Aufgeschreckt scheuchte Oliver alle durch die Villa. Er rannte nach oben um sich umzuziehen. Er konnte, wenn er das Kostüm gerade dabei hatte, sich in weniger als einer halben Minute umziehen. Das war auch jetzt dringend nötig, denn die Mutter seines Sohnes durfte ihn in dieser Aufmachung nicht sehen. Auch wenn sie es wusste... Es hätte Ärger bedeutet. Connor schickte er in sein Zimmer, damit er sich auch schnell umzieht...
Im Wohnzimmer mussten Felicity, Diggle und Roy schnell alles wieder in die alte Position räumen. Roy zog die Vorhänge zu damit Sandra nicht den Schaum im Garten sehen konnte, der immer noch da war und den sie wahrscheinlich von einer Firma entsorgen lassen mussten. Gleichzeitig streifte er sich das Kostüm ab. Draußen hielt der Kombi währenddessen an. Fast schon panisch rannte Oliver, nun wieder als Oliver in legerer Kleidung, aus seinem Zimmer und in das von Connor wo dieser noch nicht ein mal den Reißverschluss des Sweatshirts geöffnet hatte. Oliver sammelte alles so hastig er konnte zusammen und stopfte es in die Tasche.
„Schnell! Deine Mutter darf dich so nicht sehen!" sagte er während er Connor mit einem Waschlappen den ganzen Ruß von dem Feuer aus dem Gesicht wischte. Kurz darauf läutete es an der Tür.
Felicity und Diggle standen im Eingangsbereich vor der Tür und starten geschockt auf diese.
„Diggle, hilf Roy beim umziehen! Felicity, lenk sie ab!" schrie Oliver von der Treppe aus und rannte zurück in Connors Zimmer.
„WAS?!" sagte Felicity geschockt. „Wieso ich? Das kann ich nicht machen! Ich habe angst vor ihr!"
Felicity wurde ganz kleinlaut. Nachdem sie und Oliver Sandras Küche angesenkt hatten und sie von dieser zusammengeschissen wurden hatte sie tatsächlich etwas Angst vor ihr. Doch Diggle hatte bereits die Tür etwas geöffnet und Felicity mit einem sanftem Schubser nach draußen befördert. Felicity stolperte fast über die Stufe und strampelte wild mit den Armen um nicht umzufallen. Sandra bemerkte sie erst als die Tür zu geschlagen wurde weil sie die ganze Zeit den stark beschädigten Kombi anstarren musste der nur zwei Meter entfernt stand.
„Hallo! Wie geht es ihnen?" fragte Felicity unschuldig.
Sandra sah sie verwirrt an: „Hä? Oh! Hallo! Was... Was ist mit Olivers Auto passiert?"
„Ehmm... Uns ist beim... Fahren... ein Reifen geplatzt!" sagte Felicity und fügte sofort hinzu: „Connor war nicht mit im Wagen!"
„Aha... Und wieso riecht es hier so stark nach frisch gewaschener Wäsche?" fragte Sandra.
„Ehmm... Der Geruch... Kommt aus der Waschküche! Dieses neue Waschmittel das Oliver benutzt hats wirklich in sich..."
Sandra fiel sofort der besorgte Tonfall in Felicitys Stimme auf.
„Okay, was ist hier los?"
In der Villa währenddessen warf sich Roy die letzten Teile seines Kostüms ab, die Diggle sofort in eine Plastiktüte packte um es wegzubringen. Roy sprang umher und versuchte sich seine Hose anzuziehen während er die Vorhänge zuzog damit Sandra den Schaum im Garten nicht sehen konnte und schaltete das Licht aus bevor er die Tür zuzog. Eine Etage über ihm, zog Oliver den Reißverschluss von Connors Tasche zu und half diesem sich noch den Rest seiner Sachen wieder anzuziehen bevor beide nach unten liefen. Dort warf Diggle die Tüte mit Roys Kostüm in einen Schrank...
Draußen schob Sandra Felicity bei Seite und hielt auf die Tür zu.
„NEIN!" schrie Felicity.
„Doch! Jetzt lassen Sie mich..." Sandra bekam nun den Türknauf zu greifen. „...durch!"
Die Tür öffnete sich und Sandra erblickte sofort Connors Tasche die mitten im Raum lag. Daneben standen Oliver und Connor. Beide mit einem breiten unschuldigen Grinsen im Gesicht. Sandras schlechte laune wich sofort als sie sah wie fröhlich Connor war... vor allem da er unversehrt war.
„Hey, mein Junge! Komm her!" sagte sie und Connor sprang ihr in die Arme. „Na, wie wars denn?"
„ES WAR GANZ TOLL!" rief Connor.
„Und was habt ihr so gemacht?"
Oliver kniff die Augen zusammen und schprach ein Stoßgebet in der Hoffnung Connor würde sich nicht verplappern. Felicity die noch in der Tür stand tat es ihm gleich.
„Wir sind durch die Stadt gefahren und haben uns alles angekuckt. Dann haben wir seinen Glasturm angekuckt und dann haben wir die alten Flugzeuge auf der Show angesehen wie sie auf Bussen gelandet sind. Dann haben wir die Dicke Böse Frau ge..." Connor hielt inne, er hatte sich verplappert. „... ge... getroffen die... uns einen Streich gespielt hat..."
„Dicke Böse Frau?" fragte Sandra verwirrt und sah Oliver zornig an. „OLIVER?!"
„Ach, das war nichts... bloß ein kleiner... Nachbarschaftsstreit!" log Oliver. „Sie hat was in meinen Pool gekippt und ich habe sie nur zur rede gestellt."
Sandra sah ihn missbilligend an und beschloss die ganze Sache zu vergessen.
„Naja, okay... Also... Connor, wir müssen gleich los! Sag Tschüss!"
Connor wurde sichtlich traurig als er zurück zu Oliver ging. Oliver war es auch. Er wünschte sich das sie mehr Zeit zusammen hätten. Vor allem da ihre gemeinsamen Tage so verlaufen mussten. Eine geisteskranke Irre die Leute vergiftet, ein Absturz mit einem Luftschiff und die Tatsache das er es gestern geschafft hatte Connor zum weinen zu bringen. Doch Oliver blendete all dies aus als er Connor in den Arm nahm um ihn ganz fest zu drücken. Er wollte ihn eigentlich gar nicht erst loslassen. Doch er musste. Bald ging die Schule wieder los. Und Oliver musste bald wieder vor Gericht um seine Firma zurückzuerlangen. Die Suche nach Thea würde er auch bald wieder aufnehmen. Felicity war richtig gerührt von dem Anblick der beiden.
„Muss ich wirklich wieder gehen? Vielleicht kommt ja noch ein Dicker Böser Mann?" fragte Connor aufgeregt.
„Nein! Das glaube ich nicht!" sagte Oliver. „Aber so Gott will... und deine Mutter es zulässt sehen wir uns bestimmt im dritten Teil wieder!"
„Versprochen?"
„Versprochen!" sagte Oliver und drückte ihn wieder ganz fest bevor er aufstand und mit Connor an der Hand zu dessen Mutter lief.
„Bilde ich mir das nur ein oder riecht es hier nach Waschmittel?" fragte Sandra.
„Ehm... Das neue Waschmittel das ich benutze hats in sich!" sagte Oliver, als hätte er Felicity vorher zugehört.
„Riecht eigentlich nicht schlecht!" sagte Sandra und ging mit Connor zum Wagen. „Aber dein Auto kannst du gleich verschrotten lassen!"
Oliver sah zu seinem Volvo und nickte einfach. Seine ganzen anderen Autos die er einst hatte, hatte Isabel von der Mirakuru-Armee zerdeppern lassen. Er war also nicht mehr Mobil. Aber ihn schmerzte jetzt der Abschied von seinem Sohn. Während Sandra Connors Gepäck in den Kofferraum packte drückte Oliver seinen Sohn nochmal um ihm etwas ins Ohr zu flüstern.
„Kein Wort über das was heute passiert ist. Und das Kostüm bleibt vorerst hier!"
„Na gut!" sagte Connor und Oliver öffnete ihm die Autotür und ging sicher das er angeschnallt war.
„Fahr vorsichtig Sandra!"
„Ich habe sieben Stunden Autofahrt vor mir... keine Sorge ich bin vorsichtig." sagte sie während sie einstieg. Sie kurbelte noch das Fenster hinunter damit sie weiter mit ihm reden konnte. „Sag mal... weißt du etwas über die komischen Schaumvorfälle in der Stadt? Im Radio haben die etwas gebracht das überall die Pflanzen eingehen!"
„Oh,... nein nicht wirklich!" log Oliver und hoffte das Sandra nicht den Schaumberg hinter dem Haus bemerkte. Auch hoffte er das im Radio nicht darüber gebracht wird das der Bogenschütze beteiligt war. „Also dann, Gute Fahrt!"
„Danke!" sagte Sandra und kurbelte das Fenster wieder rauf.
Hinter ihr kurbelte dafür Connor seines gerade runter. „Kommst du zu meinem Schulfest?"
„Hmm... Vielleicht! Ich seh was ich machen kann!" sagte Oliver und verabschiedete sich. „Sei schön brav okay. Und ärgere deine Mom nicht!"
Connor nickte und der Wagen fuhr an. Oliver schossen beinahe die Tränen in die Augen als er sah wie der Wagen davonfuhr. Er blieb stehen und winkte hinterher. Felicity, die alles von der Tür aus mitgehört hatte ging langsam auf ihn zu und sah ihn tröstend an.
„Keine Sorge! Ihr werdet euch bestimmt bald wiedersehen!" sagte sie.
Zu ihrer Überraschung legte Oliver seinen Arm über ihre Schultern und zog sie zu sich um mit ihr zusammen Arm in Arm dem Kombi hinterher zu sehen. „Ach, Felicity... Auch wenn ich traurig bin das Connor nun wieder weg ist... bin ich froh das seine Mutter nichts mitbekommen hat."
Oliver war traurig aber auch glücklich. Mit Felicity im Arm fühlte er sich zeitgleich so geborgen. So sehr das er sich zu ihr umdrehte. Sie drehte sich auch zu ihm und ihre Köpfe näherten sich einander an. Felicitys Herz schlug schneller. Sie konnte es kaum glauben. Es war soweit. Endlich! Endlich war der Moment gekommen. Seit dem Oliver diesen Satz damals im Zug sprach. Beide hatten in den folgenden Wochen alle Gedanken daran verdrängt. Es war zu viel passiert. Beide blendeten alles aus was um sie herum geschah. Dieser Moment war absolut perfekt...
Bis das laute quietschen einer Bremse ertönte...
Erschrocken sahen beide auf und blickten auf Sandras wagen der mit quietschenden reifen, keine hundert Meter entfernt zum Stillstand kam und nun quer stand. Die Reifen qualmten noch als der Wagen Rückwärts die Auffahrt wieder hochschoss und mit quietschender Bremse direkt vor ihnen wieder zum Stillstand kam. Oliver und Felicity mussten zur Seite springen um nicht angefahren zu werden. Sie waren irritiert. Vielleicht hatte Sandra ja etwas vergessen?
Diese setzte Connor im Wagen einen Walkman und eine Kassette mit Kindermusik auf und drehte die Lautstärke hoch. Ein eindeutiges Zeichen dafür das gleich einige üble Worte fallen würden. Oliver rutschte das Herz in die Hose als er sah wie blass Sandra im Gesicht war als sie ausstieg und ihn ganz lapidar ansah...
„Oliver... Ich habe gerade die Nachrichten im Radio gehört!" sagte sie wobei ihr blasses Gesicht sehr schnell rot wurde. „...Ein Mädchen wurde interviewt,... dessen Mutter unter verdacht steht... in der Stadt zahlreiche Menschen vergiftet zu haben..." Sandra war nun sichtlich zornig und ihre Hand ballte sich zu einer Faust zusammen. „Sie sagt... das... ein Kind... in einem eigenartigen grünen Kostüm... sie aus ihrer Gefangenschaft aus einem abgeschlossenen Raum befreit hat... Mit einem Holzpfeil! Ein etwa sieben Jahre altes Kind das sich selbst als... der Sohn von Arrow... vorgestellt hat..." Sandra rang um Fassung. „Was kannst du mir dazu sagen?"
Oliver biss sich auf die Lippe. Sandra war knallrot und würde auf jeden Fall explodieren egal was er nun sagt: „Naja... Wenn ich dir sagen würde das Connor es die ganze Zeit schon wusste und das ich versucht habe ihn aufzuhalten..."
Doch Oliver konnte es nicht verhindern. So zuckten er und Felicity erschrocken zusammen als Sandra aus vollem Halse und lautstark seinen Namen schrie...
Ende
Vielen Dank fürs lesen. Ob es einen dritten Teil gibt steht noch nicht fest, obwohl es eine gute Idee für eine Handlung gibt. Kleiner Tipp... In Connors letztem Satz gibt es da einen kleinen Spoiler!
