Kapitel 04 - Die Zusammenkunft (Teil 2)

„Das Essen ist gleich fertig" ertönte es vom Grillplatz.

„Und hier kommen auch schon die Salate" sagten Mrs Weasley und Mrs Granger.

„Na dann wollen wir mal essen" schlug Neville vor. „ich habe schon richtigen Hunger".

Es wurde ein wundervolles Essen. Alle lachten, genossen die herrlichen Speisen und unterhielten sich. Eine solche ausgelassene Stimmung hatte die Zaubererwelt seit Jahren nicht mehr erlebt. Alles Sorgen schienen in diesem Augenblick vergessen. Als langsam der Abend anbrach apparierten Prof. Binns und Prof. Flitwich.

„Ich hoffe, ihr habt noch etwas übrig gelassen" kam es von Prof. Flitwich. „Wir bringen dafür auch gute Nachrichten mit."

Den letzten Satz hätte er besser nicht ausgesprochen, denn die folgende Stille und die gespannten Gesichter zeigten ihm mehr als deutlich, dass es erst mal kein Essen gab, bevor er nicht berichtet hatte.

„Erst soll er sich stärken. Sie sind schon seit Tagen nur noch am Arbeiten. Und die Informationen können auch noch 30 Minuten warten." entschied Prof. McGonnegal.

Es gab zwar etwas Gemurre am Tisch, aber letztendlich wurde die Entscheidung von Prof. McGonagall akzeptiert und Prof. Flitwick stürzte sich wie ein halbverhungerter Hypogreif auf die Steaks und Salate.

„Wie kann ein so kleiner Mann so viel essen?" fragten sich Ginny und Luna leise.

„So, kommen wir nun zu den Informationen" führte Prof. McGonagall das Gespräch zurück zum Thema, nachdem Prof. Flitwich sein Essen beendet hatte. „Wir sind alle alten Unterlagen durchgegangen und es scheint tatsächlich so zu sein, das die Gründer durch jegliche Zauber von Hogwarts hindurch apparieren oder disapparieren konnten. Es war allerdings kein normales Apparieren. Der Zauber um Hogwarts erkannte die vier Gründer und ließ sie passieren, während für alle anderen Zauberer kein Durchkommen war."

„Wie kann ein Zauber einen Zauberer erkennen?" fragte Hermine aufgeregt.

„Das ist schwer zu beantworten Miss Granger" führte Prof. Flitwick die Ausführungen von Prof. McGonagall fort. „Am besten vergleichen sie es mit einem Deospray bei den Mugglen. Wenn sie wissen, dass jemanden ein gewisser Geruch anhaftet, dann können sie denjenigen allein am Geruch erkennen, ohne die Personen zu sehen oder zu hören. Und so müssen sie sich das bei den vier Gründern vorstellen. Im übertragenen Sinne natürlich"

„Und da Mr Potter zweifelsohne von den vier Gründern einen Teil innehatte, erkannte der Schutzzauber Mr Potter als berechtigt an und ließ ihn disapparieren. Das Leuchten, von dem Peeves gesprochen hat, scheint wohl eine Nebenerscheinung dieses besonderen Apparierens oder der Prüfung durch den Schutzzauber zu sein. Da sind wir uns nicht ganz einig" schloss Prof. McGonagall die Ausführungen.

„Und was bedeutet das jetzt?" frage Molly Weasley.

„Das bedeutet, dass Mr Potter mit uralter Magie in Berührung kam und diese eingesetzt hat. Ob er sich dessen klar war, was er tat, als er es tat, können wir nicht sagen. Wir gehen davon aus, dass Mr Potter dadurch eine kleine Veränderung durchgemacht hat."

Alle am Tisch erschraken.

„Nein, nichts Schlimmes. Er wird keinen körperlichen oder seelischen Schaden davon tragen, falls sie sich deshalb Sorgen machen sollten. Mr Potter ist ein außergewöhnlicher Zauber, der Kräfte besitzt, die nicht ein mal er selber kennt. Ich glaube Prof. Dumbledore war wohl der Einzige, der das wahre Potential von Mr Potter erkannte.

„Nun, dieses Potential scheint durchgebrochen zu sein. Als Mr Potter Voldemort besiegt hatte, besaß er schon die Imprints der vier Gründer von Hogwarts. Des weiteren hatte er zwei Heiligtümer des Todes in seinem Besitz und das dritte Heiligtum hatte er zumindest bis vor Kurzem in seinem Besitz."

„Heiligtümer des Todes?" kam die Frage von Arthur Weasley. „Was ist das denn?"

„Später Arthur" unterbrach ihn Prof. McGonagall.

„Wir glauben" fuhr Prof. Flitwich fort „dass diese Kombination Mr Potter zum mächtigsten Zauberer gemacht hat, den die Zaubererwelt je gesehen hat."

Als er in die Runde blickte, sah er nur erstaunte Gesichter.

„Ja, meine Lieben" fuhr Prof. McGonagall fort. „In diesem Zustand hätten nicht ein Mal Voldemort und Grindelwald gemeinsam eine Chance gegen unseren Mr Potter gehabt." Ein kollektives Einatmen folgte dieser Aussage.

„Allerdings" setzte nun Prof. Flitwick wieder fort „wissen wir nicht, wie Mr Potter diese Macht, nun ja, bekommen ist. Es kann sein, dass sie seinen Geist verwirrt hat und er aus reinem Instinkt eine Fluchtdisapparartion gemacht hat. Und dank der Imprints war ihm das möglich. Die Frage ist nur, wo ist er herausgekommen und wie ist es ihm ergangen."

„Was meinen Sie mit ergangen" fuhr Hermine von ihrem Stuhl auf.

„Bleiben sie ruhig, Miss Granger" ergriff wieder Prof. McGonagall das Wort.

„Wir gehen davon aus, dass sich Harrys Geist nach spätestens ein oder zwei Tagen wieder von selbst klärt. Und so lange verhungert oder verdurstet niemand."

„Aber woher wollen sie wissen, dass ihm nichts passiert ist" begehrte Hermine erneut auf.

„Wir sind uns ziemlich sicher, dass ihm nichts passiert ist. Zum einen hätten wir dann bestimmt durch Mugglenachrichten oder Zauberernachrichten davon gehört. Auch die Auroren sind auf der Suche nach Mr Potter. Und zum anderen ..."

„Ja?" fragte Hermine. „Was zum anderen?"

„Nun, Miss Granger" begann Prof. McGonagall, die nicht wusste, wie sie es formulieren sollte „da kommen sie ins Spiel."

„Ich??" kam ein ungläubiger Ausruf von Hermine, welchem ein Hustenanfall folgte, als sie sich vor Schreck am Butterbier verschluckte.

„Ja, sie Miss Granger, aber darauf kommen wir gleich noch mal" erwiderte Prof. McGonagall. „Erst mal weiter im Thema"

„Die zweite Möglichkeit" und diesmal sprach Prof. Binns weiter „ist die, dass Mr Potter die Macht gespürt hat und sie bewusst eingesetzt hat. Nach allem was wir über die Jahre von Mr Potter so gesehen und erlebt haben halte ich diese Möglichkeit auch nicht für ausgeschlossen. Wenn wir aber diese Möglichkeit in Betracht ziehen, stellt sich die Frage, was Mr Potter dazu bewogen hat, nach seinem Kampf ohne ein Wort und ohne eine Spur zu verschwinden."

„Aber wenn diese Verwirrung durch die absichtlich oder unabsichtlich genutzte Macht nach ein paar Tagen wieder verschwindet" fragte Luna „diese paar Tage sind doch inzwischen längst vorbei. Warum meldet Harry sich denn nicht? Wo ist er denn nun?"

Darauf wusste niemand eine Antwort.