Es geht weiter!

Dankeschön an SharonFan1986 für ihre Review. Ich hoffe, es hat auch den anderen gefallen und dass dieses Mal vielleicht mehr Leute sich die Zeit nehmen, um mir eine kurze Rückmeldung zu geben. Denn das ist mir sehr wichtig und hält mich am Schreiben.

Viel Spaß jetzt mit dem zweiten Kapitel. :)

Kapitel 2

Sharon

Als Sharon aus dem Café stürmte, hatte sie Tränen in den Augen. Sie wusste nicht, warum es sie so störte, dass Andy diese Kerry traf. Aber es machte sie wütend, und obwohl sie die Frau nicht kannte, würde sie ihr am liebsten die Augen auskratzen.

Gott, Sharon, was ist in dich gefahren?! Behalte die Kontrolle!

Aber es fiel ihr immer schwerer, wenn es um Andy ging.

Und außerdem war dieser Tag sowieso verflucht. Sie hatte Andy unbedingt etwas erzählen müssen. Aber er hatte sie gar nicht zu Wort kommen lassen, während er von der doch ach so tollen und hübschen Kerry erzählte. Sharon verdrehte die Augen. Sie konnte die Frau wirklich nicht leiden. Und jetzt hatte sie sie vermutlich auch noch die Freundschaft zu Andy gekostet.

Mit schnellen und bestimmten Schritten betrat Sharon die LAPD Headquarters. Sie wusste nicht, was plötzlich so dringend sein konnte, dass sie ihre lang ersehnte Mittagspause abbrechen musste, aber sie befürchtete, dass es nichts Gutes war.

Sie hatte solche Kopfschmerzen seit heute morgen und gelegentlich war ihr schwindelig. Wenn sie nur wüsste, was gestern Abend wirklich passiert war. Sie konnte sich nicht daran erinnern, besonders viel getrunken zu haben. Aber sie konnte sich auch an sonst nichts mehr erinnern. Wenn sie wenigstens mit Andy darüber reden könnte. Doch das ging jetzt nicht mehr.

Sharon seufzte. Sie würde Gavin später anrufen. Er würde ihr zuhören müssen.

Im Aufzug betrachtete sie ihr Spiegelbild. Man sah ihr den Kater wirklich an. Sie hatte dunkle Ringe unter den Augen, war noch blasser als sonst und sie hatte einen müden Blick.

Sharon strich sich noch einmal über ihr Haar; ein Versuch, ein wenig mehr wie sie selbst auszusehen. Dann öffneten sich die Türen des Fahrstuhls und sie betrat den Flur von Internal Affairs.

Sie setzte ihren üblichen Captain-Raydor-Gesichtsausdruck auf, als sie ihre Abteilung betrat. Doch als sie sah, wer dort alles vor ihr stand, war sie doch kurz überrascht. Nicht nur Detective Elliot, der auf sie zukam, sobald er sie sah, auch Commander Taylor, Chief Pope und einige Kollegen, die sie Robbery/Homicide zuordnen konnte, waren dort.

Elliot hatte eine nahezu bestürzte Mine aufgesetzt und stellte sich nah an sie heran. Dann sprach er mit leiser Stimme, damit nur Sharon ihn hören konnte.

„Captain, gut, dass Sie da sind. Ich weiß nicht, was Roberts hier will, aber es hörte sich nicht gut an. Sie sollten vorsichtig-"

Er konnte seinen Satz nicht zu Ende führen, denn der Versuch, sie zu warnen, blieb nicht unbemerkt.

„Detective, würden Sie mich das bitte klären lassen." Ein streng blickender Mann stellte sich neben Elliot und schaute streng auf ihn kannte das Gesicht, aber ohne Elliot hätte sie sich sicher nicht an den Namen erinnert. Roberts.

Er wandte sich Sharon zu und seine Mine wurde sogar noch dunkler. „Captain Raydor, würden Sie mich bitte in Ihr Büro begleiten?"

Sharon zog die Augenbrauen hoch. Hatte er sie gerade wirklich in IHR Büro zitiert!?

„Captain Roberts, SIE können MICH gerne in MEIN Büro begleiten, wenn Sie etwas mit mir zu besprechen haben."

Roberts Nasenflügel weiteten sich und sein Gesicht nahm ein dunkleres Rot an. Er öffnete den Mund, vermutlich um sie zurechtzuweisen. Aber die Übrigen im Raum bemerkten die Anspannung und Pope ging dazwischen.

„Ganz ruhig, alle zusammen. Ja, Captain Raydor, wir haben etwas Dringendes mit Ihnen zu besprechen. Könnten wir das in Ihrem Büro erledigen, bitte?"

Sharon sah vom Chief zu Roberts, der versuchte, seine Wut zu unterdrücken. Sie lächelte ihn an.

„Aber natürlich, Chief." Roberts sah aus, als wäre er ihr am liebsten an die Gurgel gegangen.

Triumphierend ging Sharon an ihm vorbei in ihr Büro. Chief Pope, Taylor, Roberts und ein Officer, den sie nicht kannte, folgten ihr. Der Letzte schloss die Tür und die Blenden. Sharon hob eine Braue, sagte diesmal aber nichts dazu.

Stattdessen richtete sie den Blick auf Pope. „Also, was gibt es so Dringendes, Chief?"

Pope seufzte und schüttelte den Kopf. „Setzen Sie sich bitte, Captain."

Das Ganze gefiel Sharon ganz und gar nicht. Jetzt wurde sie aufgefordert, sich in IHREM Büro zu setzen. Aber auch dazu sagte sie nichts.

Sie setzte sich in ihren Schreibtischstuhl. Auch Pope ließ sich ihr gegenüber nieder. Roberts setzte sich daneben, die anderen beiden blieben dahinter stehen. Pope nickte Roberts zu und widerwillig wandte Sharon sich ihm zu.

„Captain Raydor, wir haben einige Fragen an Sie bezüglich eines Falls."

Sharon schaute ihn verwirrt an. Was hatte sie mit einem Fall von Robbery/Homicide zutun? Und vor allem, warum waren dann Pope und Taylor anwesend?

„Muss ich Ihnen Ihre Rechte verlesen oder verzichten Sie direkt?" Sharon starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an.

„Wie bitte?! Warum sollten Sie mir meine Rechte verlesen? Wenn Sie Fragen zum Fall haben, warum fragen Sie mich dann nicht einfach?"

Langsam zeichnete sich ein hässliches Lächeln auf dem Gesicht des anderen Captains ab.

„Hmhm… ich glaube, wir haben uns falsch verstanden, Captain."

Sharon wirft einen Blick auf Pope. Er weicht ihrem Blick aus und schüttelt den Kopf.

„Was meinen Sie damit, Captain?" Sharon verstand überhaupt nichts mehr.

„Wir haben keine Fragen an Sie als Officer." Sharon sah immer verwirrter aus. Roberts dagegen schien immer gelassener.

„Captain Sharon Raydor, Sie sind unsere Hauptverdächtige in einem Mordfall."

Sharons Maske fiel und Roberts genoss es.