A/N:

Für die nächsten zwei Wochen gib es leider nur drei Kapitel pro Woche. Ich hoffe ihr könnt mir verzeien, aber Unity und Inquisition nehemn einwenig Zeit in Anspruch.

Kapitel 8:

„Habt ihr das gesehen?", fragte Aurora ungläubig und schaute auf die nun ruhige Wand.

„Was meint ihr?", antwortete ihr Onmund.

Er hatte es nicht gesehen und vor allem nicht gehört. Hatte sie es sich nur eingebildet?

„Nichts, vergesst dass ich gefragt habe", sagte sie schnell um keinen Verdacht zu erregen, allerdings schien Onmund so sehr von seinem Stab begeistert zu sein, dass er nichts mitzubekommt schien.

„Lasst uns gehen, ich finde diese Höhle unheimlich", setzte sie nach.

„Ich dachte Vampire würde sich an solchen Orten wohlfühlen", witzelte er.

„Wie ihr schon festgestellt habt, bin ich kein normaler Vampir", antwortete sie ihm, vielleicht etwas zu giftig, aber sie hatte gemeint, was sie vorher gesagt hatte. Sie wusste nicht, was diese Wand war und wollte es nicht auf noch eine Begegnung mit einem deadrischen Prinzen ankommen lassen.

„Schon gut, lasst uns gehen", antwortete er und machte sich auf den Weg zurück zur Wendeltreppe.

Als sie zurück an der Kreuzung waren, wo sie die Straße zwischen Falkenring und Helgen verlassen hatten, blieben sie stehen und Aurora schaute nach oben in Onmunds Gesicht.

„Hier trennen sich unsere Wege, ich werde weiter in Richtung Helgen gehen und ihr werdet in die andere Richtung verschwinden", sagte sie kurz und wandte sich zum Gehen.

Eine plötzliche Berührung an ihrer Schulter ließ sie herumfahren und einen Moment später hatte sie dem Nord Magier eine Hand um die Kehle gelegt.

„Woh, langsam. Tut mir leid. Ich wollte euch nicht zu nahe treten", sagte er vorsichtig.

Er hatte Glück, dass sie noch keinen Druck auf sein Genick ausgeübt hatte, dachte sie und ließ ihn los. Ihr wurde plötzlich klar, dass er der erste Mann war, der sie nach ihrem Erlebnis mit Molag Bal, außerhalb des Kampfes berührt hatte. Eine schmerzhafte Erinnerung zuckte durch ihren Geist.

Klauen auf ihrer Haut.

„Tut mir leid", sagte sie und schaute zu Boden, um ihre Emotionen vor ihm zu verbergen, „Was wolltet ihr?".

„Ich wollte euch danken. Ohne euch hätte ich es nicht geschafft, den Stab zu bergen".

Aurora nickte ihm zu und drehte sich um, um den Hügel Richtung Helgen hinauf zu laufen. Sie erwartete halb, dass Onmund noch einmal etwas sagen würde, spürte dann aber, wie sich sein Herzschlag immer schneller von ihr entfernte.

Am Abend, machte Aurora eine Pause, sie war erschöpft von ihrer Reise durch das Tageslicht. Sie hatte gut die halbe Strecke bis nach Helgen zurückgelegt und wollte Himmelsrand noch vor dem Ende des nächsten Tages hinter sich lassen, sie war guter Dinge noch heute Abend Helgen zu erreichen.

Sie setzte sich unter eine große Kiefer und lehnte ihren Rücken an den Stamm. Jetzt hatte sie die Zeit, sich das Buch anzuschauen das sie gefunden hatte.

Der Einband war schlicht und in Leder gefast. Ein schmaler Goldstreifen umrandete die Buchdeckel. Vorsichtig öffnete sie das Buch und schlug die erste Seite auf.

Opusculus Lamae Bal ta Mezzamortie:

Opusculus Lamae Bal ta Mezzamortie Eine kurze Darstellung Lamae Bals und des Ruhelosen Todes von Mabei Aywenil, Schreiber Übersetzt vom Verlag der Universität von Gwylim; 3Ä 105

Wenn Licht heller wird, wird Schatten dunkler. Und so geschah es, dass der Deadra Molag Bal Arkay betrachtete und den Aedra für übermäßig stolz auf seine Herrschaft über den Tod von Mensch und Mer befand, und es war fürwahr so.

Bal, dessen Sphäre die willkürliche Unterdrückung und Verführung sterblicher Seelen ist, suchte die Pläne von Arkay zu vereiteln, der wusste, dass weder Mensch, noch Mer, noch Tiervolk in ganz Nirn letztendlich dem Tode entrinnen konnte. Der Aedra gehörte zweifellos zu seiner Sphäre, und so erschien Molag Bal in Nirn, um den Tod zu überwinden.

Tamriel war noch jung und erfüllt von Gefahren und wundersamer Magie, als Bal in menschlicher Gestalt wandelte und sich Lamae Beolfag, eine Jungfrau der nedischen Völker nahm. Brutal und lieblos schändete Bal ihren Körper, und ihre Schreie wurden zu den Kreischenden Winden, die immer noch in bestimmten gewundenen Fjorden in Himmelsrand widerhallen. Einen einzelnen Blutstropfen auf ihre Braue vergießend, verließ Bal Nirn, nachdem er seinen Zorn gesät hatte.

Geschändet und bewusstlos wurde Lamae von Nomaden gefunden, die sie pflegten. Zwei Wochen später hüllte die Schamanin Lamae ins Leichentuch, denn sie hatte die Grenze des Todes überschritten. Nach ihrem Brauch bauten die Nomaden einen Scheiterhaufen, um die sterbliche Hülle zu opfern. In jener Nacht erhob sich Lamae von ihrem Scheiterhaufen und fiel noch lodernd über das Lager her. Sie riss die Kehlen der Frauen auf, fraß die Augen der Kinder und schändete die Männer so brutal, wie Bal über sie hergefallen war.

Und so wünschte Lamae (die uns als Blutmatrone bekannt ist) ihre abscheuliche Gestalt auf das Volk von Tamriel herab und brachte eine Brut zahlloser Ungeheuer hervor, von denen die Vampire abstammten, die listigsten der Nachtschrecken. Und so wurde die Geißel des Untodes auf Tamriel losgelassen, grausam Arkays Rhythmus des Lebens und des Todes in allen kommenden Zeitaltern der et'Ada verspottend, und in seiner Trauer wusste Arkay, dass sich dies nicht ungeschehen machen ließ.

Mit einer Gänsehaut legte Aurora das Buch bei Seite. Lamae Beoflag war ebenfalls von Molag Bal geschändet worden. Wenn sie tatsächlich, wie es in den Geschichten ihrer Mutter und dem Buch dargestellt wurde, der erste Vampir gewesen war, dann hatte Molag Bal dieses Ritual also nicht das erste Mal vollzogen. Warum hatte bei Lamae ein einziger Tropfen seines Blutes genügt. Oder anders herum gefragt, warum hatte er sie selber um so vieles schlimmer zugerichtet. Die einzige Antwort, die ihr plausibel erschien war, dass es ihm Freude bereitet hatte.

Schaudernd zog sie ihre Knie an die Brust und saß einfach nur da. Sie brauchte einige Momente um zu erfassen, was sie erfahren hatte.

Ihre Gedanken begannen erneut zu wandern. Die Blutmatrone. Sie hatte diesen Namen schon gehört. Nach allem was sie wusste, war sie eine Vampir Fürstin gewesen, die bis weit in die zweite Ära gelebt hatte. Nie hatte sie den Gedanken gehabt, dass es sich bei ihr um Lamae Beoflag handeln würde. Außerdem hätte sie nie gedacht, dass sie es aus einem Buch der kaiserlichen Universität erfahren würde. Allerdings wurde die Tatsache, dass es Vampire gab, gerne in den Hintergrund geschoben und durch die täglichen Sorgen des Alltags ersetzt.

Aurora spürte, wie ihr kälter wurde und sie begann zu zittern. Sie musste weiter und etwas zu „Essen" finden. Der Tag in der Sonne hatte sie geschwächt, obwohl sie sich erst heute Morgen gesättigt hatte.

Langsam erhob sie sich und lief die zehn Meter bis zur Straße zurück. Die Nacht war wieder schön und am Himmel waren schwache Nordlichter zu sehen. Die Zwillingsmonde gaben ihr genügend Licht um alles taghell zu sehen.

Es dauerte wie sie erwartet hatte nur noch wenige Stunden, bis sie Helgen erreichte.

Bisher war sie noch niemandem begegnet, an dem sie sich nähren hätte können. Sie stand vor den verschlossenen Toren und überlegte sich, ob sie es riskieren sollte hinein zu gehen.

Nach kurzem Abwägen, entschloss sie sich außen herum zu gehen und direkt weiter Richtung Fahlem Pass zu reisen. Sie würde bestimmt noch einer Karawane begegnen.