© Sunrisepainter: Good at Heart
III. Ronin & Mareo
„Nicht weit von hier ist ein kleiner Fluss, wenn ihr wollt, dann könnt ihr baden gehen", verkündete Kiba und ließ das Brennholz, das er gesammelt hatte, auf den Boden fallen.
„Ich weiß doch wie sehr ihr Mädchen es mit der Hygiene habt", er grinste und warf einen Blick zu Tenten, die auf einem Stein hockte und dabei war ihre Waffen zu ordnen, „na ja, jedenfalls die meisten."
„Was soll das denn bitte schön heißen?", knurrte die Brünette und funkelte ihn wütend an.
„Ich meine die Mädchen, die sich nicht wie Jungen benehmen", provokativ zog er eine Augenbraue hoch. Tenten ließ ihre Fingerknochen knacken und war drauf und dran sich auf ihn zu stürzen.
„Ich glaube wir alle können eine Wäsche zu gebrauchen", meinte Sakura lässig und griff nach Tentens Arm, um sie mit sich zu ziehen.
„Kommst du auch mit Hinata?"
„Hai", nickte sie und stolperte ihnen hinterher.
„Und wehe ich sehe, dass du spannst, dann kannst du was erleben", warnte Sakura den Jungen. Kiba zuckte nur lässig mit den Schultern und grinste breit.
„Wenn das hier funktionieren soll, dann musst du aufhören dich von dem Idioten provozieren zu lassen", meinte Sakura, sobald sie außer Hörweite waren.
„Wenn ich ihn einmal nur...", knurrte Tenten und warf ihr Kunai mit solcher Wucht in einen Baumstamm, dass sich ein feiner Riss von der Wurzel bis in die Krone zog.
„Bitte sei ihm nicht böse, Tenten - chan", Hinata griff nach ihrem Arm, „er meint es nicht so."
„Hmpf", schnaubte die andere Shinobi und zog ihre Waffe aus dem Holz.
„Wenn du seine Kommentare einfach ignorierst und ihn als Teil unseres Teams ansiehst, dann wird er irgendwann Ruhe geben. Du bist doch sonst nicht so streitsüchtig", meinte Sakura ruhig, „oh - seht - da ist der Bach."
„Und das Wasser ist so schön klar", entzückt tauchte Hinata ihre Hand ins kühle Nass.
Für einen Moment vergaß Tenten ihr überhitztes Temperament und ihren Stolz und genoss die Wirkung des erfrischenden Bades.
Sakuras Räuspern unterbrach die friedliche Stille. Doch Tenten wandte ihren Blick wieder ab, als die pinkhaarige Konuichi die Gleichaltrige ansprach:
„Sag mal Hinata - chan...Kiba scheint sich ja wirklich viele Sorgen um dich zu machen."
Hinata senkte den Blick und wurde etwas rot im Gesicht, trotzdem lächelte sie.
„Ja. Shino und er sind schon immer so fürsorglich zu mir gewesen. Es ist nett von ihnen, aber manchmal stört es mich auch."
Sakura nickte verständnisvoll, doch dann seufzte sie:
„Ich wünschte mir meine Teamkameraden würden mich so umsorgen wie die beiden dich."
„Aber Na - Naruto tut das doch auch", bemerkte Hinata überrascht und wurde noch röter im Gesicht. Sakura lachte leise:
„Ja, du hast Recht. Aber eben nicht auf so eine niedliche Art und Weise, sondern auf die nervige."
Hinata schwieg und biss auf ihrer Unterlippe herum. Nachdenklich fuhr sich Tenten durch das langes,gewelltes Haare. Es kam nicht oft vor, dass sie es offen trug.
Sie konnte bei diesem Gespräch nicht mitreden. Natürlich waren Lee und Neji auch betroffen, wenn sie verletzt war, doch sie wussten ganz genau, dass sie damit selbst zurechtkam.
Doch wenn sie in einer schwierigen Situation waren, beschützen sie die Kunoichi ihres Teams nie. Jedenfalls nicht sowie Naruto, Kiba und Shino es für Sakura und Hinata taten. Das wurde Tenten erst in diesem Moment schmerzlich bewusst. Vielleicht hatte Kiba Recht, wenn er ihr vorwarf eher wie ein Junge zu sein, als wie ein Mädchen...
Schnell schüttelte sie diesen Gedanken ab. Sie war eine starke und stolze Kunoichi, also wieso sollte sie sich da beschützen lassen wollen, als wäre sie ein schwaches kleines Mädchen? Das ergab keinen Sinn.
„Ist etwas, Tenten?", besorgt sahen Sakura und Hinata sie an. Die Brünette schüttelte nur mit dem Kopf und simulierte ein Lächeln:
„Alles okay, Leute. Ich war nur in Gedanken."
„Ich hoffe du hast darüber nachgedacht dich mit Kiba zu vertragen", streng blickte Sakura sie an. Tenten seufzte und nickte dann genervt:
„Ja, ja, was immer ihr wollt. Aber macht der noch ein bissiges Kommentar, dann setzt es was."
„Klar, dann können wir ihm ja einen Maulkorb anlegen", meinte Sakura trocken. Hinata kicherte und schlug ihr spielerisch auf dem Arm:
„Sei nicht so gemein, Sakura – chan."
„Sie hat doch Recht", murmelte Tenten und streifte sich ihre Kleidung wieder über. Nachdem sie wieder einigermaßen sauber war, fühlte sie sich gleich entspannter.
Sie band ihre Haare zu zwei Knoten zusammen und schnallte sich ihren Waffengurt um die Hüfte. Auch Hinata und Sakura hatten sich in der Zwischenzeit wieder angezogen. Zu dritt machten sie sich auf den Weg zurück zum Lager. Doch mitten im Laufen blieb Hinata plötzlich stehen.
„Ich glaube ich habe gerade ein fremdes Chakra gespürt"; murmelte sie mit ängstlicher Stimme.
Alarmiert sahen sich auch die anderen beiden um. Hinata aktivierte ihr Byakugan.
Doch dann atmete sie erleichtert aus:
„Da ist doch nichts. Entschuldigung."
„Kein Problem, wir müssen nun mal sehr vorsichtig sein", meinte Sakura und lächelte.
Als sie auf die kleine Lichtung traten, war Kiba immer noch damit beschäftigt das Feuer zu entfachen. Er warf ein Streichholz auf das Holzscheit und als nichts passierte, fluchte er laut und entzündete das nächste.
Sakura schüttelte den Kopf:
„Traurig und das nennt sich Shinobi." Mit sicheren Schritten ging sie zu ihm hinüber, nahm ihm das Streichholz aus der Hand, zog einen Papierschnipsel aus ihrer Tasche, entzündete ihn und legte ihn fachmännisch in den Holzhaufen. Keine zwei Minuten später flackerte bereits ein spärliches Feuer, das immer größer wurde.
Der Junge kratzte sich am Kopf und sah die Mädchen verlegen an:
„Tja, sonst macht das Shino immer für uns. Oder Hinata – chan?" Die Hyūga nickte zustimmend.
„Ja, ja", Sakura verdrehte nur die Augen und kramte dann einen Topf aus ihrem Rucksack.
„Wahrscheinlich hat Shino auch für euch gekocht, deswegen werden Tenten und ich das jetzt übernehmen."
Kiba schob beleidigt die Unterlippe vor und wollte etwas erwidern, doch als Hinata leicht den Kopf schüttelte, schloss er seinen Mund schnell wieder.
So wie Sakura es sagte, geschah es auch. Sie und Tenten schafften es ein halbwegs erträgliches Essen auf die Beine zu stellen und Kiba wurde dafür mit Akamaru dazu verdonnert, das Geschirr im Fluss zu reinigen. Natürlich regte er sich furchtbar darüber auf, doch Sakura warf ihm so einen finsteren Blick zu, dass er für einen Moment sogar erblasste. Als er verschwunden war, seufzte Tenten. Sie schaffte es nie einen Jungen nur mit Blicken zum Schweigen zu bringen, sowie Hinata, Sakura und auch Ino. Dazu besaß sie weder die Autorität, das Temperament noch die Lieblichkeit.
Sie war eben immer etwas dazwischen. Der typische Durchschnitt.
Um sich etwas von ihren Gedanken abzulenken, meldete sich freiwillig dazu den ersten Wachposten zu übernehmen und gleich mal die Gegend abzusichern.
Glücklich die Schwerkraft und andere Sorgen für einen Moment außer Acht zu lassen, schwebte sie regelrecht von Ast zu Ast und ließ ihre Umgebung dabei keinen Moment aus den Augen.
Als sie am Horizont eine dunkle Wolke erkannte, stoppte sie und schaute misstrauisch in die Ferne. Es schien ein Unwetter aufzukommen, was bedeutete, dass ihnen keine angenehme Nacht zur Verfügung stand. Sie entschloss sich den anderen gleich davon zu berichten, nachdem sie noch kurz etwas trainiert hatte.
Sie suchte sich einen geeigneten Baum, malte mit Kreide ein Ziel auf dessen Rinde und begann dann abwechselnd mit Kunais und Shuriken darauf zu werfen. Natürlich traf sie jedes Mal ins Ziel, denn dafür war sie ja bekannt. Während sie so dabei war, überlegte sie, was der Grund sein könnte, dass man keinen Jonin ihrem Team zugeteilt hatte. Sie hätte Tsuandes Entscheidung nie in Frage gestellt und doch wunderte es sie. Den anderen schien es entweder nicht aufgefallen sein oder sie hatten wussten Bescheid.
Auf einmal hatte sie das seltsame Gefühl beobachtet zu werden und drehte sich ruckartig um. Doch hinter ihr war nichts. Nichts außer Bäume. Mit einer unheilvollen Vorahnung, zog sie ihre Waffen aus der Baumrinde und machte sich auf den Rückweg, um den anderen von ihren Beobachtungen zu berichten.
„Ein Unwetter. Also doch. Gut, dass wir vorher schon die Zelte richtig befestigt haben, falls es stürmen sollte." Sakura schien nicht im Geringsten überrascht über diese Botschaft zu sein und Tenten kam zu dem Schluss, dass Kiba den Wetterumschwung genauso gerochen hatte, wie Hinata mit ihrem Byakugan die schwarzen Regenwolken viel früher schon gesehen hatte. Natürlich hatten sie Sakura davon erzählt.
„Bist du dir dann sicher, dass du im Regen draußen bleiben willst?", fragte Hinata besorgt.
„Was bleibt uns anderes übrig? Einer muss immer Wache halten", Tenten zuckte mit den Schultern.
„Gut, dann übernehme ich nach dir", nickte Sakura, „dann Hinata und als letztes Kiba."
„Ladies first, verstehe schon", der Junge verdrehte die Augen.
„Genau", Sakura klopfte ihm auf den Rücken und kroch dann in ihr gemeinsames Zelt. Es war bereits stockdunkel und das Lagerfeuer war ihre einzige Lichtquelle in dieser bewölkten Nacht.
„Warte kurz, Tenten. Ich hab etwas für dich", meinte Hinata und kroch in das Zelt um kurz darauf mit einem Regenmantel und einer Decke wiederzukommen.
„Danke, Hinata. Du bist ein Schatz!" Die Hyūga wurde rot und schlich sich wieder zurück in ihr Zelt, um sich schlafen zu legen.
„Und lass dich bloß nicht von den Nachtgespenstern erschrecken", spottete Kiba. Tenten streckte ihm bloß die Zunge heraus und setzte sich zurück ans Feuer. Sie wollte die restliche Hitze noch ausnutzen bevor der Regen das Feuer löschte. Diese Nacht würde mehr als nur ungemütlich werden.
„Oh nein! Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass dieser Flohfänger mit hier schläft, oder?", ertönte Sakuras Stimme, nachdem sich Kiba und sein Hund in ihr Zelt quetschten.
„Aber Sakura", maulte der Shinobi, „ich kann ihm bei diesem Wetter doch nicht draußen lassen!"
„Entweder tut er das oder du schläfst mit ihm an der frischen Luft! Einer von eurer Sorte reicht mir!", blieb die Kunoichi stur.
„Aber guck doch mal wie lieb er ist und er kann dich doch wärmen", meinte Kiba und Akamaru verzierte das Ganze mit einem herzzerreißenden Jaulen.
„Oder willst du, dass ich dich wärme", setzte der Hundeninja mit anzüglicher Stimme noch einen drauf. Es gab ein unschönes Geräusch und der Shinobi stöhnte auf.
„Also gut, er kann bleiben", knurrte Sakura und es raschelte, als sie sich in ihren Schlafsack begab.
„Hättest du das nicht auch sagen können ohne mir gleich ein blaues Auge zu verpassen?", murmelte Kiba und Tenten musste leise lachen.
„Ach halt doch den Mund da draußen!"
Nach einiger Zeit wurde es etwas ruhiger im Lager. Tenten hatte sich gegen einen großen Stein gelehnt und schaute dem Feuer beim Glimmen zu. Das leise Zirpen der Grillen wurde übertönt von Kibas lautem Schnarchen und Tenten verschränkte seufzend die Arme hinterm Kopf, um den dunklen Himmel besser bewundern zu können.
Schließlich spürte sie den ersten Regentropfen auf ihrer Stirn und zog die Jacke an, die ihr Hinata geliehen hatte. Sie war furchtbar erschöpft und hatte bald sichtliche Probleme die Augen offen zu halten. Als der Regen immer stärker wurde und erbarmungslos auf die nieder prasselte, schlang sie ihre Arme um ihren Körper, damit sie nicht ganz auskühlte und versuchte auszurechnen, wie lange sie noch bis nach Sunagakure brauchen würden. Doch helfen tat das auch nicht und irgendwann fielen ihr die Augen zu, auch der Regen konnte es nicht verhindern. Geweckt wurde sie allerdings kurze Zeit später von einem unangenehmen Rütteln an ihrer Schulter. Erschrocken sprang sie auf und langte nach ihrem Kunai.
„Schon gut, ich bin's nur", flüsterte Sakura in die Dunkelheit hinein. Tenten konnte nur ihre Silhouetten erkennen, weil es ohne das Feuer stockdunkel war. Es hatte aufgehört zu regnen und sie spürte wie ihre Kleidung bereits an ihrem Körper klebte.
„Wechsel deine Sachen noch bevor du dich schlafen legst. Eine Erkältung kann sich keiner von uns erlauben", riet die andere Kunoichi ihr. Die Brünette nickte und kroch dann in ihr Zelt.
Hinata atmete leise und drehte sich unruhig hin und her. Schlotternd befreite sich Tenten aus ihrer nassen Kleidung und schlüpfte dann in ihren gemütlichen Schlafsack. Eine Zeit hatte sie Mühe wieder einzuschlafen und betrachtete deshalb nachdenklich Hinatas unruhigen Schatten. Sie schien ein Alptraum zu haben, so sehr wie sie hin und her wandte. Die Ältere hätte gerne etwas dagegen getan, doch sie wusste nicht wie. Erschrocken lauschte sie, als Hinata auch noch zu flüstern begann:
„Nar...Nar...Naruto!"
„Pst!", beruhigend legte Tenten ihr eine Hand auf die Stirn und wischte über ihr schweißgebadetes Gesicht, „ich bin mir sicher, dass du und Naruto eines Tages wieder zueinander findet. Egal, was das Schicksal für euch bereithält."
Auch wenn sie das bezweifelte, merkte sie doch wie sich die Hyūga durch diese Worte entspannte und Tenten plagten wieder einmal üble Gedanken. Als Hinata wieder ruhig schlief, verschränkte sie die Hände hinterm Kopf und schaute gen Zeltdecke.
„Ich werde dafür sorgen, dass ihr euch wieder findet...", war das letzte was sie murmelte bevor sie der Schlaf geradezu überrollte.
Geweckt wurde sie dieses Mal dadurch, dass jemand unsanft an dem Zelt rüttelte. Verschlafen rieb sich die Kunoichi die Augen und sah sich um. Es war bereits hell draußen, aber noch kalt, sodass der Sonnenaufgang nicht lange her sein konnte. Hinatas Schlafsack war leer und sofort war Tenten hellwach. Eigentlich war sie sonst immer diejenige, die als erstes aufstand.
„Tenten, jetzt steh endlich auf! Wir haben Probleme!", knurrte Kibas Stimme und erneut wurde das ganze Zelt durch gerüttelt. Wütend sprang das Mädchen auf die Beine und stürmte aus dem Zelteingang, um ihn zurechtzuweisen. Doch knapp war sie draußen, hielt sie auch schon inne und blickte die anderen drei fragend an.
Sakura sah genauso verschlafen aus wie sie sich fühlte und doch hatte sie sich in ihren Kampfpose gestellt und ein Kunai gezückt.
„Was ist passiert?", alarmiert blickte Tenten sich um. Es war Kiba, der ihr antwortete:
„Hinata konnte mit ihrem Byakugan fremdes Chakra lokalisieren. Es sind zwei Shinobi und sie scheinen uns jetzt schon länger zu beobachten."
„Ich habe die beiden so schnell wie möglich geweckt, weil sie aus Amegakure sind. Ich habe die Befürchtung, dass sie uns schon länger verfolgen", erklärte die Hyūga besorgt.
„Das erklärt den Regen", Tenten verzog das Gesicht, „und gestern, als ich mich umgesehen habe, kam ich mir irgendwie beobachtet vor..."
„Und was machen wir jetzt?", wandte sich Kiba an Sakura, „angreifen?"
Die pinkhaarige Kunoichi schüttelte den Kopf:
„Nein. Es wäre nicht klug sich einfach so auf einen Kampf einzulassen ohne zu wissen, was sie von uns wollen."
„Außerdem sind sie in der Unterzahl, da werden sie uns doch wohl nicht angreifen", setzte Tenten hinzu und entspannte sich wieder.
Doch kaum hatte sie diesen Gedanken ausgesprochen, gab Hinata einen erschrockenen Laut von sich und spannte ihre Muskeln an.
„Sie kommen auf uns zu. Sie wissen, dass wir sie gesehen haben und greifen jetzt an!"
„Wie bitte? Die sind doch verrückt!", knurrte Kiba und die anderen drei stellten sich schützend vor Hinata.
„Du bleibst schön hinter uns, ja? Unsere Aufgabe ist es dich zu beschützen, auch wenn ich weiß, dass du uns im Kampf sicher eine große Hilfe wärst", erklärte Sakura ihr mit sanfter Stimme. Hinata nickte, auch wenn ihre Augen widersprachen.
Und plötzlich flog ein Kunai direkt auf Tenten zu. Geschickt sprang sie aus der Schusslinie und konnte aus den Augenwinkeln sehen, wie die Waffe in einem Baumstamm stecken blieb.
„Das hier sollte eine Warnung sein", meinte eine dunkle Stimme und die beiden feindlich gesinnten Ninja tauchten auf der Lichtung auf.
Der Mann, der gesprochen hatte, trug ein hellblaues Gewand aus dessen Ärmel zahlreiche Kunais und andere Waffen zeigten, die die vier Konoha – Ninja noch nie gesehen hatte. Außerdem verdeckte eine Augenklappe sein Auge und seine blauen Haare waren zu einem Irokesen geformt. Sein Hals wurde durch eine Metallschiene geschützt und auf seinen Lippen lag ein zynisches Grinsen.
Tenten vermutete, dass er der Sprecher der beiden war und ließ ihren Blick über den anderen wandern. Im Gegensatz zu dem anderen, der sehr muskulös wirkte, war dieser groß und drahtig. Er trug einen metallischen Brustpanzer, der zu seinem Helm passte, der die seine Augen und seine Nase verdeckte, sodass man nur noch seinen Mund sehen konnte. Auf der Vorderseite der Kopfbedeckung befanden sich vier rote Ornamente, die aussahen wie glühende Augen. Seine Haut hatte einen skurrilen Blauschimmer und seine weißen, langen Haare fielen ihm wild über die Schulter. Auf dem Rücken trug er zwei gekreuzte Schwerter.
Doch beide Shinobi trugen ein Stirnband mit dem gleichen Wappen von Amegakure: Vier geknickte Streifen nebeneinander gereiht.
„Was wollt ihr von uns?", Sakura blickte die beiden grimmig an.
Der Mann mit der Augenklappe lachte rau:
„Ihr seid welche von der schnellen Sorte, was? Fragen, kämpfen, sterben. Aber wir gehen es etwas ruhiger an. Bevor wir drei von euch umbringen, wollen wir uns doch erstmal vorstellen", er sprang von dem Ast und sein Gefährte tat es ihm gleich.
„Also mein Name ist Ronin und das dort ist Mareo", er machte eine spöttische Verbeugung, „und mit wem dürfen wir die Bekanntschaft machen?"
„Ich sage es nur noch ein einziges Mal: Entweder sagt ihr jetzt, was ihr verdammt nochmal von uns wollt oder es setzt was", Kiba hatte sichtlich Probleme sein Temperament im Zaun zu halten.
„Die Jugend von heute", seufzte er und schüttelte den Kopf, doch dann begann sein unbedecktes Auge zu funkeln, „sie wollen wir!" Er deute mit seinen schmutzigen Finger auf Hinata, die überrascht die Augen aufriss.
„Und wenn ihr sie uns nicht freiwillig gibt, dann werdet ihr drei sterben." Diesmal sprach der anders, Mareo, und seine Stimme klang dunkler als die seines Begleiters.
„Ich weiß zwar nicht, was ihr von Hinata wollt, aber an mir kommt ihr so leicht nicht vorbei", knurrte Kiba und hielt sein Kunai vor sich. Im selben Moment umfasste Tenten ihre Schriftrolle, die wie immer randvoll mit Waffen gespickt war.
„Siehst du das, Mareo? Drei Chuunin wollen gegen uns kämpfen, um die kleine Erbin zu beschützen", frotzelte Ronin.
„Das wird ihnen nicht viel nützen", erklärte der andere monoton und zückte seine Schwerter.
„Ihr habt keine Chance gegen uns", stellte Sakura fest, „wir sind zu dritt und ihr seid nur zwei."
„Das werden wir noch sehen", murmelte Mareo und machte einen Satz auf die drei zu. Sein Ziel war es eindeutig Kiba zu treffen, der direkt vor Hinata stand, doch es war Tenten, die mit ihrem Katana den Schlag abfing. Metall traf klirrend auf Metall.
„Also willst mein Gegner sein, Mädchen", zischte er und drehte langsam seinen Kopf in ihre Richtung. Tenten funkelte ihn nur an und drückte seine Klinge von Kiba weg.
Dieser wandte sofort das Shikyaku no Jutsu*, wobei es ihm nun möglich war auf vier Beinen zu kämpfen, während Chakra seinen gesamten Körper umhüllte.
„Kümmere du dich ruhig um die Göre mit den Zöpfen, ich schau mir den Jungen mit dem Köter mal an", erklärte Ronin und warf ein zweites Kunai, diesmal in Kibas Richtung. Dieser trat es mit seinem Fuß beiseite und stand dann an Akamarus Seite seinem Gegner gegenüber.
„Komm mit", wisperte Sakura und zog Hinata schützend hinter einen Baum. Von dort aus beobachteten die beiden Mädchen nervös das Kampfgeschehen.
Tenten war die erste, die handelte. Sie breitete ihre Schriftrolle aus und schleuderte sie geöffnet in die Luft. Mit einem durchdringenden Pfeifen sausten alle möglichen Waffen auf Mareo nieder. Dieser machte ein paar geschickte Bewegungen und schaffte es dem größten Teil auszuweichen. Lediglich ein Shuriken prallte von seinem Brustpanzer ab und sie fluchte leise.
„Da musst du dich schon etwas mehr anstrengen", grinste er und machte einige schnelle Handbewegungen.
„Technik der vierfachen Wasserkörperteilung" Und dann standen ihr plötzlich vier von seiner Sorte gegenüber und griffen sie mit Schwertern an.
„Die gleiche Methode, die Kakashi anwendet", dachte Tenten und grinste, denn sie erinnerte sich auch daran, dass sie nur einen Schlag überlebten. Sie schwang ihr Nunchaku. Sie schaffte es zwei von den Doppelgängern gleichzeitig damit auszulösen und den dritten erledigte sie mit einem schnellen Fußtritt.
Doch Mareo war noch nicht fertig. Die Wasserdoppelgänger hatten sie nur kurz abgelenkt, weil sein nächstes Jutso einige Konzentration verlangte. Eine Gewitterwolke erschien über den Köpfen der Kämpfenden. Überrascht sah Tenten nach oben und dann wieder auf ihren Gegner, der jetzt irgendetwas murmelte. Dann nahm er eines seiner Schwerter in beide Hände und rammte es im selben Moment in den Boden wie ein Blitz in seinen Griff zuckte. Von dem Punkt aus, indem das Schwert in den Boden stach, zuckten Blitze in alle Richtungen und Tenten war es unmöglich dieser Energie auszuweichen. Für eine Nanosekunde stand ihr ganzer Körper unter Strom ehe sie gegen den nächsten Baum geschleudert wurde.
Vor Schmerz stöhnte sie auf und für einen Moment sah sie Sterne. Benebelt nahm sie einen zweiten Blitz war, der über den Himmel zuckte und dann setzte Regen ein. Hart klatschte er gegen ihr Gesicht und durchnässte ihre gesamte Kleidung. Er brachte sie wieder zur Besinnung.
Schließlich legte sich der Nebel in ihrem Kopf und sie richtete sich langsam auf. Ihren Gegner konnte sie nicht erkennen, aber dafür Kiba, der mitten im Regen gegen den anderen kämpfte.
„Was mehr hast du nicht zu bieten?", lachte Ronin, nachdem bereits die dritte Attacke des Hunde- Ninjas erfolglos gewesen war, „streng dich mal ein bisschen an, aber jetzt bin ich erst einmal am Zug! Wasserpeitsche!"
Geschickt konnte Kiba dem blauen Strahl ausweichen, rechnetet jedoch nicht damit, dass er Ame – Ninja bereits einen Doppelgänger von sich geschaffen hatte, der genau die gleiche Attacke durchführte. Die Peitsche schlang sich um Kibas Körper und fluchend versuchte er sich dagegen zu wehren.
„Ts", machte Ronin nur und ließ einen Stromschlag durch die Peitsche fahren. Kiba zuckte zusammen und schrie vor Schmerz auf. Akamaru jaulte und warf sich dann auf denjenigen, der seinen Meister angriff. Ronin war gezwungen seinen Angriff fallen zu lassen und konnte sich gerade noch so abfangen. Kiba nutzte die Gelegenheit und sprang auf Akamarus Rücken. Pfeilschnell schossen sie auf einen Ast, um eine bessere Übersicht über das Kampffeld zu haben.
„Ich glaube wir werden noch zu spät nach Suna kommen, wenn wir die nicht schnell los werden", flüsterte er seinem besten Freund zu.
Sakura hatte einen ähnlichen Gedanken, als sie mit Hinata im Schlepptau zu Tenten lief, um zu sehen, wie schwer sie verletzt wurde. Diese hatte sich jedoch wieder aufgerichtet und lehnte sich keuchend gegen den Baumstamm, gegen den sie nur wenige Minuten zu vor gekracht war.
„Geht es, Tenten?", Sakura berührte ihre Schulter. Die Brünette verzog nur das Gesicht:
„Der Typ ist wirklich nervig!"
„Wo ist er denn?", Sakura sah sich suchend um. Hinata, froh endlich helfen zu können, aktivierte ihr Byakugan. Gerade noch rechtzeitig, um die Wurfnadeln zu sehen, die in ihre Richtung flogen. Ohne groß zu zögern, zog sie die beiden anderen Mädchen zur Seite.
„Dieser Bastard.", schimpfte Tenten und stellte sich wieder vor die beiden.
„Er ist rechts von uns."
„Danke Hinata", damit versah sie ein Kunai mit einer Lichtkugel und zielte dann in die Richtung, in der sie ihren Angreifer vermutete. Als sie explodierte hielt sie sich schützend die Hand vor die Augen, sprang dann blitzschnell in die Luft und öffnete gleich zwei ihrer Schriftrollen.
Sie nutzte den Moment aus, in dem er von der Lichtkugel geblendet war, und wandte Aufsteigende Zwillingsdrachen an. Die beiden Schriftrollen wirbelten in Spiralen um sie herum und im nächsten Moment prasselten wieder zahlreiche Waffen auf Mareo wieder, den sie jetzt auf einem Ast erkennen konnte.
Ein Wurfstern traf ihn in die Wade, jedoch reichte das natürlich nicht aus, um ihn zu besiegen, also zog sie ihre Waffen an Chakra - Fäden wieder zurück.
Wieder führte sie die gleiche Prozedur durch und diesmal hatte sie Glück. Ein Morgenstern traf ihrem Gegner am Kopf, zertrümmerte dessen Helm und er taumelte rückwärts. Bevor er sich von dem Schlag erholen konnte, versetzte Sakura ihm einen gezielten Tritt und er sackte bewusstlos zu Boden
Tenten landete federleicht neben ihr und sammelte ihre Waffen wieder ein.
„Das hätte ich auch noch geschafft."
Sakura zuckte nur mit den Schultern und sah dann nach oben in die Baumkronen, in die Kiba vor einiger Zeit verschwunden war.
„Ich glaube, dass er das wirklich alleine schafft", meinte Hinata, die ihren Blick bemerkt hat.
„Lasst uns trotzdem mal nach ihnen sehen", schlug Sakura.
„Und was ist mit dem?", fragte Tenten und stieß mit ihrer Fußspitze gegen den Brustpanzer ihres ehemaligen Gegners, der jetzt im nassen Schlamm lag.
„Wir fesseln ihn." Gesagt, getan.
Kiba währenddessen hatte ganz andere Sorgen. Wie er es erwartet hatte, war der andere Shinobi ihm in die Wipfel der Bäume gefolgt und wusste jetzt, mit wem er es zu tun hatte.
Grinsend hatte er eine Rauchbombe explodieren lassen, sodass Kiba nicht nur schlecht sehen konnte, sondern auch sein Geruchssinn eingeschränkt wurde. Durch den Regen hatte er zusätzlich auch noch Probleme sich fortzubewegen, weil die Äste
„Senbon-Regen."
Ronin hatte das bekannte Jutsu seines Dorfes angewandt und einen aufgespannten Regenschirm in die Luft geworfen. Kiba konnte die Nadeln auf sich zu schießen hören. Das Flirren konnte er klar und deutlich hören, doch er schaffte es nur noch geradeso ihnen auszuweichen. Sie streiften seinen rechten Arm, der daraufhin wie verrückt zwickte. Er biss die Zähne zusammen und legte seine Hand auf die Wunden. Er konnte jetzt das Blut riechen, deutlich als alles andere um sich herum.
Der Rauch hatte sich bereits verzogen und er sah seinen Gegner über sich thronen, mit einem Gewinnerlächeln auf dem Gesicht.
Akamaru neben ihm knurrte. Auch er spürte natürlich, dass ihre Chancen zu gewinnen immer geringer wurden.
„Noch eine Attacke und ich habt dich besiegt", erklärte Ronin lässig und führte eine Reihe von Handzeichen aus. Kurze Zeit später verband sich der Regen, um sie herum zu einem Wasserstrudel, der auf den Hunde – Ninja zuschoss. Dieser wurde mit voller Wucht getroffen und davon geschleudert. Ronin grinste noch breiter, doch dann gab es einen »Plop!« und sein Gegner war verschwunden, sodass nur noch dessen Hund zurück blieb.
„Verdammt, der Junge hat mich reingelegt", murmelte er.
„Genau", frohlockte Kiba, der nun hinter ihm stand und verpasste ihm einen Schlag in den Rücken., „Schattendoppelgänger sind wirklich sehr nützlich."
Ronin konnte sein Gleichgewicht nicht mehr halten und stürzte in die Tiefe, sodass er mit einem lauten Krachen auf dem Waldboden aufschlug. Genau vor Sakuras Füße.
Diese sah überrascht auf und sah wie Akamaru und Kiba hinterher sprangen.
Der Ame – Ninja richtete sich jedoch wieder auf. In seinem Gesicht blutete er bereits, weil er sich bei dem Aufprall die Nase gebrochen hatte.
„Wo ist der andere Kerl?", fragte Kiba und sah sich um.
„K.O.", erklärte Tenten und nahm Ronin ins Visier, der sich bereits wieder aufgerichtet hatte.
„Tja", seine Mundwinkel zuckten, „dann holen wir uns die und ihr Byakugan ein anderes Mal, aber eines sei euch gesagt: Ihr habt uns noch nicht besiegt!"
Bevor die vier Konoha – Ninja ihn aufhalten konnten, war er davon gesprintet, hatte seinen Gefährten gepackt und war mit ihm in einer Rauchwolke verschwunden.
Verwirrt starrten die fünf an die Stelle, an der die beiden eben noch gestanden haben und jetzt ein einzelner Zettel zu Boden.
Sakura ging hinüber und hob ihn auf. Nachdem sie ihn gelesen hatte, runzelte sie die Stirn.
„Was steht da, Sakura – chan?", fragte Kiba neugierig und sprang von Akamarus Rücken.
„Nichts außer einer Geldsumme und darunter ist das Wappen von Amegakure und Kumogakure."
„Kumogakure?", Hinata horchte auf und wurde ganz blass im Gesicht.
„Ja, kennst du das Dorf?", fragend blickte Sakura sie an. Hinata nickte leicht und senkte dann den Kopf, sodass ihr ihre dunklen Haare vors Gesicht fielen. Tenten ballte ihre Faust. Sie erinnerte sich natürlich daran, was Neji ihr mal erzähl hatte.
„Das ist das Dorf, das unbedingt an das Byakugan herankommen möchte. Sie haben Nejis Vater auf dem Gewissen", erklärte sie mit unterdrückter Wut in der Stimme.
Nachdenklich nickte Sakura und betrachtete das Stück Papier:
„Ja, ich erinnere mich an dieses Geschichte mit dem falschen Bruder. Doch warum haben uns dann Ame – Ninja angegriffen und nicht welche aus Kumogakure?"
„Ist doch leicht", Kiba verschränkte die Hände hinterm Kopf und schloss die Augen, „sie wollen sich nach ihrer letzten Niederlage die Hände nicht schmutzig machen und haben sich deshalb mit Amegakure verbündet. Wenn die ihnen das Byakugan bringen, das heißt Hinata, dann bekommen sie das Geld."
„Ja, du könntest Recht haben", seufzte Sakura.
„Na super und das ausgerechnet jetzt, wo wir andere Probleme haben", stöhnte Tenten und warf die Arme in die Luft.
„Ja, durch diesen dummen Zwischenfall haben wir eine Menge Zeit verloren. Wir sollten zusehen, dass wir hier weg kommen."
Und es gab niemand, der Sakura in diesem Punkt widersprechen konnte.
Ende von Kapitel III.
