Ich sags euch... ich war am Arsch. Ich gab auf. Dann konnte ich die Küste sehen.
„Ich sehe die Bahn!" sagte Roy. „ICH KANN DIE LANDEBAHN SEHEN!"
Roy war wieder gut drauf. Die beiden Zuhörer waren es ebenfalls. Glücklich sah er einige Kilometer vor sich die Landebahn durch die dünne Wolkendecke. Der Flughafen lag im nirgendwo. Vor der Bahn und hinter der Bahn sah er Wälder und weiter weg die hohen schneebedeckten Berge.
„Sehr gut Roy. Wir haben in Yakutat Bescheid gegeben. Es wird alles Vorbereitet. Wie sind Höhe Geschwindigkeit und Treibstoff?" fragte der Lotse.
„Höhe immer noch 10.000 und Geschwindigkeit immer noch 200 und Treibstoff 720 Pfund, schnell fallend." sagte Roy.
„Okay Roy... das Wetter ist sehr gut. Du hast Rückenwind, was dir jetzt hilft. Und der Autopilot hält die Maschine ruhig und bringt dich Automatisch runter. Sag Bescheid wenn du langsamer wirst oder anfängst zu sinken."
Roy bestätigte und der Lotse und der Pilot sahen sich einander zufrieden an. In diesem Moment kamen mehrere Männer in den Raum. Alle sahen sich um als die Männer in Uniform sich vor den beiden Männern aufbauten und bedrohlich zu ihnen hinab sahen.
„Wer sind Sie? Hier ist Zutritt verb..." begann der Lotse doch einer der Männer hielt ihm einen FBI Ausweis vors Gesicht.
„FBI. Büro Anchorage. Uns ist zu Ohren gekommen das ein Airbus ohne Passagiere und ohne Transponder von einem unerfahrenen Passagier gesteuert wird."
„Ja! Das ist richtig!" sagte der Pilot. „Er wird in wenigen Minuten landen!"
„Sagen Sie in Yakutat Bescheid das sie diesen Möchtegern-Piloten festnehmen sollen. Ein Baugleiches Flugzeug wurde von einem Privatflughafen nahe Central City gestohlen und war offenbar auf dem Weg nach Russland. Dieses Flugzeug wurde später auf einem kleinem unbemannten Flughafen bei Anchorage gesichtet wo es getankt hat. An der Sache ist irgendetwas faul." erklärte der FBI Agent und sah mit ernster Mine auf das Radar.
„Die Maschine geht runter!" ertönte Roys Stimme. „9.500 Fuß und 180 Knoten!"
„Okay Roy... jetzt gib Klappen 1, der Rechte Hebel auf der Mittelkonsole!" sagte der Pilot. Roy tat dies. Sofort ertönte ein leichtes Grummeln von Hinten als die Klappen ausfuhren und schüttelten die Maschine etwas mehr. „Höhe?"
„9.000 Fuß!"
„Okay... jetzt Klappen auf 5!"
Wieder zog Roy den Hebel bis zum nächsten Klick und wieder polterte es leicht. Aufgeschreckt durch die stärker werdenden Erschütterungen wachte hinten Vogler auf. Geschockt sah er sich um und sah das Chaos das in der Kabine herrschte. Hinter ihm lag die Leiche des Piloten zugedeckt in einem Sitz. Vor ihm war sein ganzer Versuchsaufbau zerstört. Nur ein paar Papiere flatterten über den Boden. Vogler hielt die Hand über die Wunde auf seiner Stirn und sah das Blut. Wütend blickte er nach vorne durch die offene Tür des Cockpits... wo Roy auf dem Pilotensitz saß. Als er nach draußen blickte erkannte er das sie sich im Landeanflug befanden.
„4000 Fuß! 160 Knoten!" sagte Roy nachdem er auf Klappen 20 gegangen war und sich unmittelbar vor der Küstenlinie befand. „200 Pfund!"
„Okay! Roy sollten die Triebwerke ausfallen... musst du den Autopiloten sofort ausschalten und im Gleitflug landen." sagte der Pilot.
Roy schauderte es bei dem Gedanken. Doch er war nun relativ nah am Flughafen. Sein Herz raste und obwohl es Eiskalt war rann ihm der Schweiß die Stirn runter. Als die Maschine die 2000 Fuß erreichte ging er auf Klappen 30.
Hinter ihm stand Vogler vorsichtig aus seinem Sitz und öffnete Ruhig und Vorsichtig das Handgepäckfach. Im Fach lag eine weitere kleine Tasche aus der er sofort einen Revolver mit einer einzelnen Kugel hervorzog. Damit ging er so leise wie möglich nach vorne. Jetzt war ihm alles egal. Er hatte nichts mehr zu verlieren. Er würde sterben. Egal ob die Maschine landet oder nicht. Doch er wollte Roy mitnehmen...
„Okay... Höhe 1.100 Fuß. 140 Knoten. Klappen auf 40." sagte Roy.
„Gut das ist die Landegeschwindigkeit! Jetzt fahr das Fahrgestell aus. Das ist ein großer Hebel rechts über der Mittelkonsole. Nicht erschrecken wenn das Flugzeug dann unruhiger wird. Danach müssten drei grüne Lampen über dem Hebel aufleuchten." sagte der Pilot.
Roy beugte sich nach vorne und drückte den Hebel nach unten. Sofort fing es erneut an zu poltern und noch stärker zu schütteln als vorher. Erst jetzt dachte Roy daran sich anzuschnallen. Als er den mit dem Gurt fertig war sah er auf die Instrumententafel und sah drei grüne Lichter.
„Es ist raus." sagte Roy.
„Sehr gut Roy. Jetzt musst du nur noch..." begann der Pilot, doch ein lauter Knall ertönte. Bei der Flugsicherung sahen sich alle geschockt an nachdem sie realisierten das an Bord geschossen wurde.
Hinter ihm hatte Vogler eigentlich auf Roys Kopf gezielt. Doch durch die starken Turbulenzen traf er stattdessen den Autopiloten. Roy wusste nicht wie ihm geschah als ihm danach der ungeladene Revolver im Gesicht traf. Roy fiel nach vorne und war kurz irritiert. Danach hörte er wie die Triebwerke lauter wurden als Vogler wieder Vollgas gab.
„WAS MACHEN SIE DA?" schrie Roy.
Die Maschine hörte auf zu sinken und stieg sogar wieder. Sofort schrillten wieder alle Alarme auf.
„NEIN!" schrie Roy während die Maschine in eine leichte Rechtskurve ging und die Bahn verschwand. „WIR HABEN KEINEN SPRITT MEHR!"
Roy packte Voglers Arme bevor er auch noch die Klappen wieder einfahren konnte. Vogler packte Roy an den Haaren und versuchte ihn von sich weg zu ziehen. Die Maschine wurde immer schneller während sie langsam wieder stieg. Roy packte den Steuerknüppel und versuchte die Maschine wieder gerade zu bringen.
„SIE HABEN MEINE PLÄNE RUINIERT!" brüllte ihm Vogler ins Ohr und griff ebenfalls nach dem Steuer.
Am Boden hatten sich dutzende Schaulustige und Helfer versammelt die der Maschine hinterher sahen die sich nun mit lautem grollen über den Flughafen donnerte und in einigen hundert Metern plötzlich leiser wurde. Die Tanks waren leer... die Triebwerke fielen aus.
Im Cockpit merkte Roy was los war und er und Vogler brüllten sich weiter wütend an während die Maschine wieder anfing zu sinken.
„DAS IST UNSER ENDE!" brüllte Roy.
„EGAL! WENN ICH SIE MITNEHME!" brüllte Vogler zurück. „DIE HÄTTEN MICH EH ERLEDIGT!"
Roy wurde skeptisch. „Welche die? WELCHE DIE?"
Vogler antwortete nicht sondern schlug Roy mit der Faust ins Gesicht! Roy riss sich los und stieß Vogler nach hinten und gegen die Wand. Als er wieder nach vorne sah merkte Roy das er nun im steilen Sinkflug auf einen Wald zuraste. Roy zog an dem Steuerknüppel und zog die Maschine wieder hoch. Nach und nach wurden alle Displays schwarz. Die Maschine reagierte kaum aber dann hob sich die Nase doch wieder. Verzweifelt versuchte Roy die Maschine hochzuziehen... doch ohne Schub war nichts zu machen. Sie schmierten ab. Roy zog erneut am Steuerknüppel und riss ihn dabei endgültig ab.
Roy sah auf den Steuerknüppel in seiner Hand und warf ihn kopfschüttelnd nach hinten: „Ich hätte wirklich beim Wasserschlagen bleiben sollen!"
Am Boden sahen die Menschen in Schock wie die Maschine mit nach oben gerichteter Nase und relativ langsam vom Himmel fiel. Der Boden erzitterte als der Jet letztendlich in einem Wald einschlug und eine riesige Stichflamme in den Himmel aufstieg begleitet von einem gewaltigen Knall...
An den Absturz selbst erinnere ich mich kaum. Ich bin auch froh darüber.
Roy öffnete die Augen und hing Kopfüber in seinem Sitz. Die Arme hingen nach unten... alles war dunkel... das Cockpit zerstört... alles ruhig. Roy hielt sich die Stirn. Er war mit dem Kopf gegen die Instrumententafel geschlagen und hatte blutende Wunden in Gesicht und auf den Armen die sich sofort wieder schlossen. Ohne das Mirakuru hätte er das nicht überlebt. Als er sich um tastete merkte er das sich das Cockpit zusammengeschoben hatte. Roy riss sich los und fiel hinunter. Neben ihm lag Voglers übel zugerichtete Leiche, eingequetscht zwischen den Trümmern. Roy krabbelte nach hinten. Nachdem er ein paar Trümmer zur Seite geschoben hatte kam er endlich ins freie.
Vom Flugzeug war nichts mehr übrig. Nur das Cockpit war noch einigermaßen intakt. Deshalb hatte Roy überlebt. Weil er die Nase steil genug hochzog. Der Rest des Flugzeugs war förmlich zermahlen worden als es aufschlug und durch den Wald geschlittert war. Kleinere Brände loderten überall, doch weil sei keinen Treibstoff mehr hatten gab es keinen Großbrand. Roy rappelte sich auf und lief zwischen den Trümmern umher. Er wusste nicht wo er war, geschweige den ob ihn jemand finden würde. Dann sah er in der Ferne einen Teil einer Landebahn. Roy sah sich um. Er hatte überlebt. Es war vorbei. Er wusste nicht was er sagen sollte oder was er tun sollte. Er war nur glücklich das er am Boden war und legte sich glücklich auf den Schneebedeckten Boden um die Erde zu umarmen.
Ein Klingeln unterbrach die Ruhe. Roy öffnete wieder die Augen und sah sich erneut um.
„Mein Handy!" sagte er sich und suchte nach dem Ursprung des Klingelns.
Er fand das Handy relativ schnell. Es war beim Druckabfall wohl nur zwischen die Sitze gerutscht. Das Gehäuse fehlte und das Display hatte einen Sprung. Doch es hatte den Absturz überlebt und funktionierte noch. Roy nahm den Anruf entgegen.
„Hallo!"
„Hallo Roy, ich bins!" sagte Felicity. Felicity saß vor ihrem Computer in der Arrowhöhle und lehnte sich zurück. „Entschuldige bitte... wir hatten hier in den letzten Tagen ziemlich viel Stress. Wie ist die Lage? Wann kommst du zurück?"
Roy sah sich um: „Am besten gestern!"
Zeitgleich kam Oliver in voller Arrow-Montur die Treppe hinunter und ging erleichtert zu Felicity.
„Wir haben Saras Mutter gefunden. Und sie wurde von Nyssa aus der Liga entlassen!" sagte Oliver zufrieden. „Es ist vorbei!"
„Das ist schön!" sagte Felicity und sah auf das Telefon. „Ich habe gerade Roy dran!"
Oliver biss sich auf die Lippe. „Oh... nein... den hab ich völlig vergessen! Sagen Sie ihm er soll heimkommen und was immer er braucht... geben Sie es ihm ohne Fragen zu stellen."
Oliver ging weg um sich sein Kostüm auszuziehen und Felicity wandte sich wieder Roy zu.
„Entschuldige. Wie schon gesagt... besondere Umstände. Hast du alles aufgeklärt?"
„Ja... Ja und ich habe einiges zu berichten!" sagte Roy und setzte sich auf ein großes Trümmerteil. „Könnte mich bitte nur jemand in Alaska abholen?"
„ALASKA?!" sagte Felicity geschockt?
„Ja... Yakutat heißt das Kaff glaube ich." sagte Roy. „Ich habe Olivers Stimme gehört. Ohne Fragen zu stellen!"
„Na gut... Ich könnte... einen Privatjet der Queens schicken der dich Abholt. Aber wie kommst du den nach..."
„Okay... aber sorgen Sie dafür das ein paar Beruhigungsmittel bereitliegen."
„Beruhigungsmittel? Wofür?" jetzt war Felicity erst recht verwirrt.
Roy sah sich um und blickte zum Cockpit. „Die brauche ich... Ich leide nämlich ab heute unter... schrecklicher Flugangst."
Felicity zögerte nicht. Nach einigen Stunden landete einer der beiden Privatjets der Queens in Yakutat. Davor lief Roy zu Fuß in die nächste Siedlung, klaute sich ein paar unbeschädigte Sachen zum Anziehen von der Ladefläche eines Trucks und lief zurück zum Flughafen. Dort waren dutzende Menschen zur Absturzstelle geeilt. Roy saß alleine in der Abflughalle und ließ die letzten Tage Revue passieren. Warum hatte Vogler so ein großes Flugzeug gebraucht? Wenn meinte er mit 'Die'? Woher hatten die das Flugzeug? Und was würde nun aus Barry werden?
Als er dann schließlich mit zittrigen Knien den Privatjet bestieg, schluckte er sofort ein paar Schlaftabletten. Vom Rückflug wollte er so wenig wie möglich mitbekommen. Roy schlief ein noch bevor der Jet wieder abhob. Unter ihm das Wrack des Airbus, das beinahe zu seinem Grab wurde.
Ich sage euch, vom Fliegen habe ich genug. Das mit der Flugangst war mein Ernst.
„Tja..." sagte Felicity. „Damit steht fest das du niemals das 'Arrow-Plane' fliegen wirst!"
„Arrow-Plane?" fragte Oliver verwirrt und sah Felicity an.
„Was? Ich denke schon mal ein paar Staffeln weiter!" sagte Felicity lächelnd.
Roy wachte erst auf als der Jet auf dem Privatflughafen von Starling City landete. Als er ausstieg und die Skyline seiner geliebten Heimatstadt sah war er glücklich wie nie. Jetzt war er zuhause. Das Abenteuer vorbei.
