Kapitel 5 – Danke
„Severus, kommst du?", rief Hermine am Nachmittag in Richtung seines Labors.
„Bin gleich fertig", rief er zurück. „Ich muss nur noch schnell diesen Trank fertigmachen."
Hermine stürmte halb verärgert, halb amüsiert ins Zimmer. „Du weißt aber schon, dass das Ganze deine Idee war?"
„Jaja", machte er nur, zu konzentriert, um mehr von sich zu geben.
Zehn Minuten später hatte der Trank einen Status erreicht, indem man ihn über Nacht alleine lassen konnte.
„Gut. Wollen wir dann?", fragte Hermine, Severus nickte und die beiden traten in den kleinen Garten hinter seinem Haus in Spinner's End. Er hielt ihr seine Hand entgegen, sie nahm sie lächelnd und die beiden disapparierten.
Sie endeten vor Rons neuer Wohnung in einem Vorort Londons.
Hermine schaute besorgt auf ihre Uhr. „Harry und Ginny müssten auch gleich da sein."
„Gut", meinte Severus nur und gab ihr einen Kuss.
Sie strahlte ihn überglücklich an.
Die beiden hatten sich Zeit gelassen. Sie hatten sich über den Sommer oft getroffen und dadurch besser kennengelernt. Sie hatte schnell bemerkt, dass Severus recht gehabt hatte: Irgendwie passten sie außergewöhnlich gut zusammen. Und da sie außerdem erlebt hatte, dass Snape ihr gegenüber, wenn sie alleine waren, sehr viel umgänglicher war, als sie es von ihm gewohnt war, hatte es nicht allzu lange gedauert, bis sie sich geküsst hatten. Severus hatte sie damals nach einem „Date" (sie beide mochten dieses Wort nicht besonders gerne) nach Hause begleitet und Hermine, voll plötzlichen Gryffindor-Muts, hatte sich vor ihn auf die Zehenspitzen gestellt und leicht geküsst. Als er gelächelt hatte und sie gelacht, war es ganz einfach für die beiden gewesen, zusammen zu kommen. Das war jetzt drei Wochen her.
Mit einem lauten Knall erschienen Harry und Ginny neben ihnen, ebenfalls immer noch glücklich verliebt.
„Hey!", riefen sie freudig und umarmten Hermine. Severus gaben sie die Hand und diesem war es auch ganz recht so. Er war eigentlich nur Hermine zu liebe höflich zu ihren Freunden…
„Habt ihr alles?", fragte Ginny.
„Ja, klar", meinte Hermine und deutete auf die zwei Flaschen Feuerwhiskey, die sie mitgebracht hatten. „Und ihr?"
Harry deutete auf eine Käseplatte und einen Auflauf. „Nach Mollys Rezept."
„Na dann", lachte Hermine und die vier gingen zu Rons Wohnungstür und klingelten.
Als Ron die Tür öffnete, schrien sie alle (außer Severus) übermütig: „Überraschung!"
Ron lachte. „Was ist denn hier los?!"
„Wir dachten uns, dass wir dir eine kleine Dankesparty schuldig sind", grinste Ginny.
„Nachdem du uns so schön alle zusammengebracht hast", ergänzte Harry und legte seinen Arm um Ginny.
„Das war Severus' Idee", verkündete Hermine stolz, während ihr Freund genervt die Augen verdrehte.
„Das sollte doch keiner wissen…", murmelte er.
„Ähm ja, danke", meinte Ron und wurde rot im Gesicht. „Aber das wär doch nicht nötig gewesen."
„Wir haben auch Feuerwhiskey und was zu essen dabei", sagte Ginny vergnügt und wollte eintreten, doch Ron versperrte ihr den Weg. Stirnrunzelnd blickte sie ihren Bruder an.
„Wollt ihr nicht morgen wiederkommen?", bat dieser ein wenig verzweifelt.
Doch noch bevor jemand ihn nach diesem merkwürdigen Verhalten fragen konnte, ertönte eine vertraute Stimme aus dem Flur hinter ihm: „Ron? Wer ist denn da?" Einen Moment später stand Pansy Parkinson an der Tür und blickte erschrocken auf ihre Gäste.
„Ähm", stammelte Ron puterrot im Gesicht. „Ihr kennt Pansy ja. Und du, Pansy, kennst vermutlich auch Ginny, Harry, Hermine und Professor Snape."
Alle nickten einander höflich, wenn auch verwundert, zu.
Plötzlich rief Hermine aufgeregt: „Jetzt weiß ich endlich, warum du nichts dagegen hattest, dass Severus und ich zusammen sind!" Sie grinste über das ganze Gesicht und fügte, als sie nur fragende Mienen anstarrten, hinzu: „Ron ist mit Pansy zusammen!"
Jetzt richteten sich die fragenden Gesichter an Ron, der schließlich Pansys Hand ergriff und schulterzuckend meinte: „Slytherin halt."
Hermine lachte und umarmte ihren besten Freund und seine neue Freundin herzlich.
Daraufhin kehrte auch Leben in die anderen zurück und einer nach dem anderen beglückwünschte das neue Paar.
„Schatz, willst du unsere Gäste nicht endlich hereinbitten?", tadelte Pansy ihren Freund liebevoll und dieser trat sofort zur Seite.
Was nun folgte war ein fröhlicher, ausgelassener Abend, an dem jedes Paar ihre Geschichte, wie sie zusammengekommen waren, erzählen musste. Es wurde gelacht, getrunken und selbst Severus, der sich fehl am Platz fühlte, da er hier mit seinen ehemaligen Schülern zusammensaß, konnte sich das ein oder andere Schmunzeln nicht verkneifen. Und da Hermine stets neben ihm saß und über seine Hand strich, verlief der Abend sehr viel besser als zuvor befürchtet.
ENDE.
