Oliver ließ vor Schreck seinen Bogen fallen. Er konnte nicht glauben was er da gerade gehört hatte. Connor erzählte wie er sich in den abgesperrten Bereich hinter dem Luftschiff geschlichen hatte, wie er mit dem Feuerlöscher seine Angreifer abwehrte und was er auf der Karte gesehen hatte. Fassungslos starte Oliver seinen Sohn an. Die anderen hörten von der anderen Seite des Raumes zu waren ebenfalls überrumpelt. Grinsend erwartete Connor nun das sein Vater ihm gratulieren würde. Stattdessen war er überrascht von dem was nun geschah...
„DU HAST WAS?" schrie Oliver. „CONNOR, WIE KONNTEST DU NUR!"
Die anderen waren ebenfalls nicht sonderlich begeistert. Connors gute Laune wich auch sofort wieder.
„CONNOR... Wieso? Wenn sie dich erwischt hätten? Sie hätten dir etwas angetan. Schlimmer noch... die beiden waren womöglich völlig unschuldig. Wir haben keinerlei Beweise das die Frau darin involviert ist." sagte Oliver wütend. „Das war fahrlässig und leichtsinnig!"
„Connor, wieso bist du so versessen darin das die Böse Frau was damit zu tun hat?" fragte Felicity ruhig.
„Sie hat heute gesagt... Das 'hier' Handlungsbedarf besteht. Und das sie heute etwas tun werden. Die haben so ein Zeug in den Zeppelin getan das sie dann über der Stadt raus werfen und wollen nur noch mehr Leute töten." erzählte Connor. „Ich hab ein Foto! Und die haben ne Karte gehabt. Da war das Haus hier markiert."
„Connor, das hättest du nicht tun sollen!" schrie Oliver.
„Aber, ich..."
„Das reicht! Geh nach oben! Auf dein Zimmer!" sagte Oliver und wies auf die Treppe.
„Aber heute Abend passiert etwas! Die Dicke-Böse-Frau will hier etwas abziehen..."
„Connor, sie ist sauber! Glaub mir, wir haben Sie schon überprüft. Sie hat keinerlei Verbindung zu dem Ganzen. Du wirst sie gefälligst in Ruhe lassen. Und jetzt Marsch nach oben..."
„Aber..."
„SOFORT!" brüllte Oliver wütend.
„Das ist gemein!" sagte Connor und stand auf um traurig nach oben zu gehen.
Die anderen drei konnten nicht glauben was gerade geschah. So wütend hatten Sie Oliver lange nicht erlebt. Oliver war enttäuscht. Aber auch besorgt. Er konnte sich nicht vorstellen was passiert wäre wenn die beiden ihn festgehalten hätten. So einen Leichtsinn hatte er lange nicht miterlebt.
„Oliver?" sagten alle drei Anwesenden verlegen.
„WAS?" brüllte er.
Erschrocken wichen alle drei zurück. Oliver hatten einen Gesichtsausdruck als ob er ihnen gleich einen Pfeil verpassen wollte.
„Er wollte doch nur Helfen!" sagte Felicity und versuchte Oliver zu beruhigen.
„Er hat zwei Menschen mit einem Feuerlöscher angegriffen!" sagte Oliver immer noch wütend.
„Vielleicht hat er..." begann Diggle, doch Oliver unterbrach ihn.
„Vielleicht hätte ein gewisser Jemand, der heute die Aufsicht über ihn hatte, ihn nicht einfach allein lassen sollen!" sagte Oliver nun wütend zu Diggle.
„Er sagte er müsse aufs Klo und die waren..."
„Und die waren was?"
„AUS! Ruhe jetzt! SOFORT!" schrie nun Felicity die sich zwischen die beiden stellte. „Vielleicht sollten wir uns wenigstens das Foto ansehen das Connor gemacht hat."
Was keiner in der Villa zu diesem Zeitpunkt merkte war das etwas großes und schweres mit einem lauten Plätschern im Pool landete. Nur Roy hörte das irgendetwas war und schloss das Fenster. Was außerdem keiner merkte war das Connor noch auf der Treppe war und mithörte...
„Ich... Ich... Will einfach nicht das ihm irgendetwas passiert!" sagte Oliver dessen Wut sich in Sorge und Verzweiflung wandelte.
„Oliver, das ist ja klar. Aber es war trotzdem nicht gut gleich so zu Explodieren!" sagte Felicity. „Klar, er hat einen Fehler gemacht. Und klar, er hätte nicht davonlaufen und so leichtsinnig sein sollen..."
Während Felicity redete fing draußen im Pool das Wasser an zu blubbern...
„...aber du musst bedenken: Er wollte uns nur helfen."
„Ich weiß! Ich weiß ja!" sagte Oliver. In diesem Moment sahen die anderen das Connor im Flur stand. „Ich muss dafür sorgen das so etwas nicht noch einmal passiert!"
Diskret versuchten die anderen ihn durch Handzeichen zum Schweigen zu bringen und ihm klarzumachen das er ihnen zuhörte. Doch Oliver beachtete dies gar nicht. Connor trat einen Schritt nach vorne und kam aus seinem Versteck. Oliver merkte immer noch nichts.
„Es ist gut das seine Mutter ihn Morgen abholen kommt. Im Moment ist es vielleicht doch das beste wenn er nicht hier ist."
Die anderen waren entsetzt als sie Connors Gesichtsausdruck sahen. Felicity hob die Hand und zeigte ganz diskret zu Connor rüber.
„Oliver... Er hat das gehört!" flüsterte sie.
Erschrocken drehte sich Oliver um und sah zu Connor der ihn völlig entgeistert ansah. Oliver rutschte das Herz in die Hose als Connor sah dem die Tränen in die Augen schossen und der traurig die Treppe rauf rannte.
„Oh, mein Gott! CONNOR! CONNOR WARTE! DAS HABE ICH NICHT SO GEMEINT!" schrie Oliver entsetzt und folgte Connor nach oben.
Draußen im Pool wurde das blubbern immer stärker...
Oliver rannte die Treppe nach oben und suchte nach Connor. Er sah überall in dessen Zimmer und im Schrank nach und fand ihn nicht. Dann sah er in den anderen Räumen nach. Die Villa war groß. Auch wenn Oliver nur noch vier Zimmer nutzte. Es gab dutzende Zimmer, die auch noch immer noch verwüstet oder voller beschädigter Möbel waren unter denen er sich hätte verstecken können. Connor konnte an mindestens hundert verschiedenen Orten sein. Connor lief durch die Gänge und fand am anderen ende des Ganges eine schmale Treppe die auf einen der Dachboden führten. Connor stieß die Tür am oberen Ende auf und schloss sie wieder hinter sich. Hier in völliger Dunkelheit ließ er seinen Tränen freien lauf...
„CONNOR!" rief Oliver während er Zimmer für Zimmer gründlich absuchte. „CONNOR! Das habe ich nicht so gemeint!"
Felicity, Diggle und Roy kamen die Treppe rauf und sahen wie aufgelöst Oliver war. Alle drei waren von dem was gerade war sichtlich mitgenommen.
„Alles okay?" fragte Roy.
Oliver drehte sich zu Ihnen um und alle konnten sehen das auch er den tränen nahe war. „NEIN, ES IST NICHTS OKAY! Ich habe es geschafft! Ich habe es geschafft das mein Sohn sauer auf mich ist. Wollt Ihr wissen wie sich das anfühlt? Es fühlt sich scheiße an! Jetzt weiß ich wie sich meine Eltern fühlten als ich ihnen Kummer gemacht habe... Aww... Connor, wo bist du?"
Connor bekam von all dem nichts mit. Er kauerte sich auf dem dunklen Dachboden zusammen und weinte. Er war sich nicht bewusst wo er war bis er einen Lichtschalter fand. Der Dachboden war mehrere Hundert Quadratmeter groß und war mit Dutzenden Kisten und älteren Möbeln voll gestellt. Trotzdem war die Freie Fläche immer noch groß genug um überall bequem herum rennen zu können. Connor lief ein bisschen umher und sah sich um...
„Ich kann ihn nicht finden!" sagte Oliver deprimiert.
„Oliver, dein Haus hat mehr Zimmer als so manches Dorf Einwohner! Er muss hier sein. Weit kann ein siebenjähriges Kind, das sich hier selbst nicht auskennt, kaum sein." sagte Felicity und nahm ihn an der Hand um ihn zu beruhigen.
Draußen im Pool war das blubbern schon so stark das das Wasser aus dem Pool quoll und sich über die Terrasse verteilte. Eine Windböhe blies etwas durch ein einen Spalt breit offenen Fenster in den Gang in dem das gesamte Team gerade nach Connor suchte.
„Riecht ihr das auch?" fragte Roy dem der Geruch erschreckend bekannt vorkam.
Die anderen beachteten ihn nicht. Nur Diggle gab einen kurzen Kommentar ab: „Nicht jetzt Roy!"
„Dieser Geruch! Dieser Geruch nach..." Roy musste auf einmal gähnen. „...aw... Wasch... mittel!"
Roy fühlte sich auf einmal so schlapp. Es war als ob das eigentlich sehr leichte Kostüm plötzlich einen Zentner wog. Diggle fühlte sich auch sehr schummerig.
„Ach Roy..." begann Diggle und musste auch gähnen. „... vielleicht ist dieser Waschmittel... geruch ja nur... Einbildung..."
„Hey, was ist den mit euch los?" fragte Felicity die aus einem der Zimmer kam und die beiden müden Männer sah.
Oliver kam nun auch aus einem der Räume den er auf den Kopf gestellt hatte und stellte sich zu den anderen. „Habt ihr ihn gefunden?"
In diesem Moment blies eine weitere Windböe noch etwas ins Haus. Die anderen beachteten es nicht weiter.
„Oliver..." sagte Roy und gähnte erneut. „... findest du nicht auch das es... hier... gääähhhnnn... wie in einer Waschküche riecht?"
Oliver bekam die Frage jedoch nicht wirklich mit. Auch erfühlte sich auf einmal nicht sehr wohl. Felicity kippte leicht zur Seite und hatte das Bedürfnis schlafen zu gehen. Sie hielt sich den Kopf während alles anfing zu kreisen.
„Vielleicht... Sollten wir lieber weiter... nach Connor suchen!" sagte Oliver der nun auch gähnen musste. Sein Körper fühlte sich auf einmal so schwer an. Als ob er schlagartig 100 Kilogramm zugenommen hatte.
„Ja... aww... das wäre... das Beste!" sagte Felicity und taumelte zu Oliver an dem sie sich abstützte. „Vielleicht sollten wir... aber... an einem... gäähhn... anderen Ort suchen."
Verschlafen schleppten sie sich zusammen zu jenem 'anderen Ort' der für alle einstimmig Olivers Bett zu sein schien. Keiner konnte mehr klar denken.
„Gähhnnn... Warum bin ich den auf einmal so müde? Ich... muss doch nach Connor sehen. Ich muss... mich... gähhhnnn... doch noch bei ihm ent-... schuldigen." murmelte Oliver als er die Tür zu seinem Zimmer öffnete und ebendiese wieder schloss als alle drin waren. „Seine Mutter hatte recht... gääähnnnn... Ich bin ein... Raben... vater."
Noch ahnte keiner von ihnen das die geschlossene Zimmertür, die Oliver schon nach seiner Rückkehr von der Insel hatte verstärken lassen, ihnen heute Nacht das Leben retten würde.
„Du bist kein Rabenva... ter... gääähhhhnnn... Du bist wegen heute nur etwas... überfordert..." sagte Felicity und warf sich um Oliver.
„Danke Felicity... Weißt du was... du bist die einzige... die mich immer aufbaut... Ich lie... be dich!" sagte Oliver wobei er sich auf sein Bett fallen lies.
„Ich liebe... dich auch!" murmelte Felicity wobei sie sich neben Oliver aufs Bett fallen lies. „Vom ersten... Mo... ment an... gähhhhnnn... seit du... den... zerschossenen Laptop... gebracht hast!"
Diggle und Roy taumelten auch zum Bett und ließen sich fallen, direkt neben die beiden anderen.
„Wurde endlich mal... gähhnnn... Zeit das ihr beide es einseht!" murmelte Diggle noch bevor er einschlief.
So lagen die vier nebeneinander zusammen in Olivers Bett und wanderten auch sofort ins Land der Träume...
Über ihnen, bekam Connor nicht mit was sich gerade unten abspielte. Nachdenklich sah er sich in dem Staubigen und von Spinnweben durchzogenen Raum um. Kisten voller alter Kleider von Olivers gesamter Familie und Möbel die zum Teil noch den Vorbesitzern der Villa gehörten. Ein Sammelsurium aus 9 Jahrzehnten seit die Villa gebaut wurde. Connor fand ein altes großes Schwarzweißbild auf dem die Villa zu sehen war. Darunter in Großen Buchstaben war das Jahr 1921 angegeben. Also das Baujahr der Villa.
Connor lief weiter. Ein Karton mit der Aufschrift Oliver erweckte seine Aufmerksamkeit. Der Karton war nicht so angestaubt wie der Rest. Also war neulich erst jemand an diesem und hatte ihn bewegt. Connor kniete sich nieder und öffnete den Karton. Connor fand mehrere eingerahmte Fotos und zwei Fotoalben. Connor zog eines heraus und war überrascht. Anstelle von Fotos waren die Seiten mit Zeitungsartikel und Bildern aus Magazinen bespickt. Connor sah sich die Fotos an. Auf einigen war Oliver zu sehen wie er betrunken in der Öffentlichkeit war. Die Zeitungsartikel waren ebenfalls alles andere als Positiv. Die Artikel schilderten Skandale, öffentliche Fehltritte, Gerichtsverfahren und andere Dinge auf die niemand Stolz wäre. Connor hatte das Oliver-Queen-Skandal-Archiv seiner Großmutter Moira entdeckt.
Connor geriet nun erstmals ins Grübeln und erinnerte sich an die Vorwürfe die seine Mutter seinem Vater gemacht hatte als er damals bei ihnen war...
Einige Kilometer weit weg, auf einem Dach, lies sich der wartende Quentin Lance auf einer Mülltonne nieder um sich etwas auszuruhen. Die beiden Krücken an die er noch für ein paar Wochen angewiesen sein sollte hatte er im Auto gelassen. Er wollte standhaft bleiben und vor Arrow einen auf gesund und Stark machen. Nun bereute er es.
Nachdem er aus dem Koma erwachte lag er noch zwei weitere Wochen im Krankenhaus, welches er erst kürzlich verließ. Obwohl ihm der Arzt sagte er solle noch mindestens zwei Monate warten bis er wieder arbeitet konnte er nicht. Er musste arbeiten. Es hielt ihn am Leben. In seiner Wohnung hielt er es nicht aus. Die Beförderung für seinen Einsatz während des Angriffs der Mirakuru-Armee nahm er dankend an. Auch wenn er bis jetzt hauptsächlich am Schreibtisch hockte und erst wieder im Außeneinsatz war seit diese Vorfälle anfingen.
Quentin sah sich um. Es war eine laue Nacht. Und ruhiger als sonst. Es gab Gerüchte das die Menschen sich vorbereiteten wieder Fluchtartig die Stadt verlassen zu müssen. Der Schaum der heute aus der Kanalisation drang hatte die Menschen verunsichert. Jetzt kam das Pflanzensterben im Umland hinzu. Quentin sah ungeduldig auf seine Uhr. Felicity hatte ihm erzählt, das Arrow ihr gesagt hatte, das er ihn um 23 Uhr genau hier treffen wollte. Jetzt war es fast Mitternacht. Sonst war Arrow immer pünktlich. Eine ganze Stunde Verspätung war unüblich. Während er überlegte ob er es bei Felicity versuchen sollte blickte er gen Himmel wo er den hell erleuchteten Zeppelin von der Flugshow auf seinem nächtlichen Rundflug erblickte.
„10 Minuten geb ich ihm noch! Danach ist Schluss!" sagte Quentin übelgelaunt und sah auf seine Uhr. Das Arrow im Reich der Träume wallte, wenn auch unfreiwillig, ahnte er nicht.
Währenddessen blätterte sich Connor durch die vielen Fotoalben die er noch in den anderen Kartons fand. Es waren die ersten Fotos die er von seinen Großeltern sah. Auch wenn er noch nicht wusste wer diese Leute waren. Es waren Fotos von Gemeinsamen Reisen. Von Oliver und Thea aus ihrer Schulzeit. Warum alle Schüler das gleiche trugen verstand er nicht. Er hatte noch nie eine Schuluniform gesehen. Doch langsam überkam ihn die Müdigkeit. Schließlich war es schon fast Mitternacht und er war immer noch wach. So stand er auf und sah sich erneut um. Ein etwas älteres Sofa stand verstaubt und voller Dreck am anderen Ende des Raumes. Es war nicht gerade einladend hier. So lief er etwas mehr umher und fand einen großen alten Sessel in dem er sich hinein kuschelte und sofort die Augen schloss... doch Schlafen konnte er nicht.
So müde wie er auch war, der Gedanke daran das sein größter Held ihn scheinbar nicht mochte raubte ihm den Schlaf, auch wenn er er doch noch nach ein paar Minuten endlich einschlief...
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