Wisst ihr viele wären verzweifelt. Doch ich habe die Ruhe bewahrt.

Im Cockpit lag Roy auf allen Vieren und schüttelte verzweifelt den Kopf. „Nein, nein, nein, nein, nein... das kann doch nicht sein. Okay Roy... du bist in einem Flugzeug. Das Flugzeug ist beschädigt. Es ist kein Pilot da. Du weißt nicht wo du bist, du weißt nicht wie man fliegt und du kannst niemanden erreichen... PERFEKT!"

Als Roy brüllte trat er auf ein Buch das aufgeklappt auf dem Boden lag. Roy hob es auf und merkte das es eine Art Karte war. Zwar zeigte die Karte nur Anflugkorridore und festgelegte Luftstraßen aber es brachte ihn weiter.

„Okay... Hier ist Anchorage! Die flogen Richtung Russland. Hier ist die Beringstraße. Und wir fliegen..." Roy blickte nach vorne und sah auf den Kompass der in der Mitte der Instrumententafel oben angebracht war. Der Kompass zeigte Südosten an. „...Okay... Wir fliegen nach Südosten. Wenigstens nicht auf den Ozean hinaus... awww... kann das blöde Gepiepse nicht mal aufhören!"

Roy war genervt von dem Daueralarm und schlug mit dem Buch auf den rot blinkenden Alarmknopf vor dem Pilotensitz. Der Knopf sprang sofort raus und der Alarm verstummte.

„Ahhh... das ist viel besser." sagte Roy und fand ein weiteres Buch. Das Flughandbuch. Roy öffnete es und blätterte durch. „Das soll mal einer verstehen."

Roy setzte sich in den Pilotensitz und sah nach vorne.

„Toll, das Ding hat nicht mal ein Lenkrad." sagte Roy bis er den Joystick links neben ihm sah. „Wow... also das ist cool. Okay... Höhe... 10.000 Fuß... Geschwindigkeit... 200... Kurs Südosten. Autopilot... ist an!" Roy war erleichtert. Er nahm das Headset und setzte es auf. „Hallo... HALLO! KANN MICH IRGENDJEMAND HÖREN? HALLO!"

Roy sah sich um, viele Knöpfe, Displays und Anzeigen. Er kam nicht weiter. Wütend klatschte er mit der Hand auf die Konsole neben ihm und verstellte dabei ein paar Knöpfe des Funkgeräts. Sofort hörte er eine Stimme: „...Ferris 3-4-1 steigen Sie auf Flugfläche 2-7-0!... Ferris 3-4-1 Roger! Steigen auf 2-7-0..."

Roy konnte was hören. Auf dem Funkgerät hatte er ein paar Knöpfe verstellt und zwar die richtigen. Roy drückte den Knopf nochmal und sprach. „HALLO! Hört mich jemand?"

Weit weg... Bei der Luftverkehrskontrolle war der Fluglotse überrascht: „Hallo... wer spricht da... Hier ist Anchorage Center! Identifizieren Sie sich."

„Können Sie mich hören?" fragte Roy hoffnungsvoll. Jetzt hatte er den richtigen Knopf gefunden.

„JA... Identifizieren Sie sich... ich habe sie nicht auf dem Schirm." sagte der Lotse während er auf seinen Radar sah. „Ist ihr Transponder an?"

„Transponder? Was ist das?" fragte Roy.

Dem Fluglotsen wurde schlecht. Das war eine Katastrophe: „Hören Sie, sagen Sie mir jetzt ihren Namen und ihren Kurs und ihr Rufzeichen."

„Ich heiße Roy, ich fliege nach Südosten und was ein Rufzeichen ist weiß ich nicht."

„Sind Sie Pilot... Haben Sie schon mal überhaupt ein Flugzeug geflogen?" fragte der Lotse.

„Nein!" antwortete Roy. „Könnten Sie es mir vielleicht sagen wo ich bin... ich weiß es nämlich nicht."

Der Fluglotsen lief blass an: „Das wars mit dem ruhigen Nachmittag! Hollt den Supervisior... sagt ihnen ich hab hier einen Notfall unbekannten Ausmaßes irgendwo über dem Golf von Alaska. Und organisiert einen Piloten! … Roy hören Sie mich?"

„Ja!"

„Ist ein Pilot an Bord?"

Roy blickte nach hinten in die Kabine: „Er ist tot!"

„Oh je... Roy erzählen sie mir was passiert ist! Von Anfang an!" sagte der Lotse.

„Also... wir sind von Central City nach Anchorage geflogen. Dann Richtung Beringstraße. Dann haben wir eine Tür verloren und durch den Sauerstoffmangel war ich etwa zwei Stunden weg vom Fenster... und jetzt bin ich hier."

Der Fluglotse notierte alles auf einem Zettel. „Okay, vor ihnen ist ein großes Display. In der Mitte ist ein kleines Flugzeug abgebildet. Das ist der Künstliche Horizont. Fliegt das Flugzeug horizontal?"

„Ja!"

„Gut! Am linken Rand des Displays ist die Höhenangabe in Fuß."

„10.000 Fuß!" antwortete Roy.

„Okay... Jetzt die Geschwindigkeit? Die steht am rechten Rand."

„200... was auch immer! Sind das Meilen?"

„Nein! Das sind Knoten!" sagte der Lotse und kramte eine Karte hervor. „Fliegen Sie schon die ganze Zeit diesen Kurs?"

„Ich bin gerade zu mir gekommen! Ich glaube ja! Also zwei Stunden... von Alaska... Richtung Südosten." antwortete Roy.

Der Lotse markierte ein großes Gebiet im Golf von Alaska. Wenn er richtig schätzte war Roy etwa 250 Kilometer von der Küste entfernt. „Okay... jetzt kann ich mir ungefähr denken wo sie sind. Beschreiben Sie mir die Schäden an der Maschine!"

Roy blickte erneut nach hinten: „Die Tür fehlt! Überall liegen Trümmer verstreut... Es ist kalt."

„Okay... Roy, in was für einem Flugzeugtyp sitzen Sie?"

„Das weiß ich nicht... Es ist groß... hat viele Sitze... hier hab ich ein Flughandbuch! Da steht Airbus drauf! A... Dreihundert neunzehn strich Einhundert."

„Okay!" sagte der Pilot und drehte sich zu seinen Kollegen um die sich um ihn versammelt hatten. „Sucht mal einer endlich nach einem Piloten. Und ruft die Luftwaffe an... Roy, antworten sie!"

„Ja!"

„Versuchen Sie den Transponder zu finden und einzuschalten. Das ist ein kleines rechteckiges Gerät auf der Konsole zwischen den beiden Pilotensitzen. Da ist ein kleines Display mit einer vierstelligen Nummer drauf."

„Ja... ich sehe es." sagte Roy. „Da steht sieben, sieben, null, null drauf."

„Gut das ist der Notrufcode... da müsste ein Ein-Aus-Schalter sein. Drücken Sie ihn."

Roy drückte die Taste. Doch es tat sich nichts. „Ich habe gedrückt!"

Der Lotse sah auf den Bildschirm. Nichts! „Roy... es tut mir leid. Aber ich muss Ihnen sagen das wir Sie immer noch nicht sehen können."

Roy drückte die Taste nochmal. Doch das Gerät war immer noch aus. Wütend klatschte er einmal drauf. Beim Funkgeräts hatte es ja funktioniert. Doch hier nicht.

„Roy hören Sie mir zu... jetzt bloß nicht aufregen!"

„Ich soll mich nicht aufregen... ICH SOLL MICH NICHT AUFREGEN!" brüllte Roy. „ICH WILL MICH ABER AUFREGEN!"

Der Lotse bekam es langsam auch mit der Angst zu tun. Dann bekam er eine Idee. „Roy hören Sie... ist der Autopilot an?"

„Ja!" antwortete Roy trocken.

„Gut,... recht von ihnen auf dieser Konsole müsste ein kleiner Schwarzer Bildschirm sein. Da müssten einige grüne Worte und Zahlen draufstehen. Das ist der Computer des Autopiloten. In der obersten Zeile ist vielleicht ein Zielort einprogrammiert! Da müssten vier Buchstaben stehen."

„Ja... da steht K-S-E-A! Was heißt das?"

Der Lotse drehte sich zu einem Kollegen um der die Antwort sofort wusste. „Das ist der Internationale Flughafen von Seattle!"

„Der Fliegt seit zwei Stunden mit ner offenen Tür auf 10.000 Fuß... der hat bestimmt fast keinen Treibstoff mehr. Wir müssen ihn woanders hin lotsen."

„Und wohin? Nach Cordova? Nach Yakutat? Oder nach Juneau vielleicht? Keiner weiß ob sein Sprit reicht! Obwohl... die Bahn in Yakutat wäre lang genug! Schicken wir ihn dahin... wenn er nicht vorher ins Meer kracht!" sagte der Kollege und griff das Telefon.

„Roy, hören Sie. Vor ihnen ist die Treibstoffanzeige. Da steht die Treibstoffmenge in Pfund. Was zeigt sie an?"

Roy blickte auf das Display: „1680 Pfund! Wie lang reicht das?"

„Ich muss leider sagen nicht so lange." sagte der Lotse bevor ein Mann in Uniform neben ihm Platz nahm. „Roy wir haben jetzt einen Piloten hier... Er wird Sie schon runter bringen und alles erklären!... Seien Sie nett zu ihm. Er ist am durchdrehen."

„Wer wäre das nicht in dieser Situation!" sagte der Pilot und setzte sich ein Headset auf. „Hallo Roy! Ich bin Captain Hicks! Ich bin Pilot bei Inter Fly Airways. Wie geht's dir?"

„Soll das ein Witz sein? Ich will aus diesem verfluchten Kasten raus." sagte Roy wütend.

„Kann ich verstehen!" sagte der Pilot und drehte sich zum Lotsen. „Treibstoff?"

„1680 Pfund!" sagte der Lotse.

„Bei der Höhe und mit einer offenen Tür vielleicht ne halbe Stunde!" sagte der Pilot. „Der nächste Flughafen?"

„Yakutat, vielleicht!" sagte der Lotse. „Lassen Sie ihn den Autopiloten auf dorthin Umprogrammieren. Dann hoffen wir das er so nah wir möglich zur Küste kommt."

„Okay, Roy wir drücken jetzt zusammen ein Paar Knöpfe auf dem Autopiloten und bringen Sie sicher runter." sagte der Pilot und instruierte Roy akribisch welche Knöpfe er zu drücken hatte um zum Flughafen Yakutat zu kommen.

Roy befolgte die Anweisung genau. Als die Maschine plötzlich in eine Linkskurve ging schrecke er kurz auf. War aber erleichtert weil er merkte das es funktionierte und die Maschine auf Kurs zum Flughafen brachte. Nach ein paar Minuten konnte er auch schon die Küste erkennen.

Ich sags euch, Glück muss man haben. Das der Flughafen in diesem Moment direkt vor mir lag war ein Wunder. Ich würde danach den Flug nach Hause nehmen, Thea in die Arme nehmen und beweisen das ich mich unter Kontrolle habe.

Roy... du hasst gerade gestanden ein Flugzeug so stark beschädigt zu haben das es Druckabfall gab und jetzt behauptest du es auch noch gelandet zu haben?" fragte Felicity.

Hast du das aus einem Film?" fragte John.

Glaubt ihr ich Lüge. Sogar Thea wusste es.

Während Roy über dem Meer nach der Küste suchte, suchte Thea in Starling City auf Moiras Wahlkampfveranstaltung nach ihrem Freund. Nachdem Oliver und Moira ihre Reden hielten und Thea endlich von der Bühne konnte kramte sie ihr Handy raus. Jetzt war sie langsam wütend.

„Roy! Das ist jetzt meine dritte Nachricht auf deiner Mailbox. Wo bist du? Du hasst es versprochen! Ich hoffe für dich das du eine gute Ausrede hast. Hier passieren einige merkwürdige Dinge!" sagte Thea während sie sah wie Felicity blass und mit tränen in den Augen nach draußen ging und Oliver seiner Mutter giftige blicke zu warf. „Bis später! Bin gespannt was du mir erzählst!"

Als Thea auflegte und nach hinten ging um in die Toilette zu gehen kam sie an einer Gruppe von Leuten vorbei die sich um ein laufendes Radio versammelt hatten und konnte nicht überhören um was es ging.

„...das das Flugzeug sich nun im Anflug befindet. Ich wiederhole... eine schwer beschädigte Passagiermaschine befindet sich ohne Piloten und mit nur noch sehr wenig Treibstoff im Anflug auf den ehemaligen Miltärflughafen in Yakutat in Alaska und wird von einem Passagier namens Roy gesteuert..."

Thea stockte kurz der Atem der Atem. Konnte das sein? Dann schüttelte sie ihren Kopf und ging weiter: „Nein! In solche Schwierigkeiten kann sich nicht einmal Roy bringen!"

„In solche Schwierigkeiten kann ja nur ich mich bringen!" sagte sich Roy selbst während der Alarm erneut los schrillte. „Hören Sie mich... was heißt das. Auf dem Display blinkt 'Fuel QTY Low' in Rot!"

„Roy das ist der Treibstoff! Schalt erst mal den Alarm aus." sagte der Lotse. Roy nahm sich wieder die Flugkarten und schlug damit auf die Instrumententafel. Das Gehäuse rund um den Alarmknopf fiel nun ab und der Alarm verstummte. „Roy, ich muss dir Leider sagen... wir befürchten das der Treibstoff nicht bis zum Flughafen reicht!"

„Was?" sagte Roy entsetzt. „Wieso?"

„Es ist so... Du fliegst relativ niedrig. Durch die offene Tür gibt es hohen Luftwiederstand... und durch die Zuladung erhöht sich auch der Verbrauch! Ihr seid einfach zu schwer!"

„ZU SCHWER!" brüllte Roy.

„Roy, können wir irgendjemanden für dich anrufen? Oder sonst etwas für dich tun?" fragte der Pilot über Funk.

Roy konnte nicht antworten. Er starte nur nach draußen. Weit weg die Küste... nach der sich Roy so sehr sehnte.