A/N:

Ok, ich habe gesagt, dass es nur jeweils ein Kapitel geben würde, aber heute bekommt ihr trotzdem zwei. :)

Viel Spaß.

Kapitel 9:

Aurora war seit drei Tagen in den Bergen, die Himmelsrand von Cyrodiil trennten. Nach dem ersten Tag hatte sie den Weg verloren, da ein heftiger Wetterumbruch eingesetzt hatte und der dichte Schneefall bis jetzt noch nicht enden hatte wollen. Seit vier Tagen hatte sie keinen Tropfen Blut mehr getrunken. Sie spürte, wie sie langsam begann ihre Kontrolle zu verlieren und zu einer wilden Bestie wurde. Die nächste Person, die sie sehen würde, war so gut wie tot. Sie spürte, wie die Kälte von Tag zu Tag mehr in ihre Knochen kroch, sie vermutete, dass es mit dem Mangel an Blut zusammen hing.

Ein großer Berg türmte sich vor ihr auf. Auf der ihr zugewandten Nordseite konnte sie einen Gletscher erkennen, der sich in das Tal hinab zog, an dessen Hang sie stand. Auf der östlichen Seite des Berges war Bergsattel durch den dichten Schnee zu erkennen.

Wenigstens hielt der Schnee die Sonne fern, dachte Aurora. Sie wusste nicht ob sie noch einen klaren Gedanken fassen könnte, wäre sie drei Tage der Sonne ausgesetzt gewesen.

Nach drei Stunden gefühlt mit schweren Schritten durch den weichen, tiefen Schnee, erreichte sie die höchste Stelle des Sattels. Vor ihr breitet sich eine Ebene aus, deren Ende sie nicht erkenne konnte. Der Schneefall begann sich aufzulösen und eine kräftige Windböe fegte die Wolken vor ihren Augen hinter sie in das Gebirge. Zu ihren Füßen, vielleicht einen Tagesmarsch entfernt, sah sie eine Stadt an den Füßen der Berge. Wenn sie sich nicht täusche musste das Bruma sein.

Ihr Blick wanderte den Hang des Berges hinab. Es war steil, aber sie war sich sicher es schaffen zu können. Direkt auf einer Terrasse weit unten am Berg sah sie eine Ruine. Ihre Vampiraugen erlaubten es ihr zu sehen dass sich mehrere schwarz und golden bekleidete Personen dort befanden.

Schnell begann sie mit dem Abstieg.

Als sie noch etwa hundert Meter von der Ruine entfernt war, konnte sie erkennen, dass es sich um Elfen handelte. Einige trugen prunkvolle goldenen Rüstungen und waren schwer bewaffnet, andere eine schwarze Robe mit einer Kapuze. Sie erkannte die Uniform sofort. Thalmor Agenten.

Sie konnte hören was sie sagen:

„Sucht weiter, sie könnten hier sein. Wir müssen sie finden", sagte einer der Elfen in schwarzer Robe.

„Sir, wir wissen nicht ob Delphine und Esbern hier sind", antwortete ein andere Elf

„Wenn sie nicht hier sind, finden wir vielleicht ein Anzeichen, dass sie hier waren oder sie tauchen noch auf. Wir haben klare Anweisungen von Botschafterin Elewen. Sie wünscht eine schnellst mögliche Ergreifung der Verräter ", gab der erste Elf von sich.

Ihr Verstand sagte ihr, sie musste vorsichtig sein, immerhin waren Altmer begabte Magier und die Bosmer sehr geschickte Bogenschützen.

Allerdings übermannte sie ihr Hunger und sie rannte los. Mit einem großen Satz sprang sie auf die Mauer der Ruine, die offensichtlich einst eine Festung gewesen war. Ihr Durst verlieh ihre ungeheure Kraft. Der erste der Thalmor, der sie bemerkte war binnen Sekunden tot, mit einem gebrochenen Genick viel er zu Boden. Der Aufschlag seiner Rüstung verursachte einen lauten, metallischen Schlag.

Einer der Magier machte sich angriffsbereit und sammelte Magica in seiner Hand. Eine heiße Flame schoss Aurora entgegen, als sie sich ihm nährte. Mit einem hartem Schlag gegen die Brust des Mannes, setzte sie ihn außer Gefecht. Der Hochelf flog mehrere Meter zurück, bis er schließlich mit einem dumpfen Geräusch erst gegen eine Mauer, dann auf den Boden schlug.

Ein Schrei war zu hören, der die drei verbleibenden Thalmor aus ihrer Erstarrung löste.

„Tötet die Hure", schrie der Anführer der Elfen.

Auroar fauchte zurück und zeigte ihre maximal hervorgetretenen Fangzähne.

„Tötet das Monster", wiederholte der Mann und begann sie mit einigen Feuerbällen zu beschießen.

Geschickt wich sie dem Angriff aus, im selben Moment spürte sie die Körperhitze eines Thalmor von hinten näher kommen. In einer flüssigen Bewegung drehte sie sich um und griff mit der linken Hand nach dem auf sie zu schwingenden Streitkolben. Sie bekam ihn am Griff zu fassen und spürte wie die Finger des Elfen unter ihrer Hand brachen. Mit einem klirrenden Geräusch fiel die Waffe zu Boden und er wurde mit ihrer freien Hand an sie herangezogen. Sie umfasste seine Mitte mit dem linken Arm, während sie mit dem rechten den Helm des Mannes von seinem Kopf riss. Brutal kippte sie seinen Kopf zur Seite und senkte ihre Zähne in seinen Hals.

Während sie sich an seinem Blut labte, drehte sie sich zurück zu den Angreifern und nutzte den sterbenden Thalmor in ihren Armen als Schutzschild, bis sie kein Blut mehr aus ihm saugen konnte.

Noch während er zu Boden stürzte, hatte Aurora ihre Klinge gezogen und schlug einen auf sie abgefeuerten Pfeil beiseite. Früher hätte sie ihn nicht einmal gesehen, bevor es zu spät war, aber mit ihren neuen Reflexen war es ein leichte für sie rechtzeitig zu reagieren.

Es dauerte nur wenige Minute, dann waren alle Angreifer tot. Langsam lief sie auf den am Boden liegenden Magier zu und wischte ihr Schwert an seiner Robe sauber. Sie konnte sehen, wie er sein Gesicht verzog und sie ansah. Sein Mund verzog sich in einer angewiderten Geste.

„Ihr seid eine Schande für alle Bretonen", sagte er mit einer bösartig klingenden Stimme.

„Ihr wisst gar nichts", sagte sie kalt und biss ihn direkt in die Schlagader am Hals.

Als ihr Durst gestillt war, begann Aurora damit, die Leichen der Thalmor zu durchsuchen. Für einen kurzen Moment war sie versucht, die Rüstung der einzigen Frau an sich zu nehmen, aber entschied sich schnell dagegen, da sie sich sicher war, dass sich in der Stadt mehr Thalmor befanden und sie nicht unnötig auffallen wollte. Bei dem Anführer, den sie mit einem gezielten Schlag ihrer Klinge enthauptet hatte, fand sie ein Schwert das ganz offensichtlich nicht von elfischen Schieden gefertigt worden war, da es nicht aus Mondstein bestand.

Vorsichtig zog sie es samt Scheide unter der Robe des Magiers hervor und schaute es sich genauer an. Die Klinge war aus mehrfach gefaltetem Stahl, war gerade und lief am Ende spitz zu. Der Griff hingegen schien aus Jade zu bestehe und erinnerte sie entfernt an einen Drachen. Die Scheide war aus Holz und Stahl gefertigt worden und war schwarz bemalt. Mit zwei Lederbändern konnte sie geschickt auf dem Rücken befestigt werden.

Die Klinge war anders als alles was Aurora je gesehen hatte. Allerdings konnte sie eine leichte Ähnlichkeit in der Art und Weise feststellen, in der der Stahl der Klinge bearbeitet worden war. Während eines Auftrags der Gefährten hatte sie ein altes Akaviri-Katana gefunden und dem Besitzer zurück gebracht. Einer seiner Vorfahren hatte den Klingen angehört und hatte das Schwer weiter vererbt.

Wenn das Schwert in ihrer Hand tatsächlich aus Akavir kam, dann konnte diese Ruine nur der Wolkenherrscher Tempel sein, die alte Festung der Klingen der dritten Ära. Sie hatte gelesen, dass der Tempel während des großen Krieges mit den Elfen weitgehend vernichtet worden war und mit ihm auch die meisten Mitglieder der Klingen in Tamriel.

Zufrieden mit ihrer neuen Waffe, befestigte Aurora die Scheide unter ihrem Mantel an ihrer Jacke, so dass der Griff nach oben neben der Kapuze hervorragte und immer gut zu erreichen sein würde.

Gesättigt und zufrieden endlich so nahe an ihrem Ziel zu sein, machte sie sich auf den Weg den restlichen Abstieg nach Bruma zu bewältigen.

A/N:

Reviews sind immer willkommen, also last euren Fingern freien Lauf :)