Hier ist Kapitel 8. Viel Spaß beim Lesen!
Spekulationen der Zaubererwelt
‚Unsere Reporterin war begeistert, als sie an jenem Tag allein die Straßen von London entlang schlenderte, sich überlegte, was sie in ihrer nächsten Story behandeln sollte, als ihr niemand anderes als Harry Potter und Hermine Granger über den Weg liefen.
Sie haben richtig gelesen, werte Leser und Leserinnen. Harry Potter, unser aller Retter und Held der Zaubererwelt, und seine beste Freundin Hermine Granger gingen Seite an Seite die Straße entlang, offenbar in einem persönlichen Gespräch vertieft, wenn man der Farbe von Ms Grangers Wangen nach urteilen konnte.
Und nun fragen wir vom Tagespropheten uns alle: Läuft da mehr zwischen den beiden weltrettenden Turteltäubchen, als wir bis vor kurzem dachten?
In Harry Potters viertem Jahr in Hogwarts schrieb eine Reporterin des Tagespropheten über eine möglichen Dreiecksbeziehung zwischen dem begehrtesten und heißesten Zauberer der Welt Harry Potter, dem bulgarischen Sahneschnittchen Viktor Krum und dem schlauen, wenn doch auch unscheinbaren Mädchen an Harry Potters Seite, Hermine Granger.
Zu dieser Zeit bestritten alle Beteiligten jegliche ‚Vorwürfe' und verlangten, in Ruhe gelassen zu werden. Doch die Hexen Großbritanniens stehen nun erneut vor einer wichtigen und gleichermaßen frustrierenden Frage: Ist Harry Potter Single?
Auf genau diese Frage antwortete besagter Zauberer mit einem süßen Erröten und einer Flucht, als wir ihn bei der letzten Wohltätigkeitsveranstaltung nach seinem Herzblatt fragten. Bedeutet diese Reaktion, dass er vergeben ist, es jedoch nicht mit der Welt teilen möchte? Oder dürfen wir alleinstehenden Frauen der Zaubererwelt weiterhin darauf hoffen, dass Großbritanniens heißester Zauberer noch zu haben ist?
Nun, die Antwort auf diese Frage wollen wir Hexen alle wissen. War dieser Spaziergang nur das - Ein Spaziergang unter engen Freunden, die lange keine ruhige Minute mehr miteinander verbringen konnten, oder ist unsere Reporterin Zeuge eines romantischen Spaziergangs durch die Straßen von London geworden? Ein Spaziergang zwischen frisch Verliebten, die ihre Liebe noch nicht öffentlich machen wollen?
Wir vom Tagespropheten werden dran bleiben und das Rätsel um Englands begehrtesten Zauberer lüften!'
Harry starrte entsetzt auf die Zeitung vor ihm. Was zum Henker hatte er da gerade gelesen?
Seine Augen huschten über das schwere Pergament, als er den Artikel erneut überflog. Wieso konnten ihn Reporter nicht einmal in Ruhe lassen? Er hatte sein ganzes Leben lang für ihre zum größten Teil ausgedachten Geschichten hinhalten müssen; Jahr um Jahr wurde eine weitere Wahnwitzige ‚Entdeckung' aus dem Leben des berühmten Harry Potter ans Licht gebracht, die zu neunzig Prozent – naja, eher fünfundneunzig Prozent – nicht stimmte.
Frustriert stöhnte Harry auf. Sie würden ihn nie in Ruhe lassen. Sie hatten ihn nie in Ruhe gelassen und würden es auch in Zukunft nicht tun. Wieso hatte er denn geglaubt, dass mit Voldemorts Sturz auch er in Vergessenheit geraten würde.
„Was schüttelst du den Kopf?" Fragte eine amüsierte Stimme hinter ihm, die ihn zusammenfahren ließ.
„Mum!" Erschrocken wirbelte er herum und versteckte den Tagespropheten mehr schlecht als recht hinter seinem Rücken. „W-Was machst du denn hier?"
„Darf ich nicht einmal nach meinem Sohn schauen?" Ihre Augen glitzerten schelmisch, als sie langsam auf ihn zu schwebte. „Was hast du denn da?" Fragte sie, als Harry sie nur verwirrt und leicht panisch anstarrte.
„Nichts!" Wie von der Hummel gestochen sprang Harry auf und grinste Lily verlegen an. „Nur die Zeitung, mehr nicht. Steht wieder nur Mist drin. Nichts Wichtiges. Ich bin dann mal Hermine suchen. Du weißt auch nicht, wo sie ist, oder? Naja, ich werd' sie schon finden. Das Haus ist ja nicht allzu groß, als dass man sie verlieren könnte. Wir sehen uns dann… Ich geh dann mal", er lachte verlegen auf und fuhr sich nervös durch die Haare. „Bis dann", mit blutroten Wangen verschwand er im Laufschritt aus der Küche.
Lily lachte, als sie ihm hinterher schaute. Schmunzelnd schüttelte sie den Kopf und schaute sich in der Küche um. Harry hatte seine Teetasse auf dem Tisch stehen gelassen. Ob sie versuchen sollte, sie mit Magie abzuwaschen? Lily runzelte die Stirn. Sie hatte seit Langem nicht mehr versucht, etwas zu bewegen oder geschweige denn Magie zu verwenden.
Sie holte einmal tief Luft und schloss die Augen. Wenn sie sich nur vorstellte, die Tasse in die Lüfte zu heben und sie mit einem Zauber zu säubern… Das hatte doch schließlich auch mit Harrys Brille funktioniert, oder etwa nicht?
Langsam streckte sie ihre Hand nach der Tasse aus und versuchte, sich allein auf die Auswirkung des Zaubers zu konzentrieren, auf das Gefühl, das das Porzellan in ihrer Hand verursachen würde, auf das Kribbeln, was entstand, wenn man einen Zauber wirkte. Sie konnte es beinahe spüren – den leichten Druck des kalten Porzellans gegen ihre Handfläche, das warme Kribbeln in ihren Adern, als die Magie durch sie hindurch floss…
Zögernd öffnete sie ihre Augen und blickte auf die schmutzige Teetasse auf dem hölzernen Küchentisch. Erinnerungen, dachte sie geknickt und streckte ihre Hand aus, um die Tasse aufzuheben. Sie glitt durch sie hindurch. Alles nur Erinnerungen.
*~*HP*~*
Zögerlich öffnete Harry die Tür zur Bibliothek und lugte hinein. Hermine saß, wie vermutete, an dem alten Massivholzschreibtisch mit einem Buch vor sich, eine Feder in der Hand und einem konzentrierten Gesichtsausdruck auf dem Gesicht. Als sie die Tür aufgehen hörte, drehte sie sich um.
„Harry", lächelnd legte sie die Feder zur Seite und stand auf. „Komm rein."
„Hast du schon den Tagespropheten gelesen?" Harry versuchte mit aller Macht, sein Blut davon abzuhalten, ihm in die Wangen zu steigen – jedoch ohne großartigen Erfolg. Er räusperte sich und lächelte Hermine verlegen an.
Hermine blinzelte. „Nein, hab ich noch nicht. Wieso? Was steht denn drin?" Sie runzelte leicht die Stirn, als sie Harry dabei zusah, wie er mit seinen Händen rang und nervös von einem Bein auf das andere trat. Schmunzelnd blickte sie von dem schwarzhaarigen Zauberer zum Haufen Pergament, das er in seiner Hand hielt und wieder zurück. Mit jedem Mal wurde er röter.
„Nichts. Nichts Wichtiges jedenfalls", er verschränkte seine Hände hinter seinem Rücken und nickte ihr zu. „Nur Mist. Wie immer."
„Wenn es nichts Wichtiges ist, hast du doch bestimmt nichts dagegen, wenn ich mir die Zeitung mal durchlese, oder?" Amüsiert hob sie ihre Augenbraue, als Harry anfing, zu stottern.
„Du brauchst sie nicht zu lesen. Ich mein, das ist eh alles Blödsinn, was da drin steht. Du kennst doch den Tagespropheten. Dass Kimmkorn jetzt weg ist, tut der Ungenauigkeit deren Artikel nichts. Reißerisch bis zum geht-nicht-mehr. Wenn da was Wichtiges drin… hey!"
Hermine war vorgesprungen und versuchte, an die Zeitung hinter Harrys Rücken zu gelangen. Dieser hielt sie jedoch wie eine Rettungsleine umklammert.
„Lass das. Lass los!"
„Nichts da!"
Harry versuchte, Hermine abzuschütteln, die nun zu unfairen Mitteln gegriffen hatte und anfing, ihn zu kitzeln. „Lass das!" Schrie er lachend und wand sich verzweifelt in ihren Armen hin und her. „Hör auf!"
„Niemals!" Hermine kicherte als Harry versuchte, sie mit seinen Ellenbogen von sich zu schieben, ohne dabei die Hände von seinem Rücken zu nehmen.
Harry, dessen Augen fest zugekniffen waren, kicherte, als ihre Hände von seiner Taille abließen. Ha! Gewonnen, dachte er triumphierend und öffnete langsam seine Augen…
…und starrte in das schönste braun, das er je zu Gesicht bekommen hatte.
Hermine stand keine zwanzig Zentimeter vor ihm, ihr Atem ging stoßhaft, ihre Augen weit aufgerissen, ihre Pupillen leicht geweitet. Er schluckte. So nah war er ihr nicht mehr gewesen seit… er errötete. Seit dem einen Zwischenfall mit Ginny. Gott, war das peinlich gewesen. Er schluckte, Hermine tat es ihm gleich. Zitternd versuchte er, seine Hände von der Zeitung zu lösen, so groß war das Verlangen, seine Arme um sie zu schließen, sie zu halten, sie in seiner Umarmung zu spüren, ihre Wärme in seinen Armen, ihre weichen Lippen auf…
Entsetzt schüttelte er den Kopf und wich hastig ein paar Schritte zurück. Verlegen räusperte er sich und fuhr sich mit der Hand durch seine Haare. Das war jetzt nicht gerade das gewesen, das er dachte, dass es war, oder? Er blinzelte Hermine an. Ihre Augen waren vor Schock geweitet, ihre makellose Haut über den grazilen Wangenknochen leicht gerötet… Reiß dich zusammen, Harry! Das ist Hermine, von der du grade solche Sachen denkst, verdammt nochmal!
Sein Herz pochte gegen seinen Brustkorb, als ob es jeden Moment herausspringen würde. Ein warmes Kribbeln floss durch seine Adern, gefolgt von solch einer Wärme, wie er sich das letzte Mal… das letzte Mal gespürt hatte, als er Ginny im Gryffindor Gemeinschaftsraum geküsst hatte. Oh, Gott, nein! Hatte er etwa…? Aber, nein! Nein, das konnte nicht sein. Hermine war wie eine Schwester für ihn. Er konnte nie im Leben Gefühle für seine Schwester haben… oder?
Entmutigt blinzelte er zu seiner Freundin hin, die hektisch vor sich hin murmelte. Ihre Wangen wurden mit jedem Wort röter und röter.
Er räusperte sich. Mit einem leisen Quieken fuhr Hermine herum und starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an. Der Tagesprophet lag vergessen zwischen ihnen auf dem Boden.
„Ich… ähm… ich hatte eigentlich vorgehabt, dich etwas zu fragen", murmelte er verlegen und strich sich erneut die widerspenstigen Haare aus den Augen. Er verkniff sich ein Stöhnen, als sie wieder zurück gegen die Brille sprangen.
„W-Was?" Hermine schüttelte leicht ihren Kopf, um den Gedankenstrom, der in diesem Moment durch ihren Kopf jagte, zu verdrängen. Jetzt war nicht die richtige Zeit, sich über ihre Beziehung… ähm… Freundschaft zu Harry den Kopf zu zerbrechen.
„Mir ist nur eben was eingefallen." Mit Mühe hob er seinen Blick und schaute ihr in die rehbraunen Augen. Er schluckte. Bleib bei der Sache, Harry. „Vorhin, als ich aufgewacht bin… also, es kann natürlich sein, dass ich mir das alles nur eingebildet habe, aber es hörte sich so an, als ob du Mum sehen könntest. Du weißt schon", fügte er hinzu, als Hermine verwirrt die Brauen hob, „du meintest ‚Dann lass ich euch beide mal alleine' oder so etwas in der Art. Ich hab mich nur gefragt, ob… du weißt schon…"
Hermine seufzte, drehte sich um und ließ sich langsam auf ihrem Stuhl am Schreibtisch nieder. Ihr Herzschlag beruhigte sich langsam; dennoch fühlte sie sich, als ob sie gerade einen Marathon unter Aufputschmitteln hinter sich gebracht hatte.
Sie strich sich eine braune lockige Haarsträhne hinter ihr Ohr und hob ihren Blick. Harrys Herz machte einen Satz, als das Braun ihrer Augen direkt in das Grün seiner starrte. Den Ausdruck in ihnen konnte er nicht eindeutig einordnen.
„Ich kann erahnen, wo sie ist." Hermine holte tief Luft und setzte sich gerader hin. „Ehrlich gesagt, denke ich, ich weiß, was du zu Anfang immer gesehen hast. Du meintest ja, dich verfolgt ein Glanz oder etwas Schimmerndes, richtig? Also, ich weiß, wo deine Mutter gerade ist, weil ich auch so etwas sehe, wenn sie im Raum ist."
Harry blinzelte sie erstaunt an. „Du siehst sie also?"
„Nicht direkt, wie ich schon sagte", sie lächelte ihn geduldig an, als er sich einen Stuhl von der Wand zum Schreibtisch neben ihr zog und sich darauf setzte, ohne jemals den Blick von ihr abzuwenden. „Ich weiß nicht, ob es ihre Aura ist oder die erste Ebene ihrer selbst, aber da ist etwas, was ich sehen kann. Die Umrisse verschwimmen und die Farben werden schwächer. Und da du immer genau in diese Richtung geguckt hast, als du mit ihr gesprochen hast, denke ich, dass ich nicht verrückt werde, sondern erahnen kann, wo sich deine Mutter gerade befindet."
Harry hob langsam die Brauen als er das Gesagte verarbeitete. Hermine konnte also sehen, wo sich seine Mutter befand. Klar, sie sah nicht das, was er sah, dennoch war es mehr als er sich erhofft hatte.
Er holte gerade Luft, um ihr zu sagen, wie fantastisch das war, als ihn eine Stimme aus der Küche unterbrach.
„Harry? Bist du da, mein Lieber?"
Verdutzt blinzelte Harry Hermine an. Diese zuckte mit den achseln und machte sich, dicht gefolgt von Harry, auf den Weg in die Küche.
Molly Weasley stand mitten im Raum, ihre alte Handtasche lag auf dem Küchentisch, das Lächeln wie immer auf ihrem Gesicht. Sie strahlte, als sie die beiden hereinkommen sah.
„Hallo, ihr beiden", sie eilte auf die verwirrten Freunde zu und umarmte beide herzlich. „Wie geht es euch? Wir haben so lange nichts mehr von einander gehört! Es ist wirklich eine Schande, wie sich Ginny und Ron benehmen!"
Harry blickte über Mrs Weasleys Schulter zu seiner Mutter, die mit einem traurigen Lächeln neben dem Kamin stand. Harry erwiderte das Lächeln zittrig.
Wie sehr er sich wünschte, seine Mum umarmen zu können… doch er befürchtete, dass es nie dazu kommen würde. Er hatte sein ganzes bisheriges Leben hinter sich gebracht ohne auch nur einen Moment erinnern zu können, indem er von seiner Mutter umarmt wurde. Klar, er war sich sicher, dass es viele dieser Momente gegeben hatte, doch sich nicht daran erinnern zu können schmerzte nicht weniger. Seitdem er sein erstes Schuljahr in Hogwarts begonnen hatte, war er des Öfteren umarmt worden. Nicht regenmäßig und auch nicht sehr oft, dennoch hatten ihn die Menschen in seinem Leben umarmt. Doch das Gefühl von einem Elternteil umarmt zu werden hatte er nie gehabt. Sirius war dem am nächsten gekommen, dennoch war er ‚nur' sein Patenonkel.
„Was machen Sie hier, Mrs Weasley?" Fragte Harry betont höflich, als er sich früher als gewöhnlich aus der Umarmung wand. Ihm war nicht wohl bei dem Gedanken, dass die Mutter seines ehemals besten Freundes ihn so liebevoll umarmte, wenn seine Mutter mit ihnen in einem Raum stand, offensichtlich verletzt durch die Tatsache, dass Mrs Weasley ihren Sohn mütterlich in die Arme schloss und nicht sie.
Mrs Weasley lächelte ihm liebevoll zu und schloss auch Hermine in die Arme. „Ich wollte euch nur mal einen Besuch abstatten, wo ich euch doch in letzter Zeit nicht mehr sehe."
Hermine lachte verlegen auf. „Tut uns Leid, Mrs Weasley."
„Ach, papperlapapp. Das braucht euch nicht Leid zu tun. Ihr tragt ja keine Schuld." Sie schüttelte enttäuscht ihren Kopf und seufzte. „Ich nehme mal an, dass sich meine beiden Jüngsten nicht bei euch gemeldet haben?"
Sie schnaubte als die beiden jüngeren Zauberer nickten. „Ich fass es nicht. Dieses unerhörte Benehmen! Ich weiß nicht, woher die beiden das haben. Von mir jedenfalls nicht! Man sollte ja glauben, dass die beiden alt genug sind, über ihre eigenen Vorstellungen und Wünsche mal hinwegzusehen und die Gefühle für eure Freundschaft beiseite zu schieben. Aber anscheinend gilt die Volljährigkeit nur vor dem Gesetz."
Ächzend ließ sie sich auf einem Stuhl am Küchentisch nieder und legte ihre Hand beruhigend vor ihre Augen. Hermine und Harry wechselten einen Blick.
„Ronald war bei mir", murmelte Mrs Weasley und ließ langsam die Hand sinken, um ihre Reaktionen zu sehen.
Hermines Augenbrauen schossen in die Höhe. Ihre Augen waren kalt. Harry schluckte. Diese Seite von ihr kam er selten zu Gesicht.
„Er hat mich regelrecht angefleht, nochmal mit dir zu reden und ich hab ihm gleich gesagt", fuhr sie eilig fort als Hermines Augen gereizt aufblitzten, „dass ich nicht diejenige bin, die mit dir zu reden hat. Ich bin hier auf deiner Seite, Hermine, Liebes. Wie Ronald sich verhalten hat ist, mal deutlich gesprochen, unter aller Sau."
Harrys Kiefer fiel ihm zu Boden. Erstaunt starrte er Mrs Weasley an, die Frau, die immer so gesammelt und kontrolliert wirkte. Ihr nun rotes und leicht fleckiges Gesicht sah er sonst nur, wenn sie die Zwillinge angeschrien hatte. Harry blinzelte. Fred und George… Nein, er würde jetzt nicht über Fred nachdenken und darüber, was aus George geworden war!
„Ist doch so. Ich habe meinen Kindern beigebracht, Liebe und Respekt in eine Partnerschaft zu bringen und nicht Besessenheit und Aggressivität! Oder in Ginnys Fall Stalker-Eigenschaften und Ignoranz. Sie war auch noch nicht wieder hier, oder?"
Harry schüttelte den Kopf. „Nicht nachdem ich sie rausgeworfen habe, als sie mir… recht unhöflich ihre Meinung gesagt hat", schloss er mit einem Seitenblick zu Hermine, deren Wangen rosa anliefen.
Lilys Augen blitzten auf. Oh, sie erinnerte sich nur zu gut an diesen Moment. Sie hatte sich so für die beiden gefreut, dass sie endlich zu einander fanden und Harry die Chance auf ein glückliches Leben bekommen würde – James hatte schon von Anfang an gesagt, dass Ginny nicht die Richtige für ihren Sohn wäre und sie hatte vollends mit ihm übereingestimmt. Doch jeder hatte vorrübergehende Interessen und ihr Teenager-Sohn war da keine Ausnahme. Doch als besagte Hexe durch den Flur gestratzt kam und Hermine beleidigt und verhöhnt hatte, war Lilys Meinung von ihr ins Bodenlose gesunken.
Harry verkniff sich ein Schmunzeln, als er die Augen seiner Mutter sich verdunkeln sah. Eine Wärme wie zuvor erfüllt ihn, als ihm wieder einmal klar wurde, dass er nicht mehr alleine war.
„Typisch", schnaubte Mrs Weasley und riss Harry abrupt aus seinen Gedanken. Sein Kopf schnellte herum, gerade rechtzeitig, um die rothaarige Hexe auf sich zukommen zu sehen, als sie Anstalten machte, ihn erneut zu umarmen. „Ich muss jetzt nach Hause, meine Lieben. Ich habe das Haus voll von arbeitsfaulen Menschen, die es lieben von Mutter bekocht zu werden."
Sie verdrehte entnervt die Augen, schloss Hermine in die Arme und ging mit einem Lächeln und einem letzten Winken zum Kamin, wo sie in hellgrünen Flammen verschwand.
Blinzelnd schaute Hermine ihr nach. „Das war ein recht kurzer Besuch", murmelte sie.
Harry konnte ihr nur zustimmen.
„Sag mal, ist morgen nicht das Auswahlspiel für die Nationalmannschaft?" Sie grinste als Harry seine Augen aufriss und sie anstarrte.
„Um Gottes Willen, das hab ich ja komplett vergessen!"
„Na, dann sieh zu, dass du es bis morgen behältst", kichernd schlenderte sie zur Treppe, die ins Erdgeschoss führte, wahrscheinlich auf dem Weg zurück in die Bibliothek. An der Tür zum Treppenhaus angekommen drehte sie sich ein letztes Mal um, das Grinsen auf ihrem Gesicht strahlend. „Ich möchte doch schließlich mit einem weltberühmten Quidditchspieler zusammen wohnen, oder hast du das schon vergessen?"
Ich hoffe, es hat euch gefallen und ich hoffe, ich hab keine Fehler übersehen xD Hinterlasst einen Kommentar! Ich liebe es sie zu lesen und zu beantworten. Ich bin auch immer offen für Ideen :)
Bis denn!
