Das Ende vom Anfang
Hermine zählte die Stunden bis Montag. Noch nie hatte sie ein solch ödes und langes Wochenende durchgemacht. Immerhin war sie zum Lernen verabredet mit Harry und dankbar, dass sie wenigstens einige wenige Stunden mit Lernstoff abgelenkt war.
Endlich kam Sonntagabend, Snape musste nun von seiner Kräuterbeschaffung zurück sein. Die Verlockung war immens, Snape in den Kerkern zu besuchen, doch die Vernunft siegte. Er hatte gesagt Montag und sie wollte ihn unter keinen Umständen verärgern bevor alles neu beginnen konnte. Tapfer verharrte sie im Gryffindorturm.
Am nächsten morgen wachte Hermine mit flatternden Schmetterlingen im Bauch auf. Pünktlich um 7.30 Uhr wollte sie in der großen Halle zum Frühstück sein, um wenigstens einen entfernten Blick auf Snape zu erhaschen. Zusammen mit Ginny saß sie an ihrem gewohnten Platz am Gryffindortisch. Immer wieder sah sie flüchtig zum Lehrertisch hinüber, doch Snape würdigte sie keines Blickes. Es war zu typisch für ihn, dass er sie wieder ignorierte. Nach allem was in den letzten Tagen geschehen war, stieg Zorn in ihr empor. Es hätte niemanden umgebracht, wenn er kurz zu ihr herüber gesehen hätte.
„Schmeckt es dir nicht, Hermine?", fragte Ginny.
„Wie? Ach, nein, irgendwie fühlt sich mein Magen nicht so ganz koscher an heute."
Der Hunger war Hermine mit einem Mal gründlich vergangen. Sie verabschiedete sich sehr schnell von den anderen und wollte in ihr Zimmer fliehen. Mit jedem Schritt den sie sich von der Halle entfernte, glaubte sie einen weiteren Schritt leise wie im Echo hinter ihr zu hören. Panik ergriff sie, als sie an jenen Freitagabend zurück dachte, als sie von Jaden gekidnappt worden war. Mit klopfendem Herz beschleunigte sie ihren Schritt, ohne einen Blick zurück zu wagen.
„Na, na, na, wer wird sich denn vor mir fürchten", brummte eine wohlbekannte dunkle Stimme dicht hinter ihr. Einen Moment später wurde sie von einem kräftigen Arm in ein leeres Klassenzimmer geschoben.
„Gott, Severus, du hast mich zu Tode erschreckt!", keuchte sie atemlos, als Snape ihren Arm packte und die Tür zielstrebig aber lautlos schloss.
„Ich hatte das Gefühl, ich müsse etwas gutmachen, du schienst meine Ignoranz gegen deine Person nicht gut zu heißen", hauchte er und drückte sie an die nun geschlossene Klassenzimmertür.
„Ein gebranntes Kind scheut das Feuer, Severus. Du hast mich zu oft ignoriert", flüsterte sie, da sein Gesicht inzwischen nur noch Zentimeter von ihrem entfernt war.
„Ich werde auf eine gewisse Art und Weise immer Spion bleiben, Hermine. Tarnung ist nicht nur im Krieg von Nutzen. Und ich habe ein Gespür dafür, wann es Lücken im System gibt...", raunte er ihr entgegen und presste seine Lippen voller Leidenschaft auf ihre.
Hermines Knie gaben nach. Sie war dankbar für das Gewicht von Snape das sie fest an die Tür gepresst hielt, denn sonst wäre sie unweigerlich nach unten gesunken.
„Ich habe den Schülern schon vor dem Frühstück mehr Punkte abgezogen als sonst den ganzen Tag über. Ich verfluche jede einzelne Unterrichtsstunde, die ich heute zu halten habe."
Hermine wusste nicht ob ihr zu heiß oder zu kalt war, Ihr Kopf wollte vor Hitze explodieren, ihr Rücken fröstelte mit einer dicken Gänsehaut überzogen.
„Es ist später Quidditch-Training und Probe für dieses alberne Theaterstück für die Abschlussfeier. Komm zum Mittagessen zu mir. Da du an beiden Veranstaltungen nicht teilnimmst wird dich kaum jemand vermissen."
Hermine versank in Snapes schwarzen Seen, unfähig ihm zu antworten. Stattdessen wanderten ihre Lippen automatisch zu seinen, um ihn bis zur Besinnungslosigkeit zu küssen.
„Ich deute das als ‚Ich werde kommen'", sagte Snape in erschaudernd tiefem Ton und ließ langsam von ihr ab. Einige Sekunden später war er verschwunden und Hermine fragte sich, ob das hier alles nur ein Tagtraum war.
Wieder einmal stand sie vor der schweren hölzernen Kerkertür und klopfte. Erinnerungen an Erlebnisse rund um diese dicke alte Tür vernebelten ihre Sinne. Die schönste Begegnung mit Snape war eindeutig das Dart-Spiel an seinem Geburtstag gewesen. Es war das einzige Mal gewesen, dass sie ihn lachend gesehen hatte. Wie viel war seitdem nur geschehen. Eine Entführung, Snapes grausame Erinnerungen, die sie gesehen hatte und nun stand sie hier, Miss Alleswisser, und war wieder einmal so unwissend wie sie nur sein konnte, dachte sie. Dieser Mann war ein Mysterium.
Das Knarren der Tür riss sie aus ihren Gedanken. Statt einer freundlichen Begrüßung blickte Snape Hermine misstrauisch über die Schulter, um sie dann hastig in seine Gemächer zu ziehen und die Tür zu schließen.
Einen Moment lang standen sie sich gegenüber ohne etwas zu sagen. Es war ein visuelles Abtasten des Gegenübers. Hermines Unsicherheit schwand mit jeder Sekunde die sie Snape genauer betrachtete. Er hatte einen anthrazitfarbenen Pullover an und eine schlichte schwarze Hose. Noch nie hatte sie ihn so privat gesehen wir in diesem Augenblick. Seine Gesichtszüge waren entspannt. Hermine formte ihre Lippen langsam zu einem Lächeln.
Beide schienen dieses Wunder zu konsumieren, das Wunder, dass sie endlich angekommen waren – zusammen, zur selben Zeit am selben Ort mit gleichen Absichten. Der Austausch ihrer Blicke verriet, dass sie die selbe Sprache sprachen, zum ersten Mal überhaupt.
Ermutigt durch diese nonverbale Kommunikation schwang Hermine ihren Umhang herunter und offenbarte damit ihre wahre Robe. Snape erstarrte als er sie in einem schlichten aber äußerst figurbetonten schwarzen Samtkleid vor sich sah. Ihre Locken bewegten sich wie Sprungfedern auf ihren fast freiliegenden Schultern. Snape schluckte schwer und kämpfte bereits jetzt um seine Beherrschung.
„Ich habe uns eine kalte Platte vorbereiten lassen", sagte er, um sich selbst von diesem atemberaubenden Anblick abzulenken.
Hermine ging einen Schritt auf Snape zu und nahm seine beiden Hände in ihre.
„Willst du mich, Severus?", fragte sie mit einem Blick, der gnadenlos den direkten Weg durch sämtliche Mauern und Schutzschichten von Snape fand. Gepaart mit Hermines Berührung seiner Hände setzte sie ihn restlos Schachmatt. Er fühlte, wie die Erregung in ihm aufstieg, das aufgestaute Verlangen und die Gier, Hermine endlich so nahe zu spüren, wie er es sich all die Wochen zuvor ausgemalt hatte.
„Du fragst mich, ob ich dich will?", flüsterte Snape mit trockener Kehle. „Die Frage muss immer noch lauten, was du mit mir willst, Hermine."
„Ich will dir auf den Wecker gehen, dich totquasseln, dich lieben und fürs erste würde ich mich mit einem Kuss sogar zufrieden geben", antwortete sie mit einem sanft strahlenden Lächeln.
„Darin liegt das erste Problem. Ich werde mich nicht mit einem Kuss begnügen..."
„Severus, hör auf, mich von dir abbringen zu wollen. Verlasse dich darauf, wenn mir irgendetwas widerstrebt, wirst du in Kenntnis gesetzt. Ich ertrage diese künstliche Distanz zwischen uns nicht länger, bitte."
Diese Worte entflammte Snapes Zündschnur, sie brannte lichterloh.
„Du bist wahnsinnig, Hermine..."
Snape entzog Hermine seine Hände und strich sanft über ihre Wange. Auch wenn er es ihr nicht sagen konnte, dass sie ihm schon lange mehr als sein Leben bedeutete, so konnte es Hermine an seinem seidigen Blick, der wie in Zeitlupe über ihr Gesicht streifte, ablesen. Snape zog Hermine näher an sich heran und saugte ihren Duft mit tiefen Atemzügen in sich auf. Die Gier in Snapes Augen ergriff Hermine, noch nie hatte sie Snape so gesehen.
„Können wir das Essen auf später verschieben?", hauchte sie völlig gefangen in Snapes überwältigender Aura.
„Ich habe nicht ohne slytherinsche Absichten kalte Platte bestellt...", flüsterte er mit verführerischer Stimme in Hermines Ohr.
Er küsste sie weiter und machte sich zielstrebig am Rückenverschluss ihres Kleides zu schaffen. Ein kleines Stück zog er die Lasche nach unten, dann riss er mit einem Ruck das Kleid entzwei und ließ es an Hermines Körper heruntergleiten. Snapes Augen weiteten sich als er erkannte, dass Hermine splitternackt mit all ihren weiblichen Kurven vor ihm stand.
„Du kleine hinterhältige Hexe", raunte er und zog Hermine mit sich in sein Schlafzimmer zu seinem Bett. Sein Zauberstab half ihm dabei, sich auf den selben Anziehlevel zu bringen wie Hermine. Wie eine Raubkatze folgte er ihr auf das Bett und legte sich auf seine Beute. Es war nicht der Moment für Vorspiele. Die Leidenschaft fiel wie ein wildes Tier über die beiden her. Es war ein Ankommen im Hafen nach unendlichen Wochen hoher See und gleichzeitig die Eroberung des fernen Landes von dem man nicht einmal gewagt hatte zu träumen. Snape hielt inne und sah Hermine mit eindringlichem Blick an. Seine Augen funkelten, als er sich über Hermine aufbäumte.
„Gefällt es dir, von mir in Besitz genommen zu werden? Ich will dich besitzen, dich mir zu eigen machen. Ich werde Ron aus deinem Gedächtnis streichen, Hermine."
Snapes Worte kamen einer Drohung gleich, die Hermine jedoch noch viel mehr erregten.
„Zum Teufel mit Ron, bewege dich endlich Severus."
„Nicht so ungeduldig meine Schöne..."
Wieder zog sich Snape zurück. Hermine stöhnte verzweifelt auf, ließ ihren Kopf nach rechts fallen und schloss die Augen.
„Sieh mich an!", forderte er so eindringlich, dass Hermine keine Sekunde zögerte seinem Befehl folge zu leisten.
„Sieh dir an, was du mit mir machst, Hermine."
„SIEH – MICH – AN!", schrie er nicht mehr Herr seiner Sinne.
Snape gab Hermines Beine wieder frei und rollte sich hinter sie unter die Decke und fasste sie mit festem Griff an der Taille.
Hermines Augen hafteten an Snapes loderndem Blick. Wie konnte dieser Mann so leidenschaftlich sein? Sie wollte diesen Augenblick auskosten und sich entspannen, doch schon wieder machte sich Unsicherheit in ihr breit.
„Wirst du mich wieder wegschicken?", fragte sie zögernd.
Snape löste seinen Klammergriff um Hermine und drehte sie zu sich um.
„Du hast keine Ahnung, was es für mich bedeuten würde, wenn du gehen würdest."
„Ich habe nicht davon gesprochen, dass ich das vorhabe... Und wie geht es jetzt weiter?", fragte sie mit leichter Besorgnis in ihrer Stimme.
„Du wirst lernen, was es heißt, mit einem sturen alten Bastard zusammen zu leben."
„Ich kann mir Schlimmeres vorstellen", sagte sie erleichtert, dass er nicht gleich wieder auf Distanz ging. Ihre Finger glitten über Snapes Brust bis zu seiner Körpermitte, als sich ein hämisches Grinsen auf ihrem Gesicht breit machte und sie ihn mit einem zweideutigen Blick ansah.
„Das Grinsen wird dir gleich vergehen, Hexe und spätestens morgen früh wirst du es bitter bereuen, jemals hierher gekommen zu sein."
Hermine schlief erst nach drei Uhr ein. Zu viel musste sie verarbeiten. Sie konnte immer noch nicht glauben, dass sie in Snapes Bett lag und er friedlich schlafend an sie lehnte.
Als die Müdigkeit sie endlich besiegte, überfielen sie wilde Träume, die sich alle um Snape drehten. Es waren Träume voller Leichtigkeit. Sie sah Snape lachend mit ihr zusammen am großen See sitzen während sie über die Entwicklung von Zaubertränken diskutierten. Noch nie hatte sie den Tränkemeister so entspannt gesehen. Nur zu gerne wäre sie für immer in diesen Träumen geblieben. - Harry saß zusammen mit Snape an einem runden Tisch, augenscheinlich bei einer Konversation auf freundschaftlicher Basis. - Ginny fiel ihr um den Hals und wünschte ihr alles Gute mit ihrer außergewöhnlichen Männerwahl. Sie zeigte mit ihrem warmen Lachen Verständnis und amüsierte sich sogar über die Tatsache dass Hermine sich ausgerechnet den Meister der Zaubertränke geangelt hatte. - Snape näherte sich im Bett Hermine von hinten. Er gab ihr Wärme und Geborgenheit in seiner innigen Umarmung. Gleichzeitig ließ seine Berührung ihr Blut kochen. Sie spürte wie sich seine harte Erregung von hinten gegen ihre Schenkel presste. Ein leises Stöhnen ertönte, als sie plötzlich realisierte, dass alles kein Traum mehr war sondern purste Realität. Noch bevor ihre Gehirnzellen ganz aufgewacht waren drang Snape unter einem tiefen Raunen in sie ein.
„Wie soll ich jemals meine Finger von dir lassen können, Merlin, womit habe ich dich verdient?", keuchte er.
„Mmh, welch angenehme Art geweckt zu werden...", gab sie mit müder Stimme von sich und räkelte sich noch enger an Snape.
„Du wirst mich früh genug als Belästigung empfinden", raunte er in ihr Ohr, während ihre Nackenhärchen sich steil aufstellten. Sie konnte sich nicht helfen, sie war weit davon entfernt von diesem Mann genug zu haben.
Snape drehte Hermine zu sich um und seine Stirn lag in Falten.
„Was ist?", fragte Hermine.
„Ich bin kein Mensch, der über Gefühle redet, Hermine, aber ich will, dass du eines weißt – gestern Abend habe ich jedes Wort so gemeint wie ich es gesagt habe. Ich will dich und diese Nacht hat dir hoffentlich gezeigt, zu wem du gehörst. Es wird keine anderen Frauen für mich geben, du bist alles was ich will. Du bist unendlich viel mehr, als ich mir je erhoffen konnte und ich werde nicht dulden, dass sich ein anderer Mann dir nähert. Erst Recht nicht, wenn er Weasley heißt. Ich weiß, dass er dich immer noch will."
„Severus, wichtig dabei ist einzig und allein, was ICH will und ich will nur dich."
Snape blickte sie prüfend an. Er wusste, dass sie die Wahrheit sprach, auch wenn es ihm noch so schwer fiel, sie zu glauben. Dieses Wesen in seinen Armen glich einem Engel. Hermine hatte ihn nicht nur zurück ins Leben gezwungen, sondern ihm in beeindruckender Manier gezeigt, dass sein Leben lebenswert war. Hermine war das Geschenk seines Lebens. Er wusste es und doch war ihm ebenso bewusst, dass dieses Geschenk nicht notwendiger Weise von lebenslanger Dauer sein musste.
1 Jahr später
In Hogwarts wurde der erste Jahrestag nach Voldemorts Tod in der festlich geschmückten großen Halle gefeiert. Neben den regulären Schülern waren auch alle Schüler des vorigen Jahrgangs eingeladen worden, weil sie vor einem Jahr hautnah beim Endkampf dabei gewesen waren. Hermine apparierte direkt von ihrer Studiumswohnung in Edinburgh nach Hogwarts. Sie war melancholisch aber auch aufgeregt, alle wieder zu sehen. Trotz ihrem äußerst fordernden und anstrengenden Zaubertrankstudium vermisste sie Hogwarts als Schule. Sie verbrachte zwar mindestens das Wochenende ohnehin stets inkognito in den Kerkern des Schlosses, aber es war nicht das gleiche wie jeden Tag hier zum Unterricht zu gehen und Hogwarts sein Zuhause nennen zu dürfen.
Nur wenige Sekunden später machte es an der Hogwartsgrenze neben ihr „Popp" und Ginny erschien. In weiter Ferne kam Harry ihnen bereits vom Schloss her entgegengelaufen.
„Na, Hermine, keine reizende Begleitung dabei? McGonagall hat doch gesagt, wir könnten auch jemanden mitbringen", provozierte Ginny ihre Freundin mit einem Augenzwinkern zur Begrüßung und umarmte sie herzlich.
Hermine hatte sich längst an die spitzen Bemerkungen ihrer Freunde gewöhnt. Sie zogen sie ständig damit auf, dass sie augenscheinlich immer noch nicht den passenden Deckel zu ihrem Topf gefunden hatte.
„Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, du bist verliebt – du siehst bezaubernd aus, Hermine", sagte Ginny und musterte Hermine schräg von der Seite.
'Verdammte weibliche Instinkte', dachte Hermine und musste innerlich schmunzeln.
– Zwei Minuten später
„Waaaaaas? Sag das noch mal Hermine! Das ist nicht dein Ernst – Seit wann?", kreischte Ginny Hermine auf der freien Wiese entgegen, dass Hermine fürchtete, die Neuigkeit wäre bis in den Verbotenen Wald zu hören.
„Seit über einem Jahr", entgegnete Hermine ihrer Freundin.
„Warum hast du nie etwas gesagt?"
„Er wollte es nicht – und ich auch nicht. Es war alles zu neu. Nach allem was wir durchgemacht hatten wollten wir einfach nicht, dass es zu früh publik wird, schon gar nicht für den Tagespropheten."
„Bei Merlins grauem Bart, Hermine, erzähl mir wie er ist! Nicht dass ich ihn je mochte, aber eine gewisse dunkle Aura an ihm lässt sich nicht verleugnen…" Ginnys Augen weiteten sich in Unfassbarkeit. „Wenn Ron das erfährt fällt er tot um."
„Er hat doch jetzt Laura, oder?"
„Er ist nie wirklich über dich hinweg gekommen. Und er hat Snape die volle Schuld dafür in die Schuhe geschoben. Jetzt wird mir alles klar, es lag tatsächlich an Snape, dass du Ron verlassen hast."
„Ginny, Ron und ich sind zu verschieden. Das wurde mir klar, als ich immer mehr Gemeinsamkeiten mit Severus entdeckte. Wir interessieren uns beide für Zaubertränke, Bücher und können stundenlang über einen Versuch reden. Gut, er hat seine Launen und Macken, die wird er vermutlich auch nicht mehr ablegen. Aber ich habe keine Ahnung wie ich wäre, wenn ich all das durchgemacht hätte wie er. Ich liebe ihn."
„Ich glaube das einfach nicht, Hermine! Du siehst so glücklich aus und ich freue mich für dich!"
„Wegen was freust du dich für sie?", fragte Harry, der von den beiden jungen Frauen beinahe unachtsam über den Haufen gerannt worden wäre und nur die letzten Wortfetzen verstanden hatte.
Ginny wusste nicht wie sie reagieren sollte und starrte Hermine hilflos an.
„Es ist in Ordnung, Ginny, erzähle es ihm, aber posaunt es nicht gleich in der großen Halle herum, das wird später ohnehin jeder sehen…", lachte Hermine.
„Das heißt ihr outet euch heute?", fragte Ginny außer sich.
„Wer outet sich?", fragte Harry völlig planlos.
„Um falschen Gerüchten vorzubeugen, nein, ich stehe nicht auf Frauen, Harry. Ginny wird dir alles erklären – wir sehen uns in einer halben Stunde in der Halle", verabschiedete sich Hermine und verschwand in die modrigeren Regionen Hogwarts.
– Während der Feier in der großen Halle
McGonagall beobachtete wie Hermine anmutig mit Harry über die Tanzfläche glitt. Snape dagegen schien schon seit Beginn der Feier vor einer halben Stunde gelangweilt auf sein Essen zu starren.
„Hast du sie je wieder gesehen, Severus?", fragte McGonagall Snape und sah ihn mitfühlend an.
Snape sah von seinem Teller auf und warf McGonagall einen genervten Blick entgegen.
„Ich wüsste nicht, seit wann dich mein Privatleben etwas anginge, Minerva."
„Hermine mochte dich und ich weiß, dass sie dir ebenfalls sehr viel bedeutete. Ich verstehe einfach nicht, warum du nicht über deinen Schatten springen konntest. Noch ist es nicht zu spät…"
Snape sah sie mit kaltem Blick an.
„Es gibt nichts, was ich hierzu zu sagen hätte."
„Du bist und bleibst unausstehlich, Severus. Ich wünschte mir, du würdest das Leben etwas farbenfroher sehen, seit Voldemorts Tod."
„Kümmere dich lieber um deine Gryffindorschäfchen und lass mich in Ruhe."
„Guten Abend", ertönte die freundliche Stimme von Hermine , die urplötzlich aus dem Nichts am Lehrertisch hinter Snape aufgetaucht war.
„Hermine, schön, dich zu sehen, setze dich doch zu uns. Professor Snape ist bestimmt entzückt, einige Worte mit dir zu wechseln", posaunte McGonagall mit neuer Hoffnung für ihr Liebesprojekt.
„Professor Snape, würden Sie mir die Ehre eines Tanzes erweisen?", fragte Hermine.
McGonagall sah Snape scharf an, als wolle sie ihn persönlich verspeisen, falls er Hermines Bitte zu ignorieren wagte. Es war vermutlich nur eine Frage von Sekunden, bis sie ihm unter dem Tisch mit ihren spitzen Schuhen ans Schienbein treten würde.
Innerlich schmunzelte Snape über die tapsigen Versuche, ihn dazu zu bringen, mit Hermine Kontakt aufzunehmen. Äußerlich jedoch behielt er seine eisige Fassade spionsgetreu bei.
„Dass Sie sich mit den Tanzversuchen der Gryffindors nicht zufrieden geben können war abzusehen", keifte er und richtete sich auf, um Hermine mit der Hand an ihrem Rücken auf die Tanzfläche zu schieben.
„Du weißt, ich hasse tanzen", schnappte er, als sie sich weit genug von McGonagall entfernt hatten.
„Du kannst es aber äußerst gut, wie ich aus eigener Erfahrung weiß…"
„Das eine schließt das andere nicht aus… Nach unserem letzten Tanz hast du dich Weasley an den Hals geworfen", schnaubte er, führte Hermine aber gleichzeitig auf göttliche Art und Weise übers Parkett.
„Du bist ein begnadeter Tänzer… Nicht nur ein Tänzer", hauchte Hermine in Snapes Ohr, während sie ihren Körper möglichst unauffällig für Dritte an Snape schmiegte.
„Was willst du von mir? Du musst etwas wollen, sonst würdest du mich nicht mit solch absurden Komplimenten beglücken", sagte Snape.
„Musst du immer gleich slytherinsche Absichten unterstellen? Aber ich gebe es ja zu, ich will etwas von dir, Severus."
Hermines und Snapes Blicke verhakten sich ineinander. Auch über ein Jahr nachdem sie endlich zusammen gekommen waren, liebte Hermine Snape mit jeder Faser ihres Körpers und Geistes. Es hatte zwar immer wieder Rückschläge gegeben, Momente an denen Snape sich selbst anzweifelte und er die Beziehung mit seiner Borstigkeit und seinen Launen ins Wanken brachte. Aber nichts davon hatte das Boot bislang zum Kentern bringen können.
„Willst du mich heiraten?", fragte Hermine.
„Auf Scherzfragen antworte ich nicht", patzte Snape.
Hermine schüttelte den Kopf.
„Es ist mein voller Ernst, Severus. Ich liebe dich und ich spüre ganz tief in mir, dass sich daran niemals etwas ändern wird."
Snape brauchte einen Moment um zu realisieren, dass es sich tatsächlich nicht um einen Witz handelte.
„Du bist verrückt, Hermine. Wir hatten uns darauf geeinigt, deinen Freunden heute reinen Wein einzuschenken, aber alles andere ist der pure Wahnsinn, und du weißt das ganz genau. Magische Ehen sind für immer. Du bist zu jung, Hermine."
Er selbst hätte nie gewagt, ihr diese Frage zu stellen. Obwohl er ihr gegenüber immer sehr dominant auftrat und Sie „besitzen" wollte, hätte er nie den Vorstoß gemacht, sie ein Leben lang an sich binden zu wollen. Auch wenn er dabei litt wie ein Tier, er wollte ihr jederzeit ermöglichen, sich gegen ihn zu entscheiden. Er würde sich mit Weasley und jedem anderen Mann duellieren, der Hermine wollte, aber niemals würde er sie daran hindern zu gehen, wenn es ihre eigene Entscheidung wäre. Und tief in seinem Innern glaubte er immer noch, dass es eines Tages soweit sein würde, dass ihre Liebe für ihn wie eine Quelle in der Wüste versiegen würde. In manchen schwachen Minuten, wenn Hermine unter der Woche vom Studium nicht nach Hause kam, beschlichen ihn diese Gedanken in grausamer Intensität. Sie war jung, wunderschön und intelligent. An der Universität gab es auf jeden Fall adäquate männliche Geschöpfe für sie, die weitaus jünger waren als er, besser aussahen und im Leben viel mehr zu bieten hatten als er.
„Hallo? Sprichst du noch mit mir?", holte Hermine Snape aus seinen düsteren Gedanken und drehte sich weiter im Takt zur Musik. „Ich hatte mir die Antwort romantischer vorgestellt."
„Hat mein bisheriges Verhalten der letzten Jahre dir in irgendeiner Form glaubhaft gemacht, ich sei romantisch?", fragte er giftig.
„Severus Tobias Snape – Willst du mich heiraten?"
Das ruhige Lied, das die große Halle füllte ermöglichte es Snape und Hermine stehen zu bleiben, ohne eine Massenkarambolage auf der Tanzfläche zu verursachen. Langsam drehten sich die anderen um sie herum weiter im Takt, ohne Notiz von ihnen zu nehmen.
„Himmel, Hermine, natürlich würde ich dich heiraten! Allein mein slytherinscher Charakter zwingt mich dazu, diese einmalige Gelegenheit auszunutzen!"
„Das klingt nicht nach einem überzeugenden JA..."
„Bei Merlin, was willst du hören? Ich will dich mit allem was ich bin. Ich kann mir keine andere Frau vorstellen, die es mit mir aushält und gleichzeitig so atemberaubend attraktiv und intelligent ist. Du raubst mir den Verstand, Hermine – auf allen Ebenen gleichzeitig! Trotzdem wirst du dich noch verändern, dein Leben ist noch frisch und unverbraucht. Die ganze Welt liegt dir zu Füßen. Wie kannst du dich ein Leben lang an mich binden wollen?"
„Ich will deine Zweifel endgültig wegwischen, Severus. Ich spüre, wie sehr du mich liebst, mit allem was du tust. Ich sehe aber auch deine Zweifel, die trotz deines Einlenkens in unsere Beziehung niemals ganz verschwunden sind. Du verspannst dich, wenn ich am Montagmorgen an die Universität appariere und bist gelöst, sobald ich am Freitagabend wieder zurückkehre."
Hermine sah Snape noch einmal fragend an. Ohne dass sie ihre Frage wiederholte war sie damit aufs Neue gestellt.
Snape zögerte, eine Flut von Bildern rauschte an ihm vorbei. Langsam verblassten die bewegten Bilder und wichen einem Gefühl der inneren Ruhe. Es war das Gefühl, endlich am Ziel angekommen zu sein. Er wollte Hermine, ein Leben lang, daran gab es nicht den geringsten Zweifel. Noch einmal sah er in diese rehbraunen Augen, die ihn jedes Mal, wenn er mit irgend etwas im Unreinen war, zurück brachten in die Realität, eine Realität, die sich seit Voldemorts Tod in bunten Farben vor ihm ausbreitete. Zum ersten Mal seit er denken konnte, hing er an seinem Leben, er war zufrieden mit sich und der Welt.
„Ja", antwortete er schließlich gerade so, dass Hermine es hören konnte.
Hermines Puls beschleunigte sich. Nur mit Mühe konnte sie sich zurückhalten, ihm an den Hals zu springen vor Freude. Stattdessen besann sie sich auf ihren kleinen Racheplan für McGonagall.
„Ich würde dich küssen aber ich denke, wir können Minerva noch ein wenig hinhalten… Ich habe meine Eule so angewiesen, dass sie ihr einen Brief zustellt, sobald wir uns hier öffentlich küssen. In dem Brief steht, ob sie uns trauen möchte. – Natürlich nur, wenn es dir Recht ist. Sie starrt die ganze Zeit über hierher und ich wette, sie fällt in Ohnmacht, wenn sie gleich den Brief öffnet."
„Du scheinst dir deiner Sache ja sehr sicher zu sein. Ich wüsste nicht, dass ich meine Einwilligung für einen öffentlichen Kuss gegeben habe", sagte Snape mit wieder gewonnenem Sarkasmus.
„Sie erhält einen Brief?", fragte er und musste sich ein Grinsen verkneifen.
Er ergriff mit beiden Händen Hermines Nacken und zog sie in einen leidenschaftlichen Kuss zu sich heran. Dabei drehte er Hermine so auf der Tanzfläche, dass er freien Blick hatte auf den Lehrertisch, wo McGonagall einen Moment später den Brief in ihren Händen hielt… und ihren Mund soweit öffnete, dass ein ganzer Schwarm Tauben darin Platz gefunden hätte.
– 1 Woche nach der Jahresfeier in Hogwarts
„Wen möchtest du als Trauzeugen?", fragte Hermine.
Snape zögerte.
„Malfoy, habe ich Recht?", sprach Hermine ihre Vermutung aus und fühlte gleichzeitig, wie sich ihr Magen zusammenzog.
„Wenn du es nicht möchtest verzichte ich darauf. Ich kann verstehen, dass du nach der Erinnerung, die ich dir gezeigt habe nichts mit ihm zu tun haben möchtest."
„Nein, so ist es nicht. – Können wir ihn gemeinsam besuchen? Ich möchte ihm noch einmal persönlich begegnen. Ich habe ein so zwiespältiges Bild von ihm. Einmal das Monster aus deinen Erinnerungen und dann der Lebensretter. Ohne ihn wäre ich nicht hier."
„Danke, dass du ihm noch eine Chance gibst. Er ist mein Freund, er wird sich benehmen. Und du? Ich hoffe nicht, dass du Weasley als Trauzeugen willst…"
„Ich denke eine Weasley-Frau mit roten Haaren ist akzeptabel, oder?"
In diesem Augenblick flatterte eine Eule mit langem Päckchen umgehängt ans Kerkerfenster. Snape zog die Augenbrauen hoch, als er es öffnete und den beiliegenden Brief las.
„Sehr geehrter Professor Snape,
hiermit erhalten Sie den Zauberstab zurück, der im Rahmen der Festnahme von Trevor Hamilton beschlagnahmt wurde. Die Jahresfrist für die Lagerung von Beweismitteln ist abgelaufen, deshalb geht Ihnen der Gegenstand wieder zu.
Hochachtungsvoll
Ministerium für Zauberei"
„Verdammt, wir werden Lucius auf jeden Fall einen Besuch abstatten", sagte Snape und warf sich seinen Umhang über die Schultern.
„Expelliarmus! Guten Tag, Lucius!", begrüßte Snape seinen Freund an dessen Tür und fing den eroberten Zauberstab galant mit der linken Hand auf.
„Was ist denn das für eine Begrüßung?", fragte Malfoy verdutzt und nahm von Snape seinen eben abgenommenen Zauberstab wieder entgegen.
Hermine starrte Snape mit großen Augen von der Seite an und konnte kaum glauben, dass Snape sich soeben die Berechtigung für den Elder Wand zurückgeholt hatte.
„Das ist eine lange Geschichte, Lucius, von der es besser ist, wenn du sie niemals erfährst… Wie du weißt, sind wir wegen etwas anderem hier", sagte Snape.
Malfoy blickte seinen Freund zwar etwas verwirrt an, schien die Sache aber auf sich beruhen zu lassen.
„Kommt rein."
Sie setzten sich auf die Terrasse im herbstlichen Abendrot mit einem atemberaubenden Blick auf die goldenen Ländereien, während Narzissa sich drinnen um die Getränke kümmerte.
Malfoy schwang selbstsicher ein Bein über das andere und lehnte sich in den Korbstuhl zurück, die Nase weit in den Himmel gerichtet.
„Gott, Severus, du hast sie wirklich rumgekriegt", grinste er und ließ seinen Blick genüsslich über Hermine gleiten.
„Erschrecken Sie nicht, Miss Granger. Ich meine das durchaus positiv. Apropos, ich denke es ist an der Zeit, dass Sie mich Lucius nennen."
Hermine beobachtete diesen in so vielen Farben schillernden Mann.
„Ihr seid ein entzückendes Paar. Ich habe euch damals natürlich nur gerettet, weil ihr mir so unendlich viel bedeutet", sagte Lucius mit diabolischem Grinsen."
Hermine wusste von keinem Wort, das seinen Mund verließ, ob es Wahrheit oder Lüge war. Und sie hatte immer gedacht, sie wäre durch Severus gut vorbereitet.
„Nun gut, ich gebe zu, ich habe deine Vorlage genutzt, um dadurch ebenso meinen eigenen Nutzen daraus zu ziehen. Dafür danke ich dir, Severus."
Malfoy beobachtete jede Regung von Hermine, die nervös in ihrem Sessel hin und her rutschte.
„Severus, willst du nicht einmal nach Narzissa sehen? Ich möchte deine Auserwählte gerne unter vier Augen davon überzeugen, dass ich sie nicht verspeisen werde..."
– 4 Wochen später – Hochzeit
„Ginny, nicht so fest, ich werde vor Sauerstoffmangel bei der Trauung bewusstlos umfallen, wenn du das Kleid noch enger schnürst", keuchte Hermine nach Luft ringend.
„Es muss aber eng sitzen, du siehst göttlich aus!", schwärmte Ginny.
Erbarmungslos zwängte sie Hermine noch weiter in das silbergrau glänzende, äußerst figurbetonte lange Kleid.
„Danke Ginny und jetzt lass mich bitte noch alleine bis es los geht, ich möchte mich noch ein wenig beruhigen. Wir sehen uns in Minervas Büro in einer Viertelstunde."
Nur widerwillig verließ Ginny Hermines Zimmer.
Statt sich auszuruhen und Kraft für die unglaublichste Hochzeit des Jahrhunderts zu schöpfen hatte Hermine nur eines im Kopf, sie schlich auf direktem Weg hinunter in die Kerker.
Snape war überrascht, seine zukünftige Frau in seiner Kerkertür vor ihm stehen zu sehen. Gleichzeitig klopfte ihm seine Männlichkeit auf die Schultern, als er Hermines reizende Weiblichkeit in diesem verboten schönen Kleid betrachtete.
„Ich dachte es bringt Unglück, wenn der Bräutigam die Braut vor der Hochzeit sieht", hauchte Snape und zog Hermine mit seinen Blicken förmlich aus.
Hermine ihrerseits konnte ihre Augen nicht von Snape nehmen. In seiner schwarzen Wildlederhose und einem silbergrauen Hemd sah er unwiderstehlich aus.
„Ich wollte mich nur versichern, dass du nicht den Hinterausgang nimmst und für immer verschwindest", antwortete sie keck und schob Snape mit lüsternem Blick in seine eigenen Gemächer. Snape versuchte vergeblich ihr auszuweichen und ließ sich rückwärts immer weiter drängen, bis er zwangsweise am Sessel im Wohnzimmer zum Stehen kam.
Hermine gab ihm einen Schubs, dass er im Sessel landete.
„Was soll das Hermine? Wir müssen gehen, in zehn Minuten willst du mich heiraten, wenn ich mich recht erinnere."
Doch Hermine ließ sich nicht von ihrer Mission abbringen.
„Das ist das Problem, es sieht immer noch so aus, als wollte nur ich dich heiraten…"
„Du weißt, dass das nicht wahr ist", sagte Snape und kämpfte um seinen Atem.
„Ich könnte mir vorstellen, dass dir diese Lederhose während der Hochzeit ziemlich eng werden könnte…", säuselte sie ihm ins Ohr, während sie sich mit hochgezogenem Kleid auf seinen Schoß setzte und dort kreisende Bewegungen ausführte.
„Vielleicht kann ich vorbeugend etwas dagegen tun?", flüsterte sie.
Snape atmete tief ein, völlig machtlos dagegen, dass in diesem Moment exakt das eintrat, was Hermine gerade beschrieben hatte.
„Lass das, Hermine."
Hermine ließ sich von Snapes Schoß hinunter auf den Boden sinken und begann mit ihren geschickten dünnen Fingern Snapes Hose zu öffnen.
Hermines lodernde Augen verrieten ihm ihre niederen Absichten.
Ein Augenblick später hatte Hermine Snapes steinharte Erregung befreit, was er mit einem erleichterten Aufstöhnen quittierte.
„Du bist die verrückteste Hexe auf Merlins Erdboden!", keuchte Snape, als Hermine ihre Zunge gnadenlos um Snapes Männlichkeit kreisen ließ, um ihn dann so weit sie konnte in sich aufzunehmen.
„Wir werden zu spät kommen, Hermine, du bist wahnsinnig."
Hermine unterbrach ihre Tätigkeit einen Moment, um ihm antworten zu können.
„Ich denke nicht, dass Minerva ohne uns anfängt…", grinste sie und nahm ihren Rhythmus wieder auf.
Snape konnte nicht glauben, was er hier gerade erlebte. Welche verdammte Hexe machte so etwas mit ihrem Angetrauten so kurz vor der Zeremonie in voller Hochzeitsmontur? Bei Merlin, Hermine war sein Untergang. Seine Selbstbeherrschung, einst sein Steckenpferd, schmolz gerade dahin wie ein Eiswürfel in der Hölle. Himmel, diese Zunge, diese Bewegungen… „Hermiiineeee!", war alles was er auf der Welle seiner Erlösung herausschrie.
„Ich wollte dich nur noch einmal mit allen Sinnen fühlen lassen, was du verpassen wirst, wenn du nachher NEIN sagst…", grinste Hermine schelmisch, während sie locker den Zauberstab schwang, um ihre Umgebung von Knittern und Körperflüssigkeiten zu befreien.
Die Trauung fand in McGonagalls Büro statt, schlicht und ohne Kitsch. Nur Narzissa und Lucius Malfoy, Harry, Ginny und Hermines Eltern waren anwesend.
„Ich habe keine Ahnung, was diesen alten Mann im Portrait dazu bewegt seinen Mörder heiraten sehen zu wollen", sagte Snape, als sie leicht verstrubbelt und mit schnellem Atem fünf Minuten zu spät zu ihrer eigenen Trauung erschienen.
Dumbledore lehnte sich in seinen Sessel und griff genüsslich zu einem Zitronendrop.
„Schön, dass ihr euch doch noch entschieden habt, uns bei eurer Hochzeit Gesellschaft zu leisten", rügte McGonagall die beiden mit einem zweideutigen Blick. „Ich denke Albus möchte euch noch etwas sagen, bevor wir loslegen."
Die beiden drehten sich zu Dumbledore, der fast greifbar realistisch auf sie hinabblickte und ihnen ein warmes Lächeln aus dem Portrait entgegen warf.
„Severus, mein Lieber, sei dir versichert, dass ich mir genau das immer für dich gewünscht habe. Ich rechne es dir hoch an, dass ich dabei sein darf, obwohl ich dich nie ganz in meine Pläne eingeweiht habe und dir lange Zeit nicht ganz vertrauen durfte. Du warst trotzdem zu jeder Zeit wie ein Sohn für mich. Wenn ich es mir genau überlege, lag es auf der Hand, dass nur Hermine die Kraft und Ausdauer aufbringen konnte, dich zu deinem Glück zu zwingen. Ihr seid ein wundervolles Paar. Und dass du jetzt Besitzer des Elder Wand bist – ich kann mir niemanden vorstellen, der dieses Zauberstabes würdiger ist als du, ich wünsche euch alles Glück auf Erden."
Ein langer Gedankengang später... mitten in McGonagalls Ansprache...
„Moment mal, Severus, der alte Mann wollte damit aber nicht sagen, dass du mir letzte Woche mit deinem Expelliarmus den Elder Wand…"
Über Lucius Malfoy prasselte die Erkenntnis der letzten Monate wie ein Platzregen herab. Mit einem Mal begriff er all das, was lange Zeit ein Wirrwarr aus unverständlichen Einzelinformationen war. Er hatte immer vermutet, dass dieser knubbelige Zauberstab, den er von Dumbledore kannte und in Trevors Kneipe bei der Entführung wieder gesehen hatte, eine besondere Bedeutung hatte. Trotzdem hätte er niemals eine Verbindung zum Elder Wand geknüpft.
„Tja, Lucius, ich sagte ja, das ist eine Geschichte, die du besser nie erfahren würdest."
Er wandte sich griesgrämig Dumbledores Portrait zu.
„Danke, Albus, dass ich jetzt wieder um mein Leben fürchten muss, weil dieser machtbesessene Slytherin vermutlich keine Gelegenheit auslassen wird, mir den Stab wieder abzunehmen."
„So bleibt uns wenigstens ein wenig Spannung in unserem Leben…", grinste Malfoy hämisch.
Dann verschwand die Zweideutigkeit aus Malfoy.
„Severus, du weißt, ich würde dir nie etwas antun." Er blickte mit ernstem Blick zu Hermine hinüber. „Und deiner Frau ebenso wenig. Ich stehe für immer in deiner Schuld, was du für mich und meine Familie getan hast."
Nur eine Sekunde verging und Malfoys Gesicht nahm wieder die gewohnt teuflischen Züge an.
„Naja, so zum Spaß wäre es natürlich schon möglich, dass ich dich mal duellieren möchte", lachte er nun wieder provozierend und langsam entspannten sich auch die Anwesenden.
„Können wir nun endlich weiter machen, ehe es sich doch noch einer anderes überlegt?", fragte McGonagall in gewohntem Schulleiterton.
10 Minuten später waren Severus und Hermine ohne weitere Zwischenfälle getraut.
