A/N: Wie versprochen, gibts hier jetzt Kapitel fünf und sechs, viel Spaß :)

Kapitel 5:

Nach langem Überlegen kam Aurora zu dem Schluss, dass es das Beste war, wenn sie Himmelsrand verließ. Sie hatte, dank ihrer Zugehörigkeit zu den Gefährten und ihrer Familie, den Grau-Mähnen, ein gewissen Grad der Bekanntheit in ihrem Heimatland erreicht und das war für sie im Moment für Nachteil. Also würde ihr Ziel Bruma sein, die erste Stadt, nach der Grenze zu Cyrodiil.

Als sie sich auf den Weg machte und die Höhle verließ, sah sie, dass vollkommen klarer Nachthimmel war und die Sterne nur durch einen Schleier von Nordlicht zu sehen waren. Die beiden Monde, Secunda und Masser, standen voll dicht über den Bergen, die sich hoch in den Himmel erhoben.

Aurora musste Lächeln, es wirkte fast, als versuche Himmelsrand sie zum Bleiben zu bewegen, aber sie hatte keine Wahl, sie würde gehen. Als sie zurück auf der Straße war, zog sie sich die Kapuze ihres Mantels über den Kopf um die in der Nacht leuchtenden roten Augen zu verbergen. Ihr Ziel war Falkenring, von dort aus wollte sie nach Helgen und dann über den Fahlen Pass gehen, um schließlich in Bruma anzukommen.

Sie schaffte es in dieser Nacht noch eine gute Strecke zurückzulegen. Als Aurora sah, wie der Himmel sich langsam rosa färbte, hielt sie Ausschau nach einem Unterschlupf für den Tag. Sie konnte in einiger Entfernung einen kleinen Hof erkennen, der alleine in der Wildnis stand.

Als sie nah genug war, konnte sie sehen, dass es einen Stall gab, der an der Seite des Hauses stand. Aurora beschloss sich dort zu verstecken. Im Stall selber fand sie einige Pferde vor, hinter einer Holzwand legte sie sich ins Heu.

Als sie am Abend aufwachte und hörte, dass sich jemand bei ihr im Stall befand, schaute sie vorsichtig über die niedrige Holzwand. Sie spürte den Puls des Mannes noch bevor sie ihn sah. Sie spürte, wie das Verlangen nach Blut begann ihr Denken zu beherrschen. Sie war froh, erst gestern so viel getrunken zu haben. Sonst hätte sie wohl nicht wiederstehen können.

Als der Nord den Stall wieder verließ, merkte Aurora, wie sie Ausatmete. Sie hatte die ganze Zeit die Luft angehalten, ohne es zu merken. Ihr Blick wanderte über eines der Pferde und sie überlegte, ob sie eines stehen sollte. Pferdediebstahl stand in Himmelsrand unter hoher Strafe, aber auf der anderen Seite würde sie ohnehin angegriffen, wenn die Leute wussten was sie jetzt war. Also schwang sie sich ohne eine weiteren Gedanken daran zu verschwende auf das Pferd und galoppierte aus dem Stall auf die Straße und weiter in Richtung Falkenring.

Nach zwei weiteren Tagen, erreichte sie endlich Falkenring, die Stadt war leer bis auf ein paar Wachen, die Patrouille liefen. Es war etwa Mitternacht, schätzte Aurora. Sie gewöhnte sich langsam daran, nachts zu reisen, obwohl sie die Sonne schon jetzt zu vermissen begann.
Sie entledigte sich ihres Pferdes, in dem sie es hinter der Taverne, außer Sicht der Wachen, davon jagte. Sie machte sich auf den Weg in das Wirtshaus. Sie fand es erstaunlich leer vor. Der Patron hinter der Theke, winkte sie zu sich heran. Ohne ihre Kapuze abzunehmen machte Aurora sich auf den Weg zu ihm.

„Willkommen in Falkenring, Reisende", grüßte er sie.

Sie nickte ihm zu und vermied es seinen Blick zu treffen.

„Wie kann ich euch helfen, ein Zimmer oder vielleicht ein gutes Met?"
„Ein Zimmer", sagte Aurora knapp.

„Zehn Septim", antwortet der Gastwirt ebenfalls knapp, offenbar aufgeregt über ihre Unfreundlichkeit und zeigte auf eine Türe, die in ein kleines Zimmer führte.

Aurora schaute sich in der Schankstube um, sie war klein, aber nach dem man einmal die Methalle der Gefährten gesehen hatte, wirkten alle anderen Tavernen klein.

An einem der Tische saß eine junge Nord, sie war mit Sicherheit ein oder zwei Jahre jünger als Aurora selber. Sie verspürte plötzlich einen Hunger, der dem Durst gleich kam. Sie wollte diese Nord, wollte sie verführen und sich dann an ihr nähren. Sie hatte sich in den letzten Tagen an den Durst gewöhnt und es wurde leichter ihn auszublenden, aber die Kombination aus Lust und Durst, war nahezu unwiderstehlich.

Langsam lief sie zum Tisch, an dem sie saß und setzte sich neben sie auf die Bank. Ihre Vampirinstinkte sagten ihr was sie zu tun hatten und bestimmten ihr Handeln. Ihr Oberschenkel berührte den der Frau neben ihr auf der Bank.
Es brauchte nicht viel um die junge Nord zu verführen, eine leichte subtile Berührung an der Hand, ein versprechendes Lächeln, ein verständnisvoller Blick und sie folgte Aurora in ihr Zimmer, schloss die Türe hinter sich und schob den Rigel ins Schloss.

Aurora musste lächeln, es war so einfach gewesen. Das war wohl die berüchtigte Kunst der Verführung die die Vampire meisterhaft beherrschten.

Sobald die die junge Frau vor ihr Stand, beugte sie sich zu ihr herunter und küsste sie voll auf den Mund. Es dauerte nicht lange, bis Aurora merkte wie ihre Fangzähne zu wachsen begannen und gegen ihre Oberlippe drückten. Offenbar hatte es auch die Frau bemerkt, denn sie war zurück geschreckt und schaute Aurora ängstlich an.

"Keine Angst, ich werde versuchen dir nichts tun", sagte Aurora leise und schaute sie verständnisvoll an.

"Ihr seid ein Vampir, wie könnt ihr so etwas sagen?", war die Stimme der Frau ängstlich zu hören. Beim Klang der Stimme zerbrach Auroras Herz, sie wusste was sie tun musste um zu überleben. Sie konnte sehen, dass sich die Frau vor ihr sich nach einem Ausgang um sah um ihr zu entkommen.

"Bitte, hör mir zu, ich weiß nicht was ich bin, zu was ich fähig bin. Du bist hier, weil ich erforschen möchte was ich bin. Mein Instinkt sagte mir ich solle tun was ich tat und er sagt mir ich soll dich jetzt hier und jetzt töten, dich aussaugen. Aber du bist hier, weil ich es wollte und ich rede jetzt mit dir, weil ich dich nicht töten will".

Sie konnte sehen, wie sich auf dem Gesicht der Frau Angst mit Hoffnung mischte, ihr Gesichtsausdruck hellte sich ein wenig auf.

"Bitte, ich möchte dich nicht auslöschen, aber ich werde es tun, wenn du eine Gefahr für mich bedeutest", sagte Aurora, und schaute die Frau bittend an.

Sie wusste nicht ob sie dem Durst wiedersehen konnte, aber sie würde es versuchen, mit all ihrem Willen.
Offenbar hatte sie die junge Nord überzeugt, denn sie machte eine Schritt auf sie zu und küsste sie vorsichtig auf die Wange.

Es dauerte nicht lange und Aurora fand sich nackt auf dem Bett wieder, die junge Nord auf ihr sitzend. Sie spürte wie sich eine Spannung in ihrem Körper aufbaute, wie sie es noch nie gespürt hatte, vollkommen anders als alles was sie als Mensch gespürt hatte und doch so ähnlich.

Als sie ihren Höhepunkt erreichte, wurde das Verlangen die andere Frau zu beißen unwiderstehlich. Sie fühlte sich nicht komplett. Ohne voll zu wissen, was sie tat, hatte sie mit einer schnellen Bewegung ihrer Hüfte ihre Positionen getauscht und sie unter sich. Mit ihren Händen hielt sie die Hände der anderen Frau unter sich fest. Sie spürte keinen Widerstand in ihr.
Sie küsste den Pulspunkt am Hals der Frau leicht und biss dann ohne Vorwarnung in ihren Hals. Ihr Blut schmeckte süß von ihrer Erregung. Sie spürte wie sie begann sich zu wehren, sie von sich wegzudrücken. Am Anfang verstärkte es den Durst nur, sie war so hilflos, so vollkommen ihrer Gnade ausgeliefert.

Ein plötzlicher Schlag ins Gesicht lies Aurora wieder zu sich kommen. Sie sah, dass die Frau sie geschlagen hatte. Mit einer schnellen Bewegung sprang sie vom Bett und an auf die andere Seite des Raumes. Sie konnte sehen, dass die Frau Angst hatte, ihre Augen waren volle von ihr.

Aurora merkte, wie ihr die Tränen in die Augen traten. Sie hatte es nicht geschafft dem Durst zu widerstehen. Was hatte Molag Bal aus ihr gemacht. Sie war ein Monster.

Die Angst wich schnell aus den Augen der Frau, als sie sah, wie Aurora an der Wand in sich zusammen sank und zu weinen begann. Vorsichtig stand sie auf und lief zu Aurora hinüber.

Aurora öffnete ihre Augen wieder, als sie eine Hand spürte, die sich auf ihre Schulter legte.

"Ihr habt mich nicht getötet", sagte sie leise.

"Das hätte ich aber, wenn du mich nicht davon abgebracht hättest", antwortete Aurora, "Was wirst du jetzt machen?".

"Da ihr mich töten werdet, sollte ich eure Existenz gefährden, würde ich sagen, ihr könnt gehen und ich werde niemandem etwas sagen. Aber sagte mir, werde ich jetzt zu einem Vampir?".

"Ich weiß es nicht, aber ich glaube nein", sagte Aurora und hoffte, dass sie Recht hatte, "Aber ich fürchte ich muss darauf bestehen, dass du bei mir bleibst bis ich Falkenring verlasse".

A/N: Wie immer freue ich mich natürlich über Reviews.