Alle hielten sich fest während das gesamte Luftschiff laut krächzend in die Höhe stieg. Es war ein Wunder das sie noch halbwegs ganz waren und noch nicht explodierten obwohl dutzende Stromkabel gerissen waren und die Funken von der Decke regneten. Die riesigen Wasserstofftanks über ihnen schienen den Aufprall auf die Bergspitze unbeschadet überstanden zu haben während der Rest des Luftschiffs schwere strukturelle Schäden davongetragen hatte und jeden Moment drohte auseinanderzubrechen.
Oliver packte sich Connor und hielt ihn ganz fest damit dieser nicht durch das große Loch im Boden ins Freie fiel. Unter ihnen sahen sie das Trümmerfeld das sie hinterlassen hatten: Das Führerhaus mit der gesamten Gondel und einen Großteil des Passagierraums. Der Lärm der laufenden Motoren drang durch die Luft während ihnen der Wind um die Ohren blies.
Quentin, der sich ohne seine Krücken eigentlich gar nicht auf den Beinen halten konnte, schleppte sich zu den Anderen. Er hatte höllische Schmerzen im ganzen Körper und wünschte sich, er hätte auf Laurel gehört und wäre noch ein paar Tage zuhause geblieben. Jetzt war er hier: „Wir müssen landen!"
„Alle Steuerelemente sind zerstört!" rief Arrow. „Wir müssen einen anderen Weg finden!"
„Und welchen?" fragte Quentin.
„Hat es hier denn vielleicht Fallschirme?" fragte Arsenal.
„Vielleicht!" sagte Arrow und stand auf wobei er Connor in den Arm nahm. „Auf jeden Fall müssen wir dieses Ding runter bringen bevor das Gift austritt."
Fast wie aufs Stichwort ertönte ein lauter Schlag von hinten. Ein weiteres Stahlseil war gerissen und lautes krachen erfüllte das Luftschiff. Zusammen liefen sie nun wieder nach vorne. Das Luftschiff war wieder extrem hecklastig und der Gang nach vorne führte steil Bergauf. Roy stützte Quentin ab und Oliver trug Connor nach vorne wo sie durch die Tür gingen und fast wieder durch ein Loch im Boden nach unten fielen. Hier waren sie nun direkt über der Stelle an der früher die Gondel war. Auch hier war der Boden stark beschädigt. Zusammen kletterten sie umher und suchten nach etwas brauchbarem. Während sie immer höher stiegen…
Am Boden beobachteten Diggle und Felicity vom Wagen aus die sich anbahnende Katastrophe. Sie passierten auf einem unbefestigten Waldweg das Trümmerfeld und versuchten das Luftschiff so gut es ging zu verfolgen. Auch wenn sie keinen Kontakt zu allen hatten so wussten sie eins: Oliver muss sich und Roy irgendwie befreit haben. Er hatte bis jetzt alles überlebt!
„Wohin fliegen die den?" fragte Felicity als sie den auseinanderfallenden Zeppelin sah.
„Wer weiß? Aber ohne Steuerung können die eh nichts ausrichten." erklärte Diggle.
Die Außenhülle des Luftschiffs fiel in Fetzen vom Himmel herab. Stühle und kleinere Metallteile folgten. Der Kombi schleppte sich quälend über die matschige Straße.
„Wenn das Gas, oder was auch immer dann da raus kommt, in der Höhe austritt… wir nicht nur die Stadt sondern vielleicht der ganze Bundesstaat desinfiziert!" realisierte Felicity.
Im Luftschiff währenddessen fanden alle das wonach sie dringend gesucht hatten: Fallschirme! Roy riss das Sicherheitsband auf und 5 Fallschirme kamen zum Vorschein die alle vor ihnen auf den Boden fielen. Oliver gab Connor sofort einen und sah sofort, dass er viel zu groß für Connor war. Er würde ihn festhalten müssen beim Sprung. Er half zunächst Quentin seinen Fallschirm anzulegen. Die ganzen OP-Narben die er hatte schmerzten nun umso mehr. Auch Roy legte sich seinen Fallschirm um und Oliver kontrollierte, das beide auf richtig saßen.
„Das habe ich noch nie gemacht! Wissen Sie auch was sie da tun... Vergessen Sie es! Sie wissen ja immer was Sie da tun!" sagte Quentin genervt.
Ein lautes Krachen deutete darauf hin das noch ein Stahlseil gerissen war und metallisches Kreischen erfüllte die Luft. Der Laufsteg über dem Passagierraum sackte ab und krachte nach unten auf das Passagierdeck. Roy sprang zur Seite um nicht mit in die Tiefe gerissen zu werden und zusammen sahen sie, dass der Wald unter ihnen immer lichter wurde und die ersten Obstfelder und sogar eine Farm in Sichtweite kamen. Ein deutliches Zeichen dafür, das sie sich der Stadt näherten.
Quentin wagte einen Schritt vor und sah nach unten. „Okay! Ich glaube ich bin so weit!" sagte er mulmig und zögerlich während er sich einen guten Platz suchte.
„Noch etwas! Ihn hier... haben Sie nie gesehen! Verstanden?" sagte Arrow.
„Verstanden!" sagte Quentin und sprang schließlich lauthals schreiend durch das Loch im Boden. Die anderen sahen nach unten und sahen den strampelnden Lance in die Tiefe fallen und wie sich nach nur rund zwei Sekunden der Fallschirm öffnete und dessen Fall so weit abbremste das er langsam Richtung Erde glitt und schließlich aus Ihrem Blickfeld verschwand...
„Das ist Lance!" sagte Felicity die ein Fernglas gefunden hatte und damit alles beobachtete. „Aber wo sind die anderen?"
Im Luftschiff zog Roy noch seinen Fallschirm stramm...
„Okay... Das ist jetzt auch mein erstes Mal!" sagte dieser.
In diesem Moment riss ein weiteres Stahlseil und schlitzte den Tank direkt über ihnen auf. Die Erschütterung war so stark das der Rest des Stegs unter ihnen nun nachgab und nun durch den Passagierraum nach draußen stürzte und Roy und die Fallschirme mitnahm.
„ARSENAL!" schrien Oliver und Connor gleichzeitig während dieser lauthals schreiend von dem Steg in die Tiefe gerissen wurde der das Loch noch weiter vergrößerte. Geschockt sahen beide hinab und sahen wie Roy wild mit Armen und Beinen strampelte als wolle er mit den Flügeln schlagen. Glücklicherweise öffnete sich der Schirm und Roys Fall wurde nun ebenfalls abgebremst...
Die Erleichterung darüber das Roy in Ordnung war wich sofort wieder als sie realisierten das nicht nur Roy, sondern auch alle restlichen Fallschirme raus geflogen waren. Während sie immer noch immer höher stiegen. Oliver nahm Connor an der Hand und lief mit ihm zurück.
„Komm mit!"
„WARTE!" schrie Connor. „Ich habe eine Idee..."
Unten am Boden währenddessen krachte Roy mit seinem Fallschirm in einen Baum. Gerade in dem Moment als Diggle und Felicity ihn passierten. Diggle legte eine Vollbremsung ein als sie Roy vor sich sahen wie er an seinem Fallschirm, einen Meter über dem Boden im Baum hing und wild mit den Beinen strampelte.
„ROY! ALLES OKAY?" rief Felicity während sie und Diggle aus dem Wagen sprangen um Roy zu helfen.
„Ich glaube schon!" sagte Roy und zückte ein Messer um die Seile zu lösen.
„Wo sind Oliver und Connor?" fragte Diggle als Roy loskam und auf den Boden fiel.
Roy sah nur besorgt nach oben zum Luftschiff das nun in den Wolken verschwand. „Ich befürchte, Sie sind immer noch da drin!"
„Sie sind noch an Bord von diesem Ding? Wir müssen Ihnen Helfen!" sagte Diggle und alle stiegen wieder ins Auto.
„Ja! Am besten schnell! Das Ding ist bis oben hin mit Wasserstoff gefüllt!" sagte Roy und sowohl Diggle als auch Felicity rutschte das Herz in die Hose.
„Wasserstoff?!" fragten beide geschockt.
„Die wollte unbedingt Geld sparen..." erklärte Roy und sah besorgt nach oben.
Oliver hielt währenddessen Connors Hand damit dieser nicht wieder abhauen konnte. Er hörte Connor nicht richtig zu während dieser von seiner Idee schwärmte.
„Du hörst ja gar nicht zu!"
„Nicht jetzt! Wir müssen eine Möglichkeit finden hier raus zukommen." sagte sein Vater während er umher lief und selbst nicht wusste wonach er suchte.
„Wir müssen doch nur die Luft raus lassen! Dann fallen wir auf den Boden!"
„Connor das ist... Eine gute Idee!" sagte Oliver und schnappte sich einen Pfeil mit dem er anfing den Tank über ihnen aufzuschlitzen.
Zeitgleich riss ein weiteres Stahlseil. Das stark geschwächte Konstrukt kreischte und verbog sich bis ein großes Stück des Rahmens sich löste und in die Tiefe stürzte. Vom Boden aus sahen die anderen das das Luftschiff anfing abzustürzen und auseinanderzubrechen...
„CONNOR!" schrie Oliver. „HALT DICH GUT FEST!"
Connor folgte der Anweisung und klammerte sich an seinem Vater fest während er ihm auf die Füße stieg. Der Boden unter ihnen kam immer näher. Sie sanken gerade langsam genug um nicht zu hart aufzuschlagen. Immer noch hörten sie wie der Rahmen in Stücke gerissen wurde. Oliver schnappte sich einen Pfeil an dem ein Seil befestigt war und schoss gegen einen Baum bevor beide lauthals schreiend in 30 Meter über dem Boden aus dem auseinanderbrechenden Luftschiff sprangen...
Vom Wagen aus sahen die anderen wie das Luftschiff anfing endgültig auseinander zu brechen...
Oliver und Connor währenddessen schwangen an ihrem Seil aus dem Luftschiff. Die Bäume huschten wild an ihnen vorbei als sie sich durch den dichten Wald schwangen und im Gebüsch landeten. Das Luftschiff jedoch kam nicht so sanft auf und krachte in den Wald. Das, was zu diesem Zeitpunkt noch vom Luftschiff übrig war, wurde zusammengeschoben und schleifte über den Boden und durch die Bäume. Dann kam ein Funke. Und das entweichende Gas entzündete sich...
Aus der Ferne sahen die anderen entsetzt die gigantische Explosion, die in einem weitem Umkreis alle Bäume umzuknicken schien. Oliver legte sich schützend über Connor während über ihnen die Flammen die Äste von den Bäumen riss. Ein gigantischer Feuerball hüllte das Luftschiff ein während ein Tank nach dem anderen explodierte und brennende Trümmer in die Umgebung warf. Sowohl der Wasserstoff, als auch der Treibstoff, als auch das Giftige Zeug brannten Lichterloh.
Oliver lag einige Zeit auf Connor um ihn vor der Hitze und den Flammen zu schützen. Das Feuer brannte immer noch lichterloh als sich Oliver endlich traute aufzustehen und sah das Connor absolut unverletzt war. Brennende Teile flogen durch die Luft, doch Connor lächelte ohne Unterlass.
„Haben wir die Stadt gerettet?"
Oliver antwortete nicht, sondern nahm Connor an der Hand, half ihm beim Aufstehen und ging mit ihm zu einem Abhang. Von hier aus konnten sie sehen wo sie waren... kurz vor der Stadtgrenze und nur wenige hundert Meter von den ersten Häusern. Von hier aus hatten Sie einen großartigen Blick über die Stadt und die Bucht.
„JA!" sagte Oliver. „Wir haben die Stadt gerettet!"
„YEAH! Das war echt cool!" rief Connor.
Bedäppert sah Oliver hinter sich zum brennenden Stahlgerippe des Luftschiffs das nun anfing unter lautem Krachen zusammen zu fallen. Dann sah er zu Connor hinunter der bis über beide Ohren strahlte und von dem er gehofft hatte das er so etwas niemals hautnah miterleben müsste. Connor schien das ganze jedoch auch noch Spaß zu machen.
„Wissen die da unten das wir sie gerettet haben?" fragte Connor.
Oliver wollte gerade laut aufschreien und ihn ausschimpfen weil er nicht auf ihn gehört hatte bis er, zum einem realisierte das er selbst daran schuld war (Connor hatte ja die 100.000 erreicht) und zum anderen das Connor recht hatte: Sie hatten zusammen die Stadt gerettet. Und ohne Connor wäre er überhaupt gar nicht erst darauf gekommen das hier etwas böses vor sich ging.
„Nein, Connor! Nein die Leute da unten wissen nicht das wir sie gerettet haben. Das ist auch gut so. Es ist besser für sie als wenn sie angst davor haben müssen das sie vergast werden. Du hast aber nicht auf mich gehört... und deshalb bin ich auch etwas sauer auf dich, aber... Wärst du nicht gewesen... hätte ich niemals herausgefunden was diese Frau vorhatte! Ohne dich... könnten jetzt Millionen von Menschen tot sein! Ich bin Stolz auf dich!"
Oliver nahm Connor in den Arm. Er war erleichtert und immer noch wütend... aber zeitgleich auch unglaublich stolz...
Mit quietschenden Reifen hielt der Kombi hinter Ihnen und sie konnten einsteigen. Es war eine Erleichterung für alle sowohl Connor als auch seinen Vater wohlauf und unverletzt vorzufinden. Connor strahlte immer noch als sie einstiegen um nach Hause zu fahren. Froh das alles vorbei war winkte Oliver Felicity zu sich um ihr etwas zu sagen...
„Felicity, falls seine Mutter fragt was wir heute gemacht haben...?"
„Sind wir im Wald wandern gewesen!" sagte Felicity lächelnd.
„Wir verstehen uns!" sagte Oliver und stieg ein.
Alle waren geschlaucht und gerädert. Felicity und Diggle waren mit Blauen-Flecken übersät und das Auto war stark beschädigt. Das wurde deutlich als sie hörten wie der Auspuff über den Asphalt schliff und wegen der Tatsache das das gesamte Auto zerbeult war und beim fahren stark zitterte. Es stand fest: Ein Mittelklasse-Kombi war nicht für eine Arrow-Mission geeignet. Als sie nach einiger Zeit endlich vor der Villa anhielten und beim anhalten die vordere Stoßstange abfiel waren alle einfach nur froh das es endlich vorbei war.
„Wisst ihr... Ich habe das ungute Gefühl als ob wir irgendetwas vergessen haben!" sagte Felicity.
Weit weg in einem Waldstück hing Quentin in den Seilen seines Fallschirms mehrere Meter über dem Boden und schrie verzweifelt um Hilfe...
„Hmm... War dann wohl nicht so wichtig!" sagte Felicity und folgte den anderen in die Villa.
Oliver und Roy streiften sich Ihre Kostüme ab und ließen sich müde auf der Couch nieder. So müde war Oliver lange nicht mehr. Vielleicht war immer noch das Gas in der Villa das sie gestern einschlafen ließ. Oder vielleicht war es die Sorge um Connor die Ihn vor Erschöpfung umfallen ließ.
„Machen wir das irgendwann wieder?" fragte Connor der immer noch ganz aufgekratzt war.
Oliver sah seinen Sohn ungläubig an: „Okay... Ein Kompromiss... Wir warten nicht bis du die High-School abgeschlossen hast... Wir warten bis du in die Oberstufe kommst..."
„Okay!" sagte Connor fröhlich und lief umher.
„Felicity!" rief Oliver und Felicity kam mit einem Eisbeutel auf der Stirn in den Raum. „Findest du das Connor genau die gleiche Sturköpfigkeit hat wie ich!"
„Nun ja, Oliver!" begann Felicity und hielt kurz inne. „Du bist extrem stur! Das dein Eigen Fleisch und Blut genau so wird war ja wohl klar. Dein AB blinkt übrigens!"
Irritiert sah Oliver zum Tisch. Der Anrufbeantworter blinkte wirklich und zeigte an das Oliver zwei Nachrichten hatte. Oliver erhob sich von der Couch und drückte den Knopf um beide Nachrichten abzuhören. Zum Schreck aller war es Sandra!
„Oliver, ich bin es. Wo seid ihr? Ich fahre jetzt los! Es ist nicht so das ich dir nicht traue... aber ich habe da ein paar Sachen gehört. Irgendetwas über Schaum und so. Ich hoffe doch das es Connor gut geht. Wir haben ja über die Sache geredet und du weißt was ich davon halte das du..." ein piepsen brach Sandra mitten im Satz ab und kündigte die nächste Nachricht an. „ICH WAR DOCH NOCH GAR NICHT FERTIG! Dein blöder Nachrichtenspeicher ist zu kurz. Egal! Wie auch immer ich bin so um 12 Uhr bei euch. Bis dann!"
Oliver starrte geschockt auf den Anrufbeantworter. Dann auf die Uhr die an der Wand hing! Es war kurz vor 12! Was bedeutete das Sandra jeden Moment bei ihnen eintrudeln würde und sowohl ihn als auch Roy und Connor in ihren Kostümen sehen würde.
„SANDRA KOMMT!" rief Oliver. „LOS! KOSTÜME RUNTER UND UMZIEHEN!"
„Oliver..." rief Felicity von der Eingangstür aus. „...Sie ist gerade auf die Einfahrt eingebogen!"
Bitte um Review.
