Danke für die Reviews.

Allen ein schönes Wochenende.


Kapitel 5 - Die Suche des Herzens (Teil 1)

„Ich möchte alle hier Versammelten bitten, noch ein Mal in Gedanken zu diesem Tag zurückzukehren und zu überlegen, wann und in welcher Situation sie Mr Potter das letzte Mal gesehen haben." sprach Prof. McGonagall in die Runde und beendete das betretene Schweigen.

„Ich habe ihn das letzte Mal bei meinem Kampf mit Bellatrix gesehen" begann Molly Weasley. „Bellatrix und ich schickten uns gegenseitig alle möglichen Flüche, wozu auch Todesflüche gehörten. Während ich sie richtig traf, hat sie mich zum Glück nur gestreift." Mr Weasley nahm seine Frau bei diesen Worten in den Arm und man sah ihm an, wie unangenehm die Erinnerung für ihn daran war. „Als Bellatrix tot war, wendete sich Voldemort plötzlich mir zu, der das alles allen Anschein nach irgendwie mitbekommen hatte. Nur war ich nicht mehr in der Lage mich zu wehren. Doch wie aus dem Nichts erschallte ein Protego und ich war hinter einem Schild geschützt. Das Harry diesen Schild aufgebaut hatte, erkannte ich in dem Moment, als er den Tarnumhang über seine Schultern gleiten lies. Dann wurde mir immer wieder mal schwarz vor Augen, sodass ich den Kampf nicht recht folgen konnte."

„Als ich jedoch in Arthurs Armen lag und ich den Jubel hörte, war mir klar, dass jetzt alles gut werden würde. Madame Pomfrey hat mich dann notdürftig zusammengeflickt und Hagrid hat mich aus dem Schloss getragen. Ich kann also nicht viel zu Harrys Verschwinden sagen. Tut mir leid Minerva."

Die meisten der Anwesenden konnten noch weniger dazu sagen, da sie zum Großteil selber mit Kämpfen gegen die Todesser beschäftigt waren.

„Wie sieht es mit Euch aus" wandte sich Prof. McGonagall an Ron, Harry, Ginny, Luna und Neville.

„Wir konnten nicht mal richtig den Kampf verfolgen" entgegneten Neville und Ginny.

„Dem kann ich mich nur anschließen" kam es von Luna.

„Ich muss gestehen, dass ich nach dem Kampf nur noch meine Mutter gesehen habe" gab Ron kleinlaut zu. Keiner der Anwesenden machte ihm daraus einen Vorwurf. Es war einfach eine zu natürliche und menschliche Reaktion.

Alle Blicke richteten sich nun auf Hermine.

„Ja, ich habe Harry gesehen", begann sie stockend zu berichten. „Er hatte Voldemort besiegt und stand noch wie angewurzelt an seinem Platz, als ob er immer noch nicht glauben konnte, dass er es tatsächlich geschafft hatte. Dann wandte er sich um, streifte mit seinem Blick kurz Mrs Weasley und erblickte dann Ron und mich."

Ron blickte vom Boden auf und schaute zu Hermine.

„Ich wollte zu Harry gehen, aber Ron zog mich mit zu seinen Eltern."

An den Blick, den Harry dabei in den Augen hatte dachte Hermine in diesem Moment nicht.

„Dort angekommen war ich so voll Sorge, dass Molly, äh Mrs Weasley ..."

„Sag ruhig Molly zu mir, Hermine" unterbrach sie Mrs Weasley. „Ich denke es ist an der Zeit, dass sich alle hier am Tisch etwas näher kommen und die Förmlichkeiten über den Zauberteppich werfen".

„Weiter" drängte Prof. McGonagall.

„Als klar war, dass Molly wohl nicht in so großer Gefahr war, wie es den Anschein hatte und auf den Weg ins St. Mungos war, suchte ich nach Harry, aber er war nicht mehr zu finden. Wir gingen zurück zum Platz des Kampfes, aber dort trafen wir nur Neville, der Harry ja leider auch nicht gesehen hatte."

„Gut, fassen wir also zusammen" begann Prof. McGonagall.

„Mr Potter hatte Voldemort besiegt und stand wie erstarrt da. Dann drehte er sich um und erblickte Miss Granger und Mr Weasley, die allerdings in Mollys Richtung eilen. Von Peeves wissen wir, dass Harry aufgeleuchtet hat und disappariert sein soll."

Für einen kurzen Moment schwiegen wieder alle am Tisch.

„Nun, sei es, wie es sei" brach Prof. McGonagall das Schweigen „egal ob Mr Potter nun absichtlich oder aus Versehen verschwunden ist, die Lösung des Rätsels liegt bei Miss Granger".

Hermine saß wie erstarrt auf ihrem Stuhl, als sich alle Blicke zu ihr wanden.

„Was ist mit Hermine?" frage Molly Weasley besorgt.

„Tut mir leid Molly, aber das würde ich gerne erst ein Mal mit Miss Granger unter vier Augen besprechen, da es sehr persönlich werden wird."

Wie in Trance stand Hermine auf und folgte Prof. McGonagall ins Haus. Die Augen aller im Zelt folgten den beiden.

Nachdem sie im Haus verschwunden waren, redeten alle wild durcheinander, bis Mr Weasley um Ruhe bat. Nach zwei weiteren Bitten hatte er sich endlich Gehör verschafft.

„Prof. Binns, Prof. Flitwick, sie wissen doch bestimmt, um was es geht" wandte er sich an die beiden Lehrer.

„Ja" antworteten beide „aber wir haben Minerva versprochen zu schweigen, bis entweder sie oder Miss Granger uns erlaubt, die Informationen preiszugeben."

Bedrückt setzte sich Mr Weasley wieder hin. Da war allen klar, dass sie keine Wahl hatten, als zu warten bis Prof. McGonagall und Hermine wieder zurückkamen.

„Eine Runde Butterbier?" versuchte Mr Granger seine Unsicherheit zu überspielen. Er litt Höllenqualen wegen der Ungewissheit bezüglich seiner Tochter. Der Aufruf hatte allerdings Erfolg. Die Versammelten griffen zu den Gläsern und versuchten das gerade eben Gehörte zumindest kurz zu verdrängen.

„Miss Granger, wie ist ihr Verhältnis zu Mr Potter" fiel Prof. McGonagall gleich mit der Tür ins Haus, kaum dass die beiden die Küche der Familie Weasley erreicht hatten.

„Was meinen sie" fragte Hermine ganz baff und ließ sich in einen Stuhl fallen. „Was hat das mit der Suche nach Harry zu tun?"

„Miss Granger" fuhr Prof. McGonagall fort „sie mögen zwar die klügste Hexe sein, die Hogwarts seit Jahrzehnten gesehen hat, aber manchmal steht ihnen ihr Kopf selbst im Weg. Die Suche nach Harry ist keine logische Suche, da hier Kräfte am Werk waren, von denen wir kaum noch Wissen haben. Es handelt sich wie schon des Öfteren erwähnt um uralte Magie. Die Suche nach Harry ist viel mehr eine Suche des Herzens. Denn auch die Liebe ist uralte Magie" ergänzte sie leise.

Hermine saß auf ihren Stuhl und starrte Prof. McGonagall an, als hätte sie gerade eben nur 3 Punkte für ihren Aufsatz in Verwandlung bekommen.

„Sie scheinen noch immer nicht zu wissen, worauf es hinausläuft, oder Miss Granger" stellte Prof. McGonagall nach drei wortlosen Minuten fest.

„Doch" kam es leise von Hermine „ich glaube ich beginne langsam zu verstehen".

„Das wurde aber auch Zeit" seufzte Prof. McGonagall. „Also noch mal, wie stehen sie zu Harry Potter?"