Oliver lief durch die Dunkelheit. Er war komplett in weiß gekleidet und trug sonst nichts bei sich. Sein Atem hallte durch die Dunkelheit als ob er in einem riesigen leeren Raum stünde. Dann sah er Sandra vor sich. Die jüngere Sandra von 2007!

„Oliver, ich habe schlechte Nachrichten! Ich habe das Kind verloren!" sagte sie wobei ihre Stimme ebenfalls durch den Raum hallte.

Sandra schien davon zu treiben wobei sie sich zur Seite drehte und Oliver deutlich ihren Babybauch erkennen konnte.

„Sandra, warte..." rief Oliver doch sie war schon verschwunden. Als er weiter lief sah er sie wieder, auf einer Liege, die Beine auf zwei Steigbügel gelegt, schwitzend und schwer atmend. Ein Mann im Arztkittel und mit Mundschutz stand bei ihr.

„PRESSEN!" rief er.

Sandra stieß einen markerschütternden Schrei aus. Oliver war entsetzt. Er wollte hin. Schließlich war es die Geburt seines Kindes. Doch er kam nicht vom Fleck. Er rannte und kam trotzdem nicht vom Fleck.

„Pressen!" rief der Arzt erneut und wieder schrie Sandra entsetzlich.

Oliver rannte. Doch er kam nicht vom Fleck. Dann hörte er ein Baby schreien. Sein Sohn war geboren.

„Meinen Glückwunsch Sandra. Es ist ein Junge!" sagte der Arzt und überreichte Sandra ein in ein grünes Tuch gewickeltes Baby. „Wo ist der Vater?"

„Es gibt keinen!" sagte Sandra ganz lapidar und presste den kleinen Säugling an sich.

Oliver fühlte sich so glücklich war aber verletzt von dem was sie gerade gesagt hatte. Doch dann schien das Bett in dem die beiden lagen langsam immer weiter davon zu gleiten. Wieder fing er an zu rennen doch er kam nicht an. Dann fand er sich in einer Art Sporthalle wieder. Um ihn herum waren überall Leute. Die Halle war für ein Fest Dekoriert und eine Bühne war aufgebaut auf der viele Schüler ihre Abschlusszeugnisse bekamen. Oliver las das Banner: „ABSCHLUSSKLASSE 2025"

„Und nun, die Abschlussrede. Dieses Jahr gehalten von Connor Hawke!" sagte ein Mann im Anzug und ein 18 Jähriger Connor lief in Abschlussrobe auf die Bühne.

Oliver applaudierte. Er trug nun einen Anzug und war stolz seinen Sohn da oben zu sehen.

„Danke,... danke!" sagte Connor mit seiner 7-jährigen Stimme. „Heute ist ein wichtiger Tag in unserem Leben. Ich und wir auch alle sind sehr froh und stolz heute hier zu sein. Besonders freue ich mich das heute alle hier sind die wir Lieben, besonders meine Mutter..." sagte Connor und Oliver sah das eine nun wesentlich ältere Sandra neben ihm saß und weinte. „... und mein Vater..." Als Connor diese drei Worte sagte verzog er entsetzt das Gesicht. „...Wo... ist er?" flüsterte er geschockt.

Oliver sah zu Sandra rüber die erneut ganz lapidar den Kopf schüttelte und einen auf unschuldig machte. „Kannst es dir doch denken!"

„Aber er hat es doch versprochen!" sagte Connor während über ihm eine Art Wolke wuchs aus der es auch noch anfing auf ihn zu regnen. Gelächter machte sich breit. Die Leute fingen an mit dem Finger auf ihn zu Zeigen. Verzweifelt versuchte Oliver auf sich aufmerksam zu machen. Doch er brachte keinen Pieps heraus. Connor schien allein auf der Bühne zu sein. Alles um ihn herum wurde schwarz. Nur die Wolke aus der es unaufhörlich auf ihn hinab regnete blieb da... „Aber er hat es doch versprochen!"

Oliver fiel. Es war als ob er schwerelos war während er sich nun in einem anderen Festsaal befand. Ein nun etwa 30-jähriger Connor stand im Smoking von seinem Stuhl auf. Neben ihm eine Braut mit Schleier vor dem Gesicht und Sandra saß auch am Tisch.

„Vielen Dank! Ich bin wirklich überwältigt das ihr alle so zahlreich zu einem der wichtigsten Momente in meinem Leben gekommen seid." sagte der Erwachsene Connor.

Oliver hörte Applaus aus dem Off. Er applaudierte auch. Bis zu dem Moment als die Braut sich zu Connor hinüber lehnte und ihm etwas sagte. „Welcher von denen ist nochmal dein Vater!"

„Keiner! Mein Vater hat mir schon als kleiner Junge gesagt das er mich nicht bei sich haben will." sagte Connor.

Die Braut fing an sich vor lachen zu schütteln. Auch die Hochzeitsgäste schienen anzufangen zu lachen. Wieder wurde Connor so trübsinnig...

„NEIN!" schrie Oliver. „Ich bin doch hier!"

„Ach, ja! Auf einmal!" hörte Oliver Connor sagen und drehte sich blitzschnell um. Ein nochmal um ein paar Jahre gealterter Connor stand mit einem Baby in einem von Fliesen gespickten Raum. „25 Jahre! 25 Jahre bekomme ich nur von dir zu hören ich solle nach Hause gehen. Und auf einmal tauchst du auf. Du hast mir das Herz herausgerissen!"

„Connor! Ich weiß, ich habe dich verletzt." sagte Oliver wobei seine Stimme immer dünner wurde. „Es tut... mir... l... l..."

„Was?"

„Ich wollte nur gerne... Meinen Enkel mal sehen!"

„Kann dich ja wohl schlecht davon abhalten." sagte Connor und reichte ihm das kleine Geschöpf. Oliver nahm sein Enkelkind das sofort anfing zu weinen. Sofort entriss Connor Oliver das Baby. „Du Rabenvater! Du bringst wirklich alle zum heulen! Du willst mich nicht... also will ich dich auch nicht! Kein Wunder das Tante Thea auf nimmer wiedersehen abgehauen ist."

Oliver hatte das Gefühl gerade einen Herzinfarkt zu erleiden. Wieder schien er zu fallen. Es war als würde er sich wie wild im Kreis drehen. Sein Blick wurde verschwommen. Dann lief er wieder einen Gang entlang. Alles war dunkel. Bis auf eine Lampe die ein Bett beleuchtete. Daneben ein etwa 50-jähriger Connor der die Hand einer alten Frau hielt die im Sterben lag.

„Du warst die einzige... Die wirklich aller einzige die jemals für mich da war, Mom!" sagte Connor. „Du bist immer für mich da gewesen. Nicht so wie manche anderer..."

Oliver konnte fühlen wie Connors Blick ihn durchlöcherte. „Aber ich habe doch..." begann Oliver, doch wieder wurde seine Stimme immer leister bis er schließlich verstummt war.

Oliver schien erneut zu fallen. Bis er einen alten Mann sah. In der gleichen Kleidung in der er Connor das erste mal traf. Ein grünes T-Shirt und eine von Grasflecken übersäte Jeans.

„Connor?" fragte Oliver. „Was ist los mit dir?"

„Ich bin allein!" sagte der etwa 70 bis 75-jährige Connor. „Ich bin ganz allein und habe niemanden. Keine Mutter mehr, meine Frau hat mich verlassen, meine 4 Kinder sitzen alle in Manga Parbat bei der Liga und versuchen auf böse weise dich nachzueifern und du bist ja sowieso nicht hier. Du bist niemals da. Erinnerst du dich nicht an das was du gesagt hast."

„Doch! Und es wird mich für immer verfolgen!" sagte Oliver. „Wenn ich könnte würde ich es anders sagen. NEIN! Es Rückgängig machen!"

„Dan tu es!" sagte der alte Connor und stand auf.

Oliver sah den alten Mann aufstehen. Langsam schien dieser jünger zu werden und wieder zu dem kleinen siebenjährigen Jungen zu schrumpfen den er so sehr liebte. Auch wenn er ihn nicht so lange kannte. Als Connor endlich wieder sieben war nahm Oliver ihn in den Arm doch Connor schien ihm wieder zu entgleiten.

„NEIN! BITTE! Connor, verzeih mir!" rief Oliver doch Connor trieb davon. „Connor, verzeih mir! VERZEIH MIR!"

Oliver riss die Augen auf und blickte auf die Decke seines Zimmers. Schweiß rann ihm das Gesicht runter. Er atmete schwer und ihm brummte der Schädel. Sein Körper fühlte sich so unglaublich schwer an, als ob er auf einmal das vierfache wog. Langsam realisierte er das er in seinem Bett war. Er schlug die Hände aufs Gesicht wobei er merkte das er noch seine Handschuhe trug. Dann sah er auf seine Arme und sah das er sein Kostüm trug. Dann viel ihm der Arm auf der auf seiner Brust lag und er sah nach rechts zu Felicity, die noch immer friedlich neben ihm schlummerte und sich an ihn kuschelte.

„Felicity!" flüsterte Oliver und versuchte sie vorsichtig aufzuwecken. „Felicity, wach auf!"

Felicity maulte als sie langsam aufwachte und mit ihrem Arm über Oliver glitt wobei sie lächelte. „Hmm... nicht jetzt Oliver! OLIVER?"

Felicity riss die Augen auf und merkte sofort was sie gerade tat. Kreischend wich sie von ihm ab, wobei sie auf Roy landete der auch sofort aufwachte und aus dem Bett flog. Diggle, der links von Oliver lag wachte in diesem Moment ebenfalls auch. Gegenseitig schrien sie sich alle gegenseitig für ein paar Sekunden an.

„WAS GEHT HIER VOR?" schrie Felicity, die sich abtastete um sicherzugehen das sie noch angezogen war.

„Was ist passiert?" fragte Roy.

„Awww... mein Kopf!" beklagte sich Diggle und rutschte vom Bett. „Was haben wir gestern Abend eigentlich gemacht?"

„Ich... weiß nicht! Das letzte woran ich mich erinnere ist das wir nach Connor gesucht haben. Aber wie sind wir hier gelandet?" fragte Oliver und sah die anderen an.

„Wir sind noch angezogen. Also ist nichts passiert!" sagte Felicity. „Nicht das nichts nichts passiert ist... ich meine es muss ja was passiert sein. Schließlich würden wir sonst nicht hier zusammen liegen. Ich meine alle zusammen nicht nur... wir beide."

„Aber was ist dann..." begann Oliver, wurde aber dann unterbrochen als er eine bekannte Stimme schreien hörte.

„OLIVER!" schrie jemand und Oliver erkannte das es Laurel war. Verwirrt quälte sich Oliver aus dem Bett nachdem Diggle ebenfalls von der Matratze gerutscht war. Zusammen schleppten sie sich zur Tür durch die Laurel völlig aufgelöst hereinstürmte. „Oliver?! Bist du okay? Was treibt ihr hier?"

„Gar nichts!" sagten alle vier gleichzeitig und sahen sich aneinander verwirrt.

„Mein Vater hat mir erzählt das 'Arrow' heute Nacht nicht zum Treffen gekommen ist. Ich bin gekommen um nachzusehen ob alles in Ordnung ist." erzählte Laurel. Sie redete wild und schnell. „Dann fahr ich die Auffahrt rauf und alles ist abgestorben. Und dann dieses komische Zeug hinter dem Haus... Was ist hier heute Nacht vor sich gegangen?"

„Was? Was für ein komisches Zeug?" fragte Oliver verwirrt und folgte Laurel aus dem Zimmer.

Auf dem Dachboden, erwachte auch Connor aus seinem Schlaf und streckte sich. Durch die kleinen Fenster im Dach schien das Sonnenlicht herein. Er wusste nicht wie lange er geschlafen hatte. Doch er erinnerte sich an das was gestern war und merkte das unten wild geredet wurde...

„LOS, LOS, LOS!" rief Laurel während sie Oliver durch den Gang scheuchte. „Sag mal, hast du in dem Kostüm etwa geschlafen?"

„Ja! Aber was ist eigentlich los?" fragte Oliver während sie an einem Fenster ankamen dessen Vorhänge zugezogen waren.

„Guck doch mal raus! Dann siehst du was ich meine!" sagte Laurel.

Die anderen kamen auch gerade. Immer noch konfus über das was gerade vor sich ging schob Oliver die Vorhänge zur Seite. Was er sah schockierte Ihn.

Anstatt seines Gartens, sah er lediglich ein weißes Zeug auf dem Glas.

„WAS ZUM... LAUREL, WAS IST DAS?" schrie Oliver.

„Ich weiß nicht! Aber es riecht irgendwie wie Wäsche!" sagte sie.

Oliver stieß das Fenster auf. Das weiße Zeug war irgendwie glibberig, so das das Fenster, das sich nach außen öffnete, durchging wie nichts und das weiße Zeug sich sofort über Oliver ergoss als es unaufhaltsam in den Gang floss.

„AAAGGHHH... WAS ZUM TEUFEL IST DAS?" schrie Oliver während ihm das weiße Zeug um den Körper floss und ihn bis zur Brust eingrub. „WO KOMMT DAS HER?"

Erschrocken wichen die anderen zurück um nicht auch von dem weißen Zeug begraben zu werden das langsam zum Stillstand kam und nun fast eineinhalb Meter hoch um das Fenster im Gang stand.

„WOW... Den Geruch kenne ich!" sagte Roy der auf einmal Hellwach war. „Das ist das Zeug das in den Glades durch die Gullys kam!"

„Was? LOS RAUS HIER!" rief Oliver und stampfte aus dem Schaumberg während er die anderen nach draußen scheuchte.

Während sie die Treppe runter rannten öffnete am anderen Ende des Ganges Connor langsam die Tür die zur Treppe zum Dachboden führte. In der Ferne sah er nun das weiße Zeug das sich in den Gang ergossen hatte und nun langsam über den Boden floss. Ungläubig lief er näher zu dem Zeug...

Eine Etage weiter unten rannten Oliver und die anderen durch das Haus. Im Wohnzimmer und im Esszimmer waren alle Fenster ebenfalls dicht. Durch eine kleine Seitentür in dem schmalen Gang zwischen Küche und Esszimmer stürmten sie nach draußen und rannten um den Flügel in dem das Esszimmer war um das ganze Ausmaß zu sehen. Ungläubig starrten sie auf den rund 10 Meter hohen Berg aus weißem Schaum der sich da erhob wo einst die Terrasse und der Pool waren.

„Oh mein Gott!" stammelte Diggle. „Habt ihr jemals so etwas gesehen?"

„Nein! ABER DAS DA!" sagte Felicity und wies auf den Rasen und den Garten.

In einem Umkreis von rund 40 Metern um den Schaumberg waren alle Pflanzen abgestorben. Der ohnehin verwilderte Garten war nun nicht mehr als eine riesiges Feld giftigen Kompost. Über all dem thronte der Schaumberg der sich um die Rückseite der Villa schmiegte und einen beißenden Geruch in die Luft abließ. Oliver rannte zu dem Schaumberg und sah sich das Zeug genauer an. Es war nichts weiter als Schaum. Einfach nur Schaum.

„Wo kommt dieses Zeug bloß her?" fragte er entsetzt bevor er sich an das erinnerte was Connor ihm Gestern Abend gesagt hatte. „Aww... Connor hatte recht! CONNOR HATTE RECHT! CONNOR, WO BIST DU?"

Oliver rannte an den anderen vorbei die immer noch ungläubig den Berg und das abgestorbene Gras anstarrten. Er rannte zurück ins Haus und durch das Esszimmer zurück zur Treppe und nach oben. Er hielt inne als er Connor im Gang stehen sah. Dieser stand etwa einen Meter vor der Schaumlawine im Gang und starte das weiße Zeug an.

„CONNOR! FASS DAS ZEUG NICHT AN!" schrie Oliver wobei sich Connor erschrocken umdrehte.

Oliver lief zu ihm rüber und umarmte ihn. Oliver war voller Schaum und schmierte Connor nun ach damit voll. Doch das interessierte ihn nicht. Er war nur froh das er okay war.

„Oh, Connor... Es tut mir so leid! Du hattest die ganze Zeit recht! Es tu mir so leid das ich dich angeschrien habe! Es tut mir so leid!" sagte Oliver und umarmte Connor unaufhörlich. Er war froh das ihm nichts passiert war. Und nach dem was er letzte Nacht geträumt hatte wollte er nicht das sich Connor von ihm ausgestoßen fühlte. Connor war, sollte Thea wirklich endgültig abgehauen sein, die einzige Familie die er noch hatte. Er wollte für ihn da sein. Egal was war.

Connor war immer noch überwältigt. Zeitgleich erinnerte er sich auch an seine Worte. „War das die böse Frau?"

Oliver wollte gerade antworten als Roy anfing zu schreien: „OLIVER!" Roy rannte die Treppe rauf, die Hände voller Schaum. „Oliver, das ist das gleiche Zeug das ich gesehen habe. Das was in der Kanalisation war! Aber das brennt nicht so auf der Haut wie das andere!"

„Aber es hat trotzdem alle Pflanzen abgetötet!" fügte Felicity, die die Treppe rauf gekommen war, hinzu.

„Das ist das Giftige Zeug?!" sagte Connor. „Müssten wir dann nicht alle tot sein?"

„Oh... Connor, sag so was nicht... Aber du hast recht!" sagte Oliver wobei ihm der abgestorbene Fikus im Flur auffiel. „Wie haben wir das überlebt?"

„Naja..." begann Felicity und dachte nach. „Die Fenster waren zu! Wir haben wen es hoch kommt nur eine Nase voll davon abgekriegt. Vielleicht sind wir deshalb plötzlich so todmüde gewesen. Die andere Tür war auch zu, also... hatten wir wohl einfach nur Schwein. Und Connor...? Wo warst du eigentlich?"

„Oben!" sagte er knapp und wies auf die Tür am anderen Ende des Ganges.

Oliver dachte nach. Die einzige die ihm jetzt noch einfiel war die Seifenfabrikantin die gestern Vormittag da war. „Connor, die Dicke-Böse-Frau, was hat sie genau gesagt? Sag mir alles was du herausgefunden hast... und Zeig mir das Foto das du gemacht hast!"

Connor trug die Einwegkamera, mit der er das Foto gemacht hatte die ganze Zeit mit sich herum. Es war ein Film drin der erst entwickelt werden musste. Das bedeutete das es etwas Zeit dauern würde bis sie es sehen konnten. Doch Oliver glaubte seinem Sohn nun jedes Wort. Für ihn stand nun fest: Die Böse Frau war an allem schuld.

„Connor, komm mit! Wir fahren nochmal zum Geheimversteck... Und diesmal, darfst du wirklich alles sehen..."

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