Und es geht weiter. Allzu viele Kapitel wird diese Story wohl nicht mehr haben. Ich bemühe mich, sie vor Weihnachten zu beenden.

Wie immer, freu ich mich über Reviews oder PNs. :)

Kapitel 17

Andy

„Wo waren Sie wirklich vorgestern Abend? Und jetzt kommen Sie mir nicht mit Ihrem Alibi. Das kaufe ich Ihnen nicht ab."

Andy zog die Augenbrauen erwartungsvoll hoch und faltete die Arme vor der Brust.

Connor aber sah ihn nur an mit einem leichten spöttischen Lächeln auf den Lippen.

Es war sehr still im Raum und Andy wurde schnell ungeduldig. Das hier durfte nicht schief gehen, sonst hätte er es versaut. Mal wieder.

„Sie reden besser, oder-"

„Oder was?"

Connor sprang nicht auf seinen drohenden Ton an. Im Gegenteil, er fühlte sich immer noch sehr überlegen.

„Was dann, Flynn? Tun Sie mir dann weh? Was wollen Sie tun?"

Sein Lachen war hässlich und verzerrt und es kostete Andy viel, nicht auf ihn los zu gehen.

„Eins müssen Sie mir aber verraten, Flynn? Was finden Sie eigentlich an diesem Ungeheuer? Wie kann man einen Stein lieben? Oder ist sie einfach nur gut im Bett?"

Danach ging alles ganz schnell. Andy hatte die Worte kaum registriert, da hatte er seine Hände schon um Connors Hals geschlossen und drückte den Mann gegen die Wand. Neben den beiden hing ein Bild von Connor und Crownfield, das schon ein paar Jahre alt sein musste. Andy bemerkte es nicht, nicht einmal, als es durch die Bewegungen der beiden verrutschte.

„WAGE ES JA NICHT, NOC EINMAL SO VON IHR ZU SPRECHEN!"

Er bekam zwar kaum Luft, aber sein Lächeln hatte Connor nach einer ersten Schrecksekunde sofort wiedergefunden. Er antwortete mit krächzender Stimme, so gut er konnte, während Andy ihm die Kehle zu presste.

„Also hast du wirklich… Gefühle für diese…"

Weiter kam er nicht, denn Andy schwang ihn herum und warf ihn zu Boden. Dabei fiel das Bild von den beiden Kollegen zu Boden und das Glas zersprang. Connor fixierte sch sofort darauf. Andy wollte gerade auf den am Boden liegenden Mann losgehen, da wurde ihm bewusst, was er gerade getan hatte. Genau das hatte er befürchtet. Genau das hätte man von dem Flynn erwartet, der immer die Kontrolle verliert und seine Wut in Schlägen äußerte. Aber das war gewiss nicht das, was Sharon von ihm erwartete oder sich von ihm wünschte. Das letzte, was er gewollt hatte, war sie zu enttäuschen. Und er hatte es erneut soweit gebracht.

Er atmete ein paar Mal tief ein und aus, während Connor sich langsam schwer keuchend aufsetzte.

„Du hasst sie so unglaublich, dass du alles tun würdest, um ihr zu schaden. Sogar einen unschuldigen jungen Mann erschießen."

Er sagte es mit möglichst ruhiger Stimme, während er sei Hemd zurecht zog und sich aufrichtete. Dann schaute er auf Connor herab.

Der Mann auf dem Boden war nicht mehr der Kerl, der sich überlegen fühlte und dies mit seinem spöttischen Lächeln immer zeigte. Er war wutentbrannt. Mit zornigen Augen sah er von dem Bild unter den Glasscherben zu Andy, ohne sich die Mühe zu machen aufzustehen.

„Diese Hexe hat meinem Partner, meinem Freund, alles genommen. Sie ist schuld an seinem Tod. Und was macht man dagegen? Nichts. Die ach so tolle und schlaue Captain Raydor macht keine Fehler. Ihre Entscheidungen zweifelt man nicht an."

Seine Stimme wurde immer lauter und Andy spürte den Zorn förmlich, den er ausstrahlte.

„Alles, das ihr passiert ist, hat sie mehr als verdient. Und ja, es hat mir unglaublich Spaß gemacht dazu beizutragen. Ich bin ins County gefahren und hab mich vor ihre Zelle gestellt. Und als ich ihren Rang erwähnt habe und die hungrigen Gesichter der Hyänen gesehen habe, die mit ihr in dem Käfig saßen, da wusste ich, was passieren würde. Ich wusste, dass sie versuchen würden, sie umzubringen. Und ich bin sehr enttäuscht, dass es nicht geklappt hat. Sie hätte auf dieselbe Art untergehen sollen wie Crownfield."

Obwohl Andy im Inneren nicht wütender hätte sein können, riss er sich zusammen. Denn Connor vor ihm war ein Wrack. Und er war kurz davor, den Mord zu gestehen.

Das dachte er zumindest.

„Aber egal, ob du mir glaubst oder nicht: Erschossen hab ich niemanden. Das Ganze war nicht einmal mein Plan."

Sharon

Jetzt konnte sie nichts mehr gegen die Tränen tun, die ihre Wangen hinunterliefen. Andy war verschwunden, wahrscheinlich dabei, eine riesige Dummheit zu begehen und sich selbst in Gefahr zu bringen. Ihretwegen.

Brenda stand hilflos neben ihrem Bett und sah verzweifelt auf die gebrochene Frau vor sich.

„Captain, wir werden ihn finden. Davon bin ich überzeugt."

Sharon rang um Fassung und wischte sich über die Wangen, bevor sie Brenda ansah und nickte.

„Ich weiß, ich hoffe nur, Sie finden ihn rechtzeitig, Chief."

Brenda sah zu Boden.

„Chief?"

Die Blondine wandte den Blick wieder Sharon zu und als sie in das Gesicht der anderen Frau sah, wurde ihr bewusst, wie stark sie war. Sie hatte in den letzten zwei Tagen so viel durchgemacht und trotzdem lag jetzt eine unglaubliche Entschlossenheit in ihrem Blick.

„Suchen Sie ihn. Fahren Sie ihm hinterher. Halten Sie ihn von jeglichen Dummheiten ab. Bitte."

Sie sah Brenda flehend an, die kurz zögerte und dann zustimmend nickte.

„Ja, Captain. Sie haben Recht. Das hätte ich schon längst tun sollen. Vergessen wir Pope. Es ist ja nicht so, als würde ich sonst auf ihn achten, nicht wahr?"

Sie zwinkerte Sharon zu und holte ihr Handy hervor. Sharon musste trotz der Situation lächeln. Sie waren wirklich weit gekommen.

„Ja, Detective Sanchez. Wir ignorieren Popes Anweisung, die Füße still zu halten. Schnappen Sie sich das Team und fahren Sie zu Connor. Ich bin mir sicher, wir finden Andy dort."

Während Brenda auflegte und sich wieder zu Sharon wandte, fuhren am anderen Ende der Stadt ihre Kollegen los, um einen Freund zu retten.

Sie hoffte inständig, sie kamen nicht zu spät. Und mit dieser Hoffnung war sie nicht allein.