Es war einmal vor langer Zeit, als ein stolzer Bulgare namens Viktor Krums sich auf den Weg machte sein Glück zu finden…

Es war nun schon ein Jahr vergangen. Ein Jahr ohne Harry Potter und den Orden des Phönix. Ein Jahr, wo der dunkelste aller Zauberer die Macht ergriffen hatte und über das Land herrschte. Den großgewachsenen Mann vor dem Spiegel schien das jedoch nur wenig zu kümmern. Er drehte seinen nackten Oberkörper zu allen Seiten und lächelte seinem Spiegelbild selbst narzisstisch entgegen.

Voller Stolz strich er sich über seine muskulöse Brust, die nicht nur Frauen zum Schmelzen brachte.

„Victor, jetzt komm endlich aus dem Bad heraus. Der Dunkle Lord wartet nur ungerne." Genervt verdrehte der Bulgare seine hübschen Augen, ehe er sich ein weißes Hemd überwarf und genüsslich begann, jedes einzelne Knopfloch zu schließen.

Als er aus der Tür trat erwartete ihn schon seine Mutter. Ihre Augen glänzten vor Stolz, als sie ihrem Sohn seinen Zauberstab übergab und ihn fest drückte. „Du machst mich glücklich." Schniefte sie in ihr Taschentuch, als sie ihn noch zur Tür brachte. Kurz drauf verabschiedete sich Victor von seiner Frau Mama und apparierte zur großen Festung des dunklen Lords, der ihn in nur wenigen Minuten erwartete.

Es dauerte keine zwei Stunden, als Victor wieder aus den großen Hallen des Schlosses trat, an seiner Seite eine junge Frau von nicht einmal 20 Jahren und er mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ziemlich beeindruckt von seiner neuen Errungenschaft betrachtete er seine Begleiterin. Hermine Granger, schon vor dem Krieg begehrt von vielen Männern, schien selbst in diesem letzten schweren Jahr gereift und schöner geworden zu sein. Ihre kastanienbraunen Locken verliehen ihrem herzförmigen Gesicht eine gewisse Schönheit, die man nicht bei vielen Frauen fand. Ihre durchdringenden braunen Augen wirkten stark und klar. Nie hätte der Bulgare gedacht, solch einen Goldschatz mit nach Hause zu bringen. Mit der begehrtesten Frau des Landes, gerade nach dem Fall Harry Potters.

„Hermine, du kannst gar nicht glauben, wie sehr ich mich freue, dich als Geschenk erhalten zu haben." Etwas irritiert blickte die Frau ihn an. In ihrem Blick lag Verwirrung und eine kaum verhohlene Abneigung. „Dann ist heute wohl dein Glückstag." Murmelte sie abwesend und wandte ihren Blick zurück auf die Ländereien die etwas in der Ferne lagen. Ohne noch lange zu zögern schnappte Krum aufmunternd ihre Hand und zog sie mit sich Richtung Ausgang. Kurz nachdem sie appariert waren und in der Innenstadt von London steckten führte sie der Quidditchspieler zum tropfenden Kessel.

„Ich habe keinen Hunger." Wand sich Hermine, als sie vor der Tür des alten Pubs standen. „Wir müssen ja auch nicht groß etwas essen gehen. Ich habe nur vor, einige Tage mit dir in London zu verbringen." Schleimig lächelte er sie von der Seite an und gab ihr einen kleinen Klaps auf den Hintern. Bereits jetzt gereizt von der Anwesenheit des „achso tollen Frauenschwarms" trat sie in den schlecht beleuchteten, verrauchten Pub, in dem sich einige wenige Leute tummelten.

Als man Hermine Granger an der Seite von Victor Krum erkannte, ertönte ein leises Gemurmel und viele Augenpaare wandten sich zu den zwei Berühmtheiten um. Unter den Blicken der Besucher fühlte sich Hermine ziemlich unwohl. Sie ließ sich von Victor zu einem kleinen Tisch in der Mitte des Saals führen und setzte sich sogleich.

Mit bemüht selbstbewusstem Blick überflog sie die Anwesenden. Einige Todesser erkannte sie, die sie mit durchdringenden Blicken musterten. Sogar einige ehemalige Schüler. Als sie die Tische auf der rechten Seite überflog strahlte ihr ein Augenpaar entgegen. Sofort begann ihr Herz wie wild gegen ihren Brustkorb zu schlagen. Stahlgraue Augen, wie der Himmel über dem Meer an einem stürmischen Tag.

Sogleich verabschiedete sie sich kurz von Krum mit der Ausrede, sie wolle sich im kleinen Bad etwas frisch machen. Alle anderen Anwesenden ignorierend blickte sie noch einmal zu dem jungen Mann und huschte dann die Treppe zu den Zimmern nach oben. Keine zwei Minuten später trat der großgewachsene Blondhaarige um die Ecke. Kurz blieb er stehen. Sie sahen sich an und betrachteten einander als sähen sie sich zum ersten Mal. Dann lächelten beide und ehe ein Wort gefallen war fielen sie sich stürmisch in die Arme. Fest drückte der Mann die junge Frau an sich und sog ihren Duft, den er beinahe ein Jahr nicht mehr wahrgenommen hatte, in sich auf.

Seine Hand verwickelte sich mit ihrem braunen, dichten Haar und seine andere strich sanft an ihrem Rücken entlang. „Hermine." Murmelte er an ihren Hals und klammerte sich noch näher an sie.

Langsam lösten sie sich von einander. Hermine strich ihrem Liebsten über das markante Gesicht und hielt an seinem Kinn inne. Augenblicklich verfielen sie in einen leidenschaftlichen, stürmischen Kuss und jeder der beiden versuchte, in dem Körper des Anderen zu versinken.

Minuten vergingen, in denen sie nicht von einander ablassen konnten. Als Hermine ihre Gefühle jedoch wieder beisammen hatte, schob sie ihn leicht von sich, so dass er ihr in die Augen sehen konnte. „Du musst mich tauschen." Die Situation nicht ganz begreifend starrte Draco sie nur fragend an. „Was meinst du mit tauschen?" Tief holte Hermine Luft, um ihm die Situation schnellstmöglich zu erläutern. „Ich wurde vom Dunklen Lord an Victor Krum verschenkt. Ich bin sein Eigentum, solange er mich nicht tauschen will." Besorgnis machte sich in ihrem Gesicht breit. Ob Draco sie immer noch so stark liebte, dass er alles dafür hergeben würde?

Sie nickte zu ihrem Ring an ihrer linken Hand. „Solange ich diesen Ring trage, bin ich sein Besitz."

Ihre Stimme war leiser geworden und sie wagte es kaum ihren Blick zu heben. Als sie jedoch weiche Hände an ihrem Kinn spürte, die ihren Kopf nach oben schoben, blickte sie hoffnungsvoll in die grauen Augen des blonden Mannes. Sein Blick war kühl und er dachte angestrengt nach. Kurze Zeit später zeichnete sich ein listiges Lächeln auf seinen Zügen ab und er küsste sie sanft auf den Mund.

„Mir ist da schon was eingefallen."

„Na gut, ich willige ein." Der ernste Blick Ginny Weasleys musterte das zufriedene Paar. Von dem Glück der beiden angesteckt brachte sie selbst ein kleines Lächeln auf ihren Lippen zu Stande.

„Aber nur wenn ihr mir versprecht glücklich zu sein. Ich will mich nicht umsonst in die schleimigen Hände dieses Frauenheldens übergeben." Vom Dank der beiden Liebenden überschüttet, beschloss Ginny, das Ganze möglichst schnell hinter sich zu bringen und wurde von den beiden in die Einzelheiten des Planes eingeweiht.

Strahlend vor Schönheit trat Ginny in einem aufreizenden Kleid und mit einer komplizierten Flechtfrisur durch die Tür in das Zimmer, das bis auf drei Personen und eine staubige Couch leer war. Hermine hatte Viktor nach oben gelockt und ihm gesagt, eine Überraschung für ihn zu haben. Da saß er nun, völlig baff von der Erscheinung der jüngsten Weasley und gleichermaßen verwirrt. „Hermine, was für eine Art von Überraschung meinst du?" Mit einem hörbaren Seufzer setzte sie sich mit etwas Abstand neben Krum auf das breite Sofa. Draco stand keine drei Meter entfernt und betrachtete die Situation etwas angespannt. „Viktor, seit unserem letzten Treffen in Hogwarts sind Jahre vergangen. Ich bin älter geworden, habe mich verändert und ich habe mich verliebt. „In mich?" Platzte der Bulgare begeistert heraus und funkelte sie mit seinen dunklen Augen an. Etwas geschockt von seiner Annahme schüttelte sie nur hastig den Kopf. „Nein, nein. Ich habe mich nicht in dich verliebt, sondern in jemand anderen." Enttäuscht ließ der breitschultrige Mann seine Schultern hängen. Draco trat währenddessen hinter Hermine und legte ihr Kraft gebend eine starke Hand auf die Schultern.

Auch wenn Krum nicht der Hellste war, erkannte er, was Hermine meinte und zog eine traurige Grimasse. „Aha, also der Malfoy da." Das Paar nickte. „Nun gut, du gehörst aber mir Hermine, daran kann ich nichts ändern." Erwiderte er trotzig und schien von der ganzen Situation sehr beleidigt.

„Deswegen haben wir einen kleinen Handel." Schaltete sich nun Draco ein und deutete auf das hübsche Mädchen auf der anderen Seite des Zimmers. „Ginny und ich sind verlobt. Doch ich habe nur Augen für Hermine und Ginny nur Augen für dich. Was hältst du davon, wenn wir einen kleinen Tausch vornehmen." Mit einem gespielt freundlichen Lächeln blickte der Blonde zu dem nun aufmerksamen Bulgaren auf der Couch. „Ich bekomme von dir meine Hermine und du erhältst im Gegenzug die dich vergötternde Ginny. Sie ist übrigens auch eine Berühmtheit und sogar Reinblut."

Bei jedem Wort schienen die Augen von Viktor Krum größer zu werden. Wie leicht es doch war ihn von einer Sache zu überzeugen, die nur teilweise zutraf. Ginny stand da in ihrem aufreizenden Kleid und versuchte den muskulösen Mann verführerisch anzulächeln, was ihr auch ganz gut gelang. Für einen Moment dachte sie, Sabber aus seinem Mundwinkel tropfen zu sehen. „Einverstanden." Erwiderte der Mann nur, ohne seinen Blick von ihren Brüsten zu nehmen, die in diesem Kleid sehr gut zur Geltung kamen.

Ohne groß zu fackeln stand Hermine auf und hielt Viktor ihre Hand hin. Mit einem einfachen Zauberspruch löste er den Bann, der Hermine an ihn band und entfernte sogleich den Ring von ihrem Finger. Ginny streckte ihre Hand im Gegenzug dafür aus und erhielt die schwere Bürde, nun sein neues Eigentum zu sein. Ehe sich das neue Paar von den Beiden verabschiedete, flüsterte Hermine Ginny noch schnell ins Ohr „Wir holen dich da wieder raus."

Es war nicht mal eine Stunde vergangen, als Ginny von einer kleinen Eule eine Nachricht überbracht wurde.

Ginny, wir haben eine Idee,

mach ihn wütend auf dich! Gib vor, Stimmungsschwankungen oder ähnliches zu haben.

Wir schicken dir Jemanden vorbei, der ihn wirklich über alle Maßen vergöttert.

Viel Glück

H & D

Lächelnd las sich die ehemalige Griffindor den kleinen Zettel ein weiteres Mal durch. Die letzten 60 Minuten mit ihm waren schon eine Qual gewesen. Allzu lang hätte es Ginny nicht mehr mit ihm ausgehalten. Vor allem, da er die ganze Zeit jedes seiner tollen Quidditchspiele wiederholte. Mit einem bösen Funkeln in den Augen drehte sie sich zu dem berühmten Sucher um, der nach wie vor von Bulgarien gegen Frankreich schwärmte und die ankommende Eule gar nicht mitbekommen hatte. „Hör auf." Forderte Ginny ihn auf, seiner Schwärmerei ein Ende zu bereiten.

„HÖR AUF!" Stieß sie dann mit ihrer lautesten Stimme hervor, als er sie immer noch nicht gehört zu haben schien.

Verwundert und dümmlich starrte er ihr entgegen. „Deine stundenlangen Vorträge über Quidditch gehen mir gehörig auf die Nerven. Sucher da, Schnatz dort, Pokal da. Kannst du dich eigentlich auch noch über irgendetwas anders unterhalten als Quidditch? Gibt es für dich noch eine Welt da draußen? Gott, ich find dich einfach nur niveaulos. Wie soll ich es mit dir denn aushalten, wenn du nur Interesse für dich selbst hegst. Kannst du dich überhaupt an meinen Namen erinnern? Oder hast du den jetzt auch schon wieder vergessen! Ich kann mit dir nichts anfangen. Du bist dumm und lächerlich. Einen Mann stellst du für mich nicht dar. Ich will das hier beenden und zwar sofort." Ginny hatte sich völlig in Rage geredet und im Unterbewusstsein musste sie zugeben, dass ihr das wirklich Spaß machte, ihn so zu beleidigen. Viktor hatte nur mit offenem Mund zugehört und schien nun den Tränen nahe. Noch nie war er von einer Frau so abgelehnt worden. Entgeistert und sprachlos saß er da, sein Mund zuckte merklich nach unten und ehe noch etwas Schlimmeres passieren konnte, krachte die Tür auf und eine kreischende Lavender kam ins Zimmer gestürmt.

„Wo ist er?" Schrie sie völlig aus der Puste. Ginny war vollkommen überrascht von der plötzlichen Erscheinung der nervigen Tratschtante, dass sie vor Schreck etwas zurück stolperte. Dann erinnerte sie sich an den Brief von Hermine und musste sich ein Lachen verkneifen.

Die großbusige Frau hüpfte aufgeregt auf den nach wie vor sitzenden Krum zu, der nun total überfordert, die neue Person im Raum betrachtete. Ehe er auch nur eine weitere Aktion durchführen konnte fiel das Mädchen vor ihm auf die Knie und legte ihre Hände mit den langen, sorgsam manikürten Fingernägeln auf seinen Oberschenkel. „Oh, über alles geliebter Viktor Krum. Ich wusste, dass der Tag kommen würde, an dem wir uns persönlich kennen lernen. Ich werde alles, alles für dich tun, was du von mir verlangst." Süßlich lächelnd strahlte Lavander ihre große Liebe an, während Ginny es wirklich schwer viel ihren Mund nicht zu öffnen, um das Lachen heraus zu lassen. Viktor, von dichten Wolken ihres betäubenden Parfüms eingehüllt, schien mit der ganzen Situation überfordert und brachte kein Wort heraus. So dachte sich Ginny, dass sie noch einen obendrauf setzten sollte. „Und siehst du." Begann sie ihren neuen Redeschwall. „Ich soll dein Anhängsel sein, wenn dir jede andere Frau hinterher gafft?! Was erwartest du von mir? Soll ich dir die Scheiße unter dem Arsch wegwischen, während du dich mit deinen Fans begnügst? Du bist widerlich, einfach nur abstoßend." Lavender lief bei diesen Worten rot vor Zorn an, sprang auf und richtete ihren Zeigefinger bedrohlich auf Ginny. „Lass ihn in Ruhe. Du weißt doch gar nicht, wie schwer er es eigentlich hat. Er ist ein guter Mensch und du hast ihn nicht verdient. Ich bin viel mehr wert als du dumme rothaarige Schlampe." Das schien ja richtig lustig zu werden, dachte sich Ginny und grinste in sich hinein.

„Ich und ein schlechter Mensch. Er ist ein schlechter Mensch." Sie deutete anklagend mit ihrer Hand auf den bulgarischen Nationalspieler. „Er hat sich der bösen Seite zugewandt. Er ist ein elender Feigling und sieht dabei nicht einmal wirklich gut aus." Da riss auch endlich der Faden Viktors.

„Ginevra, was soll das heißen? Sehe ich nicht gut genug aus?" „Oh doch mein Honigtörtchen, bezaubernd siehst du aus, wie immer." Wisperte Lavender ihm träumerisch zu. „Nur diese dumme Nuss sieht es nicht. Du hast sie nicht verdient" Keifte sie Ginny an, die das Gefühl hatte ihr Ziel bald erreicht zu haben. „Aber…" Krum wollte etwas sagen, doch Lavender hielt ihn mit dem Wink ihrer Hand zurück. „Liebster, wir sollten zusammen sein. Diese Weasley hast du nicht verdient."

Innerlich klopfte sich Ginny auf die Schultern und wäre am liebsten vor Freude in die Luft gesprungen. Das lief ja alles glänzend! Sie musste nach diesem Tag unbedingt mit Hermine und Draco reden und sie fragen, wie sie diese Sache mit Lavander so geschickt eingefädelt hatten. Vielleicht hatten sie ihr einen heimlichen Liebestrank verabreicht?! Sie konnte sich einfach nicht erklären, wie jemand so vernarrt in einen Mann sein konnte.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals mit Lavender einer Meinung sein würde, aber ich stimme ihr vollkommen zu. Wir sollten das beenden." Mit hochmütigem Blick betrachtete sie, die sich abwechselnde Züge, Viktors. Dieser war hingerissen zwischen Unentschlossenheit, Wut und Geschmeichelt-sein.

„Ähm…" „Gut, dann ist das ja geklärt." Schloss Ginny das Gespräch ab, ohne auf seine vollständige Antwort zu warten. Ging auf ihn zu, streckte ihm ihre Hand entgegen und wartete darauf, dass er ihren Ring abnahm. Lavender wusste zwar nicht genau, was vor sich ging, aber zu sehen, wie ihr Angebeteter dieser rothaarigen Versagerin den Ring abnahm, erfüllte sie mit Genugtuung. Mit hoffnungsvoller Miene sah sie ihn an und ihre riesigen, feuchten Augen schienen förmlich darum zu betteln, selbst diesen Ring tragen zu dürfen.

„Du hast wirklich einen tollen Körper Vicki. Wir sind das perfekte Paar. Du der begabteste Quidditchspieler aller Zeiten und ich eine hübsche Maid, die dir eine treue Ehefrau sein wird." Missgelaunt verzog Krum sein Gesicht zu einer säuerlichen Grimasse. Auf der Parkbank sitzend fummelte seine neue Begleiterin an seinen Händen herum und kritisierte seine mangelnde Nagelhygiene. Viktor Krum liebte es, vergöttert zu werden, aber dieses Brustmonster war wirklich das letzte, mit dem er Zeit verbringen wollte. Zudem wollte sie sich nicht einmal anfassen lassen. Immer wenn er versuchte, ihre Oberweite zu berühren, stieß sie ihn kichernd von sich und sagte „Erst zur Hochzeit."

So lange konnte er nicht warten. Er musste sich etwas anderes suchen. Am Besten gleich das erste, was den Eingang des Parks betrat, egal ob Jungfer oder Witwe, selbst ein Hund wäre ihm lieber.

Gespannt starrte er auf den Eingang der kleinen Grünlandschaft. Und tatsächlich, keine 10 Minuten waren vergangen, als eine ziemlich dürre Frau den Weg betrat. Ihr Auftreten wirkte teilnahmslos und etwas in Gedanken versunken, aber lieber das als dieses geschwätzige Biest an seiner Seite.

Hastig sprang er auf. „Was ist denn los mein Schatz." Fragte Lavender besorgt, doch schon lief der große Mann in Richtung der Frau, die den Park gerade betreten hatte.

Erst als er kurz vor ihr zum Stehen kam, blickte ihm eine etwas ältere, schrullige Schachtel entgegen. Ihre großen runden Brillengläser ließen ihre Augen dahinter doppelt so groß wirken und an ihrem knochigen Hals, sowie Armgelenken waren hunderte von kleinen Kettchen und Talismanen angebracht. „Wer sie auch immer sein mögen, helfen sie mir dieses Mädchen los zu werden." Flüsterte er ihr entgegen, bevor Lavender an seiner Seite erschien und sich schnell in seinem Arm einhakte.

„Oh, Professor Trelawney, wie ich mich freue sie hier zu sehen." Die alte Lehrerin, die angeblich eine Nachfahrin der berühmten Hellseherin Kassandra sein sollte, lächelte freundlich zurück. „Ah, meine gute Lavender Brown, ich wusste, dass ich ihnen heute hier in diesem Park begegnen würde." Ihre verrauchte Stimme ließ Viktor bereits jetzt schon müde werden. Aber lieber war er müde als genervt.

Er hoffte nur, dass diese Professorin…wie auch immer sie hieß, ihn zuvor verstanden hatte und ihm aus der Klemme helfen würde.

„Wissen sie es schon Professor? Ich und Viktor Krum sind verlobt. Sehen sie nur den Ring, den er mir zum Zeichen seiner Liebe geschenkt hat." Voller Stolz hielt sie ihre Hand nach vorne und zeigte den eher schlichten, fast hässlichen Ring ihrer ehemaligen Wahrsagelehrerin.

„Allerdings, ein sehr schöner Ring." Musterte die schrullige Frau das Anhängsel an den kleinen Wurstfingern und strich sanft darüber.

Begeistert hüpfte Lavender auf und ab. „Oh Professor, würden sie ihren Segen über uns sprechen? Ich will das diese Ehe gut verläuft." Krum verdrehte nur entgeistert die Augen und gab der Professorin mit einem panischen Blick zu erkennen, dass er diese Ehe überhaupt nicht wollte. Zudem stand das doch nicht einmal zur Debatte. Was sich Mädchen immer gleich einbildeten, wenn sie einen Ring geschenkt bekommen hatten.

„Das ist natürlich möglich, nur brauche ich einen Gegenstand, der sie beide zusammenhält" Ohne, dass Lavender etwas mitbekam, löste Viktor den Bann um den Ring und löste ihn schleunigst von ihrem Finger. „Hey." Maulte diese und wollte ihn sich wieder schnappen, doch er entgegnete hastig: „Keine Sorge, das ist der Ring der uns verbindet." Mit einem zufriedenen Lächeln nickte diese nur.

Trelawney wollte den Ring in ihre Handfläche legen, doch Krum steckte ihn ihr gleich auf den Finger. „Für eine stärkere Wirkung" zwinkerte er Lavender zu, die verständnislos daneben stand.

Gleich musste er rennen, dachte er sich und überlegte kurz, wie er es am klügsten anstellte, bis zur Appariergrenze zu gelangen. Leise flüsterte er wieder den Spruch, der nun die alte Schrulle an ihn band und ehe auch nur irgendein Wort des Segens gesprochen war, schubste Viktor die an seinem Rockzipfel hängende Lavender ins Gras und schnappte sich die verwirrte Lehrerin, um mit ihr Richtung Ausgang zu rennen. Hinter sich vernahm er nur das Kreischen einer stinkwütenden Lavender, die ihm hinterher jaulte.

„Mein lieber Junge, das habe ich jetzt nicht verstanden. Miss Brown war doch eine tolle Wahl, warum der plötzliche Umschwung?" Mit zusammengefalteten Händen saß die ältere Frau auf einem Stein mitten im Wald und beobachtete den auf und ablaufenden Mann. Dieser schien vollkommen in Gedanken versunken zu sein und überlegte sich einen Weg, wie er nun weiter verfahren sollte.

„Mein Junge, jetzt erzähl mir doch erst einmal, warum es dich in diese Situation verschlagen hat."

Krum hatte noch nicht viele Worte mit ihr gewechselt, aber sogleich wurde ihm klar gemacht, dass er es mit einer Wahrsagerin zu tun hatte. Also kniete er sich wehmütig vor sie und erzählte ihr seine Geschichte. Erst wie er vor den Dunklen Lord trat und für seine Bemühungen Hermine Granger erhielt, wie er sie wiederum verlor und im Gegenzug Ginny Weasley bekam. Da er mit ihr jedoch einige Differenzen hatte, hatte er sich entschlossen Lavender für sich zu nehmen, die ihm jedoch schnell auf die Nerven gefallen war und er nun sie, Professor Trelawney an sich gebunden hatte.

Aufmerksam hatte die Lehrerin ihm zugehört und ihre Miene veränderte sich kein einziges Mal. Sie lächelte ihn nur immer stets freundlich an und verfolgte jedes seiner Worte. Niedergeschlagen endete er und wartete auf eine Entgegnung ihrerseits.

„Mein lieber Junge. Ich bin nicht die Richtige für dich, das sehe ich. Auch wenn es mich sehr schmeichelt, dass du dich für mich entschieden hast." Kurz verwirrte Krum die Annahme, dass sie ernsthaft glaubte, sie sei die beste Wahl gewesen die er finden konnte.

„Ich sehe, dass die Richtige nicht weit entfernt ist und wenn du bereit wärst meine Hilfe anzunehmen, können wir sie gemeinsam finden." Kurz musste der breitschultrige Mann über das Angebot nachdenken, doch einer Wahrsagerin konnte man schließlich nur vertrauen. Eilig nickte er und sogleich begaben sie sich auf den Weg.

„Das ist sie!" Flüsterte Professor Trelawney, als sie auf dem Maskenball angekommen waren. In einem roten Festumhang, der seine bereiten Schultern betonte, einer prächtigen goldenen Maske vor dem Gesicht und einem verführerischen Duft stand er an eine Säule gelehnt in der Ecke und betrachtete das Spektakel, welches sich ihm bot. Professor Trelawney stand hinter einem Tresen versteckt mit einer Cherryflasche in der Hand und deutete vielsagend auf eine schlanke Gestalt im grünen Kleid. Den Ring in seiner Hand verborgen schritt er auf die sich im Takt wiegende Unbekannte zu. Als er vor ihr zum Stehen kam, beugte er sich tief hinunter und hauchte ihr einen Kuss auf den Handrücken. Geschmeichelt von der Geste des Mannes versuchte sie sich ungalant an einem kleinen Knicks. „Oh hübsche Frau, darf man um ein Tänzchen bitten?" Mit einem leisen Kichern bejahte sie seine Frage.

Nach einiger Zeit, in der er sie völlig mit seiner charmanten Art in seinen Bann gezogen hatte, holte er den Ring hervor. „Meine unbekannte Schönheit, lasst mich als Dank für diese wunderbaren Augenblicke diesen Ring als Zeichen meiner ewigen Verbundenheit überreichen." Ihre Augen glänzten durch die silberne Ballmaske, als er ihr sanft den Ring auf den Finger schob. „Nun sind wir auf ewig mit einander verbunden." Vollkommen überwältigt von seinen Avancen stolperte sie in seine Arme und küsste seinen Hals. „Ich bin übrigens Pansy, Pansy Parkinson." Mitten in der tiefen Umarmung hielt er versteinert inne. Pansy Parkinson? War das nicht dieses hässliche Mädchen, was er einst in Hogwarts gesehen hatte? Ihr abstoßendes Mopsgesicht war ihm noch tief in Erinnerung geblieben.

Ängstlich schob er ihre Maske beiseite und tatsächlich, es war das Mopsgesicht. Er versuchte sich an einem Lächeln, was mehr in einer schmerzhaften Grimasse endete. Er streifte ihr unbemerkt den Ring wieder vom Finger und verschwand schnell in der Dunkelheit.

Torkelnd wankte er durch die Straßen der schlafenden Stadt und gönnte sich abermals einen ausgiebigen Schluck aus seiner geklauten Flasche Feuerwhiskey. Heute war echt nicht sein Tag, beschloss er. Völlig trunken ließ er sich auf der Schaukel eines kleinen Spielplatzes nieder, die unter seinem Gewicht ächzend nachgab. Leise trällernd summte er ein Lied, was er einst in einem Muggelradio gehört hatte. In seinem abwesenden Zustand nahm er nur unbewusst war, dass sich eine weitere Person neben ihn auf die Schaukel setzte. Erst als diese ebenfalls in sein Lied einstimmte, sah er auf. Durch die Dunkelheit die ihn umgab, konnte er nur schemenhaft eine großgewachsene, schlanke Frau erkennen. „War ihr Tag genau so beschissen wie meiner?" Er prostete ihr mit seiner Feuerwhiskeyflasche zu, was sie nur mit schon einer halb gelehrten Wodkaflasche nickend erwiderte. Kurz darauf waren sie schon in ein angeregtes Gespräch über Porzellangeschirr vertieft. Viktor hatte noch nie das Gefühl gehabt, von jemand so gut verstanden zu werden wie von Petunia Dursley. In jeder Hinsicht, was das Porzellangeschirr anging, waren sie einer Meinung. Es schien als seien sie Seelenverwandte. Stunden vergingen und die Themen wurden immer tiefer und persönlicher. Von der Unterwäsche ihres Exmannes bis hin zum Düngermittel ihrer Pflanzen floss das Gespräch und der Alkohol brannte in ihren Kehlen. Viktor war entschlossen, sie war die Richtige. Es konnte kein Zufall sein. Er stand auf, ging auf sie zu, kniete sich vor ihr nieder und fragte sie: „Petunia, wolln sie misch eiraten?" Zitternd hielt er den Ring in seinen Händen und reichte ihn ihr hoch. Die Muggelfrau fiel auf die Knie, nahm seine Hände in ihre und flüsterte ihm zu: „Nischts lieber als dassss."

Die ganze Nacht hatten sie Arm in Arm knutschend im Sandkasten verbracht. Die Sterne schienen über ihnen zu kreisen und der Mond lächelte auf sie herab. Als die Sonne aufging und Krum aus seinen tiefen Schlaf erwachte, spürte er zuerst einen gigantischen Kater. Er spuckte etwas Sand aus und wälzte sich zur Seite. Lächelnd betrachtete er den schmalen Rücken und die Bilder der letzten Nacht glitten vor seinem inneren Auge vorbei. Als sie sich jedoch umwandte und er ihr veraltetes Pferdegesicht erblickte, erstarrte sein Lächeln zu Eis und wich einem entsetzten Blick. Gott war er dicht gewesen. Schockiert sprang er auf, musste sich jedoch gleich wieder setzten, da der Alkohol vom Vorabend nach wie vor in seinem Magen rumorte. Verschlafen und voller Sand setzte sich die knochige Hausfrau auf und starrte benommen zu dem jungen Bulgaren hinauf. „Willst de schon loss?" Fragte sie ihn lallend. Der Angesprochene konnte nur nicken, hob seine Hand zum Abschied und drehte sich um. Ehe er jedoch mehr als einige torkelnde Schritte tun konnte, wankte ihm eine vom Alkohol noch benebelte Petunia hinterher und ergriff seine breiten Schultern. „Warte doch." Bat sie ihn, über jede Silbe stolpernd. Voller Wut auf sich selbst, wieder eine Niete gezogen zu haben, drehte er sich abrupt um und stieß die Frau angeekelt von sich. Er hatte nicht bemerkt, dass unweit von ihnen ein steinender Brunnen stand und Petunia direkt darauf zu taumelte. Ehe er sie am Handgelenk festhalten konnte, fiel sie schreiend in die Tiefen des Lochs und verschwand.

Als er nach Hause kam, schien er erleichtert wie noch nie zuvor. Nie hatte er sich so frei und glücklich gefühlt. Endlich waren die Strapazen vorbei und er musste nie wieder ein Geschenk des Dunklen Lords annehmen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute….

Anmerkung der Autoren: Um die Stimmung Viktors besser verständlich zu machen empfehlen wir an dieser Stelle folgendes Lied:

Pharrell Williams - Happy

Was passierte mit den anderen Charakteren:

Hermine und Draco: Heirateten glücklich und bekamen drei stolze Kinder (Erik, Magnus und Berenike)

Ginny: Outete sich als Lesbe und hatte seit diesem Tag nie wieder Probleme mit Männern

Lavender: Gründete einen Anti-Viktor Krum-Fan-Club und organisierte Demonstrationen gegen Quidditch

Professor Trelawney: hatte so viel Spaß am Verkuppeln gefunden, dass sie eigene Blinddatepartys veranstaltete

Pansy Parkinson: war so niedergeschlagen, dass sie als Alkoholikerin endete und wöchentlich in Entzugskliniken erschien

Petunia Dursley: saß seit dem Tag, an dem sie in den Brunnen geschubst wurde dort unten und wartete auf ihren Retter in dem roten Umhang

Es spielten mit:

Hans im Glück: Viktor Krum

Lehrmeister: Lord Voldemord

Gold: Hermine Granger

Pferd: Ginny Weasley

Kuh: Lavender Brown

Schwein: Professor Trelawney

Gans: Pansy Parkinson

Stein: Petunia Dursley

Mutter: Viktors Mutter