen den Sitzreihen landete. Dann sah er die Sitze in Reihe 6 wackeln.

„Soll ich umkehren?" fragte der geschockte Pilot im Cockpit.

„Nein! Komme was wolle! Fliegen Sie weiter!" brüllte Vogler zurück während er zeitgleich durch das Loch in der Cockpittür sah um zu sehen was in der Kabine geschah. „Bis wir in Russland ankommen haben wir die Sache unter Kontrolle!"

Roy ging die Kabine entlang. Hinter ihm zog die Assistentin einen Cateringwagen aus der Bordküche und stürmte mit diesem von hinten auf Roy zu. Roy drehte sich im letzten Moment um und packte den Wagen und stieß diesen zurück. Die Frau kreischte als sie, auf dem Wagen liegend, zurück in die vordere Bordküche raste und absprang bevor dieser gegen die Cockpittür schlug. Hinter der Cockpittür kramte Vogler einen Elektroschocker hervor.

Der wieder sichtbare Wachmann griff Roy von hinten an, legte ihm einen Sicherheitsgurt über den Hals und drückte so fest wie möglich zu. Roy war überrumpelt und bekam keine Luft mehr. Sofort griff Roy nach hinten und packte diesen um ihn über seinen Kopf nach vorne auf die Assistentin zu werfen. Zusammen kullerten beide wieder zurück in die Bordküche. Langsam lief Roy auf die beiden zu.

„Awww... das ist die 25 % nicht Wert!" jammerte die Assistentin.

„25%?" sagte der Wachmann verwirrt. „Ich bekomme nur 15%!"

In diesem Moment kam Roy an. Beide sprangen zur Seite als Roy auf sie losging und dabei ein Loch in den Kabinenboden schlug. Während Roy seinen Arm aus dem Loch zog und dabei ein großes Stück Blech mit abriss, rannten der Wachmann und die Assistentin durch die Kabine nach hinten. In der hinteren Bordküche nahmen sich die beiden einen weiteren Cateringwagen und stürmten auf Roy zu. Auch dieses mal stoppte Roy den Wagen und stieß den Wagen zurück zu den Angreiffern. Diese schrien wieder als sie mit dem Wagen zurück geworfen worden.

Hinter ihm öffnete Vogler vorsichtig die stark beschädigte Cockpittür und schlich mit dem Elektroschocker in der Hand von hinten auf Roy zu als dieser nach hinten in die Bordküche ging. Dort lagen der Wachmann und die Assistentin zwischen den Überresten des Cateringwagens und blickten angsterfüllt auf Roy. Hinter ihm schlich Vogler langsam auf ihn zu, den Finger am Abzug.

Im Cockpit lief dem Piloten der Schweiß runter. Als es in der Kabine still wurde und Vogler nach hinten ging wurde der Pilot immer nervöser. Sofort tippte er ein paar Knöpfe auf dem Bordcomputer um den Festgelegten Kurs zu verlassen und programmierte den Autopiloten so das die Maschine von selbst flog. Dann stand er auf und ging ebenfalls mit einem Elektroschocker bewaffnet nach hinten.

Gleichzeitig stand Roy nun vor den beiden wimmernden Komplizen und sah sie bedrohlich an. Er wollte gerade auf sie zugehen als hinter ihm Vogler versehentlich auf etwas knackendes trat. Roy drehte sich blitzschnell um und Vogler schoss. Sofort sprang Roy zur Seite. Wie in Zeitlupe sah Roy die beiden blinkenden Stifte nur wenige Zentimeter vor seinem Gesicht vorbeifliegen um dann langsam zu den beiden kreischenden Komplizen zu schweben. Vogler schrie kurz auf als die beiden abgeschossenen Nadeln des Tasers die Assistentin trafen die auf dem Wachmann lag.

Roy sah wie sich beide wild schüttelten als der Strom durch sie durchfloss. Nach wenigen Sekunden hörte es auf und beide lagen regungslos auf dem Boden. Roy sah auf Vogler der immer noch mit gehaltener Waffe vor ihm Stand. Vogler schluckte, sah auf den Taser und warf ihn Roy gegen den Kopf. Das brachte nichts. Vogler schrie als er von Roy gepackt und nach hinten zu den beiden bewusstlosen geworfen wurde. Roy ging nach hinten. Vogler rappelte sich auf und kauerte an der Tür. Roy kam in die Bordküche und blickte auf ihn hinab.

„Bitte! Ich bitte Sie... wenn sich mich gehen lassen verspreche ich ihnen werde ich mit ihnen Teilen. Wenn Sie kein Geld wollen... wie wäre es mit einer dieser Fähigkeiten..."

Vogler bettelte. Doch das Mirakuru und Roy kochte immer weiter hoch. Panisch rollte er zur Seite als Roy die Faust hob und auf ihn Losging. Roy passte nicht auf und so bohrte sich seine Hand durch die Kunststoffverkleidung der Tür. Vogler schrie laut auf als Roy die Tür traf. Auch Roy merkte das das was er da gerade gemacht hatte, alles andere als gut war.

Roy zog seine Hand zurück und sah sofort Licht durch das Loch. Vogler schrie laut auf und rannte den Gang zurück nach vorne. Roy sah kleine weiße Rauschschwaden durch das Loch nach draußen verschwinden. Ein lautes schrilles Pfeifen war zu hören als langsam die Luft durch das kleine Loch entwich. Die Tür machte dies nicht mit. Roy sah wie die Tür langsam anfing sich nach außen zu wellen. Auch der Lichtstrahl der durch das Lock kam wurde immer größer.

Ein paar Meter weiter vorne rannte Vogler in den Piloten rein: „Er hat ein Loch in den Rumpf geschlagen! Sie müssen sofort runter gehen!"

Hinten sah Roy geschockt wie eine riesige Beule rund um das Loch entstand. Langsam spürte er den Sog als die Luft langsam und dann immer schneller entwich. Roy sprang nach vorne gerade in dem Moment als die Tür unter dem hohen Druck aus dem Rahmen gesprengt wurde. Es riss ihn von den Füßen als die Luft explosionsartig aus der Kabine entwich. Sofort griff er nach der Rückenlehne eines Sitzes und hielt sich fest während alles was nicht niet und nagelfest war durch die Kabine flog. Weiter vorne zerriss es die ohnehin stark beschädigte Cockpittür. Vogler und der Pilot wurden durch die Kabine geschleudert.

Im Cockpit schrillten sofort alle Alarme auf. Der Autopilot reagierte und brachte die Maschine in einen steilen Sinkflug. Durch die Umprogrammierung des Autopiloten änderte die Maschine außerdem den Kurs und flog nun eine steile Kurve.

In der Kabine flogen die ganzen Instrumente die Vogler aufgebaut hatte wie wild durch die Kabine. Der Pilot schlug mit dem Kopf gegen einen Sitz und viel zwischen die Sitze während Vogler den Aktenkoffer mit seinem Serum gegen die Stirn schlug und eine blutende Wunde hinterließ. Vogler fiel zu Boden und blieb bewusstlos liegen. Roy hielt sich währenddessen an dem Sitz fest. Nach wenigen Sekunden war alles vorbei und der Sog hörte auf. Roy fiel zu Boden und lag nun auf dem Rücken. Er bekam keine Luft mehr. Verzweifelt versuchte er eine der Sauerstoffmasken zu greifen die überall aus der Kabinendecke gefallen waren. Doch durch den Sauerstoffmangel war er zu geschwächt. Als die Maschine in eine steile Kurve ging rutschte Roy zwischen die Sitze und bekam doch noch das Band einer Maske zwischen die Finger und riss die Maske zu sich.

Roy hielt sich die Maske aufs Gesicht gerade in dem Moment als alles Schwarz wurde...

Im Cockpit zog sich der Steuerknüppel wieder zurück. Der Autopilot stabilisierte die Maschine wieder und brachte sie zurück in eine stabile Fluglage. Der Alarm piepte und blinkte als die Maschine auf 10 Tausend Fuß in den Horizontalflug ging und nun Richtung Südosten flog...

In der Kabine öffnete Roy die Augen. Es war alles Stumm. Papiere und Müll flogen durch die Luft. Roy hielt die Maske in seiner Hand und versuchte sie auf seinem Gesicht zu halten. Dann erschien Sie. Ihr Schatten war deutlich zu sehen. Er hörte ihre Schritte. Er roch ihr Parfüm. Dann kam sie in sein Blickfeld... und Roy lächelte.

„Thea!" sagte Roy glücklich. „Tut mir leid, das ich nicht da war um dir beizustehen!"

„Du musstest dich ja unbedingt entführen lassen." sagte Thea.

„Ich meine es ernst. Ich war so versessen darauf Arrow zu finden, das ich dich vernachlässigt habe. Ich habe mich dir nicht anvertraut als ich das Mirakuru gespritzt bekommen habe und habe dich auch jetzt enttäuscht." sagte Roy und versuchte mit seiner rechten Hand Theas Gesicht zu erreichen doch er konnte sie nicht fühlen.

„Wir beide führen schon eine eigenartige Beziehung. Du bist der Sidekick von meinem Bruder. Ich leite den Club der nur als Tarnung dient und wir beide leben trotzdem aneinander vorbei."

„Thea... ich wünschte ich könnte dir die Wahrheit sagen!"

„Ich bin eine Halluzination, du hasst zu wenig Luft bekommen und bildest dich mich nur ein. Mir kannst du alles sagen." sagte Thea.

Roy lachte und war glücklich: „Okay... Thea... Dein Bruder ist Arrow und ich bin sein neuer Sidekick. Ich kann zwar nicht mit Pfeil und Bogen umgehen aber lerne es noch. Und ich bin ein gemeingefährlicher Irrer der bei steigendem Adrenalin zum Hirnlosen Amokläufer wird weil ich so ne blöde Droge eingeflößt bekommen habe.."

„Siehst du... war doch nicht so schlimm!" sagte Thea und küsste ihm auf die Stirn. „Und jetzt... komm wieder zu dir und finde einen Weg die Kiste zu landen damit ich dich persönlich anschreien kann..."

Roy riss die Augen auf und merkte das er tatsächlich wieder nur geträumt hatte. Es war eiskalt. Lauter Wind blies durch die Kabine. Roy rappelte sich hoch und sah sich um. Er fror. Die Kabine war völlig verwüstet. Vogler lag bewusstlos im Gang, der Pilot lag bewusstlos zwischen den Sitzen und die Anderen waren verschwunden. Sie wurden beim Druckabfall durch die offene Tür hinaus gerissen. Roy ging nach vorne. Alles war wild in der Kabine verstreut. Sachen aus der Bordküche, Voglers Instrumente und aller möglicher Kleinkram... und der Aktenkoffer mit den Superkraft-Serums-Proben.

Ich dachte darüber nach was ich damit machen sollte. Sollte ich es liegen lassen oder euch bringen? Ich entschloss mich aber das einzig richtige zu tun.

Roy nahm den Aktenkoffer und ging nach hinten. Mit einem kräftigem Fußtritt beförderte er den Koffer nach draußen. Roy grinste zufrieden als er den Koffer in den Wolken verschwand. Während er hinaus blickte änderte sich jedoch seine Stimmung als er durch die Wolkendecke das Meer sehen konnte.

„Moment mal... wo ist Alaska?" fragte sich Roy und rannte zurück in die Kabine.

Sein Handy und alles andere was er in den Taschen hatte war weg. Seine Entführer hatten ihm alles aus den Taschen genommen als er Bewusstlos war. Nun war es entweder raus geflogen oder lag irgendwo in der Kabine. Er ging zum Bewusstlosen Vogler und sah auf dessen Armbanduhr. Sie war kaputt gegangen. Also lief er zum Piloten der, ebenfalls bewusstlos zwischen den Sitzen lag. Seine Uhr lief noch. Roy rechnete nach. Er war 19 Stunden bewusstlos von dem Moment als er im Krankenhaus war. Dann vielleicht 20 Minuten wach und danach wenn er richtig rechnete war er jetzt wieder etwas mehr als zwei Stunden wegen dem Sauerstoffmangel bewusstlos gewesen. Zwei Stunden in denen das Flugzeug ohne Piloten über das offene Meer flog. Planlos, ziellos und mit einem Loch im Rumpf.

„WACHEN SIE AUF!" brüllte Roy und hob den Mann hoch, der krumm im Fußraum zwischen den Sitzen lag. „Wachen Sie auf Sie Idiot! Wo sind wir? Wo fliegen wir hin?"

Roy merkte das es hoffnungslos war. Den der Pilot war nicht nur bewusstlos, er hatte auch keinen Puls mehr. Er war tot. Roy setzte die Leiche in den Sitz schnallte ihn an und legte ihm eine Decke über den Kopf die er vom Boden aufhob. Das war das mindeste was er tun konnte. Das gleiche machte er mit Vogler, der noch lebte. Als er Fertig war setzte er sich in einen Sitz in der ersten Reihe, nahm eine Sauerstoffmaske und nahm einige tiefe Atemzüge um sicherzugehen das das wirklich wahr war und keine Halluzination durch Sauerstoffmangel. Dann nahm er sich eine Wasserflasche die über den Boden kullerte und nahm einige Schlücke. Als er nach vorne sah konnte er ins Cockpit sehen. Die Tür lag zerstückelt in der Bordküche welche auch völlig verwüstet war.

Vorsichtig ging er nach vorne. Der Alarm heulte und piepte immer noch. Das Flugzeug zitterte und bebte. Roy watete durch die Trümmer und erreichte das Cockpit. Der Autopilot hielt die Maschine stabil. Als er durch die Fenster sah, konnte Roy auf allen Seiten nur Wasser sehen. Er war über dem Meer. Dem Ozean. Als er einen Schritt nach vorne ging sah er etwas was aussah wie ein Telefonhörer. Roy griff sich den Hörer und drückte den Knopf.

„Hallo... HALLO HÖRT MICH JEMAND!" schrie Roy und hörte seine Stimme in der Kabine.

Verwundert sah er nach hinten und drückte den Knopf nochmal. Dabei ertönte hinten ein kurzer Klingelton. Roy merkte sofort das nur der Bordlautsprecher war.

„Meine Damen und Herren hier spricht ihr Kapitän. Schnallen Sie sich an, stellen Sie die Rückenlehnen Senkrecht und klappen Sie ihre Tische hoch... wir fliegen nämlich geradewegs ins Verderben!" sagte Roy wütend über den Bordlautsprecher und knallte den Hörer gegen den Boden des Cockpits während er langsam verzweifelte. „Ich hätte beim Wasserschlagen bleiben sollen!"