danke für die Reviews.
Kapitel 3 - Wunden lecken
St. Mungos
Die Weasleys erreichten St. Mungos durch den Kamin in der Eingangshalle des Zaubererkrankenhauses. Es war eine weite und helle Halle mit hohen Fenstern. Die Hexe am Empfang sah etwas verstört aus und schob ihre Brille in die Haare. Der Kamin sollte eigentlich nicht am Flohnetzwerk angeschlossen sein, damit Kranke keine Möglichkeit hatten zu verschwinden. Als sie aber die Weasleys erkannte, beruhigte sie sich wieder und setzte ihre Arbeit fort.
Kaum waren Ginny, Ron, Fred und Percy dem Kamin entstiegen, als auch schon ihr Vater auf sie zu lief. Er strahlte über das ganze Gesicht.
„Die Untersuchung hat ergeben, dass Molly ganz gesund ist und nichts außer einer kleinen Narbe zurück behalten wird. Diese Nacht muss sie noch hier bleiben aber morgen darf sie schon nach Hause. Die Heiler hier sind echte Meister ihres Fachs."
Nach dieser kurzen Ansprache fiel er jedem seiner Kinder um den Hals und drückte es überglücklich an sich.
„So und nun auf zu eurer Mutter. George ist übrigens mit Bill und Charlie schon bei ihr. Wie ihr seht, ist dann endlich mal wieder die ganze Familie zusammen." sagte er sichtlich erleichtert. „Nur schade, dass Harry noch im Krankenflügel bleiben muss. Molly hätte sich gefreut ihn zu sehen. Schließlich will sie sich noch für den Protego-Zauber bedanken."
Es war Glück für Mr. Weasley, dass er sich schon auf den Weg zur Treppe gemacht hatte und so nicht die betretenen Gesichter sah, die sich die Kinder zuwarfen.
„Mum, Mum" rief Ginny und rannte auf ihre Mutter zu. Mrs Weasley saß in ihrem Bett, einen Verband um ihren linken Arm und ein paar Pflaster auf ihrem Gesicht. Sie war etwas blass um die Nase, aber ansonsten bei anscheinend bester Stimmung und Gesundheit.
„Mein Kleines" rief Mrs Weasleys und nahm ihrer Tochter strahlend in ihren gesunden Arm.
„Und Ron, mein Junge" rief Mrs Weasley, bevor auch er in ihrem Arm landete.
„Ich bin ja so froh Euch wieder zu sehen. Lasst euch mal anschauen" und sie schob die beiden sanft zurück. „Ihr seht etwas geschafft aus. Aber das bekommen wir mit etwas gutem Essen schon wieder hin."
„Wie geht es dir denn, Mum?" fragte Ginny mit besorgtem Blick auf die Pflaster und den Verband.
„Alles halb so schlimm Ginny" beruhigte sie ihre Tochter. „Die Pflaster sind dazu da, einen speziellen Heiltrank langsam, aber kontinuierlich in die Haut eindringen zu lassen. Die kommen morgen genauso weg wie der Verband an meinem Arm. Heute beim Wechsel des Verbands konnte ich den Arm schon wieder ganz normal bewegen. Die Heiler bestehen aber darauf, dass ich den Arm noch ein oder zwei Tage schone, wenn sie morgen den Verband endgültig abnehmen."
„Oh Mum" kam es von Ginny und Ron gleichzeitig bevor sie ihre Mutter wieder umarmten. Und nun konnten sie ihrer Tränen nicht mehr verbergen.
„Meint ihr, dass wir Harry zu uns in den Fuchsbau holen sollen, sobald er aus dem Krankenflügel kommt?" frage Mrs Weasley die beiden. „Ich habe bis auf euch beide schon alle gefragt und alle waren einverstanden."
„Sind wir natürlich auch", sagte Ginny.
„Klar, Harry gehört doch schon fast zur Familie" ergänzte Ron.
Und beiden drehte sich der Magen um bei dem Gedanken, dass sie ihre Mutter anlügen mussten. Zum Glück wandte sich Mrs Weasley gerade ihren anderen Kindern zu, um auch die noch ein Mal richtig zu herzen.
„So, genug Anstrengung für heute" erklang eine tiefe Stimme von der Türe.
Im Eingang zum Krankenzimmer stand ein Heiler und sah mit einem freundlichen Gesicht zu den Weasleys. „Also ihr Kinder geht nach Hause. Eure Mutter kommt ja morgen hier raus. Aber dass ihr sie zu Hause dann ja nicht aufregt oder gar anstrengt!"
„Machen wir", versprachen sie einhellig und verabschiedeten sich wortreich und mit vielen Umarmungen von ihrer Mutter.
„Ich bringe sie noch in den Fuchsbau und komme dann wieder mein Schatz" sagte Mr. Weasley zu seiner Frau. Er küsste sie kurz auf die Stirn und verließ mit den Kindern das Krankenzimmer.
Im Fuchsbau angekommen ließen sich die Weasleys erschöpft, aber glücklich vom Besuch bei Molly, in die Stühle fallen. Fleur begrüßte alle und beschwor einige Becher mit heißer Schokolade und setzte sich mit an den Tisch.
„Es ischt alles vorbereitet für morgen, wenn Schwiegermamon aus dem Krankenhaus kommt" begann sie Mr Weasley zu informieren. „Isch bin ja so froh, das allesch gut gegangen ischt." strahlte sie in die Runde.
„So, und nun raus mit der Sprache!" unterbrach Mr. Weasley Fleur und schaute dabei vor allem Ginny, Ron, Fred und Percy an. Diese sahen auf und verschluckten sich an ihrer heißen Schokolade.
„Was meinst Du" frage Fred mit seiner besten Unschuldsmiene.
„Ich bin euer Vater! Mir macht ihr nichts vor. Und außerdem sind mir eure Blicke untereinander nicht entgangen, auch wenn ich nicht darauf reagiert habe. Aber nun will ich wissen, was los ist!" polterte Mrs Weasley los und wurde von Wort zu Wort ungeduldiger.
Die vier schauten sich an mit einem Gefühl des Stolzes auf ihren Vater an, wie gut er sie doch kannte. Gleichzeitig meldete sich aber auch das schlechte Gewissen.
„Es ist wegen Harry" platze es aus Ginny heraus, die den inneren Druck nicht mehr standhalten konnte.
„Was ist mit Harry?" fragte Mr Weasley mit einem deutlich besorgten Unterton. Daraufhin begannen die vier ihrem Vater sowie ihren beiden anderen Brüdern und Fleur die Geschichte zu erzählen.
bei Hemines Eltern
Zur selben Zeit, als die Weasleys im Kamin von St. Mungos erschienen, erreichten auch Hermine und Prof. McGonagall den Kamin in der Wohnung der Familie Granger. Ob es erlaubt war einen Kamin der Muggle an das Flohnetzwerk anzuschließen oder nicht hatte Prof. McGonagall wenig geschert, als sie in Hogwarts den Auftrag dazu erteilte.
Kaum hatten die beiden den Kamin verlassen als auch schon Hermines Eltern auf sie zu stürmten. Als Erstes kam ihr Vater und nahm sie in den Arm und hielt sie für Hermines Begriffe über Stunden. Als er sie nach dieser kleinen Ewigkeit wieder los lies, kam auch schon Hermines Mutter und schloss ihre Tochter in die Arme. „Mum" schluchzte Hermine. Zu mehr kam sie nicht. Sie klammerte sich nun noch an ihrer Mutter fest.
Prof. McGonagall ergriff Mr. Grangers Arm und zog ihn in die angrenzende Küche.
„Ihrer Tochter geht es gut. Das habe ich ihnen ja gestern schon gesagt. Aber wie sie sehen, braucht sie momentan viel Liebe und vor allem Ruhe. Madame Pomfrey hat sie nur sehr ungern aus dem Krankenflügel entlassen und mich gebeten ihnen auszurichten, dass Bettruhe wohl das Beste ist. Zu diesem Zweck hat sie mir auch noch ein paar Tränke mitgegeben die ich sie Bitten würde Hermine zu geben. Das Blaue ist ein Schlaftrank, den sie ihr kurz vor dem Bettgehen geben sollen. Das Grüne ist ein Kräftigungstrank, den sie mit dem Frühstück zu sich nehmen soll."
„Bettruhe?" echote Mr Granger. „Sie glauben doch nicht, dass sich meine Tochter ins Bett stecken lässt. Dazu ist sie viel zu ..."
„... stur?" ergänzte Prof. McGonagall.
Beide sahen sich kurz an und fingen an zu lachen.
„Sie scheinen meine Tochter gut zu kennen." spottete Mr Granger.
„Ja, ich hatte ein paar Jahre das Vergnügen" antwortete Prof. McGonagall ebenso belustigt. „Sie ist eine starke Person mit gutem Charakter. Zudem ist sie eine außerordentlich begabte junge Hexe" fuhr sich mit deutlich ernstem Ton fort. „Aber ihr Hang zum Perfektionismus ist leider auch ihr Problem, zumal ihre Kraft sich erst wieder regenerieren muss. Auch ihre übliche Cleverness muss sich erst wieder durch das Chaos in ihrem Kopf kämpfen. Daher bin ich der Meinung, dass Hermine jetzt erst mal ein paar Tage bei ihrer Familie sein muss."
Mr Granger nickte zustimmend.
„Und ich werde jeden Tag vorbeikommen" versprach Prof. McGonagall.
„Was gibt es zu lachen?" drangen die Stimmen von Hermine und ihrer Mutter aus dem Wohnzimmer. „Ihr habt doch gerade eben gelacht".
„Nichts, mein Schatz" antwortete Mr Granger, als er mit Prof. McGonagall wieder ins Zimmer kam.
„So, nun ist es an der Zeit für mich zu gehen" verabschiedete sich Prof. McGonagall von der Familie Granger.
„Und ja Miss Granger, ich sage Bescheid, wenn es losgeht" versprach Prof. McGonagall, als sie Hermines Gesicht sah. Sie drehte sich um, warf das Flohpulver ins Feuer und entschwand mit einem leisen „Hogwarts".
Hermine sah ihre Eltern an und warf sich erneut in ihre Arme. „Es tut mir so leid" brachte sie mühevoll heraus. „Das mit eurem Gedächtnis und überhaupt."
„Mach Dir mal keine Gedanken deswegen, mein Liebes", erwiderte ihrer Mutter.
„Wir sind Dir nicht böse" fügte ihr Vater hinzu. „Wir würden nur gerne von Dir wissen, was eigentlich los war oder los ist."
„Prof. McGonagall hat uns gestern nur das Nötigste gesagt, als sie uns zurückgebracht und unsere Erinnerungen wieder korrigiert hat.
„Ja" sagte Hermine. „Das Ganze fing an als wir, also Ron, Harry und ..." begann Hermine.
Doch bei Harrys Namen versagte ihr die Stimme. Ihre Mutter nahm sie liebevoll in den Arm und hielt sie einfach nur fest. Momentan war jedes Wort unnötig.
Nach wenigen Minuten hatte Hermine sich wieder beruhigt.
„Also, wir waren auf der Suche nach Horkruxen und ..." begann Hermine die Erlebnisse der letzten Wochen stockend zu erzählen. Es wurde ein langer Abend an dessen Ende Hermine sogar ohne Schlaftrunk in ihr Bett fiel und sofort einschlief.
Ihre Eltern standen noch einen Moment in der Türe und registrierten glücklich, dass sich Hermines Gesichtszüge langsam entspannten. „Das werden noch ein paar schwere Tage" sagte Mrs Granger zu ihrem Mann, welcher ihr nickend beipflichtete.
