Teil IV – Lang lebe der König
Mumien. Skelette. Candy-Corn-Elementare. Alle hatten sie nur ein Ziel: Dem Kommandeur das Leben zur Hölle zu machen. Am liebsten hätten sie ihn einfach zerfleischt, aber ihr Verrückter König brauchte ihn lebendig. Denngars größter Vorteil war gleichzeitig sein Fluch, aber er würde nicht so leicht nachgeben. Da hatte er schon Schlimmeres erleiden müssen als das hier. Er kämpfte sich fast schon entspannt durch die Horden der Schergen, mit denen er auch alleine ganz gut zurechtkam. Hier und da nahm er etwas von dem rohen Candy-Corn mit, das besonders zu Halloween heiß begehrt war, denn er war sich sicher, dass er bald wieder in Tyria sein würde.
"Wird dir etwa langweilig, Denngar?" fragte die Stimme des Irrkönigs, die Denngar zwischendurch immer wieder mit schlechten Witzen unterhielt. Zumindest glaubte der Irrkönig, dass sie unterhaltsam waren. "Vielleicht brauchst du einen Gegner auf Augenhöhe. Oh, hörst du das? Ich glaube, du bekommst Besuch. Hahahaha!"
Ein Rattern. Ein ohrenbetäubender Schrei. Das Klappern von knöchernen Füßen. Der Labyrinthschreck. Das riesige Skelett mit der Kettensäge stürmte auf Denngar zu. "Soll mich das etwa beeindrucken?"
Denngar blieb einfach stehen und starrte wütend in die schwarze Leere seiner Augenhöhlen. Als er die Kettensäge in die Lüfte schwang, um den Norn damit zu zerteilen, stieß dieser plötzlich ein so lautes Brüllen aus, dass selbst der Labyrinthschreck vor Schreck erstarrte. Denngar verfiel in Raserei und war nun mit dem Skelett wortwörtlich auf einer Augenhöhe. Er ging an den Schreck heran, fletschte die unechten Zähne und stieß eine donnerndes Brüllen aus. Dem Skelett klapperten die Knochen. Es ließ die Kettensäge fallen und rannte zurück, wo es hergekommen war.
"HE! Das kannst du doch nicht machen! Das ist gegen die Regeln!" brüllte Thorn beleidigt.
"Welche Regeln? Das hier ist das Labyrinth!" erwiderte Denngar und nahm die Kettensäge auf.
"Das ist aber noch immer MEIN Labyrinth! Ich bestimme, ob es Regeln gibt! Und die erste lautet: Tut das, was der Verrückte König euch sagt, sonst gibt's Saures!"
Rings um Denngar herum öffneten sich plötzlich insgesamt vier Türen, aus denen Schergen des Irrkönigs gepoltert kamen. "Jetzt erteile ich dir mal eine Lektion in Sachen Gehorsam! Es gibt da ein Spiel, das zurecht in ganz Tyria seit Jahrhunderten..."
"Der Verrückte König sagt! Erspart mir die Einleitung!"
"SCHNAUZE! Schweig, wenn ich rede!" schrie Thorn entrüstet.
"Ihr habt nicht gesagt: Der Verrückte König sagt." antwortete Denngar schelmisch grinsend.
"DAS SPIEL HAT AUCH NOCH NICHT ANGEFANGEN!"
Denngar kicherte leise, da der Irrkönig sich wohl fast die Lungen aus dem Leib schrie. Nicht, dass er noch Lungen gehabt hätte. Trotzdem dauerte es einen Moment, bis er fortfuhr.
"So. Noch eine Unterbrechung, und ich verpasse DIR ein paar Brechungen. Lauscher auf: Du hattest deinen Spaß, jetzt habe ich meinen. Entweder du tust, was ich sage, und machst dich damit zum Affen, oder du wirst Schmerzen erleiden, die dir nicht mal ein Altdrache zufügen könnte. In beiden Fällen gewinne ich, hehehehe. Dann wollen wir mal. Der Verrückte König sagt: TANZT!"
Denngar überlegte, ob der Schmerz oder die Demütigung das kleinere Übel war. So, wie er tanzen konnte, wäre es vermutlich der Schmerz. Plötzlich fingen neben ihm die Skelette, Mumien und Elementare an, zu tanzen.
"Was zum... Ich meinte doch nicht euch, ihr hirnlosen Schreckgespenster!"
"Ach, beim Wolf... was soll's." seufzte Denngar und tanzte einfach mit. Es sah nicht besonders eindrucksvoll aus, aber immerhin war es schmerzfrei. Für Untote konnte die Diener des Irrkönigs ziemlich gut tanzen, auch wenn einige Skelette ab und zu ein paar Knochen verloren. Denngar fand sogar nach und nach Spaß daran und brachte bald sogar die Schergen dazu, mit ihm mit zu tanzen. Selbst Thorn hatte seinen Spaß. Aber nicht für sehr lange.
"Na schön, das reicht. Genug, hab ich gesagt. HE! AUFHÖREN!"
Sie tanzten weiter und bemerkten dabei nicht einmal, dass Denngar sich immer weiter nach vorne bewegte und die Horde Schergen mitzog, zu einem Platz mit mehreren Grabsteine und einer blutroten Tür in der Mitte. Denngar trat die Tür auf.
"Der Verrückte König sagt: HÖRT AUF ZU TANZEN!"
Thorns Stimme ging in dem qualvollen Heulen einer ganzen Armee von Skeletten unter, die aus der Tür gestolpert kamen. Hinter ihnen erschien der Skelett-Lich mit Sense und rot leuchtenden Augen. Denngar stellte sich auf einen der Grabsteine und holte tief Luft.
"Der Verrückte König sagt: Folgt mir!" rief er und versuchte dabei, Thorns Stimme so gut wie möglich nachzuahmen. Dem echten Thorn gefiel dies ganz und gar nicht.
"WAS SOLL DAS? ICH bin hier der König! Euer Verrückter König sagt: PACKT IHN!"
Die Horde der Untoten blieb regungslos und völlig verwirrt stehen. Denngar lachte laut auf.
"Der Verrückte König sagt: FÜRCHTET MICH!"
Die Skelette und Mumien erzitterten, einschließlich des furchteinflößende Skelett-Lichs. Denngars Kostüm war wohl gruseliger, als er gedacht hatte.
"Errrzitterrrt vorr mirrr!"
"HA! DAS soll gruselig sein? Ich zeige dir, was gruselig ist..."
Plötzlich erschien Thorn inmitten des Labyrinths, so groß, dass seine Füße fast den gesamten Friedhof beanspruchten. "Der Verrückte König sagt: KNIET NIEDER!"
Die Schergen knieten allesamt nieder, noch mehr verängstigt als zuvor. Denngar blieb unbeeindruckt.
"Dieses Spiel kann man auch zu zweit spielen, Thorn. Graf Denngar sagt: ERHEBT EUCH!"
Die Schergen erhoben sich urplötzlich wieder. Thorn brüllte zornig und erhellte das gesamte Labyrinth im Feuerschein seines flammenden Kürbiskopfes.
"WAS? WIE? Ihr sollt MIR gehorchen, und NUR MIR! Der Verrückte König sagt: VERRECKT!"
Entweder verstanden die Untoten den Befehl "Verreckt!" nicht, oder sie weigerten sich einfach.
"Graf Denngar sagt: JUBELT!"
Die Untoten warfen die Hände in die Luft, manche aus Versehen wortwörtlich, und jubelten "Graf Denngar" zu. Er lachte triumphierend. Thorn bebte vor Zorn. Er packte Denngar, der in seiner Hand wie ein winziges Insekt wirkte, und starrte ihn hasserfüllt an.
"Ich hole mir dein Blut selbst, und wenn ich dadurch meine Rückkehr verhindere! Du bist zu weit gegangen! Jetzt zerquetsche ich dich, wie das lästige Insekt, das du bist!"
"Graf Denngar sagt: ANGRIFF!"
"Das glaubst du doch selbst nicht - AU!"
Die Untoten stürmten los und hauten auf den überdimensionalen Fuß des Irrkönigs ein, darunter sogar der Skelett-Lich. Der riesige Thorn hüpfte wütend auf einem Bein umher und hielt sich schmerzend den Fuß, wobei er Denngar fallen ließ. Dieser landete unsanft auf einem Kürbis, der den Fall zumindest ein wenig dämpfte, aber danach nur noch ein orangefarbener Fleck am Boden war. Der Irrkönig fluchte wütend und ließ das gesamte Labyrinth erzittern.
„Na warte. Ich werde – WAH! AAAAAAAAAAAAH!"
Der Irrkönig fiel rückwärts in den Abgrund hinter ihm und riss die gesamte Horde seiner Schergen mit sich. Denngar hatte Zeit zum Verschnaufen, doch nach dieser Aktion würde ihn der Irrkönig tot sehen wollen, Blut hin oder her. Er hatte keine Ahnung, warum der Plan, Thorns Diener gegen ihn aufzubringen, funktioniert hatte. Vielleicht war er einfach unglaublich überzeugend. Er würde diesen Plan weiter verfolgen, bis er einen Weg aus dem Reich des Wahnsinns finden würde.
Zuerst musste er jedoch einen Ausweg aus dem Labyrinth finden. Oder darauf warten, dass ihm jemand zur Hilfe kam...
Der Blutige Prinz ließ seine Hand mit dem Messer nach vorne schnellen. Das abscheuliche Grinsen auf seinem Gesicht verblasste, denn die Klinge glitt durch Luft. Besser gesagt durch Nebel. Im nächsten Moment spürte er einen schrecklichen Schmerz im Genick und ging zu Boden.
„Miranda! Alles OK bei dir?" rief Razor besorgt. Der Nebel nahm wieder die Gestalt der Magierin an. Sie hielt sich die Seite, doch es war nicht mehr als ein kleiner Schnitt. „Mir geht's gut. Aber er hat mein Kostüm beschädigt. Tassi, habt Ihr noch etwas von diesem flüssigen Candy-Corn?"
„Nein, nicht diese eklige Pampe! Es tut mir leid!" flehte Edrick, doch Miranda trat ihm mit einem ihrer Stiefel, vorne mit falschen Hufen und hinten mit einem spitzen Absatz, auf den Handrücken.
„Bring uns auf der Stelle zum Irrkönig, und zwar lebend, ohne weitere Tricks. Sonst stopf ich dich bis obenhin mit Candy-Corn voll, bis es dir zu den Ohren wieder herauskommt!"
„Na schön. Aber nächstes Jahr könnt Ihr Euch auf was gefasst machen. Ich bekomme immer meine Rache – AAAH! AUFHÖREN! Schon gut, Ihr gewinnt!"
„Du knickst aber leicht ein. Du könntest es ohnehin nicht mit uns aufnehmen!"
„Ach ja? Das – Nein, nehmt das Candy-Corn weg! Weg damit!"
„Miranda... schön, dass es dir Spaß macht, aber wollten wir uns nicht etwas beeilen?" warf Dena ein. „Sonst stehen wir noch bis zum Wintertag hier."
„Ist gut. Also los, Eddie. Öffne ein Portal." befahl Miranda und nahm ihren Fuß wieder von der Hand des Prinzen. Er klopfte sich wütend den Staub von seiner Robe.
„Hört auf, mich Eddie zu nennen! Ich bin der Blutige Prinz EDRICK Thorn!"
„Wird's bald... Edrick?"
Verächtlich schnaubend beschwor der Prinz eine große, dunkelrote Tür in die Mitte der Höhle. Er öffnete sie und wollte hindurch gehen, doch dann trat er einen Schritt zur Seite und bat Miranda hindurch.
„Nach Euch." sagte er und verneigte sich ein wenig. Miranda lächelte zufrieden.
„Wer sagt's denn. Vielleicht ist da ja doch noch was zu machen." sagte sie und ging hindurch. Sie bereute ihre Tat sofort. „Moment, ich... AH!"
Bevor die anderen ihr auch nur nachsehen konnten, war sie in der Schwärze der Tür verschwunden. Der Blutige Prinz kicherte hämisch. Er war jedoch der nächste, der mit einem Tritt in den Hintern durch die Tür befördert wurde. Razor, der den Tritt ausgeführt hatte, stellte sich zögernd in den Türrahmen.
„Hmm... Ach, was soll's. Platz da unten, hier kommt Razor!" brüllte er und sprang hindurch.
Dena fasste sich kopfschüttelnd an die Stirn. „Was mache ich eigentlich hier..."
Sie und Magistra Tassi gingen gleichzeitig durch die Tür, die mit einem lauten Knall hinter ihnen zufiel.
„Ich habe genug von deinem Ungehorsam, Denngar. Du bist zu weit gegangen. Ich werde mir wohl einen neuen Helden suchen müssen, um das Siegel zu brechen. Aber ich wäre ja kein guter König, wenn ich dir keine Wahl ließe. Also, ein letztes Angebot: Gib mir was von deinem Blut und wir kehren zusammen zurück nach Tyria, als... Freunde. Oder weigere dich, und du wirst hier unten ewige Qualen erleiden. Triff deine Wahl. Am besten die RICHTIGE. Kleiner Tipp: Blut."
„Wenn du mein Blut willst, dann musst du es dir selbst holen!" antwortete Denngar trotzig.
„NEIN, NEIN UND NOCHMALS NEIN! Falsche Anwort! Noch ein Versuch... komm schon."
Denngar überlegt sich seine nächste Antwort gut. Schließlich traf er die passende Formulierung.
„Du kannst mich mal, Thorn."
„Du verdammter, hinterhältiger, nichtsnutziger, fetter, haariger, stinkender, selbstgefälliger..."
„Danke, gleichfalls!"
„INQUISITOR! ICH WILL SEINEN KOPF AUF EINEM SILBERTABLETT!"
Ein großer Geist in einer langen, schwarzen Robe und einer Kapuze, die sein Gesicht zur Gänze verbarg, erschien hinter Denngar, mit einem langen, gekrümmten Dolch und einer Eisenkette in den Händen. „Wie Ihr befehlt, mein König!" sagte sie voller grausamer Vorfreude. „Die Jagd ist eröffnet!"
Das Dröhnen eines Kriegshorn hallte durch das Labyrinth, gefolgt von dem Donnern mehrerer Hufe. Denngar sah, wie hinter dem Inquisitor eine ganze Horde berittener Geister auf ihn zu gestürmt kam. Er erkannte schnell, dass er diesmal keine guten Chancen haben würde, also tat er das, was ihm am sinnvollsten erschien: Er rannte. Er rannte, so schnell ihn seine großen Beine trugen. Dass ihn seine berittenen Verfolger in dem verwinkelten Labyrinth nicht einholen konnten lag einzig und allein daran, dass sie absichtlich langsam machten. Sie warteten, bis ihre Beute außer Atem war, und erfreuten sich an deren Verzweiflung. Die Verrückte Inquisition war Denngar nicht unbekannt, doch für gewöhnlich war sie nur Bestandteil eines weiteren „Spiels" des Irrkönigs: Ein Versteckspiel mit blutigem Ende, bei dem nur der Stärkste überlebte; der Rest schloss sich der Inquisition an, oftmals auch für immer. Warum die Inquisition nun auf Geisterpferden ritt war Denngar ein Rätsel, aber er hatte im Moment größere Probleme. Er konnte von Glück reden, dass das Labyrinth inzwischen fast leer war außer ihm und der Inquisition. Er vergewisserte sich, dass seine Verfolger außer Sichtweite waren, und zwang sich zwischen eine Felsspalte, die in einen kleinen Schlupfwinkel in der Felswand am Rande des Labyrinths führte. Er nutzte die Gelegenheit, um kurz zu verschnaufen, doch plötzlich schien ein Licht vom Höhleneingang her.
„Du glaubst, du kannst dich verstecken? Diesmal entkommst du mir nicht, Denngar! HA!"
Thorns Hand griff nach Denngar, der wie angewurzelt stehen blieb, doch plötzlich hielt sie inne.
„Was? Wie... ARGH! Glück gehabt, du bist nicht mehr das einzige Problem, das sich in mein schönes Reich eingeschlichen hat!"
„Ich hab mich nicht... Hmm..."
Denngar fiel ein Stein vom Herzen. Das konnte nur eins bedeuten: Jemand war hier, um ihn herauszuholen. Zumindest hoffte er das. Und wenn nicht, war es zumindest eine Ablenkung, die ihm Zeit verschaffte. Er schlich langsam vorwärts und spähte um die Ecke. Weit und breit keine bösen Geister, die ihn verfolgten. Er atmete erleichtert auf.
„Kommandeur! Da seid Ihr ja!" flüsterte jemand. Denngar erschreckte sich und ging instinktiv in Abwehrhaltung, aber er stellte freudig fest, dass es ein Verbündeter war.
„Djurai! Was macht Ihr denn hier?"
„Na was wohl? Es ist Irrkönigstag. Ich statte meinem alten Freund Thorn einen Besuch ab."
„Gut, mit der Verkleidung fallt Ihr ja im Labyrinth kaum auf." fügte Denngar hinzu.
„Das soll Palawa Joko sein! Ach, ist ja auch egal. Ich bin hier, um Euch rauszuholen."
„Ich bin Euch was schuldig, wenn wir Erfolg haben. Wie seid Ihr hier her gekommen?"
„Wiedergänger, schon vergessen? Außerdem war ich vor einer Ewigkeit schon mal im Reich des Irrkönigs. Ich bin beeindruckt, was er in den letzten Jahrhunderten daraus gemacht hat."
„Na schön. Und wo sind die anderen?"
„Welche anderen?"
„Das... ist... unglaublich!" staunte Tassi, als sie den dunklen, bedrohlich wirkenden Palast aus der Ferne sah. „Dort seid Ihr also zuhause?"
„Leider. Es ist nicht besser als die Kiste, in der mich mein liebenswerter Vater eingesperrt hat und krepieren ließ!" antwortete der Blutige Prinz wütend.
„Ich schätze, es ist nicht einfach, bei einem durchgedrehten Monarchen aufzuwachsen." sagte Miranda einfühlsam. Der Blutige Prinz schnaubte verächtlich.
„Ihr habt ja keine Vorstellung."
„Wie kommen wir da rein?" fragte Dena ungeduldig.
„Auf diesem Weg gar nicht. Außer, Ihr wollt Euch durch eine ARMEE kämpfen."
„Eine ganze Armee? Vielleicht ist dieser Tag doch noch zu retten."
„Bist du dir sicher, dass das eine gute Idee ist, Dena?" fragte Razor, als er die besagte Armee aus der Ferne sah. Eine ganze Horde von Höflingen, Untoten, Gargoyles und Candy-Corn-Elementaren. Dena zuckte mit den Schultern. „Ach, und wenn schon. Wir haben eine Magierin. Und mich."
Miranda fühlte sich geschmeichelt, doch sie waren noch immer deutlich in der Unterzahl.
„Wartet. Ich kann einige meine Diener herbeirufen. Rebellen, die genug von der Knechtschaft meines Vaters hatten. Endlich bekomme ich die Gelegenheit, diesen manischen Trottel zu stürzen!"
Schon nach einer kurzen Weile waren insgesamt sage und schreibe zehn Diener des Prinzen erschienen.
„Das ist alles?" fragte Razor enttäuscht.
„DAS ist nur die Speerspitze!" fuhr Edrick den Charr an. „Wo ist der Rest, ihr Würmer?"
Einer der Rebellen, ein fahler Mann mit gezackten Haaren und seltsamer Gesichtsbemalung, räusperte sich nervös.
„Der... ähm, wir sind der Rest. Die meisten von uns wurden vom Irrkönig hingerichtet oder eingekerkert."
„ARGH! Nicht schon wieder!" brüllte der Prinz beleidigt und sah aus, als würde er gleich schmollen.
Magistra Tassi tippte wieder auf ihrem Gerät, dem SPUK herum, und hielt plötzlich drei Gewehr-artige Waffen in den Händen.
„Ähem. Darf ich vorstellen? Meine neuste Erfindung. Der GEIST!"
Die anderen beäugten die Gewehre. „Schon wieder eine Abkürzung?" fragte Miranda und rollte leicht mit den Augen.
„Generierter Ektoplasma-Infundierter Spektral-Traktorstrahl. Kurz: GEIST."
„Ah, verstehe. Griffiger Name. Und was kann das gute Stück?" fragte Razor neugierig.
„Er saugt Geistern ihre Spektral-Essenz ab und speichert sie als Ladung in der Waffe. Es gibt nur einen klitzekleinen Nachteil. Man braucht Ektoplasma, um sie in Gang zu setzen."
„Ektoplasma? Wie viel?" fragte Miranda.
„Nun... für eine Aktivierung etwa – ähm, in was wird das noch gleich gemessen? Hmm... sagen wir: 250... Batzen."
„250?! Wo sollen wir das Zeug auftreiben?" rief Miranda schockiert. „Das sind ja Unmengen!"
„Nun, wenn ich eine spektrale Entität zur Verfügung hätte, könnte es auch damit funktionieren."
„Spektrale Entität? Meint Ihr einen Geist?" fragte Dena, die noch immer nicht verstand, warum es nicht einfach ein Schwert getan hätte. Ein Schwert auf Basis von Asura-Technologie, versteht sich.
„Da unten sind eine Menge Geister. Geht doch vor und probiert es aus!" schlug der Blutige Prinz hämisch vor. Tassi lehnte seinen Vorschlag ab, ohne dies jedoch zu äußern. Ihr Blick fiel auf die Rebellen, die offensichtlich allesamt Geister waren. Ihr kam eine Idee.
„Mein Prinz, ich glaube, diese Waffe könnte Euch gut gefallen. Sie entzieht den Geistern ihre Lebensessenz in einem sehr langsamen und garantiert qualvollen Prozess! Sehr, sehr qualvoll."
„Gebt mal her!" rief er aufgeregt und schnappte sich einen GEIST, den Tassi ihm direkt hinhielt. Er drehte sich mordlustig grinsend zu seinen Rebellen um, die sich bereits duckten und zusammenkauerten. Er zielte mit dem Gerät auf den Mann, der ihn mit der enttäuschenden Nachricht konfrontiert hatte, und legte den großen Hebel an der Seite des Geräts um. Der GEIST begann zu leuchten und erwachte mit einem surrenden Geräusch zum Leben. Der arme Rebell wurde unter hilflosem Geschrei in den Lauf gesogen. „Es hat funktioniert!" jubelte Tassi.
„Na prima. Jetzt haben wir noch einen weniger." murmelte Razor vor sich hin.
„Also gut, gehen wir endlich!" drängte Dena.
Miranda blickte noch einmal auf die Horde vor der Festung des Irrkönigs. „Sicher, dass das eine gute Idee ist?"
„Ach, was kann schon schief gehen?"
„RÜCKZUG!" brüllte Dena, die beinahe von einer Lawine Candy-Corn erschlagen wurde, als die Elementare über sie herfielen. Die „Speerspitze" des Blutigen Prinzen war innerhalb von zehn Sekunden nach Beginn der Schlacht ausradiert worden. Mit dem GEIST konnten sie zwar einen großen Teil der Horde ausdünnen, doch Razor musste auf schmerzhafte Weise erfahren, warum Tassi ihm ausdrücklich gesagt hatte, dass man „niemals die Strahlen kreuzen" dürfe. Miranda hätte vermutlich die Armee auch im Alleingang besiegen können, doch leider hatte sie ein kleines Problem. Einer der Nähte an ihrem Kostüm hatte sich gelöst und hätte fast dafür gesorgt, dass sie während der Schlacht entblößt worden wäre. Mit nur einer freien Hand zauberte es sich leider nicht besonders gut. Und Razor hatte feststellen müssen, dass man einen Hammer nicht besonders effektiv zu einer Sense umbauen konnte, so sehr man sich auch bemüht hatte. Als sie den Rückzug antraten, sah Razor plötzlich einen Norn mit einer dunklen Kapuze, unter der ein grinsendes Gesicht aufleuchtete. Er hielt inne.
"Heiliges Kanonenrohr! Samkal, bist du das?!"
Der Norn blieb ebenfalls stehen. "Hä? Wer?"
"Oh, ach, nichts. Hab Euch verwechselt."
Razor verpasste ihm zum Abschied einen Hieb mit dem „Sensenhammer" und rannte los, stolperte dabei jedoch um ein Haar über seine rosarote Robe.
„Das... lief ja nicht besonders gut." fasste Miranda zusammen.
Dena stieß einen Frustschrei aus. „Hättest du mal vorher bemerkt, dass dein dämliches Kostüm im Gefecht nichts taugt!"
„Was? Schiebst du mir jetzt etwa die Schuld in die Schuhe? Du bist doch voran gestürmt!"
„Ich bin auch als einzige schlau genug, eine RÜSTUNG anzuziehen! Nimm dir mal ein Beispiel an unserem Kommandeur, wenn du schon so viel Zeit mit ihm verbringst!"
„Zieh jetzt nicht Denngar in die Sache mit hinein! Wenigstens ist er nicht so verkrampft wie du und weigert sich, ein Kostüm anzuziehen!"
„Weil es ein bescheuerter BOOKAH-FEIERTAG ist!"
„Genug, Mädels!" brüllte Razor und hatte damit ihre Aufmerksamkeit. „Wir haben besseres zu tun, als uns zu streiten. Wenn wir... Wartet mal, wo steckt eigentlich unser Prinz?"
„ICH HASSE CANDY-CORN!" heulte der Blutige Prinz, der unter einem Haufen lag, der einmal ein überdimensionales Candy-Corn-Elementar war. Razor zuckte mit den Schultern und überließ Edrick seinem Schicksal. „Also, was kommt als nächstes?"
„Hat einer von euch zufällig Nadel und Faden dabei?" fragte Miranda verzweifelt und zupfte den Rest ihres Kostüms zurecht.
„Kann das nicht warten?" erwiderte Razor seufzend.
„Nein."
„Was ist mit Denngar?"
„Er... wird das sicher verstehen."
Djurai führte Denngar zu einer Klippe am Rand des Labyrinths und starrte in die Ferne. Denngar drehte sich nervös um, doch die Inquisition hatte sie noch nicht aufgespürt. „Da hinten. Dort ist Thorns Festung. Seht Ihr sie?" fragte ihn der Wiedergänger.
„Ich sehe nichts außer Nebel." antwortete Denngar ehrlich. Djurai lächelte.
„Natürlich nicht. Thorn versteckt sie vor den Augen der meisten. Lasst mich die Euren öffnen."
Denngar zögerte. „Ich will einfach nur noch hier raus. Aber schön. Wenn uns der Weg hinaus am Irrkönig vorbeiführt, lasse ich ihm ein Abschiedsgeschenk da, das er so schnell nicht vergisst."
Djurai legte seine Hand auf Denngars Stirn, der sich vor ihm fast verbeugte, damit er an sie heran kam. Er blinzelte und fühlte sich, als wäre er aus einer kurzen Trance erwacht. Ihm war etwas schwindelig. Und dann erblickte er die Festung des Irrkönigs. Ein schwarzer, mit spitzen Zacken übersäter Palast.
„So sieht er also von außen aus..." staunte der Norn.
„Dort versteckt er sich. Er gibt sich selbstsicher, aber Ihr habt ihm einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Gut gemacht, Kommandeur." lobte ihn Djurai. Denngar fühlte sich dadurch wieder ein wenig besser, wenn er auch noch immer etwas erschöpft war. Dann hatte er eine Idee. Er holte eine Hand voll Candy-Corn aus seinen Taschen, die ihm Miranda freundlicherweise angenäht hatte. Er nahm einen kleinen Happen von der zuckrigen Köstlichkeit.
„Hm. Ich kann Euch nicht übel nehmen, dass Ihr hungrig seid." sagte Djurai.
„Eine kleine Freundin von der Abtei hat mir mal erzählt, dass Zucker einem für kurze Zeit einen kleinen Energieschub gibt." erklärte er, während er kaute. „Wenn das Zeug wenigstens nach Honig oder so schmecken würde..."
„Honig?"
„Ach, schon gut. Bei der Bärin, was würde ich jetzt für einen Humpen Met geben... Miranda hat mir ein ganzes Fass davon versprochen. Ich hoffe, sie hält sich daran."
„Das tut sie bestimmt. Kommt, gehen wir. Ich kann eine Brücke für uns erschaffen." sagte er und fing an, sich zu konzentrieren.
„Das könnt Ihr?" fragte Denngar überrascht. Diese Wiedergänger-Magie war schon recht faszinierend.
„Shh... Ich beschwöre Jalis."
„Jalis Eisenhammer?"
„Höchstpersönlich! Möge der Stein Euch leiten!"
Denngar überlegte, was Thorn wohl sagen würde, wenn er wüsste, dass der Geist eines Zwergs in diesem Moment in seinem Reich war. Irgendwie. So faszinierend die Kräfte der Nebel waren, Denngar verstand kein bisschen davon. Einige Wiedergänger, wie zum Beispiel Rytlock, auch nicht. Aber sie verstanden es, sie einzusetzen. Djurai schwang seinen Stab wie einen Hammer auf den Boden, und vor ihm erschien eine Brücke aus leuchtenden Steinen.
„Beeilung! Sie haben uns aufgespürt!" rief er. In diesem Moment war wieder das Dröhnen der Kriegshörner und das Brüllen der Geister zu hören. Denngar warf sich noch einen kleinen Happen Candy-Corn ein und rannte los über die Brücke, gefolgt von Djurai. Es war ein gutes Stück bis zur nächsten Insel, von der aus die Festung des Verrückten Königs jedoch bereits deutlich zu sehen war. Die Verrückte Inquisition betrat die Lichtbrücke, die unter den Hufen ihrer untoten Pferde erzitterte. Djurai erschuf die nächste Brücke vor sich und ließ die vorherige einstürzen, wodurch er den Großteil der Reiter in die Leere der Nebel beförderte. Einer von ihnen, größer als die anderen, sprang jedoch mit seinem Pferd und landete sicher auf der Insel. Denngar blickte nicht zurück und rannte weiter die magische Brücke entlang, denn ihn trennten nur noch wenige Meter von der Festung des Königs. Djurai drehte sich um und erkannte den Reiter. Besser gesagt, die Reiterin.
„Die Furie..."
„IHR seid es... Ihr dachtet, Ihr hättet mich damals im Reich der Qual vernichtet?"
„Was tut Ihr hier, im Reich des Wahnsinns, Höllenbrut?"
„Ich habe mich mit Thorn verbündet, um gemeinsam mit ihm nach Tyria zurückzukehren! Aber erst, nachdem ich ihm Euren Kopf gebracht habe! Diesmal habt Ihr keine Chance!"
„Djurai!" brüllte Denngar, der bereits die andere Seite erreicht hatte.
"Flieht, Ihr Narr!" antwortete Djurai, ohne sich umzudrehen. Der Wiedergänger nahm seinen Stab und hielt ihn in die Höhe.
„IHR KÖNNT NICHT VORBEI!"
Er stieß das Ende seines Stabs auf die Brücke, die in einem grellen Lichtblitz zerbrach. Das erste, was Denngar nach dem Lichtblitz sehen konnte, war die Furie, die kreischend mitsamt ihres Pferdes in den Abgrund fiel.
„DJURAI!" brüllte er, doch es kam keine Antwort. Er starrte gebannt in das Nichts, zu den Geistern der Wildnis betend, dass der Wiedergänger irgendwie entkommen konnte. Plötzlich bemerkte er, wie neben ihm jemand aus den Lüften geflogen kam. Mit kristallinen Flügeln landete Djurai sanft neben ihm.
„Habt Ihr mich vermisst?"
„Ihr seid einfach unglaublich..."
„Das nehme ich als Kompliment. Vielen Dank!"
„Aber... wie habt Ihr... die Flügel?"
„Bedankt Euch bei Glint. Kommt, statten wir Thorn einen Besuch ab. Hier gibt es irgendwo einen Hintereingang. Glaube ich zumindest. Es ist nicht immer leicht, in den Nebeln zu lesen."
„Wollt Ihr damit sagen, Ihr wisst nicht einmal genau, was Ihr tut?" fragte Denngar skeptisch. Djurai zögerte.
„Ich weiß genau, was ich tue. Was das Ergebnis angeht... Glück hat noch nie geschadet."
„Was soll das heißen, sie sind euch entwischt? SOLL DAS EIN SCHERZ SEIN?" brüllte der Irrkönig und packte den Inquisitor am Kragen.
„Ich... N... nein, Eure Verrücktheit. Die Furie..."
„Ich zeige Euch gleich, wie furios ICH werden kann, wenn man mich enttäuscht! Was ist mit dem Aufruhr im Hof? Versucht mein kleiner Eddie etwas wieder, mich umzubringen?"
„J... ja, Eure wahnwitzige Majestät. Wir haben ihn aber erwischt." stammelte der Inquisitor. Der in einen Kürbis geschnitzte Mund des Königs verwandelte sich in ein Lächeln. „Na also, geht doch! Gebt Ihm wieder Hausarrest. Irgendwo sollten wir noch eine Kiste für ihn haben. Macht nichts, wenn sie etwas zu klein ist. Hauptsache, sie riecht nach Candy-Corn! WAHAHAHA! Warum seid Ihr denn noch hier? LOS, RAUS HIER!"
„W... wie Ihr befehlt, mein Verrückter König!" sagte der Inquisitor und eilte schleunigst hinaus.
Thorn stand auf und ging an einen Spiegel an der Wand, der von einem Gargoyle gehalten wurde.
„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Verrückteste im ganzen Land?"
Der Spiegel trübte sich und nach einem kurzen Augenblick zeigte er das Labyrinth.
„Dann wollen wir doch mal sehen, wo unser Freund Denngar sich herumtreibt..." seufzte er.
Das Bild verschwamm wieder. Als es klar wurde, sah Thorn seinen Thronsaal.
„Was zum... Das blöde Ding ist schon weider kaputt!"
Der Spiegel zeigte plötzlich ihn. Und hinter ihm zwei Gestalten. Der Irrkönig schrie vor Schreck auf.
„Hallo, Thorn!" sagte Denngar und verpasste dem Irrkönig einen Schlag mitten in sein Kürbisgesicht, als er sich umdrehte.
„ARGH! Wie... wie bist du hier reingekommen, du..."
Thorn erblickte den Wiedergänger, der sich jedoch wieder die Maske seines Kostüms aufgezogen hatte.
„Joko! Ich wusste es! Du hast Denngar benutzt, um... ACH VERFLUCHT NOCHMAL! Schon wieder drauf reingefallen!" brüllte er, als Djurai hämisch grinsend seine Maske abnahm. Als Thorn nach den Wachen rufen wollte, verpasste ihm Denngar noch einen Schlag, der ihn zu Boden sacken ließ.
„Uff. He, Denngar... das war doch alles nur Spaß! Es ist Irrkönigstag! Komm schon."
„Zu spät für Entschuldigungen, Thorn. Jetzt bist du an der Reihe..."
„Bist du endlich fertig, Miranda?" maulte Dena.
„Ja, ja! So, das sollte genügen. Also, beeilen wir uns."
Tassi, Razor und Dena stöhnten nahezu gleichzeitig auf. „Du hast gut reden!" meinte Razor.
„Versuch du mal, nackt zu kämpfen."
„Das überlasse ich lieber dir. Versuchs nächstes Mal mit mehr Stoff, ganz einfach."
„Na warte..."
„Der Verrückte König sagt: TANZT!" hallte Thorns Stimme durch die Luft. Sämtliche seiner Diener fingen an, zu tanzen.
„Was bei der Alchemie..." rief Dena. „Jetzt kann mich echt nichts mehr überraschen."
„Das ist unsere Chance! Gehen wir!" forderte Miranda und setzte sich in Bewegung. Etwas zu schnell, denn mit einem lauten Geräusch hatte ihr Kostüm plötzlich den nächsten Riss. „Balthasar verfluche dich, du verdammtes Stück Stoff! Ich schwöre, bei allen Sechs Göttern, ich werde das Ding verbrennen wenn das hier vorbei ist! Los, gehen wir."
Sie schlichen sich durch die tanzende Horde, die sich jedoch keineswegs beachtete. Tassi hatte darauf bestanden, dass sich Dena die Papiertüte wieder aufsetzt, als „Tarnung". Entweder lag es daran, oder Thorn hatte heute wieder einen noch merkwürdigeren Sinn für Humor als sonst. Es führte ein großer, langer Gang an eine riesige Tür, die vermutlich in den Thronsaal führte. „Hoffen wir, dass Denngar hier ist. Und wenn nicht, müssen wir ein paar Worte mit Thorn wechseln..." sagte Dena und ballte bereits die kleinen Fäuste, deren Größe keinerlei Rolle spielten. Razor stieß die Tür zum Thronsaal auf. „Wo ist Denngar?" brüllte er. Auf einem großen Thron, der an einen Grabstein erinnerte, saß... Graf Denngar. Vor ihm stand der Irrkönig, der keineswegs erfreut aussah. Er tanzte. Er musste tanzen.
„Das... das ist nicht dein Ernst." stammelte Dena, deren Kiefer beinahe nach unten klappte.
„Ah, da seid ihr ja endlich! Oswald, begrüße doch unsere Gäste. Graf Denngar sagt: Verbeuge dich!"
Thorn verbeugte sich gegen seinen Willen. Sein Kürbis hatte eine Delle von der Größe einer Norn-Faust.
„Graf Denngar... ich fasse es nicht!" lachte Miranda. „Und wem hast du das alles zu verdanken?"
„Natürlich Euch, gnädige Herrin Flammenblut! Aber, bitte, bleibt doch noch eine Weile. Es ist schließlich Irrkönigstag! Hab ich recht, Oswald?"
„Du hast gewonnen, Denngar! Ich gebe mich geschlagen. Behalte dein Blut. Aber bitte, lass mich einfach in Ruhe. Geh einfach!" flehte Thorn.
Denngar zupfte nachdenklich an seinem Kinnbart.
„Weißt du, Thorn: Ich glaube, wir könnten uns einigen..."
