Deal

Hermine lag mit rasendem Puls samt Kleidern in ihrem Bett. Sie wollte einfach nur im Dunkeln sein und nach Möglichkeit keinem Menschen mehr begegnen. Noch nie war sie so schnell vom Kerker in den Gryffindorturm gerannt, nicht einmal an dem Tag als sie das Schlangenserum für Snapes Genesung zubereitet hatte. Hitzewallungen und Kälteschauer überfielen sie gleichzeitig. Snape hatte ihr mit seinem Verhalten den Boden unter den Füßen weggerissen. Dieser Kuss, er war einfach unbeschreiblich. Ihr Verstand arbeitete fieberhaft daran, herauszufinden, welche Empfindungen Snape in diesen kurzen und unendlich intensiven Moment gelegt hatte – definitiv keine Zärtlichkeit, im Gegenteil, sie hatte seinen über Wochen angestauten Schmerz in Form seiner harten und gewalttätigen Lippen zu spüren bekommen. Gleichzeitig hatten aber trotzdem Leidenschaft und grenzenloses Verlangen Besitz von ihr ergriffen. Wie sehr musste Snape gelitten haben mit dem Wissen, dass seine Gefühle auch dieses Mal nicht an der richtigen Stelle ankommen würden. Bestimmt erlebte er das Trauma um Lily gerade ein zweites Mal. Dabei hätte er sie nur in den Arm nehmen müssen, es wäre so einfach gewesen wie nie in seinem Leben. Sie wollte ihn doch, ganz im Unterschied zu Lily. Immer noch hätte sie sich ohrfeigen können dafür, dass sie vorgetäuscht hatte, nur Freundschaft von ihm zu wollen. Vermutlich würde er sie nie wieder in seine Nähe kommen lassen. Sein Stolz war verletzt und sie konnte es ihm nicht übel nehmen. Nach 20 Jahren war er zum ersten Mal wieder aus seinem Schneckenhaus gekrochen und sie hatte ihm direkt mit der Bratpfanne eines über den Kopf gehauen. Nachdem jede einzelne von Hermines Gehirnwindung völlig überdreht war, schlief sie weit nach Mitternacht entkräftet ein. Wilde Träume, die von Snape bis Ron alles durcheinander mixten, begleiteten sie. Am morgen war Hermine beinahe froh, wieder in der komplizierten aber immerhin realen und steuerbaren Welt angekommen zu sein.

Das letzte Quidditch-Saisonspiel stand auf dem Programm, Gryffindor gegen Ravenclaw. Gryffindor musste siegen, um den Hauspokal zu sichern, ansonsten wäre Slytherin der lachende Dritte. Dementsprechend angeheizt war die Stimmung rund um das Spielfeld. Hermine hätte vieles brauchen können an diesem Tag nur keine Quidditch-verrückten Schüler. Der ganze Tumult war ihr zu viel. Viel lieber hätte sie ihre Gedanken in einen Zaubertrank oder Verwandlungszauber gesteckt, stattdessen spürte sie ständig Snapes leidenschaftliche Lippen auf ihren und auch nur beim leisesten Gedanken daran bekam sie eine ganzkörperliche Gänsehaut. Zumindest flog eines ihrer Probleme gerade auf einem Besen durch die Luft und versuchte die Ehre Gryffindors zu retten, Ron hatte also keine Zeit, ihr auf die Nerven zu gehen. Ganz anders hingegen Snape. Er stand wie Hermine auf der Tribüne, allerdings zwei Bänke weiter links und drei Reihen hinter ihr. Sie spürte seine Blicke von der ersten Minute an wie Nadelstiche auf ihrem Rücken. Einige Male fasste sie all ihren Mut zusammen und sah über ihre linke Schulter, nur um dann immer wieder einen versteinerten Professor Snape dabei zu beobachten, wie er sich scheinbar höchst konzentriert dem Quidditch-Spiel widmete. Es zerriss ihr das Herz, dass er sie schon wieder ignorierte. Wie hätte sie jemals ahnen können, dass Snape das gleiche für sie empfand wie sie für ihn? Sie hatte sich so viel vorgemacht. Dass Ron nicht der Richtige für sie war, wusste sie unbewusst schon seit dem ersten Abend. Doch seit wann wusste sie, dass sie Snape wollte? Sie hatte ihn jahrelang bewundert für sein Wissen und seine Intelligenz. Sein Scharfsinn als Lehrer wie als Spion war etwas, zu dem sie seit jeher aufgesehen hatte. Aber jetzt? Es war mehr, viel mehr. Dieser Mann in Schwarz brachte sie um den Verstand, er rüttelte an ihrem Fundament. Allein seine pure Anwesenheit auf der Tribüne ließ sie erbeben. Er löste Gefühle in ihr aus wie niemand je zuvor. Sie witterte die Gefahr, die von diesem Mann ausging und doch wollte sie ihn, koste es was es wolle.

Als Ginny ihr plötzlich um den Hals fiel und rund um sie herum ein tobender Jubel einsetzte, wurde spätestens auch Hermine bewusst, dass Gryffindor den Hauspokal wohl gewonnen haben musste und sie setzte ein künstliches Lächeln auf, um nicht allzu sehr aufzufallen. In der kreischenden Menschenmasse hatte sie Mühe, Snape nicht aus den Augen zu verlieren. Es würde noch einige Zeit dauern, bis die Spieler sich geduscht hatten, um zur feierlichen Pokalübergabe und der großen Feier in die Halle zu kommen. Snape eilte in Richtung Schloss. Den Moment des Siegestaumels nutzte Hermine, um sich ebenfalls aus der Menge abzusetzen. Sie folgte Snape ins Schloss, hatte aber angesichts seines eiligen Schrittes Mühe, den Abstand zwischen ihnen zu verkürzen. Schon im Keller angekommen, sah Hermine nur noch eine Möglichkeit.

„Professor Snape, warten Sie, ich muss mit Ihnen reden!", rief sie ihm atemlos hinterher.

Snape verlangsamte seinen Schritt und drehte sich um, während Hermine zu ihm aufschließen konnte.

„Miss Granger, verschwinden Sie", verkündete er trocken und wandte sich bereits wieder ab, um weiterzugehen.

„Bitte, ich...", keuchte Hermine immer noch nach Luft ringend.

Ungerührt von Hermines Worten setzte Snape seinen Weg fort und Hermine sputete ihm abermals hinterher.

„Ich will mit Ihnen reden, Professor. Ist das nicht das Mindeste, was Sie mir seit gestern schulden?"

Snape blieb abrupt stehen und drehte sich, die Augen zu Schlitzen verengt, zu Hermine um.

„Was wollen Sie, Granger? Zu McGonagall gehen und ihr erzählen, dass ich meine Position als Lehrer missbraucht habe? Tun Sie, was sie nicht lassen können. Ich bin nicht stolz darauf, glauben Sie mir und wenn ich könnte würde ich es rückgängig machen. Und nun bleiben Sie mir vom Leib!"

„Warum sind Sie so kalt? Ron hat nie zu mir gepasst, das weiß ich jetzt", fügte sie hinzu.

Es war raus, er wusste es.

„Und ich passe ebenso wenig zu Ihnen", entgegnete Snape postwendend. „Bleiben Sie bei den Fakten, Miss Granger. Ich habe gehört, wie Sie vor Potter Ihre Gefühlswelt ausgebreitet haben und ich bin der Letzte, der das nicht nachvollziehen könnte."

„Ich habe Harry belogen, genauso wie ich Sie belogen habe. Bei Merlin, ich will mehr von Ihnen als Freundschaft, ich will ALLES von Ihnen, bitte glauben Sie mir. Nur hätte ich es nie für möglich gehalten, dass ich mehr als Freundschaft von Ihnen erhalten könnte."

Snape erstarrte. Hermines Worte sickerten langsam in ihn hinein wie Wasser in trockene Erde, doch er schien das Ausmaß des Gesagten noch längst nicht begriffen zu haben. Hermine ging auf Snape zu und spießte ihn mit ihrem warmen rehbraunen Blick regelrecht auf.

„Warum können Sie nicht einmal in Ihrem Leben darauf vertrauen, das etwas gut wird?", fragte sie verzweifelt.

Snapes Fassade bröckelte. Bewegungsunfähig starrte er Hermine an.

„Weil...- ich es nie gelernt habe – ", flüsterte er mühsam. „Es ist noch nie etwas gut geworden, weil ich darauf vertraut habe. Alles was ich wollte, musste ich mir erkämpfen. Ich kann nur Täuschen und Zerstören, alles was zwischen Ihnen und mir war, habe ich gestern in einem einzigen kurzen Moment zunichte gemacht. Ich hätte dankbar sein müssen für Ihre Nähe, für alles was Sie mir in den letzten Monaten gegeben haben, aber ich konnte es nicht. Ich habe es nie gekonnt und werde es nie können. Für mich gibt es nur alles oder nichts. Ich war und bin ein Egoist. Ich habe mir immer genommen, was ich wollte und wenn ich gescheitert bin, habe ich es zerstört."

Snape gab auf. Er war geständig und ehrlich und breitete seinen Scherbenhaufen vor Hermine aus. Es spielte keine Rolle mehr, es war bereits alles zerstört. Zu viele Jahre hatte er verborgen, kaschiert und gelogen. Er wollte die Fassade nicht länger aufrechterhalten, es kostete ihn zu viel Kraft. Kraft, die er seit Ende des Krieges nicht mehr besaß. Er wollte den Schmerzen, die ihn seit Wochen in seiner Brust quälten, endlich ein Ende setzen. All die vielen Gedanken, die er sich an langen Abenden gemacht hatte, es machte keinen Sinn mehr, sie ihr vorzuenthalten. Granger würde niemals aufgeben, bevor sie nicht alles erfahren würde, dessen war er sich bewusst.

„Sie wollen die ganze Wahrheit wissen? Ich begehre Sie, Miss Granger, mit jeder Faser meines Körpers und jedem Fetzen meiner kaputten schwarzen Seele. Und seit ich mir dessen bewusst bin, muss ich Sie von mir stoßen. Ich ertrage Ihre Nähe nicht, weil es mich auffrisst."

„Seit wann?", fragte Hermine, ergriffen von Snapes unerwarteter Offenheit.

„Lily hat mir die Augen dafür geöffnet. Ich hätte dem Teufel meine Seele verkauft, um einen einzigen verfluchten Tag mit dem Rotschopf zu tauschen."

Aus Snapes Stimme trieften Wut, Aggression und Verzweiflung. Sein lodernder Blick zog Hermine magisch an und schockierte sie zugleich. In diesem Moment stand Todesser Snape vor ihr. Sie spürte das Potenzial seiner immensen Energie, das oft genug in seinem Leben in falsche Kanäle geleitet worden war. Gleichzeitig fühlte sie die Ausstrahlung und Macht, die von ihm ausging und sie einhüllte wie ein warmer schützender Mantel. Sie schwankte zwischen Furcht und Anziehung, nacktem Entsetzen und grenzenloser Faszination. Sie wollte ihn schelten für das, was er über Ron gesagt hatte, aber sie verstand, warum er es tat. Er gierte nach einem Stück vom Glück – Glück, das ihm das Leben bislang versagt hatte.

„Vielleicht war es bei Lily ansatzweise ähnlich, aber ich vermag nicht zu sagen, was geschehen wäre, wenn wir wirklich zusammen gekommen wären. Zuerst haben Sie mich einfach nur an sie erinnert, aber auch wenn ich es mir selbst nicht eingestehen wollte, ich habe gemerkt, dass Sie mir viel näher gekommen sind, als Lily es je versucht hat. Sie haben sich in mich hinein versetzt, sind dem Weg meiner Gedanken Schritt für Schritt mit furchterregender Präzision gefolgt. Dabei haben Sie mich kein einziges Mal verurteilt, obwohl es wahrlich massenhaft Dinge in meinem Leben gibt, die Sie dazu hätten veranlassen müssen. Ich habe Angst, Miss Granger, Angst, dass ich Sie zerstöre, so wie ich alles vor Ihnen zerstört habe. Ich war bei Voldemort nicht nur Zuschauer. Es ist schwer, diese lange Zeit voller aktiver Gewalt zu verdrängen. Jede einzelne meiner Taten ist so real wie sie nur sein kann, ich war Teil des Bösen. Meine Motive mögen einer völlig anderen Sache gedient haben, meine Taten macht das aber weder ungeschehen noch moralisch vertretbar. Ich habe gefoltert und getötet und wenn sie glauben, es hätte mir etwas ausgemacht, dann ist das ein fataler Irrtum. Ich hatte mein Ziel im Auge, jeden Tag, jede Minute, wenn ich dazu gezwungen war, etwas Grausames zu tun. Ich hätte alles für dieses Ziel gegeben. Ich bin geübt darin, Menschen zu manipulieren und für meine Zwecke auszunutzen. Es ist mir nie schwer gefallen."

„Warum haben Sie nie etwas gesagt?", flüsterte Hermine, nahm seine Hand und führte sie an ihre rechte Wange. Jeden einzelnen ihrer Finger legte sie auf seine, strich mit Sanftheit darüber und drückte sie an ihre warme Haut. Snape leistete keinen Widerstand. Stattdessen strich er vorsichtig mit seinem Daumen über ihre weichen Lippen.

„Was hätte ich sagen sollen? Sie gaben mir mehr, als ich je verdient habe", sagte er mit erstickter Stimme.

Hermine öffnete ihre Lippen und küsste vorsichtig und ohne ihren Blick von ihm zu nehmen seine Handfläche. Wie ein Blitz schoss Hitze durch Snapes Arm und entfachte ein glühendes Feuer in seinem Inneren. Spätestens jetzt hätte er davon rennen und sich hinter seine schützenden Mauern werfen müssen, doch sein Körper weigerte sich, dieser engelhaften Berührung zu entfliehen. Seine Hand bahnte sich vorsichtig einen Weg zu ihrem Nacken, den er mit weichen Bewegungen massierte.

„Ich wollte Sie hassen dafür, dass Sie mich zum Leben gezwungen haben, genau in dem Moment, als ich damit abgeschlossen und meinen Frieden gefunden hatte. Aber selbst damals konnte ich es schon nicht. Stattdessen bewunderte ich Ihre Ausdauer, Intelligenz, Sturheit und Ihren eisernen Willen, mit dem Sie um mein Leben gekämpft haben, ohne auch nur das Geringste von mir als Gegenleistung erwarten zu können."

Hermine ließ ihren Blick die ganze Zeit über in diesen dunklen Seen ruhen.

„Severus, bitte, geben Sie uns eine Chance. Ich fühle, dass Sie mir niemals weh tun würden, bitte versuchen sie es! Nennen Sie mich verrückt aber ich weiß, dass ich Sie liebe."

Snapes Hand beendete abrupt seine gefühlvolle Entdeckungstour an Hermines Hals.

„Hermine, Sie wissen nicht, was Sie tun. Ich hätte mit allem gerechnet, aber niemals hiermit. Gestern Abend hatte ich mit Ihnen abgeschlossen, ich war mir sicher, dass ich alles zwischen uns zerstört hätte und jetzt, -"

Snape beendete den Satz nicht. Stattdessen verdeckte er seine Augen mit seinen Händen.

„Bitte gehen Sie jetzt", bat er mit schwacher Stimme, „ McGonagall wartet."

Hermine nahm ihm die schützenden Hände von seinem Gesicht.

„Sehen Sie mich an!", forderte sie energisch und ihre Augen glänzten wie steinerne Tigeraugen. „Das soll es dann gewesen sein? Sie schicken mich wieder fort? Nach all dem, was Sie mir gerade gesagt haben? Das kann nicht Ihr Ernst sein! Sie werden sich jetzt nicht verkriechen, ich lasse nicht zu, dass Sie mich ein weiteres Mal ignorieren, verdammt, SEHEN SIE MICH AN!"

Snape senkte seinen Blick und sah in Hermines wässrige Augen. Noch nie hatte er so etwas Wunderschönes gesehen. Er versank in ihr, in ihrer Wärme, ihrem Kampfeswillen und ihrer grenzenlosen Stärke. Sein Körper zitterte, es war mehr als er ertragen konnte.

„Sie haben keine Ahnung wer ich bin, glauben Sie mir, nicht die geringste!"

„Dann zeigen Sie es mir, zeigen Sie mir endlich wer Sie sind, Severus Snape. Ich will Sie nicht, weil Sie ein Unschuldslamm sind, sondern weil Sie ein Mensch mit Vergangenheit sind. Sie mag kompliziert und grausam sein, aber ich spüre, dass unendlich viel Liebe in Ihnen ist, die noch nie das Tageslicht erblickt hat. Ich glaube an das Gute in Ihnen und ich bin bereit einen Weg mit Ihnen zu gehen, wenn Sie uns nur eine Möglichkeit dafür geben."

Snapes Hochachtung vor dieser Frau vor ihm stieg ins Unermessliche. Er wollte sie, so sehr, dass es ihm körperliche Schmerzen bereitete. Nach einer Weile quälenden Schweigens für Hermine, in der sie schon dachte, er würde gleich wieder seine Maske aufsetzen, hatte er einen Entschluss gefasst.

„Sie sind eine beeindruckende Hexe, Miss Granger. Ich wünschte, Sie würden die Entscheidung hierüber mir überlassen. Aber ich kenne Sie, Sie würden es nie akzeptieren, wenn ich über Ihren Kopf hinweg entscheide. Wenn Sie wirklich wollen, können Sie nach der Quidditch-Feier zu mir kommen. Überlegen Sie es sich gut. Wenn Sie nicht kommen, werde ich morgen so tun als hätte diese Begegnung hier niemals stattgefunden und ich werde Sie verstehen. Ich wünsche Ihnen aufrichtig, dass Sie nicht kommen."

„Und was wünschen Sie sich für sich?", fragte Hermine, die Antwort bereits kennend.

Hermine streckte sich nach Snape aus und küsste ihn mit unendlicher Zärtlichkeit auf den Mund. Snapes Anspannung löste sich und für einige Sekunden war sein Verstand weggewischt. Anders als beim ersten Mal spürte er, wie sehr sie sein Verlangen erwiderte und dieses Gefühl, gewollt zu werden, als derjenige, der er war, überwältigte ihn in nie da gewesenem Maße. Auf der Stelle wollte er dieses lebendige Wunder konsumieren, sich Hermine zueigen machen und sie nie wieder frei geben.

„Du bist lebensmüde", schnappte er nach Luft und Hermine wich ein kleines Stück zurück.

„Wirst du akzeptieren, wenn ich nachher zu dir komme? Oder wirst du mich wieder wegstoßen?", fragte sie nun doch wieder voller Zweifel.

Snapes Blick glich dem eines Raubtieres.

„Für gewöhnlich halte ich mich an meine Abmachungen."

Snapes Gefühlswelt drehte sich bis zur Besinnungslosigkeit, er wusste nicht mehr, was oben noch was unten war. Sein Verstand kämpfte erneut eine aussichtslose Schlacht, während sein Begehren sich in einem leidenschaftlichen, nicht enden wollenden Kuss mündete, der Hermine erneut die Luft abschnitt.

Er presste Hermine an seinen Körper und seine Hände verloren sich in der wuscheligen Lockenpracht. Mit aller qualvoller Selbstdisziplin, die ihm noch zur Verfügung stand, zwang er sich selbst dazu, Sie von sich zu schieben.

„Geh jetzt", hauchte er so sanft, dass Hermine beinahe in Ohnmacht fiel.

„Ich werde kommen", flüsterte sie, als Snape bereits die Kerkertür öffnete und sie weit entfernt jubelnde Gryffindorstimmen hörte.