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Ich glaube nicht, dass ich dafür geschaffen bin, mit Erfolg ein Happy End zu schreiben. Die meisten meiner Geschichten enden daher eher tragisch … Ihr werdet sehen...
houseghost
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Once And For All
Kapitel 7
Es war eine in jeglicher Hinsicht schwer zu treffende Entscheidung, die ich alleine fällen musste. Snape hat genau das getan, was ich von ihm wollte. Er ist mir während der ganzen Zeit aus dem Weg gegangen und hat meine Blicke gemieden. Selbst im Unterricht hat er mich nicht weiter zur Kenntnis genommen, mich aber auch nicht vor den anderen aufgezogen, wofür ich ungemein dankbar war.
Inzwischen habe ich zurückerlangt, was einst mir gehörte. Ich sehe alles klar und deutlich vor mir. Ich brauche nicht einmal die Augen zu schließen, um zu verstehen, was er mir mit diesem Blick in der Großen Halle sagen wollte, bevor ich angefangen habe, ihm und seinem Verhalten auf den Grund gehen zu wollen. Ich weiß, dass er mich nachsitzen ließ, weil er mich bei sich haben wollte. Es klingt absurd, andererseits aber auch einleuchtend, wenn man bedenkt, wie einsam er gewesen sein muss. Vor allem nach dem überraschenden Aufeinandertreffen, das wir während des Sommers im Grimmauldplatz hatten.
Nach dieser ganzen Odyssee mit meinen Erinnerungen weiß ich jetzt sogar wieder, was mich dazu gebracht hat, ihn darum zu bitten, den Zauber erstmals auszuführen. Es ist beinahe lächerlich und beschämend. Kleinkariert. Er war mir im Weg. Meinem Ehrgeiz, um genau zu sein, meinem Ziel, in Hogwarts kontinuierlich Bestnoten abzuliefern, meinem Traum von einem erfolgreichen Abschluss, vielleicht sogar vom Start in eine beispiellose Karriere. Ich war egoistisch genug, mich nicht von ihm ablenken zu lassen.
Rückblickend frage ich mich kaum noch, was er sich davon erhofft hat, mich damals so anzusehen. Nur ab und an, wenn mein schlechtes Gewissen mich heimsucht, überkommen mich Zweifel. Hat er geglaubt, ich würde trotz der Zauber zur Besinnung kommen? Wusste er, dass meine Gefühle stärker als alle Magie waren und sie mich somit eines Tages verraten würden? Nun, ich kann ihm keinen Vorwurf dafür machen, dass er mich so angesehen hat. Es war nicht richtig von mir, ihn damit eiskalt und alleine hängen zu lassen, indem ich mich wortwörtlich aus der Affäre ziehe, um ungestört meinen Abschluss machen zu können.
Inzwischen weiß ich, wie sehr wir alle uns immer auf ihn verlassen haben, mich eingeschlossen. Wenn ich also heute darüber nachdenke, konnte er nicht viel mehr tun, denn von alleine hätte er nichts gesagt. Es war erst der Brief, den ich finden musste, der alles verändert hat, für ihn wie für mich gleichermaßen. Seither ist nichts mehr wie es war. Mein Abschluss ist mir fast gleichgültig geworden. Wichtig sind erst einmal andere Dinge. Der Krieg gegen Voldemort ist vorüber. Wir alle haben gekämpft. Viele sind gestorben, einige daran zerbrochen. Snape ist nur knapp dem Tod von der Schippe gesprungen. Aber wir leben. Wir sind sogar zusammen gezogen, in sein Haus.
Demnächst will er wieder als Professor in Hogwarts anfangen und ich werde vermutlich zu ihm stoßen und meinen Abschluss nachholen. Mir ist nicht mehr so wichtig, ob ich die Schulbank drücke oder nicht. Viel interessanter dürfte es werden, ob ich es schaffe die Finger von ihm zu lassen, wenn wir uns in der Schule begegnen. Auf einem Flur, beim Essen...
McGonagall hat jetzt in Hogwarts die Leitung übernommen und jeder weiß über mich und Snape Bescheid. Der Aufstand war immens. Und natürlich war es nicht leicht, die Schulräte davon zu überzeugen, dass wir zusammen nach Hogwarts zurückkehren können, ohne alles ins Chaos zu stürzen. Aber dann haben Harry und Ron ein gutes Wort für mich eingelegt. Es ist toll, solche Freunde zu haben. Wir waren immer füreinander da und das wird auch so bleiben, obwohl die beiden nach wie vor ihre Schwierigkeiten mit meinem Professor haben. Vor allem Harry. Umgekehrt fürchte ich leider, ist es genauso. Severus bemüht sich zwar, mich nicht zur Weißglut zu treiben, wenn ich sehe, wie sie sich finster gegenüberstehen und in die Augen starren. Meist hält er sich zurück und sagt kein Wort. Nur manchmal bricht es aus ihm heraus. Sein Temperament, seine Leidenschaft. Ich kann mich jedoch nicht darüber beschweren. Es ist genau das, was mich auf ihn neugierig gemacht hat. Mehrmals.
Ich denke, was wir vorhaben, ist machbar. Außerdem habe ich einen gesonderten Stundenplan. Slughorn wird mich in Zaubertränke und Verteidigung gegen die Dunklen Künste unterrichten, so quasi als Wiedergutmachung dafür, dass er Harry und uns allen das mit seiner verpfuschten Erinnerung so schwer gemacht hat. Erinnerungen sind manchmal was Komisches...
