Ich weiß, ich weiß, ich bin gemein. Es tut mir wirklich leid. ;-)
Dafür hab ich mich um ein schnelles Update bemüht.
Ich hoffe, es gefällt euch. Das ist das vorletzte Kapitel dieser Story.
Kapitel 19
Sharon
Brenda schaute auf Sharon herab, die mit ihrer dünnen Decke spielte und vor sich auf die Wand starrte. Sie seufzte und sah sich um. Dort stand ein Plastikstuhl in einer Ecke, Brenda zog ihn heran und ließ sich mit einem erneuten Seufzer hinein fallen.
„Er wird schon nichts außerordentlich Dummes angestellt haben, Captain."
Sharon drehte den Kopf und sah sie mit großen Augen an, als hätte sie den Verstand verloren. Dann lachte sie trocken.
„Ach, Chief. Hören Sie auf, uns beiden etwas vorzumachen. Wir reden von Andy Flynn."
Brenda musste lächeln. Ja, er hatte wirklich ein Talent dafür, irgendwelche Dummheiten anzustellen. Sie wollte Sharon gerade zustimmen, da klingelte ihr Handy. Hastig zog sie es aus ihrer Handtasche und sah Julios Namen auf dem Display.
„Ja, Detective?"
Brenda stellte den Lautsprecher an, weil Sharon sie mit einem angespannten und erwartungsvollen Ausdruck ansah.
„Hallo Chief. Wir sind jetzt vor Connors Bungalow. Der Wagen des Lieutenants ist hier. Er muss schon drin sein."
Brenda seufzte und schüttelte den Kopf.
„Ich hab es befürchtet. Holen Sie ihn bloß schnell daraus."
Sharon sah sehr unglücklich aus und sah auf ihre Finger. Brenda konnte die Angst um Andy spüren, wie sie in Wellen von ihr abfiel. Sie hatte schon länger geahnt, dass sich zwischen den beiden mehr anbahnte als nur Freundschaft. So ganz sicher wusste sie noch nicht, was sie davon halten sollte.
„Sind schon dabei, Mam. Wir haben gerade-"
Er brach abrupt ab und Sharon sah daraufhin Brenda an. Auch Brenda hatte ein ungutes Gefühl.
Als der Schuss fiel, hatte sie es geahnt. Und Sharon auch. Denn sie zeigte keine Reaktion, aber ihr liefen leise Tränen über die Wangen.
„Julio? JULIO!"
Aber es kam keine Antwort. Man hörte, dass Chaos ausbrach. Die Sirenen dröhnten im Hintergrund und überall riefen die Leute durcheinander. Sie waren sich sicher, dass sie Provenza „Flynn!" rufen hörten, eine Verzweiflung in der Stimme, die ihnen einen Stich ins Herz versetzte.
Dann brach der Kontakt ab.
Andy
Sharon.
Ja, er hatte ihr Bild vor Augen, als der Schuss fiel. Sie erschien ihm als das beste Schmerzmittel für den Moment, in dem die Kugel ihn treffen würde.
Aber der Schmerz blieb aus.
„FLYNN!"
Provenza.
Andy verstand nicht, was gerade vor sich ging, aber er hatte das Gefühl, er war gar nicht tot.
Langsam öffnete er die Augen und was er sah, war grausam.
Genau in seinem Blickfeld lag Crownfields Tochter, die Augen weit aufgerissen, aber kalt und ausdruckslos. Blut rann an der Seite ihres Kopfs hinunter und über ihren Hals, bevor es sich auf dem Boden in einer kleinen Lache sammelte. Andy wurde übel. Die Waffe hatte sie nicht losgelassen. Sie lag noch fest umklammert in ihrer Hand, der Finger am Abzug und auf ihn gerichtet. Dieser Finger hätte ihn beinahe getötet.
Aber er lebte. Oh mein Gott, er lebte.
„Flynn?"
Sein Partner kniete sich neben ihn und legte eine Hand auf seine Schulter.
„Was ist mit dir? Bist du verletzt? Du bist ein verdammter Idiot, weißt du das?"
Sein Ton klang genervt, aber Andy kannte ihn nun lang genug, um den besorgten Unterton in seiner Stimme zu hören. Er sah Provenza an und schluckte.
„Ich… ich hab alles aufgenommen. Meine… meine Jackentasche."
Er hatte fürchterliche Kopfschmerzen und wollte nur noch aus diesem Bungalow raus. Aber vor allem war er erleichtert. Er hatte den Fall geklärt, Sharon würde frei kommen. Und er lebte. Er lebte.
Sharon
Es gab zwei Möglichkeiten. Zwei simple Möglichkeiten.
Entweder Andy hatte Connor erschossen oder Connor hatte Andy erschossen.
Sharon merkte, wie ihr der Gedanke die Kehle zuschnürte. Das alles hatte er nur für sie getan. Und jetzt war er wahrscheinlich tot.
Sie liebte ihn doch. Sie liebte ihn. Und sie brauchte ihn.
Sharon schnappte hysterisch nach Luft und ihre Umgebung begann zu verschwimmen. Nur noch im Unterbewusstsein nahm sie Brendas aufgeregte Stimme wahr.
„Captain? Sharon! Was ist mit Ihnen? Oh Gott. Hilfe? Hilfe! Hey, ich brauche einen Arzt. Ich, ich glaube, sie hyperventiliert oder so etwas? Hilfe!"
Sharon hatte solche Panik und es drohte, sie zu überwältigen. Sie spürte, wie ihre Sicht durch den Sauerstoffmangel beeinträchtigt wurde. In ihrem Blickfeld waren jetzt überall schwarze Flecken, die immer größer wurden. Sie wollte Luft holen, sie wollte diesen Atemzug tun, der den Schwindel und die Flecken vertreiben würde.
Aber sie konnte nicht. Es ging nicht.
Es dauerte nicht lange, da verschluckten die schwarzen Flecken sie.
Alles wurde ruhig um sie herum. Sogar die Angst um Andy war verschwunden.
